» Artikel » Reviews » Scythe Setsugen

Scythe Setsugen


Einleitung

Mit dem Musashi stellte Scythe im September 2008 seinen ersten Grafikkartenkühler vor. Mit dem Setsugen erschien nun im November letzten Jahres ein Nachfolger, welcher so einiges anders macht. Der versteckte Lüfter, welcher sich auf der Innenseite des Kühlers befindet, ist nur eines der auffälligen Merkmale. Der Aufbau nach dem M.A.P.S.-Prinzip und die variable Montagevorrichtung sind zwei weitere Veränderungen des Kühlers, welchen wir in diesem Review auf den Zahn fühlen wollen. Wie sich der Scythe Setsugen gegen die Konkurrenz auf dem Markt von Arctic Cooling, Alpenföhn, Thermalright und Xigmatek schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Anhand der sehr flachen Verpackung lässt sich schon erahnen, welches Format der Kühler besitzt. Mit der Hilfe von Bildern und Tabellen kann sich bereits ein erster Eindruck vom Kühler verschafft werden, ebenso finden sich die technischen Daten auf der Verpackung.
Der Lieferumfang umfasst zwei Montageanleitungen, das Montagematerial für den Kühler, 16 RAM-Kühlkörper, ein Kühlkörper für den NVIO-Chip, ein Kühlkörper für den HSI-Chip, eine Kühlplatte für die Spannungswandler von Geforce-Karten sowie sechs kleinere Kühlkörper für Spannungswandler.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):33,5 x 180 x 139 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):270 Gramm
Anzahl Heatpipes:4x 6-Millimeter-Heatpipes
Anzahl Lamellen:68
Lamellenabstand:1,4 Millimeter
Lüfteranzahl:1
Lüftergröße:120 x 120 x 12 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 (± 30%) - 2.000 (± 10%) upm
Fördervolumen:32 - 76 m³/h
Lautstärke:19,53 - 33,67 dB(A)
Platzbedarf:"2"-Slots inkl. Grafikkarte
Kompatibilität:ATi Radeon 9***, X1300, X1600, X1650, X1800, X1900, X1950, HD2600, HD2900XT, HD3650, HD3850,
 HD3870, HD4770, HD4830, HD4850, HD4870, HD4890, HD5850, HD5870
NVIDIA Geforce Fx5900, 6600, 6800, 7300, 7600, 7800, 7900, 8500, 8600, 8800 (G80), 8800 GT/GTS (G92),
 9600 GT/GSO, 9800 GT/GTX/GTX+, GTS250, GTX260, GTX275, GTX280, GTX285
Preis:28 Euro (Dezember 2009)

Der Kühler im Detail

Im Vergleich zum Musashi ist der Kühler ein gutes Stück schmaler, dafür aber auch deutlich tiefer geworden. So bringt er es auf eine Breite von 180 Millimetern und einer Tiefe von 139 Millimetern.
Das eigentliche Highlight ist jedoch die geringe Bauhöhe, welche lediglich 33,5 Millimeter beträgt. Theoretisch ist es so möglich den Kühler auch in SLI-Systemen, welche nur einen Slot Abstand Platz zwischen den Grafikkarten lassen, zu nutzen. In der Praxis scheitert dies jedoch knapp. Dazu später bei der Montage mehr.
Erreicht wird die geringe Bauhöhe durch den im Inneren verbauten Slip Stream Lüfter, welcher lediglich zwölf Millimeter dick ist. Dieser ist in den Kühler eingelassen und saugt die Luft von der Grafikkarte durch den Kühler.
Fixiert wird der Lüfter mit Hilfe von zwei Metallbügeln. Die Demontage und die Montage des Lüfters gehen jedoch nicht gewohnt leicht von der Hand. Gerade im Bereich, wo die Heatpipes den Kühler verlassen, ist der Lüfter schwer zu erreichen. Eine Entkopplung des Lüfters ist nicht vorhanden und so werden Vibrationen an den Kühler weiter gegeben.
Ein Detail des Kühlers, das lange Zeit geheim blieb, ist die Halterung des Setsugen. So setzt der Kühler nicht auf starre Montagelöcher, sondern auf vier bewegliche Gewindehülsen. Diese können je nach benötigten Lochabstand frei bewegt werden.

Der Kühler im Detail

Die Bodenplatte des Kühlers ist perfekt verarbeitet und zum Schutz vor Korrosion vernickelt. Während des Transportes wird die Bodenplatte aus Kupfer von einer Folie vor Verschmutzungen und Kratzern geschützt.
Der verbaute Slip Stream Lüfter ist lediglich zwölf Millimeter dick und sorgt somit erst für die platzsparende Bauweise des Setsugen. Die Stromversorgung erfolgt über einen normalen 3-Pin-Stromanschluss, die Drehzahl wird mit Hilfe eines Potentiometers geregelt. Der Regelbereich liegt hierbei zwischen 800 und 2.000 U/Min. Leider ist das Potentiometer fest mit dem Lüfter verbunden, bei der Montage des Kühlers hängt dieses des öfteren leicht störend im Weg.
Nach dem Demontieren des Lüfters erkennt man deutlich den Freiraum, welcher für den besagten Lüfter im Kühler gelassen wurde.
Der Setsugen verfügt über den sogenannten M.A.P.S.-Aufbau, welcher erstmals mit dem Mugen 2 eingeführt wurde.
Wer möchte kann den verbauten Lüfter auch gegen ein anderes Exemplar im 120-mm-Format austauschen. Einzige Bedingung ist hierbei, dass der Lüfter keinen durchgängigen Steg bei den Montagelöchern besitzt. Der Vorteil des geringen Platzbedarfes geht dann aber natürlich wieder verloren.

Die Montage

Scythe liefert beim Setsugen ein reichhaltiges Paket an Passiv-Kühlern mit. Für unsere GTX285 in der Revision 2 reichen die Kühlkörper jedoch nicht für die Spannungswandler aus. Wer für seine Karte noch weitere Kühlkörper benötigt kann beim Zusatzpaket von Scythe zugreifen.
Beim NVIO-Chip hat Scythe nicht nur für den störenden Quarz ein Stück heraus gefräst, auch an der Oberkante wurde ein kleiner Teil des Kühlkörpers entfernt, so dass es bei unserer Karte an dieser Stelle keine Probleme mehr gibt.
Die eigentliche Montage des Setsugen geht sehr leicht. So werden die mitgelieferten Bolzen in die verschiebbaren Gewindehülsen geschraubt und anschließend der Kühler auf den Rücken gelegt. Nach der Justierung der Abstände und dem Auftragen der Wärmeleitpaste wird die Grafikkarte auf den Kühler gelegt. Die Backplate sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Anpressdruckes, durch die Rändelmuttern benötigt man kein Werkzeug bei der Montage.
An dieser Stelle möchten wir nochmals kurz auf die Anfangs erwähnte Bauhöhe des Kühlers eingehen. Zwar ist der Setsugen nur knapp zwei Slots hoch, jedoch ragen die Backplate bzw. die Randelmuttern gute neun Millimeter über die Grafikkarte hinaus. Generell ist der Abstand zur unter liegenden Erweiterungskarte sehr gering und so kommt es an dieser Stelle, je nach verbauter Karte, zum Kontakt zwischen dem Kühler und z.B. Montageschrauben anderer Kühler.

Auf dem linken Bild ist recht gut zu sehen, dass der Setsugen einen der beiden Stromanschlüsse unserer Grafikkarte bedeckt. Durch den geringen Abstand zum PCB ist es schwer, den Stromanschluss zu lösen.
Auch der Setsugen ist nicht von Kompatibilitätsproblemen verschont geblieben. Durch den verbauten 120-mm-Lüfter weißt der Kühler natürlich eine entsprechende Grundtiefe auf, die dafür sorgt, dass in schmalen Gehäusen der Kühler an die Seitenwand stoßen könnte. Insgesamt ragt der Setsugen 4,5 Zentimeter über den Rand der Grafikkarte hinaus.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce GTX 285
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sehen wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt, sofern vorhanden, mit den Original-Lüftern bei verschiedenen Drehzahlen. Bei Kühlern, denen kein Lüfter beiliegt, nutzen wir die aus den CPU-Kühler-Tests bereits bekannten Scythe Kama Flex 1900.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Coolink Chillaramic (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen, nach jedem Durchlauf wird der Kühler neu montiert um etwaige Fehler bei der Montage ausschließen zu können.
Für das Einheizen der Grafikkarten nutzen wir das Tool Furmark. Die Protokollierung der Grafikkarten Temperaturen erfolgt durch das Programm Everest. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse

Bei unseren Tests haben wir den Setsugen in insgesamt drei verschiedenen Setups mit jeweils drei verschiedenen Drehzahlen getestet. Eine Testreihe wurde mit dem Slip Stream-Lüfter saugend, so wie der Kühler geliefert wird, durchgeführt. Bei der zweiten Testreihe drehten wir den Lüfter, dass er die Luft auf den Grafikkarte bläst. Die dritte Testreihe stellen die Tests mit dem Scythe Kama Flex dar, wobei dieser Lüfter auf den Kühler montiert wurde.

Testergebnisse - Übersicht


Beim Vergleich der einzelnen Testreihen fallen, besonders beim Vergleich der beiden Testreihen mit dem Slip Stream-Lüfter, zwei Dinge auf. Zum einen erreicht der Lüfter, bedingt durch den Widerstand, den die Lamellen bieten, bei der blasenden Ausrichtung zur Grafikkarte nicht ganz so hohe Drehzahlen wie im Original-Zustand. Zum anderen sind die Temperaturen dort jedoch, trotz geringerer Drehzahl, deutlich niedriger. Scythe bestätigte jedoch schon, dass der Lüfter in der zweiten Charge, welche ausgeliefert wird, gedreht wird.

Temperaturvergleich


Im Gesamtranking kann sich der Setsugen auf einen guten zweiten Platz schieben und platziert sich, mit gedrehtem Lüfter äußerst knapp, hinter dem Accelero Xtreme GTX 280 von Arctic Cooling.

Fazit

Mit dem Setsugen ist Scythe ein sehr gutes Comeback auf dem Markt für Grafikkarten-Kühler gelungen. Neben einer ordentlichen Verpackung ist auch der Lieferumfang, welcher für nahezu jede kompatible Karte (mit Ausnahme einiger GTX 2XX-Grafikkarten) ausreichend Kühlkörper beinhaltet, gut sortiert. Die Verarbeitung ist gut, jedoch nicht perfekt. Insgesamt können wir aber sagen, dass der Kühler auf dem gewohnten Niveau anderer Scythe-Kühler liegt. Dank der flachen Bauweise ist es auch möglich den Kühler in einem SLI-System einzusetzen, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Generell geht die Montage dank des cleveren Montagesystems sehr einfach von der Hand. Und ist der Kühler einmal montiert kann der Kühler mit seinen guten Kühlleistungen überzeugen, auch bei "falsch herum" montiertem Lüfter. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Kühler nur 28 Euro kostet sollte jedem klar sein, dass das Preis-/Leistungsverhältnis hier schon nahezu perfekt ist.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ gute Verarbeitung
+ sehr flache Bauweise
+ gute Testergebnisse
+ günstiger Preis

Contra
- zu wenig Passiv-Kühlkörper beiliegend
- ein Stromanschluss wird vom Kühlkörper überragt


Award

Für die erbrachten Leistungen und dem günstigen Preis verleihen wir dem Scythe Setsugen neben unserem DeXgo-Silber-Award auch unseren DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread