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Noiseblocker NB-TwinTec


Einleitung

Fast zwei Jahre ist es mittlerweile her, als Noiseblocker ihren letzten Kühler vorstellten. Der CoolScraper 3 setzte, wie auch seine beiden Vorgänger, auf eine Super-Conductor-Pipe anstatt der bis dahin meist genutzten Heatpipes. Der NB-TwinTec verbindet die beiden Techniken von damals und besitzt so neben der Super-Conductor-Pipe auch zwei 6-mm-Heatpipes. Mit dieser Kombination und dem beigelegten NB-Multiframe M12-P wollen Noiseblocker ein gutes Silent-Paket auf den Markt bringen. Ob dies gelingt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des NB-TwinTec besitzt einen komplett schwarzen Hintergrund, auf dem in Weiß nicht nur technische Daten sondern auch technische Skizzen aufgebracht sind. In dem schwarzen Karton befinden sich zwei weitere kleine Päckchen, in einem ist der Multiframe-Lüfter und im zweiten der Kühler inkl. des Lieferumfanges.
Zum Lieferumfang gehört besagter NB-Multiframe M12-P, die Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste sowie das Montagematerial für die Sockel 775, 1156, 1366, AM2, AM2+ und AM3. Hervorheben möchten wir hier, dass Noiseblocker von nahezu jedem Kleinteil schon Ersatz beilegt.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):158 x 130 x 63,5 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):660 Gramm
Material:Heatpipe Kupfer vernickelt, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:2x 6 Millimeter, 1x 25 Millimeter Super-Conductor-Pipe
Anzahl Lamellen:46
Lamellenabstand:1,9 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.000 U/min (PWM-gesteuert)
Fördermenge:73 bis 133 m³/h (PWM-gesteuert)
Lüfter Verbrauch:2,64 Watt
Lautstärke:12 bis 29 dB(A) (PWM-gesteuert)
Besonderheiten:Super-Conductor-Pipe
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:66 Euro (November 2009)

Der Kühler im Detail

Der NB-TwinTec sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnlicher Tower-Kühler. Auch seine Abmessungen sind recht gewöhnlich. So ist der Kühler 158 Millimeter hoch, 130 Millimeter breit und 63,5 Millimeter tief. Ohne Lüfter bringt es der NB-Twin-Tec auf ein Gewicht von 660 Gramm. Der Aufbau des Kühlers ist symmetrisch gehalten und so sind Vorder- und Rückseite gleich aufgebaut.
Die oberste Aluminium-Lamelle wurde schwarz lackiert und unter anderem mit dem Firmen- und Kühler-Logo versehen. Auf die Enden der Heatpipes hat Noiseblocker Kappen gesetzt, dies kommt der Optik zu gute.
Die Verarbeitung des Kühlers ist sehr gut. Sowohl bei der Optik wie auch bei der Haptik weiß der Kühler zu überzeugen.
Ein Teil der Stabilität wird durch die abgekanteten Seiten erreicht, gleichzeitig sorgt dies auch dafür, dass weniger Luft an den Seiten entweichen kann und somit durch den gesamten Kühler muss.
Schaut man direkt von vorn auf den Kühler erkennt man gut die 25 Millimeter dicke Super-Conductor-Pipe, welche zentral durch den Kühler geht. Der Lamellenabstand beträgt 1,9 Millimeter.
Neben der Super-Conductor-Pipe sorgen auch zwei 6-mm-Heatpipes aus Kupfer für den Wärmeabtransport. Alle drei Wärmeleiter wurden zum Schutz vor Korrosion und zur Aufwertung der Optik vernickelt.

Der Kühler im Detail

Geht die Super-Conductor-Pipe noch zentral durch den Kühler sind die Heatpipes recht weit Richtung Rand verlagert. Um den Wärmeübergang so gut wie möglich zu gestalten sind die Heatpipes sowohl mit dem Boden wie auch mit den Lamellen verlötet.
Die Bodenplatte wird durch eine Folie während des Transportes vor Verschmutzungen geschützt. Wird die Folie entfernt kommt die sauber verarbeitete, aber nicht spiegelnde Bodenplatte zum Vorschein.
Die Montage der Lüfter erfolgt durch Montageklammern, welche in die Seiten des Kühlers eingehakt werden. Um ein Verrutschen der Lüfter zu verhindern sind am Rand auf der Vorderseite Erhöhungen angebracht. So sitzen 120-mm-Lüfter mit normalen Rahmen sehr sicher auf dem Kühler.
Dank der weichen Ecken der Noiseblocker Multiframe-Lüfter lassen diese sich sehr einfach am NB-TwinTec befestigen. Die Gummi-Ecken sorgen auch gleichzeitig für die Entkopplung des Lüfters auf dem Kühler. Lüfter mit festen Rahmen lassen sich ebenfalls befestigen. Nur die Demontage geht bei diesen Lüftern etwas schwerer, da die Klammern recht straff sitzen.
Ebenfalls unterstützt wird das Doppel-Lüfter-Setup. Was dies im Betrieb bringt, klären wir auf den nächsten Seiten.

Die Montage

Die Montage des NB-TwinTec verläuft zweigeteilt. Als erstes muss die Backplate befestigt werden. Dies stellt sich in der Praxis, gerade auf unserem Sockel 1366 Test-System, als etwas fummelig heraus. So müssen auf der Mainboardrückseite Schrauben und Abstandshalter gehalten werden, auf der Vorderseite kommen noch Unterlegscheiben und die Muttern dazu. Ist die Unterkonstruktion erst ein mal befestigt gestaltet sich die eigentliche Kühlermontage zum Kinderspiel.
Wird der Kühler zur Rückseite ausgerichtet wird keiner der RAM-Slots blockiert. Auch ausladende Heatspreader auf dem Arbeitsspeicher haben genügend Platz.
Bei der Ausrichtung nach oben überlagert der Kühler den ersten RAM-Slot. So kann dort nur noch Arbeitsspeicher mit normaler Bauhöhe untergebracht werden.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Der Noiseblocker NB-TwinTec kann maximal zwei Lüfter aufnehmen. So testen wir die Kühlleistung mit dem beiliegenden Multi-Frame-Lüfter sowie mit einem und zwei Scythe S-Flex 1900.

Der ideale Drehzahl-Bereich des NB-TwinTec liegt im Bereich 800 bis 1.200 U/min. Eine weitere Erhöhung der Drehzahl sorgt nur für eine geringe Leistungssteigerung, dafür nimmt die Lautstärke dort aber deutlich zu. Die Montage eines zweiten Lüfters bringt im unteren Drehzahlbereich Temperaturverbesserungen mit sich, für die sich die Montage lohnt. Aber bereits ab 1.200 U/min ist der Vorteil des zweiten Lüfters minimal.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Vergleich der Kühler mit ihren Referenzlüftern schneidet der Noiseblocker NB-TwinTec äußerst gut ab. So setzt er sich an die Spitze des Verfolgerfeldes vom Cogage TRUE Spirit und landet auf einem guten zweiten Platz.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Obwohl der beiliegende Multi-Frame-Lüfter über einen PWM-Anschluss verfügt ist die Drehzahl beim Betrieb mit fünf Volt erfreulich hoch. Mit rund 825 U/min dreht der Lüfter noch bei der verringerten Spannung und sorgt so dafür, dass der NB-TwinTec den Core i7-920 noch unter der Throttle-Grenze hält.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex 1900)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Beim Test mit den Referenzlüftern platziert sich der NB-TwinTec bei 1.700 U/min im oberen Drittel des Testfeldes. Der Rückstand zur Spitze beträgt rund zwei Kelvin.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Diesen Rückstand von rund zwei Kelvin behält der NB-Twintec auch beim Test mit 1.200 U/min bei, kann sich aber noch vor dem Alpenföhn Nordwand platzieren.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei nur noch 800 U/min rutscht der NB-TwinTec noch weiter im Testfeld nach oben und lässt nun noch den ThermoLab Baram und den Tuniq Tower 120 Extreme hinter sich.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei nur noch 400 U/min reicht die Kühlleistung jedoch nicht mehr aus um den übertakteten i7-920 zu kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Die nächsten Testläufe, welche der NB-TwinTec über sich ergehen lassen musste, waren die mit der Dual-Lüfter-Bestückung.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Da der NB-TwinTec von einem zweiten Lüfter nicht so stark profitiert, muss er, im Vergleich zum Single-Setup, den Cooler Master Hyper Z600 an sich vorbei ziehen lassen.


800 Umdrehungen pro Minute


Im Vergleich zu anderen Kühlern kann der NB-TwinTec gerade bei 800 U/min groß aufspielen. Zwar liegt er dort auch noch hinter dem Cogage TRUE Spirit und dem Prolimatech Megahalems, die Performance ist insgesamt hier aber die beste.


400 Umdrehungen pro Minute


Beim Betrieb mit zwei Lüftern bei 400 U/min rutscht der NB-TwinTec im Gesamtranking wieder etwas ab, schafft es aber den i7-920 zu kühlen.

Fazit

Noiseblocker selbst haben sich mit dem NB-TwinTec hohe Ziele gesteckt. So wird der Kühler zwar nicht als Megahalems-Killer angepriesen, jedoch soll der NB-TwinTec ein perfektes Verhältnis von Leistung und Lautstärke bieten. Aber beginnen wir der Reihe nach. Der Lieferumfang des NB-TwinTec ist gut sortiert und bietet auch Ersatz für einige Kleinteile, welche gerne mal verloren gehen. Auch ein hochwertiger Multiframe MF12-P liegt dem Gesamtpaket bei. Die Verarbeitung des Kühlers ist insgesamt durchweg gut, sollten dennoch mal Probleme auftreten bietet Noiseblocker einen sehr guten Support an. Die Montage des NB-TwinTec erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird die Backplate mit dem Mainboard verschraubt und genau dieser Schritt ist aus unserer Sicht sehr umständlich. Viele Einzelteile die zu einem Ganzen zusammengefügt werden müssen sorgen dafür, dass wir an dieser Stelle Punkte von der Gesamtnote abziehen müssen. Ist die Backplate einmal mit dem Mainboard verschraubt, ist die restliche Montage sehr leicht, sehr schnell und sehr sicher durchgeführt.
Die Testläufe zeigen, dass Noiseblocker mit dem NB-TwinTec einen guten Kühler entwickelt haben, nur scheinbar ist eine Streuung bei der Produktion vorhanden. So erreichte unser erstes Testexemplar, welches evtl. einen Defekt aufweist - dies ist noch in der Klärung, im Schnitt zwei Kelvin schlechtere Ergebnisse als unser zweites Testexemplar. Auch anderen Kollegen ist eine ähnliche Streuung aufgefallen. Der beiliegende Multiframe MF12-P ist bei voller Drehzahl hörbar, im geschlossenem System sollte er, bei der Nutzung der PWM-Funktion, die meiste Zeit nicht zu hören sein. Insgesamt kann das NB-TwinTec-Paket jedoch überzeugen, auch wenn die angegebene UVP mit rund 66 Euro nicht gerade wenig ist. Eine Version des NB-TwinTec ohne Lüfter wird ebenfalls angeboten, hier liegt die UVP bei 56 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ umfangreicher Lieferumfang mit Ersatzmaterial
+ gute Verarbeitung
+ Lüfter besitzt PWM-Steuerung und wird entkoppelt montiert

Contra
- Preis
- umständliche Montage der Backplate


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Noiseblocker NB-TwinTec unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Noiseblocker.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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