» Artikel » Reviews » Prolimatech MK-13

Prolimatech MK-13


Einleitung

Mit dem Megahalems gelang Prolimatech vor rund einem Jahr der Wurf schlechthin auf dem CPU-Kühler-Markt. Mit dem nun verfügbaren MK-13 möchte man selbigen Erfolgszug auch im Bereich der Grafikkarten-Kühler fortsetzen. Wie auch der Megahalems setzt der MK-13 auf sechs Heatpipes mit sechs Millimetern Durchmesser und eine, für Grafikkartenkühler, relativ große Kühlfläche. Ob dies alleine aber ausreicht um sich an die Spitze der Charts zu setzen und was man sonst noch vom Prolimatech MK-13 erwarten kann, klären wir in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung, in der der MK-13 geliefert wird, hält wenig Informationen für den Käufer bereit. Neben der Kompatibilität, welche sehr umfangreich ausfällt, sind auf der Rückseite noch zwei Features näher erläutert. Dazu zählt das Omni-Mount-Montagesystem und die Möglichkeit bis zu vier Lüfter montieren zu können.
Der Lieferumfang des Prolimatech MK-13 fällt sehr umfangreich aus. So liefert Prolimatech eine Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste, vier Kabelbinder, das Omni-Mount-Montagekit, eine Halteschiene für die Lüfter sowie unzählige Passiv-Kühlkörper mit. Im einzelnen sind dies vier flache RAM-Kühlkörper, vier etwas höhere RAM-Kühlkörper, 18 hohe Kühlkörper für RAM und Spannungswandler sowie einen großen Kühlblock für die Spannungswandler von ATI-Grafikkarten. Lüfter befinden sich keine im Lieferumfang.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):44 x 205 x 100 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):500 Gramm
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:76
Lamellenabstand:1,9 Millimeter
Lüfteranzahl:0
Lüftergröße:-
Lüfterdrehzahl:-
Fördervolumen:-
Lautstärke:-
Platzbedarf:3-Slots (5-Slots mit Lüftern unterm Kühler montiert)
Kompatibilität:NVIDIA Geforce 7800GT/GTX, 7900GS/GT/GTX, 8800GT/GTS(G92)/GTX/Ultra 9600GT, 9800GT/GTX/GTX+,
 GTS250, GTX260/275/280/285
ATi Radeon HD 3850/3870, HD 4830/4850/4870/4890, HD 5850/5870
Preis:50 Euro (Stand März 2010)

Der Kühler im Detail

Optisch und technisch unterscheidet sich der MK-13 nicht stark vom Thermalright T-Rad² GTX. Obwohl der MK-13 größer wirkt, ist er mit seiner Breite von 205 Millimetern sogar ein gutes Stück kürzer als der T-Rad² GTX. Auch die Breite von 100 Millimetern ist noch recht human und sollte später zu weniger Kompatibilitätsproblemen mit Gehäusen führen.
Der 44 Millimeter hohe Kühler wiegt rund 500 Gramm. Zustande kommt das Gewicht durch die 76 Lamellen und die sechs 6-mm-Heatpipes, welche für die Kühlung verantwortlich sind.
Der Abstand der Lamellen liegt bei rund 1,9 Millimetern. Um die Steifigkeit des Kühlers zu erhöhen besitzen die Lamellen am Rand kleine Abstandshalter. Dies und die Tatsache, dass die Lamellen und Heatpipes miteinander verlötet sind sorgen für die enorme Formstabilität des Kühlers.
Die vorderste Lamelle wurde auf Hochglanz poliert und sowohl mit dem Prolimatech-Logo als auch mit dem Produktnamen verziert. Wir finden, dass dies nicht zum Kühler passt, im eingebauten Zustand ist davon jedoch auch nicht all zu viel zu sehen.

Der Kühler im Detail

Insgesamt sorgen sechs 6-mm-Heatpipes für den Wärmetransport von der Bodenplatte zu den Lamellen. Die Heatpipes sind zwar leicht gebogen, anders als beim Thermalright T-Rad² GTX überkreuzen sie sich nicht.
Auf der Bodenplatte ist noch ein größerer Kühlkörper angebracht, welcher die Kühlung der GPU unterstützten soll. Der Aufbau des Kühlkörpers ist dabei schlicht gehalten und auch die Höhe ist sehr gering. Dafür ist die Grundfläche des Kühlers deutlich größer als die der Bodenplatte selbst.
Der Boden ist, wie der gesamte Kühler, sehr gut verarbeitet. Während des Transportes sorgt eine Folie für den Schutz der Bodenplatte, welche plan aber nicht spiegelnd ist.
Die Halteschienen, welche zur Montage des Kühlers genutzt werden, können durch das Lösen von zwei Schrauben entfernt werden. Prolimatech deutete an, dass so die Kompatibilität des Kühlers recht leicht auf neuere Grafikkarten erweitert werden kann, da nur die entsprechenden Halterungen ausgetauscht werden brauchen. Eine Kompatibilität zur neuen Nvidia-Grafikkartengeneration (GTX400) soll übrigens vorhanden sein, gesichert ist diese Information jedoch noch nicht.

Die Montage

Als Grundlage für den Test kommt wieder unsere Geforce GTX285 von Sparkle zum Einsatz. Diese haben wir bereits bei den sechs früheren Tests genutzt. Als Grundlage der Kühlung haben wir neben den Kühlern für die Spannungswandler auch den Kühler für den NVIO-Chip vom Arctic Cooling Accelero XTREME GTX Pro übernommen.
Ein separater Kühler für den Nvio-Chip liefert Prolimatech nicht mit, so soll hier einer der hohen Kühlkörper zum Einsatz kommen. Im Bereich zum Slotblech muss der RAM mit den flachen Kühlkörpern ausgestattet werden, alle anderen RAM-Bausteine können mit den hohen Kühlern bestückt werden.
Ist die Grundbestückung der Bausteine erfolgt kann der Kühler verschraubt werden. Die ist recht leicht zu bewerkstelligen, müssen doch nur vier Schrauben und eine Backplate mit der Grundplatte verbunden werden.
Durch die Bauhöhe des Kühlers ist genug Freiraum zum PCB der Grafikkarte vorhanden. Ein Kontakt mit Kondensatoren oder anderen höheren Bauteilen kann so nahezu ausgeschlossen werden. Auch die Stromanschlüsse sind sehr gut zu erreichen.
Der Abstand zu den Speicherkühlern ist recht großzügig. So ist es durchaus möglich, etwaige Grundplatten diverser Grafikkarten montiert zu lassen um so für eine gute Kühlung von Spannungswandlern und Arbeitsspeicher zu sorgen. Dies hängt natürlich stark von der Art der zu nutzenden Grundplatte ab.
Da der Prolimatech MK-13 nicht sehr breit und lang ist, ragt er nur minimal seitlich über die Grafikkarte hinaus. Der Überstand zur Seite beträgt grob fünf Millimeter und so sollte der Kühler in kaum einem Gehäuse für Probleme sorgen.
Etwas ungünstig ist jedoch der Überstand des Montagematerials auf der Rückseite. So stehen die Köpfe der Schrauben deutlich ab und können so unter gewissen Umständen den Slot über der Grafikkarte blockieren. Hier wäre eine flachere Bauweise von Vorteil.
Die Halteschiene für die Lüfter wird an den Slotblenden fixiert und benötigt dort zwei Plätze. Mit montierten Lüftern an der Unterseite benötigt der MK-13 insgesamt fünf Slots inklusive der Grafikkarte. Den eventuell blockierten Slot über der Grafikkarte ist hier bei nicht berücksichtigt.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce GTX 285
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sehen wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt, sofern vorhanden, mit den Original-Lüftern bei verschiedenen Drehzahlen. Bei Kühlern, denen kein Lüfter beiliegt, nutzen wir die aus den CPU-Kühler-Tests bereits bekannten Scythe Kama Flex 1900.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Coolink Chillaramic (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen, nach jedem Durchlauf wird der Kühler neu montiert um etwaige Fehler bei der Montage ausschließen zu können.
Für das Einheizen der Grafikkarten nutzen wir das Tool Furmark. Die Protokollierung der Grafikkarten Temperaturen erfolgt durch das Programm Everest. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.
Testergebnisse

Insgesamt haben wir den MK-13 von Prolimatech mit sechs verschiedenen Settings getestet. So verbauten wir einen bzw. zwei Scythe Kama Flex 1900 unter dem Kühler und ließen diese mit 800, 1.200 und 1.800 U/Min arbeiten.

Von einem Test mit seitlich angebrachten Lüftern haben wir aus einem einfachen Grund verzichtet. Dieses Setup ist für SLI-System gedacht, da unsere Karte aber nicht "eingezwängt" ist, die Luft nach unten frei entweichen könnte und auch keine zweite Karte Wärme abstrahlt würden die in diesen Test erreichten Werte nicht denen entsprechen die in der Realität erreicht werden.

Ergebnisse - Prolimatech MK-13


Sehr verwundert waren wir beim betrachten der Testwerte. So erreichte der Prolimatech MK-13 die besten Temperaturen mit einem Lüfter bei 1.200 U/Min. Unsere Theorie dazu sieht wie folgt aus: Bei geringer Drehzahl ist schlicht der Luftstrom zu schwach um die maximale Leistung aus dem Kühler zu kitzeln. Bei höheren Drehzahlen oder zwei Lüftern scheint aber eine Art Luftstau zu entstehen, der verhindert dass die Warme Luft zügig abgeführt wird und so die Temperaturen höher sind als bei einer "gemäßigten" Belüftung.

Temperaturvergleich


Beim Vergleich der Kühler untereinander entschieden wir uns beim MK-13 für die erreichten Werte mit einem Lüfter bei 1.200 U/Min. Der MK-13 sortiert sich hinter den beiden Kühlern von Arctic Cooling und zwischen den beiden Werten des Scythe Setsugen ein. Erreicht wird dieses Ergebnis aber mit einer deutlich geringeren Geräuschkulisse, da sowohl der Setsugen (2.000 U/Min) wie auch die beiden Accelero Xtreme (2.100 und 2.060 U/Min) deutlich schnellere Lüfter einsetzen. Insgesamt ist das erreichte Ergebnis also mehr als zufrieden stellend.

Fazit

Der MK-13 weißt deutliche parallelen zum ersten CPU-Kühler von Prolimatech auf. So ist die Verpackung ähnlich gestaltet wie beim Megahalems und auch das Design orientiert sich am CPU-Kühler. Beim Lieferumfang stattet Prolimatech den MK-13 ordentlich aus und legt eine Vielzahl an Kühlern bei. Auch die Kompatibilität des Grafikkarten-Kühlers ist sehr gut und deckt ein sehr breites Feld an Grafikkarten ab. Die Montage müssen wir in zwei Schritten betrachten. Nehmen wir die Komponenten, welche auf der Grafikkarte selbst platziert werden findet man keinen Grund zum meckern. Bezieht man jedoch das Gesamtpaket in Betracht so muss man sagen, dass der Aufwand recht hoch ist. Aber nicht nur der Montageaufwand ist groß, auch der Platzbedarf des Kühlers ist es. Inklusive der Grafikkarte benötigt der MK-13 ganze fünf Slots und auch über der Grafikkarte wird es, auf Grund der weit hervorstehenden Muttern, für eine weitere Erweiterungskarte eng. Bei den Leistungstests macht der Kühler jedoch einiges besser als bei der Montage. So sind die Ergebnisse teilweise zwar verwunderlich, bei der idealen Konfiguration erreicht der MK-13 aber gute Testergebnisse bei einer angenehmen Geräuschkulisse. Insgesamt stellt der MK-13 einen ungewöhnlichen Kühler dar, welcher gerade durch die Montagemöglichkeiten der Lüfter für aufsehen sorgt. Mit einem Preis von rund 50 Euro ohne Lüfter ist er aber kein Schnäppchen, Caseking bietet den Kühler aber mit Lüftern an.


Pro & Contra

Pro
+ sehr reichhaltiger Lieferumfang
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr gute Testergebnisse
+ hohe Kompatibilität

Contra
- sehr hoher Platzbedarf
- aufwendige Montage


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Prolimatech MK-13 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread