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Xigmatek Bifrost VD1065


Einleitung

Das Produktportfolio von Xigmatek hat sich im Laufe der Jahre stetig erweitert. Anfangs wurden ausschließlich CPU-Kühler produziert, zu diesen gesellten sich recht bald Netzteile. Mittlerweile gibt es diverse Lüfter, Gehäuse, Kühler und Netzteile zu kaufen. Neu vorgestellt wurde vor kurzem der Grafikkarten-Kühler Bifrost, welcher wie die CPU-Kühler auf die H.D.T.-Technologie setzt. Mit zwei 100-mm-Lüftern und satten fünf 6-mm-Heatpipes soll der Bifrost auch aktuelle Hitzköpfe in Schach halten können. Wie sich der Bifrost auf einer Geforce GTX285 schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Kartonverpackung, in welcher der Xigmatek Bifrost geliefert wird, ist in Schwarz und Rot gehalten. Ein Sichtfenster auf der Vorderseite ermöglicht einen freien Blick auf die beiden 100-mm-Lüfter. Die Rückseite hält einige technische Daten für den Käufer bereit, unter anderem die Kompatibilität.
Der Lieferumfang ist nahezu der gleiche, wie wir ihn schon beim SilenX iXtrema IXG-80HA2 oder beim Alpenföhn Heidi gesehen haben. Im Einzelnen ist dies die Montageanleitung, eine Kühlkörperplatte für die Spannungswandler, ein Kühlerkörper für den NVIO-Chip, 14 RAM-Kühlkörper, eine Tube Wärmeleitpaste sowie diverse Schrauben, Unterlegscheiben und Wärmeleitpads. Schön zu sehen ist auch, dass bei den Unterlegscheiben und den Schrauben jeweils Ersatz beiliegt.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):51,5 x 234 x 112,5 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):480 Gramm
Anzahl Heatpipes:5x 6-mm-Heatpipes
Anzahl Lamellen:26
Lamellenabstand:2,9 Millimeter
Lüfteranzahl:2
Lüftergröße:je 100 x 100 x 15 Millimeter
Lüfterdrehzahl:je 2.000 U/min
Fördervolumen:je 37,7 m³/h
Lautstärke:< 20 dB(A)
Platzbedarf:3 Slots (inkl. Grafikkarte)
Kompatibilität:ATi Radeon X2400, X2600, HD 3850, HD 3870, HD 4850, HD 4870, HD 4890
NVIDIA Geforce 6800 Ultra, 7800 GT/GTX, 7900 GTX, 8800 GT/GTS, 9600 GT, 9800 GT, GTX250, GTX260, GTX275, GTX280, GTX285
Preis:33 Euro (November 2009)

Der Kühler im Detail

Xigmatek halten den Bifrost in einem von Schwarz dominiertem Design. Der 234 Millimeter breite Kühler ist mit zwei 100-mm-Lüftern bestückt. Mit den an der langen Seite des Kühlers verlaufenden Heatpipes ist der Bifrost fast 113 Millimeter tief und kommt insgesamt auf eine Höhe von fast 52 Millimetern.
Die fünf 6-mm-Heatpipes verteilen sich 2-zu-3 über die Fläche des Kühlers. Der gesamte Kühler, inklusive der Heatpipes, wurde schwarz vernickelt und erzeugt so einen sehr robusten Eindruck.
Die 26 Aluminium-Lamellen sind an mehreren Stellen untereinander verbunden. So wird die Stabilität des Kühlers erhöht und der Abstand der Lamellen bleibt auch in den Randbereichen gleich. Die Abdeckung, in die die Lüfter integriert sind, ist an den Rändern eingeclipst und hält sicher.

Der Kühler im Detail

Auf eine Schutzfolie auf dem Boden des Bifrost verzichten Xigmatek. Den Transport übersteht der Boden trotzdem unbeschadet, nur weißt er leicht Verfärbungen auf, die sich auch durch den Einsatz von Reinigungsmitteln nicht entfernen lassen. Die Kühlleistung sollte hierdurch jedoch nicht beeinflusst werden.
Die beiden verbauten 100-mm-Lüfter arbeiten bei zwölf Volt Betriebsspannung mit 2.000 U/min und sollen dabei rund 20 dB(A) laut werden. Jeder Lüfter erzeugt dabei einen Volumenstrom von 37,7 m³/h.
Mit Strom versorgt werden beide Lüfter über einen gemeinsamen 3-Pin-Anschluss. Zu beachten bei der Stromversorgung der Lüfter ist jedoch, dass diese zusammen über acht Watt benötigen.
Entfernen wir die Lüfter, fällt die Ähnlichkeit zum SilenX iXtrema IXG-80HA2 auf, welcher vom Grundgerüst identisch aufgebaut ist. Xigmatek verzichtet jedoch auf die Zacken an den Lamellen und auch die Verarbeitung hinterlässt einen höherwertigen Eindruck.
Der Lamellenabstand beträgt 2,9 Millimeter.

Die Montage

Xigmatek liefern zwar einiges an Montagematerial mit, jedoch stoßen wir an zwei Stellen auf Probleme. Zum einen passt, wie bei bisher nahezu allen getesteten Kühlern, der Kühlkörper für den NVIO-Chip nicht. Wie bereits beschrieben liegt dies an dem in der Nähe des Chips verbauten Quarzes, welcher bei der Revision 2 der Geforce GTX285 angebracht ist.
Uns wurde jedoch mitgeteilt, dass bei der neuen Revision des Kühlers, welche schon im Handel erhältlich sein sollte, der NVIO-Kühlkörper wie beim Alpenföhn Heidi angepasst wurde.
Ein weiteres Problem liegt in der Kühlung der Spannungswandler. So liegt zwar eine Kühlplatte bei, jedoch passt diese nur auf eine wenige Referenzdesigns und so wäre es löblich, wenn noch fünf bis sechs kleine Passiv-Kühlkörper beigelegt würden. Mit Hilfe von diesen könnte man universell die diversen Karten ausreichend bestücken.
Die in ausreichender Anzahl beiliegenden Wärmeleitpads werden für die noch freiliegenden Speicherbausteine genutzt und stellen den direkten Kontakt zum Hauptkühlkörper her. Die Montage des Bifrost ist ab diesem Punkt ein Kinderspiel. Die Montageanleitung zeigt klar welche Abstandshalter bei welcher Grafikkarte in welche Montagelöcher geschraubt werden müssen. Anschließend muss nur noch der Kühlkörper auf die Karte gesteckt und mit Hilfe von vier Schrauben an der Rückseite befestigt werden.
Die Bauhöhe des Bifrost fällt, für einen Austauschkühler, recht gering aus. Grafikkarte und Kühler benötigen so nur drei Slots.
Obwohl der Kühler recht flach ist lassen sich die Stromanschlüsse noch leicht erreichen und die Stecker auch wieder leicht entfernen.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce GTX 285
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sehen wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt, sofern vorhanden, mit den Original-Lüftern bei verschiedenen Drehzahlen. Bei Kühlern, denen kein Lüfter beiliegt, nutzen wir die aus den CPU-Kühler-Tests bereits bekannten Scythe Kama Flex 1900.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Coolink Chillaramic (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen, nach jedem Durchlauf wird der Kühler neu montiert um etwaige Fehler bei der Montage ausschließen zu können.
Für das Einheizen der Grafikkarten nutzen wir das Tool Furmark. Die Protokollierung der Grafikkarten Temperaturen erfolgt durch das Programm Everest. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse

Bei unseren Testläufen drehten die Original-Lüfter bei zwölf Volt mit rund 1.875 U/min. Als weitere Abstufungen entschieden wir uns für 1.200 und 800 U/min. Beide Lüfter sind bei voller Drehzahl deutlich hörbar. Hierbei ist neben dem Geräusch des Luftstroms auch ein deutliches Lagerschleifen wahrzunehmen. Bei 1.200 U/min reduziert sich die Lautstärke deutlich, das Lagerschleifen bleibt jedoch das dominante Geräusch. Bei lediglich 800 U/min ist vom Luftzug nichts mehr zu hören, das Lagerschleifen ist nochmals leiser geworden bleibt jedoch hörbar.

Ergebnisse - Xigmatek Bifrost


Sowohl bei der GPU wie auch beim RAM erkennt man gut, dass ein höherer Luftdurchsatz deutlich Performance-Vorteile bringt. Der Kühler skaliert gut im gesamten Drehzahlbereich.

Temperaturvergleich


Beim Vergleich der Kühler untereinander belegt der Xigmatek Bifrost den vorletzten Platz, vor dem Original-Kühler. So schafft er es die GPU- und die RAM-Temperatur um fast zehn Kelvin zu senken, bei einer deutlich geringeren Lautstärke. Im Vergleich zum baugleichen SilenX iXtrema IXG-80HA2 liegt er um ca. vier Kelvin zurück, arbeitet hierbei aber auch mit deutlich weniger Drehzahl bei einer deutlich geringeren Lautstärke.

Fazit

Mit dem Bifrost versucht Xigmatek den Grafikkartenmarkt zu erobern. So geht das Unternehmen wenig Risiko ein und besinnt sich auf das, was schon bei den CPU-Kühlern für Erfolg gesorgt hat. Der Lieferumfang des Kühlers ist nicht überragend, beinhaltet aber alles was man zum Betrieb des Kühlers auf den meisten Grafikkarten benötigt. Lediglich ein paar mehr Passivkühlkörper wären angebracht, da so gerade die Kompatibilität zu Grafikkarten abweichend des Referenzdesigns stark erhöht werden kann. Bei den restlichen Materialien liefert Xigmatek teilweise schon Ersatzteile mit, so muss nicht langwierig auf die Ersatzlieferung gewartet werden wenn man mal eine Schraube verlegt. Die Verarbeitung des Kühlers ist nicht brilliant, kann aber zum Großteil überzeugen. Gerade die Vernickelung trägt hierzu seinen Teil bei. Die Montage gestaltet sich sehr einfach und lediglich beim Nvio-Chip-Kühlkörper der GTX285 in der Rev.2 kommt es zu Problemen, die hat aber momentan so gut wie jeder erhältliche Kühler. Die Testergebnisse sind im Vergleich der Austauschkühler die schlechtesten, aber dennoch deutlich besser als das was der Original-Kühler zu leisten im Stande ist - und dies sogar bei einer deutlich verminderter Geräuschkulisse. Insgesamt bietet Xigmatek mit dem Bifrost ein interessantes Gesamtpakt an, was gerade über den Preis Punkten kann. So schlägt der Bifrost mit gerade mal rund 33 Euro zu buche und so ist der Kühler der günstigste der bisher getesteten Grafikkartenkühler.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ gute Verarbeitung
+ flache Bauweise
+ günstiger Preis

Contra
- zu wenig Passiv-Kühlkörper beiliegend
- bei zwölf Volt deutlich hörbar


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Xigmatek Bifrost unseren DeXgo-Bronze-Award und für den günstigen Preis unseren DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.
DeXgo-Bronze-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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