» Artikel » Reviews » Thermaltake Contac 29

Thermaltake Contac 29


Einleitung

Die Produktpalette von Thermaltake ist groß. Gehäuse, Wasserkühlungen, Netzteile, CPU-Kühler, Grafikkarten-Kühler, Gehäuse für Festplatten, die Liste ist scheinbar unendlich. Auch wenn Thermaltake Kühler schon lange und in vielen Variationen vertreibt, so hatten sie meist alle eins gemeinsam: Auf ihnen wurde ein viel zu lauter Lüfter verbaut. Mit der ISGC-Serie änderte sich dies zum ersten mal. Der kürzlich neu vorgestellte Contac 29 setzt diesen Trend fort und soll nebenbei noch gute Leistungen zu einem niedrigen Preis bringen. Wie sich der Thermaltake Contac 29 im Test geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Contac 29 wird von Thermaltake in einer Kartonverpackung geliefert. Auf dem weißen Karton befindet sich auf der Vorderseite ein großes Bild des Kühlers, auf der Rückseite sind unter anderem in einer Tabelle die technischen Daten zu finden.
Im Lieferumfang befinden sich die Montageanleitung, die Garantiekarte, eine Tube Wärmeleitpaste, das Montagematerial und vier zusätzliche Entkoppler für einen zweiten Lüfter.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):161 x 120 x 50 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):440 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:3x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:54
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 - 2000 U/Min (PWM-gesteuert)
Fördermenge:122,40 m³/h
Lüfter Verbrauch:3,6 Watt
Lautstärke:33,2 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T.
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 754, 939, AM2, AM2+, AM3
Preis:31 Euro

Der Kühler im Detail

Der Contac 29 besitzt die typischen Abmessungen eines aktuellen Tower-Kühlers für 120-mm-Lüfter. So ist der Kühler insgesamt 161 Millimeter hoch, 120 Millimeter breit und ohne Lüfter 50 Millimeter tief.
Ein 120-mm-Lüfter befindet sich bereits im Lieferumfang, ein zweiter kann bei Bedarf an der Rückseite montiert werden. Da glatte Kanten an den Lamellen, welche beim Contac 29 aus Aluminium sind, meist recht schlicht wirken, hat Thermaltake hier etwas nach gebessert. So wurde den Lamellen ein Zinnen-Muster verpasst, wie man es von Burgmauern kennt.
Der recht schlichte Kühler weißt bis auf die Ränder der Lamellen nur eine weitere optische Besonderheit auf. So ist in den Lamellen das Thermaltake-Logo eingestanzt. Die Verarbeitung des Kühlers ist nicht auf einem so hohen Niveau, wie man es z.B. von Noctua kennt, jedoch ist sie durchaus als gut zu bezeichnen.
Zur Erhöhung der Stabilität des Kühlers und der Lamellen wurden die Lamellen an den Seiten abgekantet. Dies sorgt aber nicht nur für mehr Stabilität, sondern zwingt die Luft durch den kompletten Kühler. Ein Entweichen an den Seiten ist für den Luftstrom nicht möglich.

Der Kühler im Detail

Ohne montierten Lüfter wiegt der Kühler lediglich 440 Gramm. Der Kühler gehört eher zu den Leichtgewichten im 120-mm-Segment, es wird interessant zu sehen sein, wie sich die geringe Material-Menge auf die Testwerte auswirkt.
Der Abstand der 54 Lamellen untereinander beträgt 1,8 Millimeter.
Der Boden, welcher auf der H.D.T.-Technik basiert, ist während des Transportes mit einer leicht entfernbaren Folie vor Verschmutzungen geschützt. Ist diese entfernt, kommt der plane Boden bzw. die Bodeneinheit zum Vorschein.
Für die AMD-Sockel liegt dem Thermaltake Contac 29 nur ein Haltebügel bei, welcher die Ausrichtung des Kühlers lediglich in waagerechter Ausrichtung erlaubt. Für Anwender mit Intel-Systemen sind vier Füße mit Push-Pins beigelegt. Diese müssen, je nach Sockel, in eine der beiden vorhandenen Einkerbungen gesteckt und anschließend verschraubt werden.
Der beiliegende Lüfter besitzt einen schwarzen Rahmen und orange-farbene Lüfterblätter. Thermaltake hat für den Lüfter eine Lautstärke von 33,2 dB(A) angegeben, unser subjektiver Eindruck bestätigt diesen Wert. So ist der Lüfter bei voller Drehzahl deutlich hörbar. Vergleichen wir dies aber mit früheren Lüftern, die Thermaltake verbaut hat, so müssen wir sagen, dass eine deutliche Besserung eingetreten ist. Zu Gute halten können wir außerdem noch, dass der Lüfter einen hohen Luftdurchsatz besitzt. Wer den Lüfter nicht selbst regeln möchte, kann dies dank des PWM-Anschlusses auch dem Mainboard überlassen.
Die Einkerbungen am Rand der Flügel sollen dafür sorgen, dass ein höherer Luftdurchsatz bei gleichzeitig reduzierter Lautstärke möglich ist.

Die Montage

Dank der Montage mittels der Push-Pins muss das Mainboard nicht ausgebaut werden. Es empfiehlt sich jedoch den Lüfter zu demontieren, da so die Push-Pins besser erreicht werden können.
Bei der vertikalen Montage treten keinerlei Kompatibilitätsprobleme auf. Zum Arbeitsspeicher und zu den Kühlkörpern des Mainboards lässt der Thermaltake Contac 29 genügend Abstand.
Wird der Kühler waagerecht montiert, so blockiert dieser den ersten RAM-Steckplatz für RAM mit hohem Heatspreader. Alle anderen Steckplätze sind normal nutzbar.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Die folgenden Testläufe erfolgen, dank der Möglichkeit einen zweiten Lüfter zu montieren, mit den Original-Lüfter, einem Scythe Kama Flex und zwei Scythe Kama Flex.

Der Thermaltake Contac 29 skaliert gut mit der Drehzahl der verbauten Lüfter und auch mit der Anzahl der verbauten Lüfter. Der Original-Lüfter scheint im unteren Drehzahlbereich etwas schwächer zu sein, als unser Referenz-Lüfter der Scythe Kama Flex.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Mit nicht gerade langsamen 1.850 U/Min setzt sich der Contac 29 ins dicht gedrängte Mittelfeld. Im Vergleich zum Boxed-Kühler fällt die Lautstärke und auch die Temperatur deutlich geringer aus.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Obwohl der Lüfter des Contac 29 über eine PWM-Steuerung verfügt, besitzt er bei fünf Volt - mit 825 U/Min - noch eine recht hohe Drehzahl. Dies sorgt dafür, dass der Contac 29 auch in diesem Test den i7 920 noch ausreichend Kühlen kann.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.700 U/Min platziert sich der Thermaltake Contac 29 in der unteren Hälfte des Testfeldes. Der Rückstand auf den Erstplatzierten, den Noctua NH-D14, beträgt fünf Kelvin.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei 1.200 U/Min klettert der Kühler einige Plätze nach oben und kann sich nahezu in der Mitte des Testfeldes festsetzen.


800 Umdrehungen pro Minute


Um so geringer die Drehzahl ist, desto besser platziert sich der Contac 29 im Testfeld. Bei lediglich 800 U/Min kann er sich auf den 8ten Platz setzen.


400 Umdrehungen pro Minute


Die vorhandene Verlustleistung des übertakteten i7 920 ist bei lediglich 400 U/Min jedoch zuviel für den Kühler, hierbei ist er jedoch nicht alleine.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Die nächsten Testläufe, welche der Thermaltake Contac 29 über sich ergehen lassen musste, waren die mit der Dual-Lüfter-Bestückung.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Im Vergleich mit zwei montierten Lüftern rangiert der Thermaltake Contac 29 bei 1.200 U/Min im hinteren Teil des Testfeldes. Der nur unwesentlich teurere Scythe Mugen 2 liegt hier nur knapp vor dem Contac 29.


800 Umdrehungen pro Minute


Wie schon beim Test der Single-Referenz-Belüftung verbessert sich der Contac 29 auch beim Dual-Setup im Ranking, wenn wir die Drehzahl verringern.


400 Umdrehungen pro Minute


Zwei Kama Flex mit 400 U/Min reichen aus, um den i7 920 knapp unter der Throttle-Grenze zu halten.

Fazit

Der Contac 29 von Thermaltake soll mit guten Leistungen aber vor allem mit einem günstigen Preis überzeugen. Dass bei solch einer Strategie nicht alles perfekt sein kann sollte jedem klar sein. Bei der Verpackung setzt Thermaltake auf Bewährtes und liefert den Kühler in einem Karton aus, welcher den Kühler ausreichend während des Transportes schützt. Der Lieferumfang fällt recht knapp aus und so finden sich dort nur die Dinge, die gebraucht werden, um den Kühler in Betrieb nehmen zu können. Die Verarbeitung des Contac 29 ist ordentlich und für den Preis vollkommen angemessen. Bei der Montage setzt Thermaltake auf die Boardmechanismen zurück, was zum einen zwar eine einfache Montage gewährleistet, bei z.B. AMD-Systemen muss aber auf die vertikale Ausrichtung verzichtet werden. Bei den Kühlleistungen rangiert der Kühler durchweg im Mittelfeld und so befindet sich auch die Leistung zwischen dem 25 Euro teurem Cooler Master Hyper 212 Plus und dem Scythe Mugen 2, welcher rund 35 Euro kostet. Der Contac 29 selbst ist ab rund 31 Euro erhältlich.


Pro & Contra

Pro
+ ordentliche Verarbeitung
+ Lüfter besitzt PWM-Steuerung und wird entkoppelt montiert
+ günstiger Preis

Contra
- Lüfter beim Betrieb mit zwölf Volt deutlich hörbar


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Thermaltake Contac 29 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Thermaltake.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread