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1080-Radiatoren Roundup


Einleitung

Bei einer Wasserkühlung ist Radiatoren-Fläche durch nichts zu ersetzen... außer durch mehr Radiatoren-Fläche. Dieser Philosophie folgen die drei Wärmetauscher im heutigen Roundup. Der Aqua Computer evo 1080, der Phobya Xtreme NOVA 1080 sowie der Watercool Mo-Ra 2 Pro sind alle darauf ausgelegt, von insgesamt neun 120-mm-Lüftern ventiliert zu werden. Wie schlagen sich die drei Kandidaten im Vergleich? Unser ausführlicher Test klärt alle Details.

Technische Daten
 Abmessungen:Anschlussgewinde:Schraubengewinde:Lamellen pro Zentimeter:
 Aqua Computer evo 108036,8 x 5,5 x 40 cm2x G1/4"M36
 Phobya Xtreme NOVA 108036 x 5 x 38,5 cm2x G1/4"M35
 Watercool Mo-Ra 2 Pro39 x 5,7 x 41,5 cm2x G1/4"Keine*6
* Um Lüfter am Mo-Ra 2 Pro anzubringen wird eine separat erhältliche Lüfterblende benötigt.


Watercool Mo-Ra 2 Pro
Der Watercool Mo-Ra 2 Pro wurde bereits in diesem Artikel ausführlich getestet. Im heutigen Roundup wird er daher nicht nochmals separat vorgestellt, erscheint aber in allen Vergleichsdiagrammen.

Aqua Computer evo 1080
Der evo 1080 fällt auf Anhieb positiv auf. Der Radiator ist schwer und macht einen sehr soliden Eindruck. Die Lackierung und die Verarbeitung im allgemeinen sind durchweg erstklassig.
Beim Aqua Computer evo 1080 handelt es sich um einen Rohr-Radiator, ähnlich dem Mo-Ra 2 Pro. Der Wasserstrom wird nach den Anschlussgewinden auf drei Rohre verteilt, die sich den Weg durch die Lamellen am evo 1080 winden. Lüfter können direkt an der Rückseite des evo mit M4-Schrauben befestigt werden.
Die Rohre am Aqua Computer Radiator sind relativ dicht mit Lamellen besetzt. Die Bauweise und auch die Dichte der Lamellen sind der des Mo-Ra 2 ähnlich.
Die Frontblende am evo 1080 ist sehr markant und optisch ansprechend. Bedenklich ist einzig, dass die Blende und die Lüftergitter den Lüftern einiges an Widerstand entgegenbringen bzw. die aktiv belüftbare Fläche reduzieren (wenn die Lüfter saugend installiert sind).

Phobya Xtreme NOVA 1080
Der Xtreme NOVA ist im Gegensatz zu den anderen beiden Vergleichs-Kandidaten kein Rohr-Radiator sondern setzt auf parallel verlaufende Wasserströme, die in Vorkammern zusammenlaufen. In anderen Worten: Der NOVA gleicht in der Bauweise dem, was man sich von Radiatoren kleinerer Formate gewohnt ist. Die Verarbeitung des Radiators selbst ist gut, aber die Lüfterblende trübt den Eindruck etwas, da die Kanten unsauber gebrochen sind und die Fläche Kratzer aufweist.
Von der Rückseite her ist die Bauweise des NOVA 1080 gut zu erkennen. Wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, sind die Lamellen weniger dicht als bei den beiden Vergleichs-Radiatoren angebracht. Auch beim NOVA 1080 stiehlt die Blende den Lüftern etwas der vorhandenen Wirkungsfläche - die Blende am Mo-Ra ist die einzige im Roundup, die keinen solchen Effekt hat.
Von der Seite ist ersichtlich, dass der Phobya-Radiator etwas schmaler ist, als die anderen beiden Kandidaten im Roundup. Allgemein wirkt dieser Wärmetauscher etwas kleiner und filigraner als die beiden Radiatoren von Aqua Computer und Watercool.

Testmethode

Zum Testen von Radiatoren verwenden wir einen dedizierten Kreislauf, der außer dem jeweiligen Radiator und den nötigen Messinstrumenten nur eine Laing DDC -1T+ mit einem EK X-Res Aufsatz und Heizelemente umfasst.
Es befinden sich zwei Außenheizer im Kreislauf, die theoretisch je 300 Watt Wärmeleistung ins Wasser abgeben können. Die tatsächliche Hitzelast der Heizer erreicht die 300 Watt nur knapp und kann über längere Zeiträume hinweg im Bereich von +/- 6 Watt schwanken. Deshalb wird nun mit einem Strommessgerät der tatsächliche Verbrauch der Heizer gemessen und alle 5 Minuten aufgezeichnet. Daraus errechnet sich dann die durchschnittliche Hitzelast während des Teslaufs.
Vier analoge Temperatursensoren messen die Wassertemperatur. Drei digitale Sensoren messen die Temperatur der angesogenen Luft einige Zentimeter vor den Lüftern, drei weitere Sensoren messen die Temperatur der nach dem Radi ausgestossenen Luft, wenige Zentimeter dahinter. Ein T-Balancer BigNG steuert die Lüfter und hält die Temperaturdaten im fünf-Sekunden-Intervall in einer Log-Datei fest.

Jeder Testlauf beginnt mit dem Einschalten des Heizers bzw. der Heizer und dauert 35 Minuten. Es stellt sich jeweils nach einigen Minuten eine Maximaltemperatur ein, die sich fast ohne Schwankungen hält. Um Fehlerquellen auszuschließen haben wir uns dennoch für einen relativ langen Testlauf entschieden. Die Temperaturen werden aus einem Messfenster berechnet, welches die letzten zehn Minuten des Testlaufs umfassen. Durch dieses lange Testfenster werden Ungenauigkeiten der Temperatursensoren so gut wie möglich ausgebügelt.

Als Lüfter Scythe Kama Flex 1900 zum Einsatz, die unseren gesamten Drehzahlbereich von 400 bis 1600 U/min bewältigen.


Durchfluss



Zum Vergleich ziehen wir hier auch die Radiatoren aus unserem Roundup "Radiatoren in Übergröße" hinzu. Wie wir sehen können, ist der Mo-Ra nach wie vor der restriktivste Radiator im Vergleich. Der evo 1080 schlägt sich etwas besser und der Kandidat von Phobya erweist sich als überraschend durchflussstark, angesichts der Dimensionen.

Kühlleistung 1

Sehen wir uns nun die erreichten Temperaturwerte bei verschiedenen Drehzahlen an. Die angegebenen Temperaturen entsprechen immer der Differenz zwischen Wassertemperatur und Umgebungstemperatur. Gemäß der Konvention geben wir die Werte in Kelvin an, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Wir gleichen alle Werte rechnerisch auf eine angenommene, konstante Hitzelast von 300 Watt an, um die leichten Schwankungen der Heizerleistung auszubügeln.


400 U/min




800 U/min




1200 U/min




1600 U/min



Wie aus den Resultaten heraus zu lesen ist, liegen der NOVA 1080 und der Mo-Ra 2 Pro bei allen Drehzahlen praktisch gleich auf. Der Radiator von Aqua Computer fällt immer etwas zurück, allerdings muss bedacht werden, dass auch der evo 1080 eine sehr hohe Kühlleistung erbringt. Die beiden anderen Radiatoren haben zwar einen Vorsprung, aber man darf die Leistung des evo 1080 nicht schmälern, diese bewegt sich ebenfalls auf einem sehr hohem Niveau.


Höhere Hitzelast

Wir haben in den obigen Diagrammen die Werte wie Üblich auf 300 Watt angeglichen. 300 Watt ist ungefähr die Grenze, bei der kleinere Radiatoren (insbesondere 360er) mit langsam drehenden Lüftern gerade noch so mithalten können, ohne dass die Schläuche vor Überhitzung schmelzen und die Pumpe beschädigt wird. Bei den hier getesteten 9x120er Radiatoren stellen die 300 Watt allerdings fast eine Unterforderung dar. Um das Potenzial der Radiatoren auch bei höheren Hitzelasten abschätzen zu können, empfehlen wir einen Blick auf den DeXgo Radiatoren-Rechner. An dieser Stelle soll nur gesagt sein: Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie diese Radiatoren auch im Praxistest eine konstante Hitzelast von fast 600 Watt über Stunden hinweg problemlos wegstecken.

Kühlleistung 2

Im folgenden werden C/W-Werte dargestellt. Das sind die Delta-Temperaturen zwischen Wasser und Umgebungstemperatur pro Watt Hitzelast. Die Werte sind also auf 1 Watt Hitzelast angeglichen, ähnlich wie die Werte auf den vorherigen Seiten auf 300 Watt Hitzelast angeglichen waren. Da uns hier die Verhältnisse zwischen den einzelnen Testkandidaten interessieren, spielt es keine Rolle, auf welche Hitzelast angeglichen wird.
Hier sind die Resultate von der letzten Seite nochmals auf andere Weise illustriert. Wie den Kurven zu entnehmen ist, sind die Radiatoren von Watercool und Phobya leistungsmäßig kaum zu unterscheiden.
Hier sind nun noch ein paar weitere Radiatoren mit im Vergleich, um das ganze etwas ins Verhältnis zu setzen. Unter anderem kann man sehen, wie sich die länglichen Monster-Radiatoren von Feser und Hardware Labs (Monsta und GTX 560) gegen die 9x120er schlagen. Mit im Vergleich sind auch der RX460 und RX480 von XSPC; sie machen ersichtlich, dass "normal große" Wärmetauscher nicht annähernd an die Kühlleistung der 9x120er herankommen.
Preisvergleich


Fazit und Awards
Aqua Computer evo 1080

Der evo 1080 liegt in der Kühlleistung hinter den beiden anderen Kandidaten zurück, was sehr wahrscheinlich an der Frontblende liegt. Dennoch ist die Kühlleistung der eines Radiators in "Normalgröße" immer noch weit überlegen und selbst eine waschechte High-End Maschine lässt sich mit diesem Wärmetauscher problemlos auf Temperatur halten. Die durchweg exzellente Verarbeitung des evo 1080 sorgt für weitere Plus-Punkte.

Der Aqua Computer evo 1080 erhält den DeXgo-Bronze-Award.
Phobya Xtreme NOVA 1080

Der Phobya-Radiator bietet eine extrem starke Kühlleistung und ist dabei noch relativ un-restriktiv. So kann er auch mit schwächeren Pumpen verwendet werden, ohne dass der Durchfluss zu stark leidet. Negativ zu vermerken ist einzig die Verarbeitung: Die Blende wirkt lieblos gemacht und der NOVA macht allgemein einen weniger soliden und wertigen Eindruck als die beiden Vergleichs-Produkte. Im Gegenzug ist er mit dem Preis von nur 90 Euro ein echtes Schnäppchen in seiner Gewichtsklasse.

Der Phobya Xtreme NOVA 1080 verdient sich den DeXgo-Silber- sowie den DeXgo-Preis/Leistungs-Award.
Das Fazit für den Watercool Mo-Ra 2 Pro ist hier nachzulesen.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aqua Computer Berlin, Aquatuning und Phobya.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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