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Tuniq Propeller 120


Einleitung

Tuniq bauten bereits mehrere Kühler im Tower-Format, von denen das letzte Exemplar, der Tower 120 Extreme, eine sehr gute Leistung zeigte. Mit dem Propeller 120 verfolgen Tuniq ein ähnliches Konzept - H.D.T.-Boden, schwarz vernickeltes Kühler und ein blau beleuchteter Lüfter - ändern aber die Bauform ab. So ist der Propeller 120 ein klassischer Top-Flow-Kühler, welcher auf insgesamt vier 8-mm-Heatpipes setzt. Wie sich der Kühler schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Propeller 120 wird wie der Tower 120 Extreme in einer schwarz-blauen Verpackung ausgeliefert. Auf der Verpackung finden sich Informationen zur Kompatibilität, dem Lieferumfang, den technischen Daten und auch Bilder des Kühlers.
Der Lieferumfang ähnelt dem des Tower 120 Extreme stark, umfasst jedoch schon eine neues Montageset inkl. der Sockel-1156-Backplate.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):102 x 142 x 127 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):590 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:4x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:2x 61
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.000 U/Min
Fördermenge:153,92 m³/h
Lüfter Verbrauch:1,92 Watt
Lautstärke:20 dB(A)
Besonderheiten:Lüftersteuerung beilliegend (1.050 - 1.950 U/Min), komplett vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD K8, 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:- keine Angabe -

Der Kühler im Detail

Der Propeller 120 besitzt für einen Top-Flow-Kühler mit 125 Millimetern eine recht stattliche Höhe. Zentral auf dem Kühler thront der 120-mm-Lüfter, welcher zur Belüftung des Kühlers verbaut ist. Der Kühler ist komplett schwarz vernickelt, wobei die Heatpipes eher matt als glänzend sind.
Der Kühler besteht aus zwei getrennten Teilen, welche von vier 8-mm-Heatpipes mit der Abwärme der CPU versorgt werden. Die Heatpipes sind dabei so angeordnet, dass jeweils der Anfang in einem Kühlerkörper und das Ende im anderen verbaut ist.
Der Lüfter ist dabei an zwei seitlichen Montageschienen, welche jeweils mit den äußeren Lamellen verschraubt sind, angebracht. Seitlich in den schwarzen Montageschienen ist der Firmenname eingestanzt.
Die Beiden Kühlkörper besitzen einfach beschrieben eine dreieckige Form. Aus unserer Sicht ungünstig ist jedoch die Verteilung der Heatpipes in den Lamellen. So sind die vier Heatpipes dort mit den Lamellen verbunden, wo diese die geringste Fläche aufweisen, wohingegen die Mitte, wo die Lamellen am längsten sind, keine Heatpipe mehr verbaut ist. Da am Rand aber der größte Luftstrom vorhanden ist war die Intension von Tuniq vermutlich, die Heatpipes dort unter zu bringen, wo diese am stärksten belüftet werden.
Der 120-mm-Lüfter wird durch Gummientkoppler auf dem Kühler gehalten. Der Lüfter wird durch diese Montage sicher und zugleich schwingungsarm befestigt.

Der Kühler im Detail

Ohne Lüfter sind die beiden Hälften deutlich zu sehen. Auch der Versatz der beiden Teile ist klar erkennbar.
Der Lamellenabstand beträgt lediglich 1,5 Millimeter. Dies lässt zu diesem Zeitpunkt schon die Vermutung zu, dass der Propeller 120 eher für den Betrieb mit schnell drehenden Lüftern ausgelegt ist.
Die vier Heatpipes verlaufen leicht geschwungen von den Kühlkörpern zur Bodenplatte. Durch das leichte Einrücken der Heatpipes kann die Kompatibilität erhöht werden. Die Gefahr, dass der Kühler mit dem Arbeitsspeicher oder hohen Kühlkörpern auf dem Mainboard kollidiert, ist durch diese Bauweise geringer.
Auf der Bodenplatte befindet sich ein kleiner Passiv-Kühlkörper, welcher den Heatpipes Stabilität gibt und zeitgleich noch etwas Abwärme abführen soll.
Der H.D.T.-Boden ist während des Transportes mit einer Folie vor Schmutz geschützt, welche sich frei von Rückständen entfernen lässt. Der Boden ist sauber und plan verarbeitet, so wie es schon beim Tower 120 Extreme der Fall war.
Der verbaute LED-Lüfter trägt das Firmen-Label von Tuniq und so ist davon auszugehen, dass es sich um eine Eigenenkreation handelt. Der Lüfter arbeitet bei zwölf Volt mit rund 2.050 U/min. Wird die beigelegte Lüftersteuerung genutzt, reduziert sich die maximale Drehzahl auf 1.950 U/min, die minimale einstellbare Drehzahl beträgt 1.050 U/min. Laut Tuniq erzeugt der Lüfter eine Lautstärke von bis zu 20 dB(A) bei einem Luftdurchsatz von ca. 154 m³/h. Der maximale Verbrauch wird hierbei mit 1,92 Watt beziffert.
Die blaue Beleuchtung des Lüfters ist nach unserem Geschmack gut gelungen. Hell genug um auch bei Tageslicht wahrgenommen zu werden, ist sie dennoch nicht zu hell, um im dunklen zu störend zu wirken.
Der Lüfter selbst ist beim Betrieb mit zwölf Volt deutlich hörbar, was zum einen am Lüfter selbst liegt und zum anderen an der Kombination des hohen Luftdurchsatzes und der engen Lamellen.

Die Montage

Die Montage des Propeller 120 erfolgt mit Hilfe einer Backplate auf allen unterstützten Sockeln nach dem gleichen Prinzip. Einzig problematisch sehen wir, dass sich gelegentlich die Federn verklemmen und ein Anziehen der Schrauben erschweren. Grundsätzlich ist die Montage jedoch gelungen.
Anwender mit AMD-Prozessor können den Kühler nicht frei positionieren, sondern sind auf vertikale Ausrichtung (Bild 3 und 4 auf dieser Seite) eingeschränkt.
Bei der vertikalen Montage stößt der Kühler auf keine Probleme. Dank der schrägen Bauform der Seiten ist so auch genügend Platz zu den Speicherbänken vorhanden, um RAM mit hohen Heatspreadern dort verbauen zu können.
Wird der Kühler horizontal ausgerichtet, kommt es zu kleineren Problemen beim Arbeitsspeicher. So kann Speicher mit normaler Bauhöhe problemlos untergebracht werden, unser Testkit von G.Skill (PI PC3-12800U) passt jedoch nicht mehr unter den sockelnahsten Steckplatz.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3 GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Die Testläufe des Tuniq Propeller 120 setzen sich aus den beiden Tests mit dem Original-Lüfter und vier mit dem Scythe Kama Flex zusammen.

Der recht enge Lamellenabstand des Propeller 120 sorgt dafür, dass er recht gut von schnelleren Lüftern profitiert. Auch gut zu erkennen, dass der Scythe Kama Flex den Original-Lüfter vorzuziehen ist.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Beim Betrieb mit zwölf Volt erreicht der verbaute Lüfter eine durchschnittliche Drehzahl von 2.000 U/min.

Mit der dritt-höchsten Drehzahl im Testfeld setzt sich der Propeller 120 auf den 4ten Platz, jedoch nur hauchdünn vor dem deutlich leise zu Werke gehenden Scythe Zipang 2.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Heruntergeregelt auf fünf Volt besitzt der Lüfter immer noch eine Drehzahl von 1.000 U/min.

Neben dem neu in das Ranking aufgenommenen AVC Black Samurai ist der Tuniq Propeller 120 der einzige Top-Flow-Kühler, der den i7-920 auch bei fünf Volt ausreichend kühlen kann.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Der Tuniq Propeller 120 erreicht beim Test mit 1.700 U/min einen Wert von 47,8 Kelvin. So liegt der Kühler satte 6,7 Kelvin hinter dem erstplatzierten Noctua NH-C12P.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Um so geringer die Drehzahl des Lüfters wird, desto größer wird der Rückstand zu Spitze. Der enge Lamellenstand fordert merkbar seinen Tribut ein.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/min rutscht der Tuniq Propeller bereits auf den vorletzten Platz unseres Rankings ab. Zur Spitze fehlen nun schon 10,4 Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei der nur noch 400 U/min starken Belüftung schafft es keiner der getesteten Kühler den i7 ausreichend zu kühlen.

Fazit

Der Tuniq Propeller 120 schickte sich an, den gleichen Platz bei den Top-Flow-Kühler einzunehmen wie sein Pendant, der Tower 120 Extreme, bei den Tower-Kühlern. Die Verpackung und der Lieferumfang fallen beim Propeller 120 sogar noch besser aus als beim Bruder, so liegt auch das Montagematerial für den Sockel 1156 bei. Die Verarbeitung und speziell die Vernickelung sind sehr ordentlich und der Kühler leistet sich hierbei keine Schwäche. Auch die Montage ist im Grunde genommen sehr gut, wenn die Federn sich nicht hin und wieder verkanten würden. Bei den Tests enttäuschte uns der Tuniq Propeller 120, der enge Lamellenabstand und die geringe Kühlfläche - durch die abgeschrägten Lamellen - kosten zu viel Leistung. Insgesamt bieten Tuniq ein ordentliches Gesamtpaket an, welches bis auf die Kühlleistung überzeugend ist. Gerade durch die geringe Verbreitung und die einzigartige Optik des Kühlers lohnt es sich ein Blick auf den Tuniq Propeller 120 zu werfen. Ein Preis war uns bis zur Fertigstellung des Reviews leider noch nicht bekannt.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr guter Lieferumfang
+ einfache Montage...

Contra
- ...mit kleineren Problemchen


Award

Der Tuniq Propeller 120 bekommt von uns den DeXgo-Bronze-Award verliehen.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Tuniq.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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