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Scythe Grand Kama Cross


Einleitung

Mit dem Kama Cross stellte Scythe Anfang 2008 einen Kühler vor, welcher optisch vieles anders machte als die anderen Kühler. So besaß der Kühler die sogenannte "X Struktur", welche nicht nur für eine gute Belüftung des Kühlers sondern auch für die darum liegenden Komponenten sorgen sollte. Auch die Montage eines 100-mm-Lüfters war nicht alltäglich, dieser konnte bei Bedarf auch gegen einen größeren 120-mm-Lüfter getauscht werden. Jetzt, knapp zwei Jahre später, ist der Nachfolger des Sonderlings erschienen. Mit einer leicht veränderten Lamellenform, neuem Lüfter und bewährtem Konzept soll der Kühler sich in die Reihe der Top-Kühler von Scythe einreihen. Ob ihm dies gelingt, seht ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Grand Kama Cross erreicht den Käufer in einer bunt bedruckten Kartonverpackung. Wir wir es von Scythe gewohnt sind finden sich einige Bilder des Kühlers, die wichtigsten technischen Daten sowie Informationen zur Kompatibilität auf der Verpackung.
Der Lieferumfang fällt knapp aus, umfasst aber alles was zur Montage benötigt wird. Neben einer bebilderten Montageanleitung und Wärmeleitpaste befindet sich nur noch das Montagematerial im Karton.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):137 x 177 x 140 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):610 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:2x 36
Lamellenabstand:1,5 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 140/120 Millimeter (140-mm-Lüfter mit Bohrungen von 120-mm-Lüftern)
Lüfter beiliegend:1x 140 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.300 U/Min
Fördermenge:118,74 m³/h
Lüfter Verbrauch:2,64 Watt
Lautstärke:24,7 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter
Kompatibilität:Intel 478, 775, 1156, 1366
AMD 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:32 Euro

Der Kühler im Detail

Der Scythe Grand Kama Cross ist nach der gleichen "X Structure" gefertigt wie schon der Kama Cross vor zwei Jahren. Der Vorteil dieser Variation der Top-Flow-Bauform liegt laut Scythe darin, dass die Luft nicht nur zur Kühlung der CPU genutzt werden kann, sondern auch umliegende Komponenten so belüftet werden.
Setzte der Kama Cross noch auf einen 100-mm-Lüfter, mit Option einen 120-mm-Lüfter zu verbauen, so ist beim Grand Kama Cross von Haus aus ein 140-mm-Lüfter vorinstalliert. Eine weitere Änderung zum Vorgänger ist bei der Lamellenform zu erkennen. So sind die Aluminium-Lamellen, welche weiter im Inneren liegen, größer als die am Rand verbauten.
Den Abtransport der Wärme von der Bodenplatte zu den Lamellen übernehmen vier 8-mm-Heatpipes. Diese sind mit Kappen versehen. Neben dem optischen Aspekt sorgen die Kappen dafür, dass die Bleche, an denen der Lüfter befestigt wird, sicher am Kühler halten und nicht von den Heatpipes rutschen können.
Die "X Structure" hat ihren Namen vom Verlauf der Heatpipes. So laufen die vier Heatpipes seitlich aus der Bodenplatte heraus um sich dann über der Bodenplatte zu kreuzen. Von der Seite betrachtet erkennt man so ein X.
Die Befestigung des Lüfters erfolgt durch einfache Schrauben. Die Abstände der Löcher sind die, die 120-mm-Lüfter besitzen. So besteht die Möglichkeit die weit verbreiteten 120-mm-Lüfter zu nutzen, da seitlich aber genügend Platz vorhanden ist passen auch 140-mm-Lüfter, welche die Bohrlöcher von 120-mm-Lüftern besitzen. Eine Entkopplung des Lüfters ist nicht ohne weiteres möglich.

Der Kühler im Detail

Wird der Lüfter demontiert erkennt man nochmals gut die Abstufung der Lamellen. In jeweils drei 12er-Blöcken erhöht sich so die Kühlfläche zur Mitte hin stark. Da die Lamellen nicht verlötet sind, sind die Abstände nicht immer gleich.
Im Durchschnitt besitzen die Lamellen jedoch einen Abstand von 1,5 Millimetern zueinander.
Die Bodenplatte des Grand Kama Cross besteht aus Kupfer und ist komplett vernickelt. Die Verarbeitung des Bodens ist, wie es bei Kühlern von Scythe seit Jahren der Fall ist, perfekt verarbeitet. Die Folie sorgt für den Schutz des Bodes während des Transportes.
Der Lüfter, welcher dem Grand Kama Cross beiliegt, ist in gewisser Weise ein kleines High-Light des Kühlers. So feiert der Slip Stream im 140-mm-Format seine Premiere. Im Vergleich zu dem Kaze-Maru-Lüfter, der z.B. auf dem Scythe Zipang 2 verbaut ist, hat sich nicht nur die Form sondern auch an der Technik etwas getan. Als wichtigste Änderung ist wohl die PWM-Funktion zu nennen, welche es ermöglicht den Lüfter vom Mainboard steuern zu lassen. Bei voller Drehzahl ist der Lüfter auf dem Kühler montiert als hörbar einzustufen.

Die Montage

Bei der Montage verzichtet Scythe auf teure Lösungen, welche den Kühler sicher verschrauben. So wird bei AMD-Systemen der Haltebügel genutzt und auf den neueren Intel-Systemen die Push-Pins. Die Befestigung des Montagematerials am Kühler erfolgt so, dass sowohl auf Intel- wie auch auf AMD-Systemen der Kühler frei ausgerichtet werden kann. Da die Seiten recht steil ansteigen, lassen sich die Push-Pins gut erreichen und die Montage des Grand Kama Cross geht leicht von der Hand.
Wird der Kühler so ausgerichtet, dass die Heatpipes vertikal verlaufen, wird der sockelnahste Steckplatz für Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader blockiert. Im Bereich der Northbridge gibt es keinerlei Probleme.
Wird der Kühler horizontal montiert, wird keiner der RAM-Slots blockiert. Auch sehr hohe Heatspreader haben genügend Platz.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3 GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Neben dem montierten Slip Stream können auch normale 120-mm-Lüfter montiert werden. Bei den 140-mm-Lüftern haben nur diejenigen Platz, welche Montagelöcher von 120-mm-Lüftern besitzen.

Durch den offenen Aufbau sind die vorhandenen Luftströme bei den Tests mit Drehzahlen unter 800 U/Min zu gering, um den Prozessor ausreichend zu kühlen. Auch zeigt sich deutlich, dass ein größerer Lüfter bessere Temperaturen abliefert als ein kleineres Exemplar, gleiche Drehzahl vorausgesetzt.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Liegt am Lüfter eine Spannung von zwölf Volt an dreht dieser mit rund 1.325 U/Min.

Der Scythe Grand Kama Cross kann sich auf einen guten dritten Platz setzen. Sowohl der AVC Black Samurai, als auch der Cogage MST-140 können sich nur dank der höheren Drehzahl vor ihm platzieren.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei anliegenden fünf Volt dreht der Lüfter lediglich noch mit rund 325 U/Min.

Wie wir schon angedeutet haben reicht der Luftzug bei 325 U/Min nicht mehr aus um den i7 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Beim Test mit unserem 120-mm-Lüfter und 1.700 U/Min platziert sich der Grand Kama Cross dicht an der Spitzengruppe. Lediglich 1,5 Kelvin trennen ihn vom ersten Platz.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Der Abstand zu den ersten Plätzen wächst schon etwas an, jedoch liegt der Kühler noch recht nah am Spitzenfeld.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/Min liegt der Kühler etwas deutlicher hinter dem Spitzenquartett, so liegen hier schon fast vier Kelvin zwischen den ersten vier Plätzen und dem Scythe Grand Kama Cross.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei der nur noch 400 U/min starken Belüftung schafft es keiner der getesteten Kühler den i7 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kaze Maru)

Im Vergleich mit einem 140-mm-Lüfter stößt der Scythe Grand Kama Cross als fünfter Kühler hinzu.

1.200 Umdrehungen pro Minute


Ein Kelvin hinter dem Spitzenplatz schließt der Grand Kama Cross die Lücke zwischen dem Cogage MST-140 und dem Xilence Black Hawk Copper. Insgesamt liegt das Testfeld noch sehr dicht zusammen.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/Min rutscht der Grand Kama Cross ein gutes Stück ab und liegt nun rund drei Kelvin hinter seinem Verwandten, dem Scythe Zipang 2. Das Problem, mit dem der Grand Kama Cross zu kämpfen hat, ist der teilweise doch recht große Abstand der Lamellen vom Lüfter. Gerade bei geringeren Drehzahlen und dem dadurch verbundenen geringeren Luftstrom kann nicht mehr die ganze Kühlfläche effizient genutzt werden.


400 Umdrehungen pro Minute


Auch mit unserem 140-mm-Lüfter schafft es keiner der Kühler den i7 ausreichend zu kühlen.

Fazit

Der Grand Kama Cross ist die konsequente Weiterentwicklung des mittlerweile zwei Jahre alten Kama Cross. So baut Scythe auch diesen Kühler soweit aus, dass er einen großen 140-mm-Lüfter aufnehmen kann, allerdings betrifft dies nur Lüfter, die die Bohrungen der 120-mm-Exemplare besitzen. Beim Lieferumfang und bei der Verarbeitung kann man Scythe keinen wirklichen Vorwurf machen, denn so liegt nicht nur alles bei was zur Montage benötigt wird, auch ist die Verarbeitung immer auf einem gehobenen Niveau. Die Verarbeitung erreicht dabei nicht die Qualität, wie man es z.B. von Thermalright kennt, der Vorteil liegt hierbei aber beim teils deutlich günstigeren Preis. Bei den Leistungstest offenbarte der Grand Kama Cross keine wirklichen Schwächen. Die erreichten Werte sind gut und kann man sagen, dass man beim Kauf nicht viel falsch machen kann. Wer das letzte bisschen Leistung sucht, sollte beim Grand Kama Cross nicht zu greifen, wer aber einen guten Kühler mit einem eher ungewöhnlichen Design zu einem mehr als fairen Preis sucht, wird mit diesem Kühler glücklich werden. Erhältlich ist der Scythe Grand Kama Cross bereits für rund 32 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ ordentliche Kühlleistung
+ günstiger Preis
+ ordentliche Verarbeitung...

Contra
- ...welche beim Lamellenabstand kleine Schwächen hat.


Award

Der Scythe Grand Kama Cross verdient sich, dank der gezeigten Leistungen, unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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