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Scythe Samurai ZZ


Einleitung

Dass Scythe nicht nur Kühler für 120-mm-Lüfter herstellt ist spätestens seit dem Kühler-Monster Orochi bekannt. Dass Scythe aber auch sein Portfolio an Kühlern erweitert, welche auf 92 Millimeter große Lüfter setzen, wissen nicht mehr ganz so viele. Der neuste Spross aus diesem Lager ist der Samurai ZZ, welcher auf das Top-Flow-Design setzt. Wie sich der Kühler in unserem neuen Testparcour schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Samurai ZZ setzt die Tradition bei Scythe fort in einer auffällig bunten Verpackung geliefert zu werden. Neben diversen Informationen zum Kühler in unzähligen Sprachen findet sich auch noch das eine oder andere Bild des Kühlers auf dem Karton.
Zum Lieferumfang gehören eine Tüte Wärmeleitpaste, eine Montageanleitung sowie das Montagematerial für die Sockel 478, 775, 1156, 1366, 754, 939, AM2, AM2+ und AM3.

Der Kühler im Detail

Der Samurai ZZ ist ein Top-Flow-Kühler, welcher auf einen 92-mm-Lüfter setzt. Mit seiner Breite von 94 und Tiefe von 122 Millimetern gehört er zu den kompakteren Kühlern. Auch seine geringe Höhe von nur 94 Millimetern sorgt dafür, dass der Kühler auch in HTPC-Gehäusen seinen Platz finden kann.
Der Kühler wiegt inklusive des Lüfters rund 470 Gramm und bringt somit ein recht ordentliches Gewicht für seine Größe auf die Waage. Für die Wärmeabfuhr sorgen drei gebogene 6-mm-Heatpipes.
Der Lüfter wird mit Hilfe von zwei Metallbügeln am Kühler befestigt. So sitzt der Lüfter recht straff und sicher auf dem Kühler, eine Entkopplung findet jedoch nicht statt.
Unter dem Lamellen-Kühlkörper befindet sich auf der Bodenplatte ein weiterer Voll-Metall-Kühlkörper, welcher ein wenig zusätzliche Kühlleistung mit sich bringen soll.
Was uns beim genaueren Betrachten der Heatpipes auffiel waren Verfärbungen an den Heatpipes. So waren diese an einigen Stellen grün verfärbt, wie man es von oxidiertem Kupfer kennt.

Der Kühler im Detail
Wie beim Katana 3 gehen auch beim Samurai ZZ die drei Heatpipes gebogen durch den Kühlerboden.
Der Boden selbst ist wieder perfekt verarbeitet. Unebenheiten oder Verschmutzungen kennt die vernickelte Kupferplatte nicht.
Der verbaute 92-mm-Lüfter erzeugt einen maximalen Volumenstrom von 95 m²/h und verbraucht dabei 2,4 Watt. Mit in der Theorie angegebenen 31,07 dB(A) ist der Lüfter auch in der Praxis deutlich hörbar. Wer möchte kann den Lüfter über die PWM-Funktion vom Mainboard regeln lassen.
Als Kühlfläche stehen dem Samurai ZZ insgesamt 47 Aluminium-Lamellen zur Verfügung. Der Abstand der Lamellen untereinander beträgt 1,5 Millimeter und ist mehr oder weniger gleichmäßig. Gerade am Rand stimmt der
Abstand der Lamellen nicht immer überein.
Um die Push-Pins besser erreichen zu können wurde ein Teil der Lamellen mit einer Aussparung versehen.

Die Montage

Die Montage des Samurai ZZ geht recht leicht von der Hand, auch wenn die Push-Pins recht viel Druck benötigen um vollständig einzurasten.
Zwecks der Kompatibilität tritt nur in einer Ausrichtung eventuell ein Problem auf. Wenn der Kühlkörper so ausgerichtet wird, dass er über die RAM-Bänke reicht, kommt es bei RAM mit hohem Heatspreader zu Problemen. Arbeitsspeicher mit normal hohem Heatspreader passt jedoch ohne Probleme.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 mit einer eingestellten VCore von 1,2 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe S-FLEX™ SFF92D. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 2400, 1700, 1200 und 800.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht


Eine anliegende Spannung von fünf Volt reicht nicht aus um den Lüfter am drehen zu halten. Somit ist auch klar, dass der Kühler keine ausreichende Kühlleistung mehr bietet.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Beim Vergleich der Serienbelüftung dreht der Lüfter bei zwölf Volt Betriebsspannung mit rund 2.700 U/min.

Trotz ähnlicher Drehzahl und ähnlicher Bauweise liegt der Samrua ZZ rund zwei Kelvin hinter dem Katana 3.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Wie Eingangs schon erwähnt dreht sich der Lüfter beim 5-Volt-Test nicht mehr.

Bis auf den Nexus XiR-3500 schafft es keiner der Kühler den i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe S-FLEX SFF92D)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe S-FLEX SFF92D.

2.400 Umdrehungen pro Minute


Der Samurai ZZ liegt bei hohem Luftdurchsatz rund vier Kelvin hinter dem ZEROtherm Core 92.


1.700 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl wird der Rückstand zu den beiden anderen Kühlern merkbar größer, der erreichte Wert ist aber immer noch vollkommen in Ordnung.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Während der ZEROtherm Core 92 merkbar an Leistung verliert, stabilisiert der Samurai ZZ sein Leistungsniveau und bleibt weiterhin knapp fünf Kelvin hinter dem Katana 3.


800 Umdrehungen pro Minute


800 U/min beim Lüfter sind beim Samurai ZZ zu wenig um den i7-920 noch ausreichend zu kühlen.

Fazit

Scythe schicken den Samurai ZZ mit den bekannten Mitteln in die Schlacht. So ist der Lieferumfang zweckmäßig und beinhaltet alles um den Kühler auf jedem aktuellen Sockel einsetzen zu können. Die Verarbeitung ist bis auf die Stellen an den Heatpipes in Ordnung und auch die Montage des Kühlers verläuft bekannt einfach. Bei der Leistung erreicht der Kühler zwar keine Spitzenperformance, jedoch reicht die Leistung selbst für den hitzköpfigen Core i7-920 aus. Gerade wenn man den Preis von rund 23 Euro in betracht zieht ist das gezeigte eine doch sehr ordentliche Leistung.


Pro & Contra

Pro
+ Lüfter besitzt PWM-Steuerung
+ einfache Montage
+ günstiger Preis

Contra
- Verarbeitung weißt an den Heatpipes kleinere Mängel auf


Award

Aufgrund der erbrachten Leistung verleihen wir dem Scythe Samurai ZZ unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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