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Thermalright 4890/4870 VRM R1


Einleitung

Thermalright, bekannt für leistungsstarke und perfekt verarbeitete Produkte, hat vieles im Portfolio. Neben CPU-Kühlern, Grafikkartenkühlern und sonstigen Kühllösungen bietet der Taiwanische Hersteller nun auch einen Kühler für die Spannungswandler der ATI Radeon 4890 / 4870 an, welche als sehr heiß gelten. Gerade bei Alternativ-Kühlern werden die Spannungswandler meist nur schlecht gekühlt und so will Thermalright hier mit dem Thermalright 4890/4870 VRM helfen, die kleinen Bauteile im unkritischen Temperaturbereich zu halten. Ob Thermalright mit dem VRM R1 überzeugen kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang
Der Thermalright 4890/4870 VRM R1 wird in der für Thermalright typischen Kartonverpackung geliefert, die nur einen Thermalright-Schriftzug auf dem Deckel und einen 4890/4870 VRM R1-Schriftzug auf den Seiten aufgedruckt bekommen hat.

Der Lieferumfang des Thermalright 4890/4870 VRM R1 enthält alles, um den Kühler auf die Grafikkarte zu montieren. Er umfasst eine Montageanleitung, eine Zubehör-Liste, einen Thermalright-Aufkleber, zwei Halterklammern für einen optionalen Lüfter, zwei Wärmeleitpads und das Montagematerial.


Der Kühler im Detail - Teil 1
Der Thermalright VRM R1 besteht aus zwei großen Kühlteilen, welche durch zwei Heatpipes verbunden sind. Der erste Kühlteil besteht aus einem Aluminium-Kühlblock, in diesem ist auch der Kontakt für die Spannungswandler eingefräst. Der zweite Kühlteil besteht aus insgesamt 25 Aluminium-Lamellen.
Thermalright verbauen beim VRM R1 zwei vernickelte 6-Millimeter-Kupfer-Heatpipes, welche die Abwärme der Spannungswandler an die Lamellen weiterleiten.
Die Verarbeitung des VRM R1 liegt auf einem Thermalright-typisch hohen Niveau. Hier ist unter anderem die sehr gleichmäßig aufgetragene Nickelschicht zu nennen, welche die edle Optik des VRM R1 nochmals unterstreicht.

Der Lamellenabstand des Thermalright 4890/4870 VRM R1 beträgt circa 2,5 Millimeter und ist durch den kompletten Kühler hindurch konstant gehalten.

Der Kühler im Detail - Teil 2
Die 25 Aluminium-Lamellen des Kühlers sind untereinander verhakt. So erhöht sich die Stabilität des Kühlers - das Verbiegen oder Verschieben der Lamellen wird fast unmöglich.
Thermalright verlöten die Kühlkörper zusätzlich mit den Heatpipes, neben einer besseren Wärmeübertragung erhöht sich auch die Stabilität des Kühlers. An den Kühllamellen wurde sehr sauber verlötet, im Gegensatz zum anderen Kühlteil, hier wurde etwas unschön gearbeitet. Montiert sieht man aber nichts mehr davon wodurch dieser Fehler sich wieder etwas relativiert.

Auf eine Schutzfolie auf dem Boden des VRM R1 verzichten Thermalright. Den Transport übersteht der Boden trotzdem unbeschadet, dass liegt zum großen Teil an der zusätzlichen Schutzfolie, die den ganzen Kühler umgibt. Zum Boden selbst bleibt noch zu sagen, dass dieser perfekt verarbeitet ist und keine Makel aufweist.

Thermalright ermöglichten durch zwei Metallklammern die Montage eines optionalen 80-Millimeter-Lüfters. Die Montage selbst geht schnell und einfach von der Hand, auf eine Entkopplung des Lüfters verzichten Thermalright leider.


Die Montage
Da es sich beim Thermalright 4890/4870 VRM R1 um einen Zusatzkühler für Alternativ-Kühler handelt kann dieser natürlich nicht mit dem Original-Kühler von ATI kombiniert werden. Wir zeigen euch, wie der Thermalright 4890/4870 VRM R1 in der Kombination mit einem Artic Cooling Accelero S1 Rev.2 montiert wird, und welche Leistungen er hierbei bringt. Wer selbst nachmessen möchte ob der Thermalright VRM R1 bei seinem Alternativ-Kühler passt, dem sei gesagt dass der Kühler inklusive der Spannungswandler circa 12 Millimeter über das PCB ragt.
Thermalright gestalten die Montage einfach, sodass nur wenige Schritte nötig sind bis der Kühler montiert ist. Als erstes gilt es das bereits zugeschnittene Wärmeleitpad von der Schutzfolie zu trennen und auf dem Kühler anzubringen. Danach sollte man sich eine Unterlage besorgen (der Karton des VRM R1 ist dazu perfekt geeignet). Ansonsten liegt die Karte auf dem Slotblech auf, was die Montage deutlich erschwert.

Hat man die Grafikkarte und den Kühler um 180 Grad gedreht gilt es nur noch die Unterlegscheiben aufzulegen und die Schrauben einzudrehen - fertig. Federn zur leichteren Regulierung des Anpressdruckes liefern Thermalright leider nicht mit, aber auch ohne die Federn funktioniert die Regulierung des Anpressdruckes ganz gut.
Anders als es auf den ersten Blick wirkt hat nur ein ganz kleiner Teil des Kühlers, genauer gesagt der Teil welcher auch mit einem Wärmeleitpad ausgestattet wurde, zum PCB Kontakt. Anders sollte es auch nicht sein, da ein Kurzschluss sonst unvermeidbar wäre.

In Kombination mit dem Artic Cooling Accelero S1 Rev.2 ist die Kühlfläche der 4870 nicht gerade als klein zu bezeichnen. Trotz der für einen Spannungswandlerkühler großen Abmessungen konnten wir keine Inkompatibilitäten, zumindest mit dem Accelero, feststellen. Einzig der Auras Fridge sollte für Probleme sorgen. Auf dem Artic Cooling Accelero S1 Rev.2 wird ein Scythe Slip Stream installiert, welcher mit ca. 1200 Umdrehungen pro Minute seine Runden dreht. Er ist mittig auf dem Kühler montiert, wodurch die Spannungswandler sehr gut mitbelüftet werden.


Testaufbau & Testablauf

Testaufbau
Das komplette Testsystem ist auf einem LeChuck Benchtable befestigt.

Die VRAM werden mit den von Artic Cooling mitgelieferten Passiv-Kühlern ausgestattet. Die Spannungswandler der ATI 4870 werden einmal mit und einmal ohne die mitgelieferten Passiv-Kühlern betrieben.

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- XFX ATI Radeon™ HD 4870 1.0 GB DDR5 XXX (HD-48ZA-ZHDC)
- Maximus II Formula
- Intel Core 2 Quad Q9550 (4x 2.8 GHz; FSB 266)
- AData 4 GB DDR2-800
- Samsung SpinPoint F1 320GB (HD322HJ)
- Be Quiet Dark Power PRO 750W (P7)
- Aqua Computer aquaero 4.00

Folgende Software wurde verwendet:
- 3D Mark Vantage
- GPU-Z.0.3.5
- Riva Tuner v2.24

Testablauf

Die ATI 4870 wird mit dem 3D Mark Vantage (Grafiktest eins und zwei) ca. 30 Minuten lang belastet. Die Protokollierung der Spannungswandlertemperaturen übernehmen GPU-Z und Rivatuner. Der geplante Belastungtest mit Furmark musste leider weggelassen werden, da lediglich mit dem Thermalright 4890/4870 VRM R1 die Temperaturen der Spannungswandler im unkritischen Bereich geblieben sind. Einen genauen Vergleich der Temperaturen mit den anderen "Kühlern" ist somit wenig sinnvoll, da diese den Test schlicht nicht bestanden haben. Die 4870 ermöglicht es drei Spannungswandlertemperaturen auszulesen, wir haben uns dazu entschieden den Mittelwert aller drei in das Diagramm einzutragen. Zusätzlich statten wir den VRM R1 mit einem 80-Millimeter-Lüfter aus. Dabei handelt sich um einen Coolink SWiF-802, welcher mit 2000 U/Min seine Runden dreht. Die Messung der Lufttemperatur übernimmt ein analoger Sensor der an einem Aquareo 4.0 angeschlossen wird. Das Aquareo übernimmt zudem noch die Steuerung aller Lüfter. Der Prozessor wird mit einem EK Supreme ausgestatten und in eine Wasserkühlung eingebunden. Die Lüfter des Radiators sind so angebracht, das diese die Luft weg vom Benchtabel pusten.


Testergebnisse
Ohne Kühler auf den Spannungswandlern war erwartungsgemäß kein stabiler Betrieb möglich. Mit den Passiv-Kühlern halten sich die Spannungswandlertemperaturen noch im annehmbaren Bereich. Die Temperaturen der Passiv-Kühlern werden durch den VRM R1 mit fast 30 Kelvin Unterschied unterboten, wodurch die Temperaturen im völlig ungefährlichen Bereich sind es nun auch zulassen Übertaktungsversuche zu starten. Schnallt man dem VRM R1 noch zusätzlich einen 80-Millimeter Lüfter auf, so verbessern sich die Temperaten nochmals recht deutlich um fünf Kelvin. Auch profitiert der Arbeitsspeicher von dem zusätzlichen Lüfter, da dieser nun aktiv belüftet wird.

Fazit
Thermalright liefern mit dem 4890/4870 VRM R1 ein wirklich überzeugendes Produkt ab. Die Verarbeitung ist bis auf den kleinen Fehler an den Heatpipes als sehr gut zu bezeichnen. Der Lieferumfang ist nicht gerade überragend, umfasst aber alles was man zur Montage benötigt. Die Montage selbst geht schnell und einfach von der Hand, nur hätten wir uns lieber noch Federn gewünscht, um den Anpressdruck des Kühlers auf die Spannungswandler besser regulieren zu können. Ein optionaler Lüfter ist genauso schnell montiert, hier fehlt einem nur eine passende Entkopplung des Lüfters vom Kühler. Die Testergebnisse auf der Grafikkarte können vollends überzeugen, die Temperaturen der Spannungswandler sind im völlig ungefährlichen Bereich, selbst bei Übertaktungsversuchen sollte es keine Probleme geben. Für rund 22 Euro ist der Thermalright VRM-R1 bereits zu haben, in Anbetracht der sehr guten Kühlleistung und der guten Verarbeitung ein fairer Preis.
Pro & Contra

Pro
+ excelente Verarbeitung
+ sehr gute Kühlleistung
+ einfache Montage...

Contra
- ...welche mit Federn noch einfacher wäre
- fehlende Lüfterentkopplung

Award

Wir verleihen dem Thermalright 4890/4870 VRM R1 für die gezeigten Leistungen den DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von PC Cooling.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Marc93 verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread