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Alpenföhn Matterhorn


Einleitung

Alpenföhn ist eine Marke der in Leutkirch ansässigen EKL-AG. Ausgestattet mit mehreren Jahren Erfahrung im Retail-Markt wagte man den Schritt in den Endkundenmarkt. Mit Kühlern wie dem Groß Clock'ner, welcher sich durch ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis sich in vielen Empfehlungen einen Platz sichern konnte, machte man sich schnell einen Namen. Der neuste Spross hört auf den Namen Matterhorn und stellt die momentane Speerspitze der Kühler von Alpenföhn dar. Mit sechs 6-mm-Heatpipes, einem speziellen Lamellendesign und dem Föhn120 Wing Boost soll der Kühler nun erstmals den Sprung unter die Top-Kühler am Markt schaffen. Ob dieses Unterfangen gelingt, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Matterhorn besteht aus einem bunt bedruckten Karton mit einem Sichtfenster. Durch dieses ist der Kühler, von welchem auch eine Abbildung die Verpackung ziert, schon vor dem auspacken sichtbar. Neben dem Bild des Kühlers befindet sich auch noch eine Tabelle mit einigen technischen Daten auf der Verpackung. Der Kühler ist im Inneren durch zwei großzügige Kunststoffpolster geschützt.
Zum Lieferumfang gehören zwei paar Lüfterklammern, ein Föhn120 Wing Boost, eine Tube Wärmeleitpaste, eine Bedienungs- und Montageanleitung sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel. Nicht auf dem Bild ist die Backplate für den Sockel 1366, welche mittlerweile jedem Kühler beiliegt. Da wir jedoch ein frühes Serienmodell erhielten fehlte diese bei uns noch ebenso wie der 7-Volt- und der 5-Volt-Spannungsadapter. Auch diese gehören zum regulären Lieferumfang des Alpenföhn Matterhorn.
Der beiliegende 120-mm-Lüfter Föhn120 Wing Boost sieht mit seinem blau-schwarzen Design nicht nur gut aus, auch beherbergt er eine kleine Besonderheit. So ist nahezu der gesamte Rahmen gummiert und bildet so bereits die Grundlage für eine gute Entkopplung. Des Weiteren sind in den Montagelöchern schon Entkopplungselemente eingebracht, welche für eine weitere Entkopplung sorgen.
Dank der beiden Spannungsadapter kann der Lüfter nicht nur mit den vollen 1.500 U/min betrieben werden, sondern auch per Hand fest auf 850-900 (7 Volt) bzw. auf 500-550 U/min (5 Volt) gestellt werden.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):159 x 134 x 76 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):800 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe vernickelt, Kupfer Boden vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:46
Lamellenabstand:2 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:500 - 1.500 U/min
Fördermenge:108 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:- keine Angabe -
Lautstärke:24,8 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:ca. 52 Euro (Stand September 2010)

Der Kühler im Detail

Das Matterhorn ist ein fast komplett schwarz vernickelter Tower-Kühler. Symmetrisch aufgebaut erlaubt er die Montage von maximal zwei 120-mm-Lüftern. Ohne montierte Lüfter ist der Kühler 159 Millimeter hoch, 134 Millimeter breit und 76 Millimeter tief.
Die Seiten des Kühlers sind teilweise verschlossen und zwingen so die Luft durch den Kühler. Ähnlich war dies auch schon bei dem Nordwand, wobei diese an den Seiten komplett geschlossen war. Von der Seite ebenfalls gut zu sehen ist die doppelte Lamellenstruktur. So ist auf beiden Seiten jeweils eine Lage Lamellen recht schmal, die zweite Lage dafür deutlich breiter.
Die Verarbeitung des Kühlers ist sehr gut. Dies ist auch der guten Verpackung geschuldet, zu der auch die Schutzfolie auf der obersten Lamelle gehört. Bei dem Exemplar, welches uns zum Test zur Verfügung stand, war die Folie noch zweigeteilt. Die jetzt erhältlichen Versionen besitzen bereits eine durchgängige Schutzfolie.
Insgesamt besitzt das Alpenföhn Matterhorn 46 Lamellen, welche einen Abstand von zwei Millimetern zueinander haben. Trotz der eher geringen Lamellenanzahl kommt der Kühler auf ein beachtliches Gewicht von 800 Gramm, gemessen ohne Lüfter und Montagematerial.
Durch das Design und die Anordnung der Lamellen will Alpenföhn zwei Dinge erreichen. Zum einen sorgt der große Lamellenabstand am Rand des Kühlkörpers dafür, dass ausreichend Luft auch bei niedrigen Drehzahlen durch den Kühler gelangt, zum anderen erhöht der enge Lamellenabstand in der Mitte des Kühlers die Kühlfläche.

Der Kühler im Detail

Auf der Bodenplatte aus Kupfer befindet sich ein kleiner Passiv-Kühlkörper, welcher mehr optische Zwecke besitzt als dass er die Kühlleistung deutlich steigert. Seinen Beitrag zu eben dieser trägt aber auch er bei. Von der Bodenplatte aus leiten sechs vernickelte 6-mm-Heatpipes die Abwärme an die Lamellen weiter.
Obwohl der gesamte Kühler vernickelt wurde verzichtete man beim Boden darauf. So liegt dort das Kupfer blank und kann so ggf. mit der Zeit anlaufen. Im Auslieferungszustand ist der Boden nahezu perfekt, lediglich ein paar Flecken sind minimal sichtbar.
Der beiliegende Föhn120 Wing Boost im 120-mm-Format passt perfekt in den Kühler und liegt auf diesem, dank der Entkopplung, weich auf. Bei der Befestigung des Lüfters oder auch anderer Lüfter ist darauf zu achten, dass die Lüfterklammern unter der obersten Lamelle angesetzt werden. Auch können nur Lüfter montiert werden, welche keine durchgängigen Montagestege haben.
Der Grund dafür liegt darin, dass die Klammern den Lüfter auf der Innenseite fixieren. Dank der kleinen Griffe an den Halteklammern lassen sich alle passenden Lüfter leicht und ohne viel Kraftaufwand montieren.

Die Montage

Die Montage des Alpenföhn Matterhorn ist in der Theorie und in der Praxis sehr simpel. Bei der Demontage muss man etwas aufpassen, da sich sonst evtl. die Abstandshalter lösen und nicht die Schrauben. Insgesamt ist die Montage aber auch für Anfänger problemlos durchführbar und dank der integrierten Federn ist auch der Anpressdruck immer perfekt.
Wird der Kühler zum Gehäusedeckel ausgerichtet, blockiert er zwei RAM-Steckplätze für Speicher mit hohem Heatspreader. Zu den Kühlern der Spannungswandler und der Northbridge ist bei unserem Testmainboard noch ausreichend Platz vorhanden, hohe Kühlkörper könnten aber auch hier Probleme verursachen.
Die Ausrichtung zur Gehäuserückseite wirkt sich etwas besser zu der Kompatibilität mit den Speicher-Kühlern aus. So können, je nach Mainboard, auch Speicher mit hohem Heatspreader passen, solange dieser schmal ausfällt. Blockiert wird aber maximal der sockelnahste Steckplatz.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick bringt welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Zwei Dinge lassen sich in diesem Diagramm sehr gut erkennen. Zum einen ist erkennbar, dass unserer 120-mm-Referenz-Lüfter - Scythe Kama Flex 1900 - dem Föhn120 Wing Boost bei gleicher Drehzahl überlegen ist. Zum anderen erkennt man, dass der Matterhorn gut von einem zweiten Lüfter profitiert. Selbst bei 1850 U/min lässt sich so noch eine Verbesserung der Temperatur um zwei Kelvin erreichen.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Neben seinem Vorgänger, dem Alpenföhn Nordwand ist der Matterhorn der Kühler mit der geringsten Drehzahl im Testfeld. So ist es auch nicht verwunderlich, dass einige der Konkurrenten vor dem Matterhorn liegen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Beim Test mit fünf Volt beträgt die Drehzahl des Lüfters nur noch 550 U/min, der dabei erzeugte Luftstrom reicht nicht mehr für die Kühlung des übertakteten i7-920 aus. Dies ist bei einer Verlustleistung von über 170 Watt aber auch nicht verwunderlich.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute


Das Matterhorn platziert sich beim Test mit 1.850 U/min im Mittelfeld unseres neuen Testfeldes.


1.300 Umdrehungen pro Minute


Reduzieren wir die Drehzahl des Lüfters auf 1.300 U/min bleibt der Rückstand zur Spitze bei vier Kelvin, den Vorsprung nach unten schafft der Matterhorn aber auszubauen.


700 Umdrehungen pro Minute


Noch deutlicher wird dies bei 700 U/min. So bleibt der Matterhorn weiterhin rund drei Kelvin hinter dem Spitzenfeld, kann sich aber schon deutlich von den hinteren Plätzen absetzen. Gerade der Vorsprung von zehn Kelvin auf seinen Vorgänger sind beachtlich.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute




1.300 Umdrehungen pro Minute




700 Umdrehungen pro Minute



Beim reduzierten Testfeld der Kühler mit doppelter Lüfterbestückung liegt der Matterhorn wieder im Mittelfeld, wobei auch hier deutlich zu sehen ist, dass der Kühler seine stärken im niedrigen Drehzahlbereich hat.

Fazit

Mit dem Matterhorn geht die Entwicklung, welche die Kühler aus dem Hause Alpenföhn durchlaufen, kontinuierlich weiter. So steigerte Alpenföhn den Level der Verarbeitung im Vergleich zum Nordwand nochmals um ein gutes Stück und auch der Lieferumfang fällt ordentlich aus. Weg vom H.D.T.-Boden hin zur massiven Kupferplatte macht der Kühler auch bei den Testergebnissen einen guten Sprung und kann sich gerade im Bereich mit niedrigen Drehzahlen sich deutlich vom Vorgänger absetzen. Der ebenfalls neu eingeführte Lüfter rundet mit seiner PWM-Steuerung das gute Gesamtpaket ab, welches von uns lediglich bei der Montage leichte Abzüge bekommt. So sind die Abstandsbolzen an sich nicht verkehrt, bei der Demontage lösen diese sich aber unter gewissen Umständen zu leicht und sorgen so für einen erhöhten Demontageaufwand. Preislich sortiert der Kühler sich ebenfalls im Mittelfeld ein, wenn gleich es Kandidaten gibt, die deutlich günstiger sind. Für rund 55 Euro erhält man jedoch ein ordentliches Gesamtpaket.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ Lüfter entkoppelt sich selbst
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ ordentliche Testergebnisse

Contra
- bei der Demontage können sich die Abstandsbolzen evtl. lösen


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Alpenföhn Matterhorn unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von EKL.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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