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Spire TherMax II


Einleitung

Die Palette an Kühlern, welche die Firma Spire anbietet, ist groß und vielfältig. Neben Produkten für den OEM-Markt bietet das Unternehmen mit Sitz in China auch noch zahlreiche Kühler für den Retail-Markt an. Einen dieser Kühler, den TherMax II, wollen wir uns in diesem Review anschauen. Neben vier 8-mm-Heatpipes setzt der Kühler noch auf einen schnell drehenden 120-mm-Lüfter welcher über eine Lüftersteuerung geregelt werden kann. Wie sich der Spire TherMax II schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des TherMax II ist für einen Luftkühler nahezu riesig. Um so verwunderlicher ist es, dass sich nur wenige Informationen zum eigentlichen Produkt auf der Verpackung befinden. Da ein großes Sichtfenster den Blick auf den Kühler freigibt wurde auf Bilder komplett verzichtet.
Der Lieferumfang fällt recht umfangreich aus und umfasst das Montagematerial (Sockel 775, 1156, 1366, AM2, AM2+ und AM3), eine Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste sowie eine Lüftersteuerung.
Der beiliegende 120-mm-Lüfter benötigt bei einer Betriebsspannung von zwölf Volt satte 4,2 Watt. Er erzeugt bei seiner maximalen Drehzahl von 2.200 U/min einen Volumenstrom von fast 160 m³/h und soll dabei lediglich 29 dB(A) laut werden. Bereits am Lüfter angebracht sind vier Gummientkoppler, die dafür sorgen dass die erzeugten Vibrationen gedämpft werden. Mit Hilfe der beiliegenden Lüftersteuerung lässt sich der Lüfter zwischen 975 und 2.200 U/min stufenlos regeln.

Der Kühler im Detail

Der Spire TherMax II ist ein Tower-Kühler im klassischen Sinne, welcher auf die H.D.T.-Technologie setzt. Wie sein kleiner Bruder, der TherMax Pro, besitzt der Kühler eine leichte X-Form, kann aber nur einen Lüfter aufnehmen. Der Kühler ist mit einer Höhe von 155 Millimetern, einer Breite von 125 Millimetern und einer Tiefe von 77 Millimetern noch recht kompakt gestaltet.
Lediglich an der Vorderseite des Kühlers befinden sich Einkerbungen, an denen ein Lüfter befestigt werden kann. Die Rückseite besitzt diese Möglichkeit nicht, was für uns etwas unverständlich ist.
Damit der Anwender auf dem ersten Blick erkennt, von welcher Firma der erworbene Kühler ist, wurde in die oberste Lamelle das Firmenlogo eingestanzt. Auffällig ist auch, dass die Heatpipes nicht aus dem Kühler ragen. So sind die obersten Lamellen mit einem Kunststoff-Stift verbunden, was so quasi einen Aufbau über die Enden der Heatpipes hinaus ermöglicht. Leider hat dies aber auch zur Folge, dass die obersten der 55 Lamellen keinerlei Funktion bei der Kühlung haben.
Die Verarbeitung des Kühlers ist nicht schlecht, jedoch finden sich diverse Stellen an denen die Lamellen leicht verbogen sind. Gerade am oberen Ende des Kühlers sieht man die unterschiedlichen Lamellenabstände sehr deutlich.
Auf dem Bild links zu sehen ist die Einkerbung in der die Halteklammern des Lüfters eingehangen werden. Eine gleiche Kerbe auf der anderen Seite sollte nicht viele Umstände machen, würde den Mehrwert des Kühlers aber deutlich steigern.

Der Kühler im Detail
Der Lamellenabstand des TherMax II beträgt ca. 1,7 Millimeter ist somit schon recht eng. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Lüfter nicht direkt am Kühlkörper anliegt kann man schon erahnen, dass bei geringen Drehzahlen die Kühlleistung nicht sehr gut sein wird.
Die vier 8-mm-Heatpipes aus Kupfer gehen leicht geschwungen in den Boden über. Auch gut zu sehen: Bei der Halterung setzt Spire auf die Clip-Montage des AMD-Systems. So ist der Kühler dort sofort bereit für die Montage, kann aber nur in eine Richtung montiert werden (zum Heck blasend).
Vor Umwelteinflüssen wird der Boden während des Transports mit einer Folie geschützt. Diese lässt sich rückstandslos entfernen.
Die Montage des Lüfters gestaltet sich recht einfach. So muss nur der Metallbügel in den Lüfter eingehakt werden und anschließend wird der Bügel mit sanftem Druck in die Halterung gedrückt.

Im Betrieb ist der Lüfter bei zwölf Volt laut und so empfehlen wir dringend die beiliegende Lüftersteuerung zu nutzen.

Die Montage

Für die Montage auf Intel-Systemen ist es notwendig einen Halterahmen zu befestigen. Dieser wird auf dem Sockel 775 mit einem Stecksystem befestigt, bei den Sockeln 1156 und 1366 wird der Rahmen verschraubt. An den Rahmen wird nun der Kühler mit dem Haltebügel befestigt.
Bei der Ausrichtung zur Gehäuserückwand liegt der Lüfter am Heatspreader des Arbeitsspeichers an, wenn dieser mindestens fünf Millimeter höher ist als das PCB des Speichers. Eine Montage ist möglich, wir würden jedoch davon abraten den Speicher in den sockelnahsten Steckplatz zu montieren.
Wird der Kühler zum Gehäusedeckel ausgerichtet kann nur noch Arbeitsspeicher mit normaler Bauhöhe montiert werden. Der Kühler ragt mit dem Haltebügel über den nahsten Steckplatz und würde so mit dem Heatspreader kollidieren.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Da der Spire TherMax II nur die Montage von einem Lüfter ermöglicht beschränken sich die Testläufe auf die Single-Belüftung.

Der Lüfter arbeitet bei zwölf Volt im Schnitt mit 2.300 U/min, was rund 100 U/min über dem angegebenem Soll-Wert, allerdings auch noch innerhalb der zehn Prozent Toleranzgrenze liegt. Da es sich beim Lüfter nicht um ein PWM-Modell handelt, ist die erreichte Drehzahl beim 5-Volt-Betrieb mit rund 1.200 U/min auch noch äußerst hoch.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Betrieb mit zwölf Volt reiht sich der Kühler auf dem Niveau des Alpenföhn Nordwand und des Noctua NH-U12P SE1366 ein, benötigt dafür jedoch eine deutlich höhere Drehzahl.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Wie wir bereits erwähnten ist die Drehzahl beim 5-Volt-Betrieb recht hoch, um genau zu sein ist sie sogar die höchste aus dem gesamten Testfeld. Dies hat zur Folge, dass sich der Spire TherMax II sich an die dritte Position des Rankings setzen kann.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex 1900)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Beim Vergleich mit den selben Waffen sieht man deutlich, dass der TherMax II nicht zur Leistungsspitze gehört sondern sich eher am unteren Ende unseres Rankings einordnen muss.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 1.200 U/min sieht das Ergebnis nicht besser aus. Deutlich abgeschlagen liegt der Kühler fünf Kelvin hinter dem Spitzentrio.


800 Umdrehungen pro Minute


Die Tendenz der ersten beiden Testläufe setzt sich auch bei 800 U/min fort und so fehlen über sieben Kelvin zum ersten Platz.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei 400U/min schafft es der Spire TherMax II nicht den i7 zu kühlen, wie nahezu das gesamte Testfeld.

Fazit

Der Spire TherMax II war von den technischen Daten her ein Kühler mit Potential. Leider haben Spire es nicht geschafft dieses auch voll auszunutzen. Während die Verpackung und der Lieferumfang gut waren, wurde an verschiedenen Stellen nicht alles richtig gemacht. So ist die Verarbeitung des Kühlers im Grunde solide, jedoch sorgt der unregelmäßige Abstand der Lamellen dafür das der Kühler billig wirkt. Auch hat es Spire versäumt, die Lamellen so zu gestalten, dass ein zweiter Lüfter montiert werden kann. Dies ist nicht mehr zeitgemäß und sorgt unnötig dafür, dass der Anwender nicht noch mehr Leistung aus dem Kühler heraus kitzeln kann. Die Montage des Kühlers ist einfach gestaltet und kann durchaus überzeugen. Bei den Test fallen uns sofort zwei Dinge auf. Zum einen erreicht der Kühler mit seinem mitgelieferten Lüfter Werte, die ordentlich sind, erkauft werden diese aber von einer zu lauten Geräuschkulisse. Mit unserem Referenzlüfter dagegen reichen die Werte nur für die hinteren Plätze in unserem Testfeld. Das Gesamtpaket, das Spire mit dem TherMax II anbietet, ist für rund 40 Euro zu erwerben. Dieses ist nicht überragend aber im Vergleich zum Boxed-Kühler immer noch einen Blick wert. Alternativen zum Spire TherMax II gibt es jedoch genug.


Pro & Contra

Pro
+ Lüftersteuerung liegt bei
+ einfache Montage

Contra
- Lamellenabstand unregelmäßig
- Lüfter auf voller Drehzahl laut
- bietet nur Platz für einen Lüfter
- Kühlleistung zwar besser als der Boxed-Kühler jedoch nur im hinteren Bereich


Award

Für die erreichten Leistungen verleihen wir dem Spire TherMax II unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Spire.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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