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EVGA X58 Classified Mainboard-Kühler Vergleich


Einleitung

Mit dem X58 Classified Mainboard ist dem Hersteller EVGA ein großer Wurf gelungen. Dank einer sehr guten Ausstattung und der markanten Optik wurde es schnell zu einem der beliebtesten Intel X58 Mainboards. Dementsprechend sind auch bereits einige Kühlblöcke für Wasserkühlungen erschienen, die speziell auf das X58 Classified zugeschnitten sind. In diesem Testbericht stellen wir drei solche Kühllösungen vor: Das Black Freezer Set von Bitspower, den Komplettkühler von EK Waterblocks und das Set von MIPS Computer.

Jeder der drei getesteten Kühler hat seine eigenen Besonderheiten. Wir werden auf den folgenden Seiten jeden der Testkanditaten einzeln vorstellen, bevor wir zu den Testresultaten kommen.

Bitspower Black Freezer EIX58NSC
Das Bitspower-Set besteht aus zwei separat erhältlichen Kühlern. Der EIX58NSC (Bild links) ist der Hauptkühler, welcher Northbridge, Southbridge und einige Spannungswandler abdeckt. Er besteht aus einem schwarz vernickelten Kupferboden und einem schwarz vernickelten Messing-Deckel. Der EI58DP2 (Bild rechts) ist ein Kühler mit schwarz vernickeltem Kupferboden und einem POM-Deckel, welcher die restlichen Spannungswandler abdeckt.
Die Unterseiten der beiden Kühlkörper weisen eine sehr gute Verarbeitungsqualität auf.
Eine Zierblende aus Acryl, welche die beiden Anschlüsse umrahmt, gibt dem Kühler einen edlen Touch. Die vernickelten Oberflächen sind spiegelnd und fast durchgehend sehr schön. Einzig an einer Stelle ist ein flecken-artiger Rückstand zu sehen.
Das Innenleben der Kühler offenbart, dass auch beim Hauptkühler die Wasserkanäle nicht nur in den Boden, sondern auch in den Deckel gefräst wurden. Dies verhalf dem Bitspower-Kühler schon in unserem Test der Rampage II Extreme-Kühler zu sehr guten Durchflusswerten.
Die Installation der Bitspower-Kühler verläuft problemlos. Der einzige Mangel, den wir im Installations-Video bereits erwähnt hatten, wurde inzwischen ausgemerzt.

EK Waterblocks EK-FB EVGA X58 CF
Der Kühler von EK Waterblocks, EK-FB EVGA X58 CF genannt, ist ein Komplettkühler, der alle relevanten Bauteile auf dem Mainboard abdeckt. Der Kühler besteht aus zwei vernickelten Kupfer-Kühlplatten und einem Deckel, der wie hier gezeigt aus Acryl besteht. Alternativ ist der Kühler auch mit schwarzem POM-Deckel erhältlich.
Die beiden separaten Kühlkörper sind mit einer Brücke verbunden, welche mit einem "Classified"-Schriftzug versehen ist. Dem Lieferumfang liegt eine solche Brücke aus rotem Acryl bei (Bild rechts), welche alternativ eingesetzt werden kann.
Die Brücken sind ausserdem mit je zwei 3-Millimeter-Bohrungen versehen, in welche sich entsprechende LED einsetzen lassen.
Die Kühlerböden sind mit großzügig gefrästen Kanälen ausgestattet und auf Höhe der Northbridge befindet sich eine einfache Kühlstruktur. Die Oberflächen sind allesamt sehr gut verarbeitet.
Wir hatten erwartet, dass das Auflegen und Ausrichten des EK-Kühlers Schwierigkeiten bereiten würde - schließlich muss der Kühler an sehr vielen Bauteilen "vorbeimanövriert" werden. Wie sich herausstellte, war es aber sehr einfach, den Kühler aufzulegen und zu fixieren. Tatsächlich war die Installation des EK-FB die schnellste und einfachste aus dem Testfeld.

MIPS EVGA X58 Classified Triple-Chip und Mosfet POM
Von MIPS sind zwei separate Kühler für das Classified-Mainboard erhältlich. Das Bild links zeigt den Triple-Chip-Kühler, das Bild rechts den Mosfet-Kühler. Beide Kühler bestehen aus je einer Kupferplatte und je einem POM-Deckel.
Die Unterseiten der Kühler präsentieren blankes Kupfer. Sehr ungewöhnlich: Den uns zugestellten Kühler fehlt die sonst MIPS-typische Perfektion. Die Oberflächen wirken etwas unsauber, Kupfer sowie POM weisen vereinzelt Flecken auf. Die Leistung sollte dadurch aber in keiner Weise beeinträchtigt sein.
Durch die beiden Anschlussöffnungen des Hauptkühlers sind Ansätze der Kühlstruktur sichtbar (Bild links). Der kleine "Arm" am Mosfet-Kühler reicht zu den Spannungswandlern neben der Northbridge des Classified-Mainboard. Bei dem anderen beiden Kühlern ist dieser "Arm" ebenfalls vorhanden, aber am Hauptkühler statt dem Mosfet-Kühler angebracht.
Der Haupkühler ist mit Kühlstrukturen auf Höhe der North- und Southbridge ausgestattet. Die Wasserkanäle sind im Boden und im Deckel eingefräst. Die Abstufung beim Mosfet-Kühler (Bild rechts) wird mit zwei separaten Kupfer-Teilen realisiert. Da beide Kupfer-Teile direkten Kontakt mit dem Kühlwasser haben, sollte dies keinerlei negative Auswirkungen haben.
Auch die Installation der MIPS-Kühler verlief ohne jegliche Probleme. Ungewöhnlich, aber nicht nachteilhaft, ist hier, dass beim Mosfet-Kühler Wärmeleitpaste eingesetzt wird. Bei den anderen beiden Kühlern werden hier Wärmeleitpads aufgelegt.

Testmethode

Die Kühlersets wurden in einem separaten Kreislauf betrieben, in dem folgende Teile verwendet wurden:

- Laing DDC mit EK X-Res Aufsatz
- 13/10 Masterkleer-Schläuche
- HWLabs Black Ice GTS 140 Radiator
- 1x Sharkoon System Fan Power @ 12 Volt am Radiator
- 4x analoger Wassertemperatursensor
- 3x digitaler Temperatursensor für die Umgebungstemperatur
- GMR Durchflusssensor
- T-Balancer bigNG mit Sensorhub

Folgende Software wurde verwendet:

- Prime95 (small FFT)
- CPUID HWMonitor 1.4

Der Test läuft folgendermaßen ab: Der Kreislauf wird befüllt und komplett entlüftet. Danach wird Prime95 mit small FFT gestartet und während 45 Minuten betrieben. HWMonitor liest die "VREG" genannte Spannungswandler-Temperatur aus, die digitalen Sensoren messen die Umgebungstemperatur und die analogen Sensoren messen die Wassertemperatur. Ist der 45-minütige Belastungstest beendet, werden die Temperaturen am Schluss des Testlaufs erfasst und die Resultate daraus abgeleitet.
Von Windows aus lässt sich leider die Northbridge-Temperatur nicht direkt ablesen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Das Mainboard gibt die Daten des NB-Sensors nicht an die Software weiter (Tatsache), weil die Temperaturen mit dem Originalkühler absolut grottig sind und man das lieber verbergen will (Vermutung). Daher machen wir es so, dass wir nach dem Belastungstest direkt einen Neustart machen und das BIOS aufrufen. Dort ist die NB-Temperatur zu finden. Die angegebenen NB-Temperaturen sind somit also keine Volllast-Temperaturen sondern nur "aufgewärmte" Temperaturen.
Durchfluss

Der GMR Durchflusssensor misst den Durchfluss und die Werte werden vom T-Balancer Sensorhub aufgezeichnet. Dies sind die Resultate der Kühlersets:



Im Durchfluss-Vergleich schlägt sich das Kühlerset von Bitspower am besten, knapp gefolgt von EK-Komplettkühler. Allerdings muss angemerkt werden, dass alle Durchflusswerte recht nahe beieinander liegen. Eine echte Bremse ist nicht dabei.


Temperaturen 1



Wir vergleichen die Leistung der Wasserkühler, indem wir von den gemessenen Temperaturen die Wassertemperatur abziehen. Es lassen sich hier durchaus Unterschiede erkennen - so leistet der MIPS-Mosfet-Kühler am meisten für die Spannungswandler, da hier Wärmeleitpaste statt wie bei den anderen Kühlern Pads eingesetzt werden - aber auch hier sind die Differenzen sehr klein. In Anbetracht der eher ungenauen Mainboard-Sensoren können ein oder zwei Grad nur knapp als echten Unterschied betrachtet werden.


Temperauren 2



Um die Temperaturen noch etwas im Verhältnis zu sehen, der obige Vergleich. Hier berechnen wir die Temperaturen im Unterschied zur Umgebungstemperatur, damit auch der Originalkühler mit in der Vergleich kann. Dies ist mit Vorsicht zu genießen, denn die Delta-Temperatur zur Luft hängt bei einer Wasserkühlung immer davon ab, wie weit das Wasser abgekühlt wird. Dennoch ist hier deutlich zu sehen, dass die Kühlung mit den Wasserkühlern der Luftkühlung weitaus überlegen ist.

Fazit und Awards

Bitspower Black Freezer EIX58NSC

Die Bitspower-Kühler können zum wiederholten Mal überzeugen. Die größte Stärke der Black Freezer ist die sehr edle Optik. Dunkel spiegelnde Nickel-Flächen, fein geschliffenes POM und die Acryl-Platte machen dieses Kühlerset zu einem Augenschmaus. Im Durchfluss-Vergleich schlägt sich das Set von Bitspower ebenfalls sehr gut und liefert die besten Werte. Aussetzen können wir dem Kühler einzig und allein eine kleine, aus manchen Winkeln deutlich sichtbare Unschönheit in der Nickelschicht. In jeder anderer Hinsicht sind die Bitspower-Kühler makellose Produkte.

Wir verleihen den Bitspower Black Freezer Kühlern den DeXgo-Gold-Award.
EK Waterblocks EK-FB EVGA X58 CF

Die größte Stärke des Kühlers von EK Waterblocks ist, dass es sich dabei um einen Komplettkühler handelt. Das verleiht ihm nicht nur eine besondere Optik sondern macht auch des Wasserkühlers Leben einfacher: Mit dem EK-Kühler kann das gesamte Mainboard mit Wasserkühlung versehen werden und das Ganze kommt mit nur zwei Anschlüssen aus. Für die Verschlauchung ist es wesentlich einfacher, wenn zwei statt vier Anschlüsse verbunden werden müssen. Auch was die Verarbeitungsqualität und die inneren Werte angeht, gibt sich der EK-Kühler keine Schwächen. Der Durchfluss wird nicht zu stark gebremst und die Temperaturen sind sehr gut. Zwar werden die Spannungswandler etwas wärmer als bei den anderen beiden Wasserkühlern, aber von problematisch hohen Temperaturen kann keinenfalls die Rede sein.

Der EK-FB EVGA X58 CF erhält den DeXgo-Gold-Award.
MIPS EVGA X58 Classified Triple-Chip und Mosfet POM

Die Kühler von MIPS wirken neben denen von EK und Bitspower etwas unscheinbar. Genau dies mag aber für viele ein Kaufargument sein - schließlich will nicht jeder spektakuläre Formgebung, spiegelnde Flächen und viel Bling-Bling. Die MIPS-Kühler könnten da mit ihrer dezenten aber eleganten Optik genau die richtige Alternative sein. Etwas überrascht waren wir darüber, dass die Oberflächen der Kühler nicht ganz makellos sind. Die Mängel sind zwar nicht gravierend, könnten Perfektionisten aber stören. Beim Kühlleistungs-Vergleich schneiden die MIPS-Kühler gut ab und beim Durchfluss-Vergleich müssen sie sich mit einem letzten, aber dennoch genügend guten Platz zufrieden geben. Trotz kleiner Schwächen können und wollen wir von den MIPS-Kühlern also in keiner Weise abraten.

Wir verleihen den MIPS X58 Classified- Kühlern den DeXgo-Silber-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Bitspower.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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