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Xigmatek Balder SD1283


Einleitung

Als Xigmatek im Jahre 2005 gegründet wurde setzte sich das Unternehmen das Ziel, eines der führenden Unternehmen im Bereich von PC-Kühllösungen zu werden. Vier Jahre später können wir sagen, dass das Unternehmen dies im Retail-Markt definitiv geschafft hat. Mit der Einführung der H.D.T.-Technologie gelang der Durchbruch und so stellen Xigmatek noch heute Produkte auf dieser Basis vor. Eines der Neusten ist der Balder, welcher auf drei 8-mm-Heatpipes setzt und quasi ein Nachfolger des Ur-HDT-S1283 ist. Mit einer neuen Optik und der Möglichkeit einen zweiten Lüfter zu montieren, soll so etwas Bekanntes und Bewährtes neu aufblühen. Ob dies gelingt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Lieferten Xigmatek bisherige Kühler meist in Kartonverpackungen aus, welche ein kleines Sichtfenster besaßen, ist dies beim Balder nicht der Fall. Komplett in durchsichtigen Kunststoff gehüllt wird der Balder an die geneigten Käufer ausgeliefert. Lediglich die Rückseite ist zum Teil blickdicht, da sich dort einige technischen Informationen zum Kühler befinden.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Montagematerial (Sockel 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, 775, 1156 und 1366) noch eine Montageanleitung, eine kleine Tüte mit Wärmeleitpaste und acht Gummientkoppler für die Lüfter.
Ein Hinweis an dieser Stelle noch für AMD-Nutzer: Xigmatek bietet seit kurzem das optionale Montagekit Crossbow ACK-ATI775 an, mit dessen Hilfe der Kühler frei ausgerichtet werden kann.
Der beiliegende 120-mm-PWM-Lüfter besitzt in seinen Ecken jeweils eine weiße LED. So wird der Kühler im Betrieb schön in Szene gesetzt. Beim Betrieb mit zwölf Volt arbeitet der Lüfter mit 2.000 U/min, soll dabei 28 db(A) laut sein und einen Volumenstrom von fast 152 m³/h erzeugen.

Der Kühler im Detail

Der Balder beruht vom Grundaufbau auf dem bekannten und bewährten S1283-Design. Diese wurde schon beim HDT-S1283">Xigmatek HDT-S1283 und beim Xigmatek Red Scorpion S1283 genutzt. Der Hauptunterschied liegt jedoch darin, dass der Balder nun auch die Montage eines zweiten Lüfters unterstützt. So kann an beiden Seiten ein Lüfter angebracht werden, was erfahrungsgemäß gerade im niedrigen Drehzahlbereich einen Vorteil bringt.
Wurde der Thor's Hammer noch schwarz vernickelt, setzt man beim Balder auf eine stark glänzende silberne Nickelschicht. Die Verarbeitung der Nickelschicht und die des gesamten Kühlers ist sehr gut und so könnte man meinen, Xigmatek wollen mit ihren Produkten in den Premium-Markt vordringen.
Für einen Akzent auf dem Kühler sorgt das eingestanzte Xigmatek-Logo in der Mitte der Aluminium-Lamellen.
Da der gesamte Kühler vernickelt wurde sind natürlich auch die drei 8-mm-Heatpipes, welche aus Kupfer bestehen, im neuen Farbgewand gekleidet.
Der relativ kompakte Kühler, welcher lediglich fünf Zentimeter tief ist, ist an den Seiten teilweise geschlossen. Neben einer höheren Stabilität der Lamellen sorgt dies auch dafür, dass die Luft durch den Kühler gezwungen wird und nicht an dein Seiten entweichen kann.
Da der Kühler 120-mm-Lüfter aufnehmen kann ist es auch klar, dass er eine gewisse Höhe und Breite aufweisen muss. Dennoch sind auch hier die Daten eher die eines kompakten Kühlers. So ist der Balder lediglich 120 Millimeter breit und mit einer Höhe von nur 159 Millimetern bleibt er knapp unter der magischen 16-Zentimeter-Grenze.
Der Abstand der Lamellen zueinander beträgt 1,8 Millimeter.

Der Kühler im Detail
Als "Bodenplatte" kommt beim Balder eine einfache Aluminiumkonstruktion zum Einsatz, welche zum einen die Heatpipes fixiert und zum anderen auch Aufnahme für das Montagematerial ist.
Der Boden selbst ist während des Transportes mit einer Folie versehen, welche vor Verschmutzungen schützt. Die Folie lässt sich leicht und ohne Rückstände zu hinterlassen entfernen.
Am Boden erkennt man gut, dass der Balder erst nach der Fertigstellung vernickelt wurde und die plan gefrästen Heatpipes ebenfalls vernickelt sind.
Wie wir Eingangs bereits erwähnten kann der Balder zwei Lüfter aufnehmen. Montiert werden die Lüfter durch die bekannten und bewährten Gummientkoppler, welche direkt am Kühler befestigt werden und den Lüfter anschließend aufnehmen.
Der Lüfter ist bei voller Drehzahl leider deutlich zu hören, was natürlich durch die hohe Drehzahl verursacht wird. Wir empfehlen daher den Lüfter, wenn möglich, per PWM-Signal zu steuern.
Die Beleuchtung ist auch am Tage zu erkennen, ist jedoch auch dunkel genug um in der Nacht nicht alles zu überstrahlen.

Die Montage

Da der Kühler nur eine geringe Tiefe besitzt sind die Schrauben sehr gut erreichbar. So ist die Montage des Kühlers auf Intel-Systemen ein Kinderspiel und sehr schnell zu bewerkstelligen.
Bei der Ausrichtung zur Gehäuserückseite treten keinerlei Probleme auf.
Bei der Ausrichtung zum Gehäuse deckel hin schaut es etwas anders aus. Hier kommt es im Bereich der RAM-Bänke zu Problemen, wenn im sockelnahstem Steckplatz Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader zum Einsatz kommen soll. Dieser passt nicht unter der Kühler. Bei Arbeitsspeicher mit normaler Bauhöhe treten dagegen keine Probleme auf.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Neben de Testläufen mit dem Originallüfter erfolgten auch Testläufe mit unseren Referenzlüftern in der Single- und Dual-Bestückung.

Wie wir bereits am Anfang vermuteten profitiert der Xigmatek Balder deutlich von einem zweiten Lüfter.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Serienbetireb mit zwölf Volt arbeitet der Lüfter mit rund 2.100 U/min und liegt somit rund 100 Umdrehungen über dem angegebenen Wert. Die Kühlleistung sortiert sich in das Mittelfeld ein.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Bei fünf Volt gibt der PWM-Lüfter keine Drehzahl aus und auch die Kühlleistung reicht dann nicht mehr aus um den übertakteten i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex 1900)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Der doch schon in die Tage gekommene Aufbau zeigt sich auch bei den Ergebnissen wieder. So landet der Xigmatek Balder im hinteren Drittel des Testfeldes gleichauf mit dem baugleichen Maxcube Black Tornado S1283V.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 1.200 U/min ändert sich am Ergebnis nicht viel. So bleibt der Kühler im hinteren Drittel des Testfeldes. Jedoch kann er sich vor dem mit vier Heatpipes bestückten Spire TherMax II setzen.


800 Umdrehungen pro Minute


Um so geringer die Drehzahl des montierten Lüfters ist, desto besser scheint der Kühler, im Vergleich zur Konkurrenz, zu performen. Zwar ist der Abstand zur Spitze immer noch groß, jedoch lässt der Balder immer mehr Kühler hinter sich.


400 Umdrehungen pro Minute


Der noch vorhandene Luftstrom, welchen der mit 400 U/min drehende Lüfter noch erzeugt, ist zu gering um mit dem Xigmatek Balder den übertakteten i7-920 zu kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Beim Xigmatek Balder kann ein zweiter Lüfter montiert werden und so testen wir auch dieses Setup.

1.200 Umdrehungen pro Minute


Der Xigmatek Balder schafft es, mit zwei Lüftern bestückt, sich deutlich zu steigern. Die Temperatur sinkt im Vergleich zur Single-Belüftung um 3,4 Kelvin. Im Vergleich aller Kühler, die zwei Lüfter unterstützen, belegt der Balder jedoch einen der letzten Plätze.


800 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 800 U/min profitiert der Balder deutlich vom zweiten Lüfter. So bringt dieser eine Verbesserung von 4,5 Kelvin. An der Platzierung im Ranking ändert sich jedoch nichts.


400 Umdrehungen pro Minute


Reichte die Kühlleistung mit einem Lüfter bei 400 U/min nicht aus, um den Prozessor zu kühlen, schaffen dies zwei Lüfter.

Fazit

Der Xigmatek Balder hat nicht mehr viel mit dem HDT-S1283">Xigmatek HDT-S1283 gemeinsam, welcher der erste Kühler mit drei 8-mm-Heatpipes war. Die Hauptunterschiede sind die Montagemöglichkeit für einen zweiten Lüfter und die komplette Vernickelung des Kühlers. Der Lieferumfang umfasst alles, was man zur Montage des Kühlers auf den unterstützten Sockeln benötigt und die Montage selbst geht erfreulich leicht von der Hand. Der einzige Kritikpunkt, den sich der Balder gefallen lassen muss, ist die Kühlleistung. Diese liegt zwar deutlich vor dem was der Boxed-Kühler liefert, jedoch sind viele Kühler leistungstechnisch vor dem Balder angesiedelt.
Das aufrüsten lohnt sich jedoch trotzdem, denn der Kühler bietet eben eine bessere Leistung als der Boxed-Kühler, sieht zu dem noch deutlich besser aus und bietet die Option zwei Lüfter an ihm zu befestigen. Der Preis von rund 37 Euro geht für das Gebotene ebenfalls in Ordnung, gerade wenn man bedenkt, dass der Kühler vernickelt ist.


Pro & Contra

Pro
+ sehr einfache Montage
+ sehr gute Verarbeitung
+ Lüfter besitzt PWM-Steuerung und wird entkoppelt montiert
+ kompakte Bauform
+ bietet Platz für zwei Lüfter

Contra
- Kühlleistung heutigen Spitzenkühlern deutlich unterlegen


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Xigmatek Balder den DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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