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Thermalright IFX-14 (Intel-BP)


Einleitung

In der Regel präsentieren wir euch hier auf DeXgo.com Produkte, welche relativ neu auf dem Markt sind. Eine Ausnahme stellt unser heutiges Review dar, in dem wir einen wahren Klassiker unter den CPU-Kühlern, den Thermalright IFX-14, testen wollen. Trotz seines für einen Kühler schon fast biblischen Alters von über zwei Jahren liegt der IFX-14 noch immer bei vielen Käufern in der Gunst und wird auch noch immer als eine Referenz im Segment genannt. In unserem heutigen Test wollen wir prüfen, wie gut der Kühler, im Vergleich zur aktuellen Elite, wirklich noch ist. Wie sich der Thermalright IFX-14 geschlagen hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Intel-BP-Version des Thermalright IFX-14 wird in einem Kunststoffkarton geliefert, welcher einen großzügigen Blick auf den Kühler ermöglicht. Während sich der rechten Seite eine technische Zeichnung befindet, liefert die Rückseite einige Informationen zum Kühler.
Neben dem Befestigungsmaterial für die Sockel 775 und 1366 liegen noch drei Montageanleitungen, ein Thermalright-Aufkleber, vier Gummientkoppler sowie vier Haltebügel für die Lüfter bei. Ein Lüfter befindet sich nicht im Lieferumfang.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):158 x 147 x 122
Gewicht (ohne Lüfter):760 Gramm
Material:Kupfer (Boden und Heat-Pipes), Aluminium (Kühlrippen)
Anzahl Heatpipes:4x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:2x 56
Lamellenabstand:1,3 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:3x 120/140 Millimeter (140-mm-Lüfter mit Bohrungen von 120-mm-Lüftern)
Lüfter beiliegend:0
Lüfterdrehzahl:-
Fördermenge:-
Lüfter Verbrauch:-
Lautstärke:-
Besonderheiten:komplett vernickelt & verlötet
Kompatibilität:Intel 775, 1366
AMD - (seperates Modell erhältlich)
Preis:50 Euro (Stand Januar 2010)

Der Kühler im Detail

Der Thermalright IFX-14 war zwar nicht der erste Kühler, welcher im Twin-Tower-Design daher kam, jedoch ist es wohl der Kühler, welcher das Twin-Tower-Design am meisten geprägt hat. Durch die Bauform bedingt sind auch die nicht gerade kleinen Abmessungen. Zwar ist der Kühler "nur" 158 Millimeter hoch und 147 Millimeter breit. Die Tiefe von 122 Millimetern - ohne montierten Lüftern - ist jedoch schon beachtlich.
Der Kühler ist symmetrisch aufgebaut und nicht wie der Noctua NH-D14 leicht zu einer Seite versetzt. Während der Österreicher auf 6-mm-Heatpipes setzt und von deren sechs verbaut wurden, sind beim Thermalright IFX-14 lediglich vier Heatpipes verbaut, diese sind allerdings acht Millimeter dick.
Die beiden Türme im Flammen-Design sind jeweils an der breitesten Stelle ca. 44 Millimeter dick. Der Abstand zwischen beiden Türmen beträgt dort wo der 120-mm-Lüfter montiert wird rund 40 Millimeter. Tiefe Lüfter wie der silenx IXP-76-14 füllen diese Lücke aus und sorgen dafür, dass die Luft durch beide Kühlkörper durch muss. Lüfter mit einer Standard-Tiefe von 25 Millimetern hinterlassen jedoch eine Lücke, durch die die Luft seitlich entweichen kann.
Die Verarbeitung des IFX-14 ist tadellos. Nicht nur, dass der Kühler komplett vernickelt wurde, so sind die Heatpipes für eine höhere Stabilität und eine bessere Wärmeleitung mit den Lamellen verlötet. An den Rändern sind die Aluminium-Lamellen ineinander verankert, dies verhindert, dass die Lamellen sich am Rand verbiegen können.
Der Abstand der je 56 Lamellen ist sehr regelmäßig und beträgt im Mittel 1,3 Millimeter. Aufgrund des engen Lamellenabstandes und des Abstandes zwischen den beiden Türmen kann an dieser Stelle schon vermutet werden, dass der Kühler eher bei der Bestückung mit zwei Lüftern mit höherer Drehzahl sein volles Potential ausschöpfen kann.

Der Kühler im Detail
Für den Wärmetransport von der Bodenplatte zu den Lamellen der beiden Kühltürme werden vier 8-mm-Heatpipes genutzt. Diese verteilen sich gleichmäßig auf die Kühltürme.
Die Bodenplatte ist während des Transportes mit einer Schutzfolie versehen. Diese kann rückstandsfrei entfernt werden und offenbart den sauber verarbeiteten, vernickelten Kupferboden.
Thermalright ist berühmt berüchtigt für ihre konvexen Bodenplatten. Diese sollen dafür sorgen, dass im Zentrum direkt über der Die genügend Anpressdruck vorhanden ist.
Wir waren jedoch etwas verwundert, dass der Boden sowohl konvex als auch leicht konkav ist. Dies hört sich im ersten Moment etwas seltsam an, aber die folgenden beiden Bilder sollten helfen die Form des Bodens zu verstehen. Während die Bodenplatte parallel zu den Heatpipes eine minimale Delle besitzt (konkav ist), wölbt sich der Boden quer zu den Heatpipes im Zentrum deutlich und ist somit konvex.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt mit Hilfe von Metallbügeln. Der Lüfter wird so an den Kühler gedrückt. Aufnehmen kann der Kühlkörper Lüfter im 120-mm- und im 140-mm-Format. Die Metallbügel sind primär für 120-mm-Lüfter gedacht, aufgrund der größeren Abmessungen kann es bei 140-mm-Lüftern knifflig werden diese zu befestigen. Auch können keine Lüfter mit durchgehenden Steg montiert werden, dafür aber problemlos Lüfter, die dicker sind als 25 Millimeter.
Bei unserem Montagebeispiel haben wir einen 140-mm-Lüfter zentral verbaut und einen 120-mm-Lüfter am vorderen Turm. Zu beachten ist noch, dass der zentrale Lüfter, wenn er ein "richtiger" 140-mm-Lüfter ist, an die Montageschrauben der Sockelbefestigung stoßen kann, so ist es von Nöten den Lüfter etwas weiter nach oben zu setzen.

Die Montage

Bei der Montage setzte Thermalright auf die bekannte und vor allem bewährte Variante mit Backplate. So werden zwei Bügel an die Backplate geschraubt, an die Bügel wiederum anschließend der Kühler, wieder unter zur Hilfenahme eines Metallbügels. Die Montage ist nicht unbedingt schwer, nur die Schrauben zwischen den Kühltürmen richtig zu halten, dabei den Kühler in der richtigen Position zu halten und den Bügel auszurichten erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
Was soll man bezüglich der Kompatibilität sagen. Von der Höhe her wird der Kühler in recht viele Gehäuse passen, Breite und Tiefe jedoch sorgen für Probleme.
Wird der Kühler zum Netzteil ausgerichtet, überragt er die beiden nahsten RAM-Slots und blockiert diese für Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader. Auch hohe Aufbauten bei der Northbridge können für Probleme sorgen, gerade wenn der IFX-14 mit zwei Lüftern betrieben wird.
Nicht viel besser schaut es bei der Ausrichtung zur Rückseite aus. Ganze drei Slots werden überdeckt wenn ein Lüfter am vorderen Turm montiert ist.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse - Übersicht

Wie auch schon beim Noctua NH-D14 fällt auch beim Thermalright IFX-14 das Diagramm, welches alle Testergebnisse in einer Übersicht auflistet, etwas größer aus.


Ganze 18 verschiedene Testsetups musste der IFX-14 über sich ergehen lassen. Farblich gekennzeichnet mit der Farbe Blau sind die erreichten Werte unter Nutzung von unseren 120-mm-Referenz-Lüftern, Grün die Werte mit unseren 140-mm-Referenz-Lüftern. Die Einzelbetrachtung der umfangreichen Ergebnisse erfolgt in den entsprechenden Diagrammen auf den folgenden Seiten.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900. Der Lüfter ist hierbei zentral, anstelle des 140-mm-Lüfters, verbaut.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Eindrucksvoll zeigt der Thermalright IFX-14, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Knapp hinter dem Spitzenduo kann sich der Kühler bei der Belüftung mit 1.700 U/Min setzen.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Mit sinkender Drehzahl fällt auch die Performance im Vergleich zum Spitzenduo. Der enge Lamellenabstand macht sich bei 1.200 U/Min schon leicht bemerkbar.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei lediglich 800 U/Min ist der Rückstand schon deutlich gestiegen und der IFX-14 rutscht auf den siebten Platz ab.


400 Umdrehungen pro Minute


Ein enger Lamellenabstand und die große Lücke zwischen beiden Türmen sorgen dafür, dass die Kühlleistung bei lediglich 400 U/Min nicht mehr für unseren i7-920 ausreicht.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung. Hierbei wird jeweils ein Referenzlüfter an der Vorderseite der beiden Türme befestigt.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Bei doppelter Bestückung zeigt sich ein ähnliches Bild, wie es schon mit der Single-Belüftung der Fall war. Bei hoher Drehzahl liegt der IFX-14 gut im Rennen.


800 Umdrehungen pro Minute


Drehen die Lüfter langsamer können einige der anderen Kühler aufholen und teils sogar am Thermalright IFX-14 vorbeiziehen.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei zwei Lüftern mit 400 U/Min ist der IFX-14 im Mittelfeld angesiedelt. Der Rückstand zu den Spitzenplätzen ist schon recht deutlich.

Test - Triple-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Neben dem Noctua NH-D14 ist der IFX-14 der momentan einzige Kühler, welcher drei Lüfter aufnehmen kann.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Während der Unterschied bei 1.200 U/Min noch recht gering ist,...


800 Umdrehungen pro Minute


...wächst die Differenz zwischen beiden Kühlern mit sinkender Drehzahl.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei 400 U/Min hat der IFX-14 sieben Kelvin Rückstand auf den Noctua NH-D14.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kaze Maru)

Während bei unseren Test der Top-Flow-Kühler schon länger auch die Testläufe mit einem 140-mm-Lüfter im Form eines Scythe Kaze Maru durchgeführt werden, erfolgt dies nun auch bei den Tower-Kühlern. Der Grund, warum diese Tests bis dato nicht auftauchten ist ein ganz einfacher, es gab bisher keine Kühler, die hierfür explizit ausgelegt sind.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Auch mit einem 140-mm-Lüfter bestückt ist deutlich zu sehen, dass der Thermalright IFX-14 bei hoher Drehzahl noch gut mit dem neuen Noctua NH-D14 mithalten kann.


800 Umdrehungen pro Minute


Bei 800 U/Min wird der Abstand schon größer und beträgt fast vier Kelvin.


400 Umdrehungen pro Minute


Beiden Kühlern reicht der Luftstrom, welcher von einem 140-mm-Lüfter erzeugt wird, nicht aus um den i7-920 zu kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kaze Maru)

Nach den Testläufen mit einem 140-mm-Lüfter folgen die Tests mit zwei Lüftern der Kaze Maru-Serie.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Ein Kelvin beträgt die Differenz vom Thermalright IFX-14 zum Noctua NH-D14 bei 1200 U/Min.


800 Umdrehungen pro Minute


Wie schon mit einem Lüfter wächst die Differenz auch mit einem zweiten Lüfter, je niedriger die Drehzahl der Lüfter ausfällt.


400 Umdrehungen pro Minute


Bei lediglich 400 U/Min liegen beide Kühler über fünf Kelvin auseinander.

Test - Triple-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Den Abschluss unseres Testparcours bilden zwei Testläufe mit jeweils drei 140-mm-Lüftern.


800 Umdrehungen pro Minute


Mit drei 140-mm-Lüftern ist der Unterschied zwischen dem Thermalright IFX-14 und dem Noctua NH-D14 geringer, als mit drei 120-mm-Lüftern bei gleicher Drehzahl.


400 Umdrehungen pro Minute


Recht deutlich ist dies beim Test mit 400 U/Min zu sehen.

Fazit

Der Thermalright IFX-14 kann auch im hohen Alter noch überzeugen. Der Lieferumfang fällt bei unserer Intel-BP-Version, beim Montagematerial, natürlich etwas spärlich aus und umfasst lediglich zwei Sockel. Auch ein Lüfter liegt dem IFX-14 nicht bei. Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohem Niveau angesiedelt und braucht sich hinter keinem anderen Kühler verstecken. Die Montage gestaltet sich, wenn man das Mainboard aus dem Gehäuse nehmen kann, noch im angenehmen Rahmen. Muss der Kühler angebracht werden, wenn das Mainboard schon im Gehäuse verbaut ist, wird es durch die Größe des Kühlers schon etwas schwieriger. Ist diese Hürde erst ein mal überwunden, kann der IFX-14 mit ordentlichen Testergebnissen überzeugen, vorrausgesetzt der Drehzahlbereich stimmt. Wirklich starke Ergebnisse liefert der IFX-14 im hohen Drehzahlbereich ab 1.200 U/Min ab, im Drehzahlbereich ab 800 U/Min und tiefer gibt es mittlerweile deutlich bessere Kühler. Der Preis von rund 55 Euro ist gerade noch im akzeptablen Rahmen, mit zwei Lüftern sind schnell 70 Euro und mehr ausgegeben.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ gute Testergebnisse

Contra
- benötigt viel Platz
- nur für zwei Sockel nutzbar und kein Lüfter im Lieferumfang


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Thermalright IFX-14 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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