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Enermax ECO80+ 350W


Einleitung

In Zeiten von High-End-Systemen in Form des AMD Phenom II oder Intel i7 scheint ein Netzteil mit "lediglich" 350 Watt Leistung reichlich deplatziert zu sein. Dabei ist den meisten Anwendern wohl nicht klar, dass zum Betrieb eines Spielerechners nicht zwingend ein 1.000-Watt-Netzteil notwendig ist. Enermax hat mit dem ECO80+ ein Netzteil auf den Markt gebracht, welches nicht nur effizient zu Werke gehen soll, sondern auch die Umwelt und den Geldbeutel schont. Wie sich das ECO80+ in unserem Review geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Mit einer grünen Verpackung und Blättern als Hintergrundmotiv möchte Enermax den "grünen Gedanken" des ECO80+ auf den ersten Blick erkennbar machen. Neben einigen technischen Informationen zum Magma, finden sich auch Angaben zur Drehzahlkurve des Lüfters und zur Leistung des Netzteiles.
Der Lieferumfang umfasst ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben, eine Bedienungs- und Montageanleitung sowie zwei wiederverwendbare Kabelbinder.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: EES350AWT
Leistung: 350 Watt
Peak Power: 385 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 140 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 20 A
+5,0V: 20 A
+12V1: 17 A
+12V2: 17 A
-12V: 0,6 A
+5Vsb: 3 A

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 110 Watt
+12V1 / +12V2: 324 Watt
-12V: 7,2 Watt
5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
AC/DC UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
SIP: Surge and Inrush Protection -> Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Äußere Ansichten

Optisch ähnelt das ECO80+ dem Enermax LibertyECO stark. Der größte Unterschied liegt im verbauten Lüfter, wo das ECO80+ auf besagten Magma aus eigenem Hause setzt. Der 120-mm-Lüfter arbeitet bis zu einer Last von 50 Prozent mit rund 450 U/min und steigert die Drehzahl bis auf maximal 1.500 U/min bei Vollast.
Die schwarze Lackierung des ECO80+ ist ordentlich aufgetragen. Die Oberfläche des Netzteiles besitzt dabei eine leichte Struktur.
An der rechten Seite des Netzteiles befindet sich der Aufkleber mit den technischen Daten. Auf diesem finden sich auch noch Informationen zu den durchlaufenen Sicherheitstests und die Seriennummer ist ebenfalls dort aufgebracht.
In die linke Seite wurde das Enermax-Logo nebst dem Schriftzug eingestanzt.
Beim Luftauslass setzt Enermax auf die bereits bekannte und bewährte Waben-Struktur. Neben dem großflächigen Luftauslass befindet sich an der Rückseite noch die Kaltgerätebuchse sowie ein An-/Ausschalter.

Die Kabel

Bei den Anschlüsse hat der Anwender für ein Netzteil der 350-Watt-Klasse recht viele Anschlüsse zur Verfügung. Einzig problematisch ist, dass die Vielzahl an Kabeln auch im Gehäuse untergebracht werden muss.
Sowohl das ATX-, als auch das 12V- und das PCIe-Stromkabel sind 45 Zentimeter lang. Für Grafikkarten steht jedoch nur ein 6-Pin-Anschluss zur Verfügung und so können keine Karten aus dem High-End-Segment verbaut werden. Auffällig beim ATX-Stromkabel ist, dass der Stecker nicht wie üblich geteilt (20+4) sondern ein zusammenhängender Stecker ist.
Für die Versorgung der Laufwerke und sonstiger Peripherie bietet das Enermax ECO80+ insgesamt vier SATA-Stromanschlüsse (2x 45 und 2x 55 Zentimeter), vier 4-Pin-Molex-Stromanschlüsse (45, 55, 65 und 75 Zentimeter) sowie einen FDD-Stromanschluss (65 Zentimeter). Ummantelt sind die Kabel jeweils bis zum ersten Anschluss.

Innenansichten

Bitte beachtet, dass das Öffnen eines Netzteils Fachpersonal zu überlassen ist, da Bauteile des Netzteils auch nach dem Trennen vom Netzstrom noch lebensgefährliche Spannungen halten können. Außerdem verliert ihr durch das Öffnen jedweden Garantieanspruch gegenüber dem Hersteller.

Ist das Gehäuse des Netzteiles geöffnet ist ein Blick auf den verbauten Magma-Lüfter möglich. Vom Aussehen und der Bauform ist dieser mit dem Original-Magma identisch. Bei der Leistungsaufnahme benötigt der im ECO80+ verbaute Magma nur noch 0,3 Ampere und besitzt zudem ein 4-adriges Anschlusskabel.
Die Kabel des ECO80+ sind sauber an der Platine angebracht und mit Schrumpfschlauch noch zusätzlich geschützt. Rechts zu sehen ist der Lüfteranschluss für den montierten Magma. Bei einem Defekt kann dieser so leicht von Enermax getauscht werden.
Zur Kühlung der Spannungswandler sind zwei großflächige Kühlkörper verbaut.
Generell ist die Verarbeitung im Innenraum gut, was uns jedoch auffiel war, dass lediglich die PFC-Spule mit Schrumpfschlauch vor dem allseits bekannten Spulenfiepen bewahrt wird. Generell ist der Aufbau, sieht man von der geringeren Leistung und dem nicht vorhandenen Kabelmanagement ab, dem LibertyECO sehr ähnlich.

Praxistest

Seit dem letzten Netzteiltest haben wir den Testablauf etwas umgeändert. So ist der Prozessor nun stärker übertaktet und neben dem Test mit der Nvidia Geforce 8800 GTS (G80) testen wir nun auch mit einer Nvidia Geforce GTX285. So können wir schauen, ob auch aktuelle Spielesysteme mit den Netzteilen zu betrieben sind.

In unserem Praxistest setzen wir das Netzteil mehrfach verschiedenen Belastungsszenarien aus. So ermitteln wir nicht nur Werte bezüglich der Stabilität der Leitungen, auch den Gesamtverbrauch des Systems haben wir während der Testläufe erfasst.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:

- Asus P6T
- Intel Core i7-920 @ 3 GHz @ 1,25 Volt
- 3GB takeMS take3 DDR3-1333
- Nvidia Geforce 8800 GTS (G80)
- Nvidia Geforce GTX285
- Samsung HD501LJ
- T-Balancer bigNG


Stabilität

Bei unseren Testläufen arbeiteten alle Schienen innerhalb der vorgegebenen Toleranz.


Effizienz

Mit Hilfe eines ELV EM 3000 haben wir den Gesamtverbrauches während drei verschiedener Belastungsszenarien gemessen. Hierbei ist einmal der Idle-Betrieb ohne jegliche Last überwacht worden, auch wurde der Verbrauch mit ausgelastetem Prozessor gemessen und der Verbrauch bei Last auf dem Prozessor und den Grafikkarten. Anzumerken ist noch, dass das ELV EM 3000 eine Messtoleranz von 1,5 Prozent ab einem Messbereich von 100 Watt besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 197 und 203 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.



Ohne Last erreicht das ECO80+ einen besseren Wert als unser Vergleichsnetzteil, das Enermax LibertyECO. Sobald sich die Last erhöht sinkt auch die Effizienz etwas ab. Dennoch sind die erreichten Werte vollkommen in Ordnung und so zeigt unser Test, dass sich auch Gaming-Systeme mit einem 350-Watt-Netzteil betreiben lassen. In unserem Fall, mit dem stark übertakten Core i7-920 reichte die Leistung des Netzteils jedoch nicht aus um auch die Nvidia Geforce GTX285 betrieben zu können.

Vielleicht wird es dem einen oder anderen Leser übel aufstoßen, zu sehen, dass wir ein 350-Watt-Netzteil mit 405 Watt belasten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Stromverbrauch primärseitig, also an der Eingangsseite des Netzteils gemessen wird. Die 350 Watt beziehen sich hingegen auf die tatsächlich lieferbare Leistung, also sekundär-/ausgangsseitig. Rechnet man mit einer Effizienz von <= 80%, so entsprächen die von uns gemessenen 405 Watt einer tatsächlichen, sekundärseitigen Leistungsaufnahme der Hardware von unter 325 Watt, was sich noch im "grünen Bereich" befindet und das Netzteil auch auf Dauer leisten können muss.


Lautstärke

Wird das Netzteil durch den Prozessor und die Grafikkarte ausgelastet, gelangen wir an der Sekundärseite langsam in den Bereich, wo das Netzteil an seine Leistungsgrenze kommt. Dies schlägt sich auch bei der Lautstärke wieder. Ist das Netzteil bei geringer Last nicht wahrzunehmen, wird es bei zunehmender Belastung leicht hörbar. Dies hält sich jedoch noch in Grenzen und so ist das Netzteil nur für absolute Silent-Fanatiker zu laut. Otto-Normal-Anwender werden sich daran nicht stören.

Fazit

Das Enermax ECO80+ in der 350-Watt-Ausführung ist vornehmlich für kleine Systeme ohne all zu große Belastung gedacht. Eben jene Systeme, die auf Stromsparen ausgelegt sind, benötigen auch nur ein kleines, effizientes Netzteil. Das ECO80+ kommt in einer ansehnlichen Verpackung mit einem ausreichenden Lieferumfang. So lassen sich die beiden Klett-Kabelbinder gut nutzen um die nicht benötigten Kabel zu bündeln. Anschlussmöglichkeiten bietet das ECO80+ 350 Watt mehr als ausreichend, nur der nicht teilbare ATX-Stromanschluss trübt an dieser Stelle das Bild ein wenig. Die Verarbeitung des Netzteiles ist von außen tadellos, im Innenraum gibt es einige Punkte die verbessert werden könnten. Problematisch ist von diesen Punkten jedoch keiner. Bei den Leistungstest konnte das Netzteil uns ebenfalls überzeugen und so kann sogar ein übertakteter Core i7-920 mit einer nicht gerade sparsamen Nvidia Geforce 8800 GTS problemlos betrieben werden. Unter Vollast ist der Lüfter leicht hörbar, jedoch nicht störend. Für rund 50 Euro bietet Enermax ein gutes Einsteigernetzteil an, welches kleinere Gaming-Systeme problemlos versorgen kann.


Pro & Contra

Pro
+ große Vielfalt bei den verfügbaren Anschlüssen
+ effizienter Betrieb

Contra
- ATX-Stromstecker nicht teilbar
- Kabel nicht komplett gesleevt


Award

Das Enermax ECO80+ stellt ein gutes Einstiegsnetzteil dar und verdient sich unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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