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Arctic Cooling Accelero XTREME GTX Pro


Einleitung

Arctic Cooling ist bekannt für preisgünstige Kühllösungen rund um den Computer, welche gleichzeitig aber auch mit einer geringen Geräuschkulisse einhergehen. Gerade im Bereich der Grafikkarten konnten die Produkte von Arctic Cooling aber auch immer mehr mit starken Leistungen überzeugen. So nutzen mittlerweile einige Grafikkarten-Hersteller Kühler von Arctic Cooling um die Hauseigenen Grafikkarten leise und kühl zu halten. Der Accelero XTREME ist einer der Kühler, der vornehmlich auf High-End-Grafikkarten verbaut wird. Mit dem Accelero XTREME GTX Pro wurde eine weitere Variante des erfolgreichen Kühlers auf den Markt gebracht, welche sich speziell um die High-End-Karten von Nvidia kümmert. Wie sich der Kühler im Praxistest schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Accelero XTREME GTX Pro besteht aus einfachem Kunststoff, durch welchen der Kühler fast vollständig sichtbar ist. Auf der Unterseite der Verpackung finden sich neben den Features des Kühlers auch der Lieferumfang sowie die zu erwartende Kühlleistung und Lautstärke aufgelistet.
Der Lieferumfang hat sich gegenüber dem Accelero Xtreme GTX 280 deutlich geändert. Beim Accelero XTREME GTX Pro liegen eine Montageanleitung, zwei Slotblenden, das Montagematerial, 16 kleine RAM-Kühlkörper, zwei große RAM-Kühlkörper, ein NVIO-Chip-Kühlkörper, ein großer Spannungswandler-Kühler, fünf kleine längliche Spannungswandler-Kühlkörper und sieben kleine Spannungswandler-Kühlkörper bei.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):32 x 288 x 92 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):485 Gramm
Anzahl Heatpipes:5x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:50 + 34 / 30
Lamellenabstand:1,8 / 2,4 Millimeter
Lüfteranzahl:3
Lüftergröße:92x25 Millimeter
Lüfterdrehzahl:2000 U/Min
Fördervolumen:138 m³/h
Lautstärke:- keine Angabe -
Platzbedarf:3-Slots
Kompatibilität:NVIDIA Geforce GTX 285, 280, 275, 260 (216)
ATi Radeon -
Preis:37 Euro (Stand Januar 2010)

Der Kühler im Detail

Der Accelero XTREME GTX Pro unterscheidet sich nicht in vielen Punkten vom Accelero Xtreme GTX 280. Gleich geblieben ist der grobe Aufbau mit einem 3-teiligen Kühlkörper, welcher von drei Lüftern mit Frischluft versorgt wird.
Auch beim Farbkonzept bleibt Arctic Cooling seiner Linie treu und so dominieren die Farben Schwarz und Weiß. An der Seite, die bei einem etwaigen Sichtfenster zu sehen ist, besitzt der Kühler eine Verkleidung auf der auch der Name des Kühlers aufgebracht ist.
Die drei 92-Millimeter-Lüfter sind mit einem rahmenlosen Design versehen, ähnlich wie wir es von den Arctic F12 Pro schon kennen. Die drei Lüfter arbeiten bei anliegenden zwölf Volt mir rund 2.000 U/Min und erzeugen dabei einen Volumenstrom von insgesamt 138 m³/h.
Jeder der drei Lüfter hat eine Leistungsaufnahme von 1,8 Watt, angeschlossen werden die Lüfter mit einem Anschluss direkt auf der Grafikkarte. Der Vorteil besteht ganz klar darin, dass die Lüfter sich bequem per Software steuern lassen oder die Grafikkarte die Steuerung übernehmen kann.
Der Kühler besitzt inkl. Lüfter eine Gesamthöhe von 56 Millimetern. Während die Vorderseite besagte Abdeckung besitzt, erkennt man von der Rückseite den dreiteiligen Aufbau der Kühlstruktur.

Der Kühler im Detail
Schaut man sich den Accelero XTREME GTX Pro von unten an, erkennt man sehr gut den Aufbau des Kühlers.

Ein Teil der Abwärme wird über einen Kupferboden an fünf 6-mm-Heatpipes weitergegeben, welche wiederum in zwei Kühlflächen münden. Der größere der beiden Kühlkörper besitzt insgesamt 50, der kleinere 34 Aluminiumlamellen.

Zentral, über der GPU, befindet sich ein weiterer Kühlkörper. Dieser besteht aus massivem Aluminium.
Der Abstand der Lamellen beträgt 1,8 Millimeter. Der Abstand ist sehr regelmäßig und bis auf zwei Stellen, an denen jeweils eine Lamelle leicht verbogen ist, ist die Verarbeitung sehr gut.
Um Probleme bei der Montage zu minimieren wurden die Lamellen, die sich am Rand zum Slotblech befinden, flacher gestaltet und ein kleines Stück großzügig ausgespart.
Bereits aufgetragen auf der Kühlfläche befindet sich die hauseigene Wärmeleitpaste Arctic MX-2. Gerade eher unerfahrene Anwender können so keinen Fehler bei der Applikation der Wärmeleitpaste tätigen. Der Kupferboden selbst ist plan geschliffen und spiegelt nicht.
Während beim Accelero L2 Pro die Halterung verschiebbar war, ist dies beim Accelero XTREME GTX Pro nicht der Fall.
Demontieren wir die Lüfter samt der Halterung liegt der Kühler quasi nackt vor uns. Gut erkennt man nun den massiven Kühlblock, welcher insgesamt 30 Lamellen besitzt. Diese haben einen Abstand von 2,4 Millimetern zueinander.

Die Montage
Bereits bei der Auflistung des Lieferumfanges stellten wir fest, dass sehr viele passive Kühlkörper mitgeliefert werden. So können wir zum ersten mal die Grafikkarte komplett mit passiven Kühlkörper ausstatten.
Für die Speicherchips kommen zehn der einzelnen RAM-Kühler und der lange schmale Kühlkörper zum Einsatz. Wer will kann auch jeden Speicherchip mit einem einzelnen Kühlkörper versehen, mitgeliefert werden genügend.
Der kürzere der beiden schmalen Kühlkörper findet seinen Platz auf der Doppelreihe der Spannungswandler. Die sechs einzelnen Spannungswandler, welche bei den anderen Grafikkartentests immer unbeachtet blieben, werden mit den gewinkelten Kühlern versehen.
Auf den NVIO-Chip findet der sternförmige Kühlkörper seinen Platz. Bei der Montage kommt keine Wärmeleitpaste zum Einsatz, sondern ein Wärmeleitpad. So ist die Gefahr den empfindlichen Chip zu beschädigen relativ gering. Auch verzichtet Arctic Cooling auf die Montage per Push-Pins. Der Kühler wird mit vier Schrauben von der Rückseite befestigt, vier dicke Abstandshalter sorgen dafür, dass die Schrauben nicht zu stark angezogen werden können. Dank der leicht geschwungenen Form stößt der Kühlkörper weder an den Quarz, noch stören andere Bauteile.
Die Montage des Kühlers auf unserer Grafikkarte ging sehr leicht von statten. Da Arctic Cooling auf eine Backplate verzichtet sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Schrauben nicht zu stark angezogen werden. Mit montiertem Kühler benötigt die Geforce GTX285 drei Slots, wenn andere Erweiterungskarten benötigt werden, sollte auf diesen Umstand geachtet werden.
Auch entfällt die Abfuhr der warmen Luft aus dem Gehäuse. Der Accelero XTREME GTX Pro verteilt die warme Luft, wie übrigens fast jeder Austauschkühler, im Gehäuse. Für eine entsprechende Entlüftung muss also gesorgt sein.
Gab es beim Accelero Xtreme GTX 280 noch Probleme mit dem Abstand zum Slotblech, so sind diese beim Accelero XTREME GTX Pro nicht mehr vorhanden. Zwar liegt der Kühler am Slotblech an, dies aber ohne Druck.
Die Stromanschlüsse für die 6-Pin-PCIe-Stromanschlüsse sind weiterhin gut erreichbar, der Anschluss für den Lüfter jedoch nicht. Hier sollte unbedingt daran gedacht werden den Stecker schon vor dem Verschrauben zu befestigen.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce GTX 285
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sehen wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt, sofern vorhanden, mit den Original-Lüftern bei verschiedenen Drehzahlen. Bei Kühlern, denen kein Lüfter beiliegt, nutzen wir die aus den CPU-Kühler-Tests bereits bekannten Scythe Kama Flex 1900.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Coolink Chillaramic (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen, nach jedem Durchlauf wird der Kühler neu montiert um etwaige Fehler bei der Montage ausschließen zu können.
Für das Einheizen der Grafikkarten nutzen wir das Tool Furmark. Die Protokollierung der Grafikkarten Temperaturen erfolgt durch das Programm Everest. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse

Da der Accelero XTREME GTX Pro von Arctic Cooling über die Grafikkarte gesteuert werden kann haben wir den Kühler in insgesamt fünf verschiedenen Betriebs-Modi getestet. Zum einen wollten wir sehen, wie gut die Temperaturen und die Lautstärke bei der automatischen Steuerung sind. Zusätzlich haben wir den Lüfter mit 100, 75, 50 und 25 Prozent Leistung getestet.


Während die Lüfter bei 100 Prozent (2.060 U/Min) und 75 Prozent (1.700 U/Min) deutlich hörbar bzw. hörbar sind, agierte er in den anderen Betriebs-Modi (Auto (1.240 U/Min) und 50 Prozent (1.420 U/Min)) kaum hörbar und bei 25 Prozent (830 U/Min) sogar unhörbar.

Ergebnisse - Arctic Cooling Accelero XTREME GTX Pro


Die GPU-Temperaturen verhalten sich im Bereich von 800 bis 2000 U/Min recht linear. Ein Betrieb mit lediglich 25 Prozent Leistung empfehlen wir, auch wenn die Kühlleistung ausreicht, nicht. Der Geräuschvorteil ist nur minimal, die Temperaturen aber deutlich höher als beim Betrieb mit 50 Prozent.

Temperaturvergleich


Wie nicht anders zu erwarten liegen die Temperaturen der GPU nahe an den Ergebnissen des Arctic Cooling Accelero Xtreme GTX 280. Der Unterschied von nicht ganz zwei Kelvin kann durch die Messtoleranzen, die Fertigungstoleranzen und die unterschiedliche Drehzahl zu Stande kommen. Das Ergebnis, welches der Accelero XTREME GTX Pro erreicht hat, ist nichts desto trotz immer noch sehr gut.

Fazit

Man könnte meinen, der Accelero XTREME GTX Pro ist nur ein einfacher Aufguss eines bereits vorhanden Kühlers. Dies ist nicht ganz falsch und doch hat der Kühler mehr als nur eine Daseinsberechtigung. War die erste Version noch recht unflexibel was die unterstützten Layouts angeht, so bleiben beim Accelero XTREME GTX Pro keine Wünsche offen. Schon der Lieferumfang zeigt deutlich, dass man sich bei Arcitic Cooling Gedanken gemacht hat. Die starren Kühlplatten sind aus dem Lieferumfang verbannt worden und durch eine Unzahl an verschieden großen Kühlkörpern ersetzt worden. Kompatibilitätsprobleme sind so nahezu ausgeschlossen und alle zu kühlenden Komponenten können problemlos mit Kühlkörpern versehen werden. Bei den Tests liegt der Accelero XTREME GTX Pro nahezu gleich auf mit dem Accelero XTREME GTX 280 und knapp vor dem Scythe Setsugen. Für einen Straßenpreis von rund 37 Euro ist der Arctic Cooling Accelero XTREME GTX Pro zwar nicht der günstigste Kühler den wir bisher für unsere Geforce GTX285 im Test hatten, jedoch stellt er bis jetzt das mit Abstand beste Gesamtpaket dar. Lediglich die Verarbeitung, welche kleine Schwächen hat, und die geringe Kompatibilität trüben das Gesamtbild ein wenig.


Pro & Contra

Pro
+ sehr reichhaltiger Lieferumfang
+ sehr gute Testergebnisse
+ einfache Montage
+ günstiger Preis

Contra
- bei zwölf Volt deutlich hörbar
- geringe Kompatibilität


Award

Der Arctic Cooling Accelero XTREME GTX Pro bekommt von uns für die erbrachten Leistungen den DeXgo-Silber-Award sowie den DeXgo-Power-Award verliehen.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Power-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von ARCTIC COOLING.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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