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Cogage MST-140


Einleitung

Mit dem ersten vorgestellten Kühler, dem TRUE Spirit, versuchte Cogage mit einem günstigen Preis und guter Leistung Käufer für sich zu gewinnen. Obwohl der Kühler stark an den Thermalright Ultra-120 angelehnt ist, erreicht er nicht dessen Erfolg. Mit dem zweiten eigenen Kühler will Cogage nun in das Top-Flow-Segment vorstoßen und dort die Käufer überzeugen. So wird der MST-140 nicht nur mit einem 140-mm-Lüfter ausgeliefert, er ist im Vergleich zum TRUE Spirit auch komplett vernickelt und wird mit dem Mainboard verschraubt. Was genau vom MST-140 erwartet werden kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des MST-140 ist schwarz-orange gehalten und zeigt auf der Vorderseite den Kühler in einer Großaufnahme. An der Seite findet man einige Informationen zum Kühler und dessen Kompatibilität.
Der Lieferumfang umfasst das Montagematerial, welches sich auf die Intel-Sockel 775 und 1366 beschränkt, eine Montageanleitung, einen Aufkleber, zwei Haltebügel für den Lüfter sowie vier Gummistreifen zur Entkopplung der Lüfter.
Der beiliegende Lüfter ist im 140-mm-Format gefertigt und arbeitet mit 1500 U/Min bei einer Betriebsspannung von zwölf Volt. Der Lüfter verfügt nur über einen 3-Pin-Anschluss und kann so nicht über die PWM-Funktion des Mainboards gesteuert werden. Auffällig beim Lüfter sind die durchsichtigen gelben, schon fast honig-farbenden elf Lüfterblätter.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):70 x 144 x 147 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):405 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:2x 35
Lamellenabstand:1 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 140/120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 140 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.500 U/Min
Fördermenge:160,9 m³/h
Lüfter Verbrauch:4,68 Watt
Lautstärke:33,5 dB(A)
Besonderheiten:komplett vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1366
AMD -
Preis:35 Euro

Der Kühler im Detail

Der Cogage MST-140 besteht aus zwei Teil-Blöcken, welche jeweils 35 Aluminium-Lamellen besitzen. Durch jeden der beiden Teile geht eines der Enden der vier Heatpipes.
Der Kühler ist symmetrisch aufgebaut und so gibt es bei der Montage nur zwei mögliche Ausrichtungen.
Die 6-mm-Heatpipes durchlaufen die Kühlflächen seitlich und liegen so im vom Lüfter erzeugten Luftstrom. War der TRUE Spirit noch unvernickelt so ändert sich dies beim MST-140. Cogage hat den gesamten Kühler inklusive Bodenplatte silber vernickeln lassen, was nicht nur der Optik sondern auch dem Korrosionsschutz zu Gute kommt.
Insgeamt 70 Lamellen (2x 35) sind beim MST auf eine Tiefe von 147 Millimeter verteilt, wobei im Mittelteil bauartbedingt gar keine Lamellen vorzufinden sind. So verwundert es auch nicht, dass der Lamellenabstand in den Kühlblöcken nur ein Millimeter beträgt. Es ist also schon jetzt abschätzbar, dass der Kühler bei schwacher Belüftung nicht so gut abschneiden wird.
Die Verarbeitung des Kühlers ist recht gut und weißt nur an den Rändern leichte Makel auf. Dort kommt es vor, dass eine Lamelle leicht verbogen ist. Durch diverse Falzungen ist der Kühler insgesamt aber sehr stabil.

Der Kühler im Detail

Nicht nur an den Rändern, sondern auch an der Ober- und Unterseite sind die Lamellen miteinander verbunden. Wie bereits erwähnt sind die Lamellen dadurch sehr robust, was das Verbiegen angeht.
Die vier 6-mm-Heatpipes gehen geschwungen von den Kühlblöcken in die Kupferbodenplatte über. Die Bodenplatte selbst ist auch vernickelt und gut verarbeitet. Auf einen Schutz während des Transportes hat Cogage aber verzichtet.
Der MST-140 unterstützt neben dem bereits mitgelieferten 140-mm-Lüfter auch Lüfter im 120-mm-Format. Um beiden Lüftertypen einen sicheren Halt zu gewährleisten, ist in den Kühler eine Stufenstruktur eingearbeitet. Die beiliegenden Haltebügel sind sowohl bei 140-mm-Lüftern wie auch bei 120-mm-Lüftern einsetzbar.
Der Lüfter erzeugt bei maximaler Drehzahl einen Volumenstrom von rund 160 m³/h, dabei ist er 33,5 dB(A) laut. In der Praxis stellt sich dies als ein deutlich hörbares Betriebsgeräusch heraus und so empfiehlt es sich für eine geringere Lautstärke den Lüfter herunter geregelt zu betreiben.

Die Montage

Bei der Montage setzt Cogage erneut auf die Befestigungsmechanismen die auch Thermalright nutzt. So ist auch davon auszugehen, dass die Alternativbefestigungen für AMD-Systeme, welche für den Thermalright AXP-140 verfügbar sind, auch beim MST-140 genutzt werden können.
Für die Montage auf Intel-Systemen ist ein Ausbau des Mainboards notwendig. Die federnd gelagerten Schrauben werden von Hinten mit Hilfe von Sechskant-Muttern angezogen. Eine Backplate sorgt dafür, dass sich der Druck, der dabei auf das Mainboard ausgeübt wird, gleichmäßig verteilt.
Wird der Kühler so montiert, dass die Heatpipes horizontal über dem Heatspreader verlaufen, sind die beiden nahsten RAM-Bänke nur für Arbeitsspeicher nutzbar, welcher keinen all zuhohen Heatspreader besitzt.
Auch um 90 Grad gedreht ändert sich dies nicht. Von der Bodenplatte des Kühlers bis zu der Unterseite der Lamellen beträgt der Freiraum recht genau vier Zentimeter.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3 GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Auf dem MST-140 kann nicht nur ein 140-mm-Lüfter verbaut werden, auch ein 120-mm-Lüfter kann hier seinen Platz finden.

Die Kühlleistung mit einem 120-mm-Lüfter kann nur bei hohen Drehzahlen mit den der 140-mm-Lüfter mithalten. Dies liegt wohl auch an der Lücke, die zwischen beiden Hälften ist. Dort fehlt effektive Kühlfläche, was beim 120-mm-Lüfter, durch die geringere belüftete Fläche, doppelt schwer wiegt.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Bei einer anliegenden Spannung von zwölf Volt arbeitet der Lüfter mit durchschnittlich 1.450 U/min.

Dank der im Vergleich zu den 120er Kühlern größeren Fläche und der im Vergleich zu den anderen 140er Kühler schnellen Drehzahl des Lüfters, kann sich der Cogage MST-140 auf einen guten zweiten Platz setzen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei fünf Volt Betriebsspannung arbeitet der Lüfter immer noch mit rund 775 U/min.

Die Kombination aus großer Fläche und ordentlicher Drehzahl bescheren dem Cogage MST-140 einen deutlichen Vorsprung vor den anderen Kühlern im 5-Volt-Test.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Wie schon in der Übersicht der Testwerte ersichtlich war ist die Performance mit einem 120-mm-Lüfter nicht so gut. Im Ranking liegt er im Mittelfeld, jedoch ist der Rückstand zu den vor ihm liegenden Kühlern nicht sehr groß.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 U/min ist der Rückstand zur Spitze immer noch recht gering und so konnte der MST-140 den Rückstand gar auf knapp zwei Kelvin verkürzen.


800 Umdrehungen pro Minute


Der Einbruch der Kühlleistung erfolgt bei nur noch 800 U/min. Der enge Lamellenstand fordert hier seinen Tribut und zu den Spitzenplätzen fehlen über sieben Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei der nur noch 400 U/min starken Belüftung schafft es keiner der getesteten Kühler den i7 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kaze Maru)

Im 140er-Vergleich befinden sich mittlerweile vier Kühler. Neben dem Cogage MST-140 unterstützt auch der Thermalright AXP-140 und der Scythe Zipang 2 offiziell 140-mm-Lüfter. Auf dem Xilence Black Hawk Copper lassen sich solch große Lüfter leicht befestigen und so taucht auch der Exot aus Kupfer in diesen Tests auf.

1.200 Umdrehungen pro Minute


Der Cogage MST-140 reiht sich mittig in das sehr enge Testfeld ein. Lediglich der Xilence Black Hawk Copper hängt hier minimal zurück.


800 Umdrehungen pro Minute


Quasi das gleiche Bild, wie bei 1.200 U/min zeigt sich auch bei 800 U/min. Alle vier Kandidaten liegen sehr dicht beieinander.


400 Umdrehungen pro Minute


Trotz vergrößerter Belüftung schafft es auch mit dem 140-Millimeter-Referenzlüfter kein Kühler den i7 mit lediglich 400 U/min ausreichend zu kühlen.

Fazit

Der MST-140 ist der zweite Kühler von Cogage und der erste der Marke im Top-Flow-Bereich. Die Verwandtschaft zu Thermalright ist vom ersten Moment an deutlich erkennbar, denn schon der Lieferumfang, respektive das Montagematerial ist das, was auch beim Thermalright AXP-140 beiliegt. Im Vergleich zum TRUE Spirit hat Cogage die Verarbeitung aber nochmals deutlich gesteigert und so zeigt sich der Kühler in einem sehr schönen, edlen Gewand. Der beiliegende Lüfter sorgt im Vergleich zu anderen Kühlern für gute Testergebnisse, erkauft sich diese aber durch eine unschöne Geräuschkulisse. Gerade bei 140-mm-Lüftern ist man dies nicht gewohnt. Insgesamt ist die gezeigte Leistung aber durchaus in Ordnung. Der Preis von 35 Euro geht für einen Kühler mit dieser Verarbeitung und Kühlleistung in Ordnung, die fehlende Kompatibilität mit AMD-Systemen eher nicht.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ gute Verarbeitung
+ gute Kühlleistung in Verbindung mit einem 140-mm-Lüfter


Contra
- mit Original Lieferumfang nicht für AMD-Systeme geeignet


Award

Wir verleihen dem Cogage MST-140 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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