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Cooler Master Hyper N520


Einleitung

Wer sich einen Rechner selbst zusammenstellen möchte, könnte bei Cooler Master sehr viel von dem finden, was er für diesen, bis auf die Hardware, benötigt. So finden sich im Produktportfolio neben Kühlern, Netzteilen, Gehäusen, Lüftern auch noch Festplattengehäuse, Wärmeleitpaste, Tastaturen und Mäuse um nur die wichtigsten Dinge aufzuzählen. Neben der großen Produktvielfalt sind in den meisten Kategorien auch die verschiedenen Preissegmente von High-End bis Low-Cost abgedeckt. Einen Kühler, welcher eher im günstigen Preissegment angesiedelt ist, wollen wir heute auf die Finger fühlen. Der Hyper N520 ist gleich mit zwei Lüftern ausgestattet und soll auch für leistungsstarke Prozessoren der Core-i7- und AM3-Serien eine ausreichende Kühlleistung mit sich bringen. Wie sich der Kühler schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Während beim Hyper TX3 die Verpackung nur aus einfachem Kunststoff bestand bekommt der Hyper N520 wieder eine Kartonverpackung spendiert. Diese ähnelt der des Hyper 212 Plus sehr stark. Auf der Vorderseite ist ein Bild des Kühlers im Großformat und die Kompatibilität abgebildet, die Rückseite zeigt weitere Bilder des Kühlers, einige technische Zeichnungen sowie einen Teil der technischen Daten. Die Verpackung schützt den Kühler gut während des Transportes ohne dabei unnötig groß zu sein.
Der Lieferumfang umfasst eine Montageanleitung, eine Garantiekarte, das Montagematerial für die unterstützten Sockel sowie eine Tube Wärmeleitpaste.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):142 x 121 x 63 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):485 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:5x 6mm
Anzahl Lamellen:48
Lamellenabstand:1,5 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 92 Millimeter
Lüfter beiliegend:2x 92 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.800 U/Min
Fördermenge:74,37 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,72 Watt
Lautstärke:19 dB(A)
Besonderheiten:-
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:30 Euro (Stand Mai 2010)

Der Kühler im Detail

Der Hyper N520 besitzt ein ungewöhnliches Design. Zwar ist der Grundaufbau wie bei einem normalen Tower-Kühler gehalten, die beiden montierten Lüfter wurden jedoch versetzt am Kühler angebracht. So wird zwar mehr Kühlfläche belüftet, der Kühler wird so aber auch breiter als andere Kühler die für 92-mm-Lüfter ausgelegt sind. Im Vergleich zum Hyper TX3 sind dies beispielsweise satte 30 Millimeter.
Die beiden Lüfter sind im Push-Pull-Verfahren angebracht und sorgen so für einen ordentlichen Luftzug durch den Kühler. Befestigt werden die beiden Lüfter durch Schrauben, eine Entkopplung ist leider nicht vorhanden.
Insgesamt verbaut Cooler Master fünf 6-mm-Heatpipes beim Hyper N520. Während die drei im inneren U-förmig durch die Bodenplatte verlaufen, gehen die beiden Heatpipes am Rand nur in eine Seite des Kühlers. Die Abdeckung des Kühlers fungiert nicht nur als optische Aufwertung, sondern liefert auch die Haltepunkte für die beiden Lüfter.
Zusätzlich wurden auch die Seiten noch mit abgedeckt. Da der Großteil der Abdichtung aber schon von den gekanteten Lamellen erfolgt, ist die Abdeckung an den Seiten eher ein optisches Mittel als dass es eine Funktion mit sich bringt.
Schaut man direkt von Vorn auf den Kühler erkennt man gut wie die Lüfter versetzt angebracht sind. Auf den ersten Blick wirkt es so, als ob sinnlos mehr Kühlfläche angebracht wurde, durch die versetzte Montage werden aber die zusätzlichen Bereich, wenn auch nicht so stark wie bei anderen Kühlern, mit belüftet.

Der Kühler im Detail

Demontieren wir die Lüfter wird der Blick frei auf die 48 Aluminium-Lamellen, welche beim Hyper N520 verbaut wurden. Der Lamellenabstand beträgt 1,5 Millimeter und liegt dabei im Mittelfeld bei den Kühlern für 92-mm-Lüfter. Ohne Lüfter und Montagematerial bringt es der Kühler auf ein Gewicht von stattlichen 485 Gramm.
Während die Lamellen und die obere Abdeckung der Bodenplatte aus Aluminium sind, kommen für die Heatpipes und die Kontaktfläche zur CPU Kupfer zum Einsatz. Beim Blick von unten erkennt man auch recht gut, wie die fünf Heatpipes angeordnet sind.
Unter der leicht und rückstandsfrei entfernbaren Schutzfolie kommt der plane und leicht spiegelnde Boden zum Vorschein.
Die beiden Lüfter des Hyper N520 arbeiten bei einer Betriebsspannung von zwölf Volt mit rund 1.800 U/Min und haben dabei eine Leistungsaufnahme von je 3,72 Watt. Der Luftdurchsatz ist hierbei im Vergleich zu anderen Lüftern mit ähnlichem Verbrauch recht gering und beträgt rund 75 m³/h. Die erzeugte Lautstärke soll bei rund 19 dB(A) liegen.
Die Lüfter besitzen einen Teils offenes Rahmendesign und auch die Lüfterblätter sind leicht anders gestaltet, als man es sonst kennt. So besitzen diese eine Kante, welche dafür sorgt, dass ein Teil des Lüfterblattes quasi über dem Rahmen liegt. Die beiden Anschlusskabel der Lüfter sind sehr kurz gehalten, da die Stromversorgung über ein gemeinsames Kabel erfolgt. So kann der Kühler bzw. die beiden Lüfter an einem Mainboard-Anschluss betrieben und gesteuert werden.

Die Montage

Die Montage des Cooler Master Hyper N520 geht leicht von der Hand, jedoch muss das Mainboard hierfür demontiert werden. Nachdem die passende Halterung am Kühler montiert und die Wärmeleitpaste auf dem Prozessor aufgetragen ist, wird der Kühler auf der CPU platziert. Anschließend wird die Backplate von hinten aufgesetzt und mit den vier Muttern der Kühler befestigt.
Obwohl der Kühler breiter ist als viele seiner Kollegen im 92-mm-Format treten keinerlei Problem auf, solange der Arbeitsspeicher keinen hohen und breiten Heatspreader besitzt. Ist dieser nur hoch und beschränkt sich auf die Breite des Moduls passt dieser problemlos neben den Kühler.
Auch die Ausrichtung zur Gehäuserückwand funktioniert problemlos und so bleibt es dem Anwender überlassen, wie der Kühler montiert wird. Dies gilt auch für Anwender mit AMD-Prozessoren, da der Kühler auch hier frei ausgerichtet werden kann.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 mit einer eingestellten VCore von 1,2 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe S-FLEX™ SFF92D. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 2400, 1700, 1200 und 800.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Insgesamt zehn verschiedene Testszenarien muss der Cooler Master Hyper N520 über sich ergehen lassen. Neben den beiden Tests mit der Serienbelüftung erwarten ihn auch jeweils vier Testläufe mit Single- und Dual-Referenz-Belüftung.

Recht deutlich sieht man, dass der Hyper N520 stark vom zweiten Lüfter auch bei hohen Drehzahlen profitiert. Während der Cooler Master Hyper TX3 und der Noctua NH-U9B nur rund zwei Kelvin bessere Temperaturen bei 2.400 U/Min erreichen, gewinnt der Hyper N520 knapp vier Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt

Bei einer anliegenden Spannung von zwölf Volt arbeiten die beiden Lüfter mit rund 1.750 U/Min. Der Lüfter sind dabei in Verbindung mit dem Kühler hörbar aber nicht störend. Insgesamt zählt der Kühler zu den leiseren unter den 92-mm-Kühlern.

Durch die geringe Drehzahl platziert sich der Kühler im Mittelfeld unseres Rankings. Alle über ihm stehenden Kühler, mit Ausnahme des Noctua NH-U9B SE2, arbeiten mit deutlich höheren Drehzahlen.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt

Bei fünf Volt Betriebsspannung liegt die Drehzahl der beiden Lüfter bei rund 700 U/min.

Dank der beiden Lüfter und der noch angenehmen Drehzahlen stellt auch der Testlauf mit fünf Volt kein Problem für den Cooler Master Hyper N520 dar.

Test - Single-Referenz-Belüftung (1x Scythe S-FLEX SFF92D)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe S-FLEX SFF92D.

2.400 Umdrehungen pro Minute


Mit einem Lüfter bestückt will der Hyper N520 eine nicht wirklich starke Leistung zeigen. Über vier Kelvin Rückstand zum Noctua NH-U9B sind eine recht deutliche Sprache.


1.700 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 1.700 U/Min ändert sich an diesem Bild nicht viel. So liegt der Kühler auch hier auf dem vorletzten Platz unseres Rankings mit nun knapp sechs Kelvin Rückstand.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Auch wenn der Abstand zur Spitze größer wird, niedrigere Drehzahlen liegen dem Kühler besser. Knapp hinter dem Scythe Katana 3 ordnet sich der Cooler Master Hyper N520 nun ein.


800 Umdrehungen pro Minute


Die Tendenz hält an und so kann sich der Hyper N520 in den Kreis der Kühler gesellen, welche den i7 auch bei 800 U/Min ausreichend kühlen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (2x Scythe S-FLEX SFF92D)

Als dritter Kühler kann der Cooler Master Hyper N520 zwei Lüfter aufnehmen und erweitert so neben dem Noctua NH-U9B und dem Cooler Master Hyper TX3 das Testfeld für die Dual-Belüftung.

2.400 Umdrehungen pro Minute




1.700 Umdrehungen pro Minute




1.200 Umdrehungen pro Minute




800 Umdrehungen pro Minute




Die Tendenz aus der Single-Belüftung bleibt klar erhalten, wie wir aber schon eingangs der Tests erwähnten liegt dem Hyper N520 die Dual-Belüftung besser als anderen Kühlern. Der Rückstand auf die Spitze, welcher bei der Single-Belüftung immer zwischen vier und acht Kelvin lag, konnte teilweise deutlich reduziert werden.

Fazit

Das Konzept, welches hinter dem Hyper N520 und dessen großen Bruder dem Hyper N620 steckt, ist eigentlich recht interessant. Durch die versetzten Lüfter kann eine größere Fläche belüftet werden ohne größere Lüfter nutzen zu müssen. Das klappt beim Hyper N520 auch gut und man sieht deutlich, dass der Kühler stark vom zweiten Lüfter profitiert, jedoch ist die Grundleistung zu gering um der Konkurrenz wirklich gefährlich zu werden. Mit der guten Verpackung, der ordentlichen Verarbeitung und der angenehmen Montage kann der Kühler zwar Punkten, jedoch reicht es nicht um ein Spitzenprodukt etablieren zu können, dies ist aber auch nicht das Ziel von Cooler Master. Der rund 30 Euro teure Kühler kann im gesamten überzeugen, sollte aber definitiv immer mit doppelter Belüftung betrieben werden. Für ein Top-Produkt fehlt aber leider einfach etwas Leistung.


Pro & Contra

Pro
+ zwei Lüfter beiliegend
+ ordentliche Verarbeitung
+ einfache Montage

Contra
- mäßige Performance mit einem Lüfter


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Cooler Master Hyper N520 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Cooler Master.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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