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Alpenföhn Heidi


Einleitung

Wir stellten vor kurzem bereits drei Kühler vor, welche auf die neuen Geforce GTX285 Karten passen. In unserem heutigen Review wollen wir euch nun einen weitere Kühler näher bringen, welcher Nvidia's Single-Core-Flagschiff ebenfalls kühlen kann. Der Heidi ist ein Kühler, welcher auf die H.D.T.-Technologie setzt und von Alpenföhn stammt. Wie sich der Kühler schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Alpenföhn typisch ziert ein Berg im Hintergrund die Verpackung. Auf der Vorderseite ist ein Bild des Kühlers aufgebracht, während die Seiten einige technische Daten zum Kühler bereitstellen. Auf der Rückseite befindet sich eine schematische Darstellung der Bodenplatte mit einer Angabe, zu welchen Grafikkarten der Kühler kompatibel ist.
Der Lieferumfang fällt reicht umfangreich aus und enthält 16 Speicherkühler, einen Kühler für den Nvio-Chip, eine Montageanleitung, ein Adapterkabel zum Anschluss des Lüfters an den PWM-Anschluss der Grafikkarte, einen Montagerahmen für den Nvio-Chip sowie das Montagematerial für den Kühler.
Ebenfalls in der Verpackung befindet sich der noch nicht installierte 120-mm-Lüfter. Dieser ist blau beleuchtet und arbeitet bei zwölf Volt Betriebsspannung mit ca. 1.100 U/min.

Der Kühler im Detail

Ausgepackt erscheint der Heidi in einem schönen, glänzenden Aussehen. Alpenföhn haben die Kupfer-Heatpipes und die Aluminium-Lamellen vernickelt, um diesen neben dem edlen Aussehen auch noch einen Schutz vor Korrosion mitzugeben.
Der Kühler ist ohne Lüfter 127 Millimeter breit, 134 Millimeter tief und 47 Millimeter hoch. Somit sollte schon jetzt klar sein, dass der Kühler nicht gerade zu den Zwergen gehört.
Für eine effektive Wärmeabgabe sorgen insgesamt 55 Lamellen. Um den Lamellen mehr Stabilität zu geben, sind diese an den Seiten und auch in der Mitte des Kühlers miteinander verbunden. Der Lamellenabstand beträgt 1,6 Millimeter.
Die Verarbeitung des Heidi ist sehr gut und nur zwei kleine Makel sind uns aufgefallen. Zum einen stehen die Verankerungen in der Mitte des Kühlers ein klein wenig ab und zum anderen sind die vordersten fünf Lamellen minimal nach Innen verbogen. Diese beiden Punkte stören jedoch nicht den ordnungsgemäßen Betrieb des Kühlers und sind bei einem zweiten uns vorliegenden Sample nicht vorhanden.
Die Weiterleitung der Wärme von der Bodenplatte zu den Lamellen übernehmen insgesamt vier 6-mm-Heatpipes. Diese gehen jeweils im Doppelpack recht weit am Rand durch den Kühler.

Der Kühler im Detail

Wie auch schon der SilenX iXtrema IXG-80HA2 setzt auch der Heidi auf die H.D.T.-Technologie. Dies bringt bei Grafikkarten mit Heatspreader den Vorteil, dass die Wärme direkt Abtransportiert werden kann. Karten ohne Heatspreader haben jedoch meist das Problem, dass die äußeren Heatpipes keinen Kontakt zur GPU besitzen.
Um unnötig viel Montagematerial zu vermeiden, setzen Alpenföhn auf eine Bodenplatte, welche bereits alle notwendigen Bohrungen besitzt. So muss nur noch der entsprechende Abstandsbolzen ausgewählt werden, welcher für die genutzte Karte kompatibel ist und schon kann der Kühler verbaut werden.
Über vier Gummientkoppler wird der Lüfter am Kühler befestigt. Diese Methode verwendete Alpenföhn schon beim Nordwand. So müssen die Entkoppler einfach in die dafür vorgesehenen Löcher geschoben werden.
Die Höhe des Kühlers wächst mit montiertem Lüfter auf über sieben Zentimeter an und somit blockiert der Heidi insgesamt drei weitere Slots.
Die Beleuchtung des Lüfters ist dezent aber auch bei Tageslicht zu sehen. Erfreulich ist die Geräuschkulisse, denn selbst auf zwölf Volt ist der Lüfter kaum zu hören.

Die Montage

Den Ausgangspunkt bildet wieder unsere Sparkle Geforce GTX285, welche auch schon in unserem Kühlervergleich zum Einsatz kam.
Erfreulich ist, das Alpenföhn den Kühler des Nvio-Chips bereits an der Stelle ausgefräst haben, die sonst mit dem verbauten Quarz kollidieren würde. Ganz passen wollte der Kühler jedoch leider nicht, dies schieben wir aber eher auf die Toleranz der Grafikkartenmontage. Denn so berührt der Kühler haarscharf ein weiteres Bauteil. So haben wir dort selbst Hand angelegt und für den benötigten Freiraum gesorgt.
Leider legen Alpenföhn nur 16 Kühlkörper bei, und so sind nach der Bestückung des Speichers für die Spannungswandler keine Kühlkörper mehr vorhanden.
Durch die zu nutzenden Montagelöcher liegt der Heidi an der Innenseite nicht auf dem kompletten Heatspreader des Chips auf. Dies muss so sein und stellt kein Problem bei der Kühlung dar. Auf die Spannungswandler sollten vor Inbetriebnahme der Grafikkarte noch zwingend Passivkühler angebracht werden, diese müssen separat erworben werden. Nach Rücksprache mit Alpenföhn kann es aber auch gut sein, dass noch ein weiteres Paket an Kühlern beigelegt wird, dies war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch noch nicht sicher.
Die Montage des Heidi geht recht leicht von der Hand und so sollte hier niemand auf ernsthafte Probleme stoßen. Zu beachten ist jedoch der enorme Überstand des Heidi über den Rand der Karte hinaus. Bei unserer Grafikkarte sind es rund vier Zentimeter, die der Kühler übersteht.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce GTX 285
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sehen wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt, sofern vorhanden, mit den Original-Lüftern bei verschiedenen Drehzahlen. Bei Kühlern, denen kein Lüfter beiliegt, nutzen wir die aus den CPU-Kühler-Tests bereits bekannten Scythe Kama Flex 1900.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Coolink Chillaramic (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen, nach jedem Durchlauf wird der Kühler neu montiert um etwaige Fehler bei der Montage ausschließen zu können.
Für das Einheizen der Grafikkarten nutzen wir das Tool Furmark. Die Protokollierung der Grafikkarten Temperaturen erfolgt durch das Programm Everest. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse

Um die Übersichtlichkeit bei den Ergebnisse zu erhöhen, werden diese bei den Kühlern für Grafikkarten nun etwas anders präsentiert. Zuerst listen wir, wie bereits bei den Prozessor-Kühlern bekannt, die Ergebnisse des Kühlers selbst auf. So ist gut ersichtlich, bei welcher Belüftung der Kühler welche Temperaturen erreicht hat. Im zweiten Abschnitt vergleichen wir die Temperaturen der Kühler untereinander. Soweit diese bereits Lüfter im Lieferumfang besitzen, nehmen wir den erreichten Wert dieser Lüfter bei 100% Drehzahl. Sollte kein Lüfter beiliegen, nutzen wir unseren Scythe Kama Flex 1900.


Ergebnisse - Alpenföhn Heidi


Für Grafikkarten der GTX200-Serie empfiehlt Alpenföhn zwingend den Lüfter auf 100 Prozent Drehzahl laufen zu lassen. Daher findet sich auch nur ein Wert mit dem Original-Lüfter in unserem Diagramm.


Temperaturvergleich


Der Heidi kann sich im Vergleich der Kühler an eine gute zweite Position schieben. Trotz der teilweise deutlich geringeren Drehzahl des Lüfters liegen die Testwerte deutlich vor dem Thermalright HR-03 GTX Rev. A. Zum Arctic Cooling Accelero Xtreme GTX 280 fehlt aber auch ihm noch ein gutes Stück.

Fazit

Alpenföhn versucht mit dem Heidi auch im Segment der Grafikkartenkühler Fuß zu fassen. Und so kann das Erstlingswerk durchaus überzeugen. Zwecks der Kompatibilität zu der Revision 2 der GTX285-Karten haben Alpenföhn den Nvio-Chip-Kühler nachbearbeitet und sorgt so dafür, dass der sonst störende Quarz nicht mit dem Kühler kollidiert. Allerdings würden ein paar Kühlkörper mehr für die Spannungswandler nicht schaden. Die Verarbeitung des Kühlers kann bis auf minimale Ausnahmen überzeugen und auch bei der Montage weiß der Heidi zu überzeugen. In zu schmalen Gehäusen könnte es allerdings durch die Größe des Kühlers zu Problemen kommen, hier ist vorher abmessen angesagt. Den guten Abschluss findet das Gesamtpaket bei den Testwerten, die vollkommen überzeugen können. Der Kühler ist bereits für günstige 35 Euro erhältlich.


Pro & Contra

Pro
+ Lüfter besitzt PWM-Steuerung
+ einfache Montage
+ günstiger Preis
+ gute Kühlleistung
+ gute Verarbeitung

Contra
- ragt nicht wenig über die Grafikkarte hinaus
- zu wenig Passiv-Kühlkörper beiliegend


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Alpenföhn Heidi unseren DeXgo-Silber-Award und unseren DeXgo-Preis-/Leistungsaward-Award.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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