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Scythe Stronger Plug-in 700W


Einleitung

Mit der Stronger-Serie veröffentlicht Scythe sein zweites Netzteilmodell in Europa. Nach der Einführung des Kamariki 4 im letzten Jahr stellt sich nun also ein Nachfolger an, in die erfolgreichen Fußstapfen zu treten. In drei Leistungsklassen (550 Watt, 600 Watt und 700 Watt) stehen die Netzteile mit und ohne Kabelmanagement zur Verfügung. Und so sollen die drei Modelle dank des verbauten 140-mm-Slip-Stream-Lüfters nicht nur kühl sondern auch ruhig ihren Dienst verrichten. Wie sich die 700-Watt-Version mit Kabelmanagement in unserem Review schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Scythe liefert die Stronger-Netzteil-Serie in einer Kartonverpackung aus. Neben einigen technischen Daten finden sich auch ein paar Bilder des Netzteiles. Auch sind die verfügbaren Anschlüsse der drei verschiedenen Versionen aufgelistet. In der Verpackung ist das Netzteil gut durch eine Luftpolsterfolie geschützt verpackt, umgeben von den modularen Kabeln und dem Rest des Lieferumfanges.
Der Lieferumfang setzt sich zusammen aus einem Kaltgerätekabel, vier schwarzen Montageschrauben, zwei Lüfter-Anschlusskabeln, einer Bedienungs- und Montageanleitung sowie den modularen Kabeln. Die beiliegende Anleitung besteht lediglich aus fünf Seiten in verschiedenen Sprachen, welche kurz die Inbetriebnahme des Netzteiles erklärt. Technische Daten oder andere Hinweise findet man dort nicht.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: SPSN-070P
Leistung: 700 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 30 Ampere
+12V1: 47 Ampere
+12V2: 25 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 170 Watt
+12V1+2: 530 Watt
-12V: 6 Watt
5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OLP: Over Load Protection -> Überlastungsschutz

Äußere Ansichten

Während das Kamariki 4 noch einen verhältnismäßig kleinen 100-mm-Lüfter verbaut hatte, setzt Scythe beim Stronger auf einen großen 140-mm-Lüfter der neuen Slip-Stream-140-Serie. Je nach Version des Netzteiles arbeitet der Lüfter mit einer maximalen Drehzahl von 1.350 U/Min und wird dabei knapp 28 dB(A) laut. In unserem Fall dreht der Lüfter bis rund 300 Watt Auslastung mit 600 U/Min, so zumindest die Angaben von Scythe.
Nach der eher auffälligen optischen Gestaltung des Kamariki 4 ist die Stronger-Serie in einem dezenten Schwarz gehalten. Der Lack ist matt und wirkt sehr edel, leider ist er aber recht anfällig für Kratzer.
Während eine der Seiten komplett leer ist, befinden sich auf der anderen Seite der Aufkleber mit den technischen Daten und das Garantiesiegel.
Beim Scythe Stronger besteht die Rückseite fast ausnahmslos aus einem Lochgitter in Wabenstruktur. Lediglich im Bereich, in dem die Buchse für das Kaltegerätekabel und der Ein-/Aus-Schalter sitzt, ist das Metall etwas massiver.
Auf der nach Innen gewandten Seite befinden sich die Anschlüsse für die modularen Kabel und auch der fest installierte Strang verlässt dort das Gehäuse. An die beiden Lüfteranschlüsse kann jeweils ein Lüfter angeschlossen werden, welcher dann über das Netzteil geregelt wird. Das Tachosignal kann hierbei an das Board weitergeleitet und somit dann überwacht werden.

Das Kabelmanagment

Fest installiert sind beim Scythe Stronger Plug-in in der 700-Watt-Variante der 20+4-Pin-ATX-Stromanschluss sowie der 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss. Für die optionalen Kabel stehen insgesamt zwölf Buchsen zur Verfügung. Hierbei sind zwei für die Kabel der integrierten intelligenten Lüftersteuerung, vier für die Stromversorgung der Grafikkarten und die restlichen sechs für die Stromversorgung der Peripherie vorgesehen. Beschriftet sind lediglich die Anschlüsse der Lüfter, die anderen Buchsen sind sowohl farblich codiert als auch mechanisch inkompatibel zueinander. Ein versehentliches falsches Anschließen ist somit nicht möglich.
Das 20+4-Pin-ATX-Stromanschluss und der 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss besitzen eine Länge von rund 45 Zentimetern. Auf einer Länge von rund 40 Zentimetern sind beide Kabel von einem nicht sehr blickdichten Gewebeschlauch ummantelt.
Insgesamt vier 45 Zentimeter lange 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlusskabel liegen der 700 Watt starken Variante des Scythe Stronger bei. Rund fünf Zentimeter vor dem Ende der Kabel befindet sich jeweils ein Ferritkern, welcher an dieser Stelle als Entstörfilter fungiert.
Drei der sechs beiliegenden Stromkabel zur Spannungsversorgung der Peripherie besitzen ausschließlich SATA-Stromanschlüsse. Zwei der Kabel stellen auf einer Gesamtlänge von rund 75 Zentimetern drei Anschlüsse bereit, das dritte Kabel besitzt auf einer Länge von 90 Zentimetern vier Anschlüsse. Die Anschlüsse liegen jeweils 15 Zentimeter auseinander.
Die anderen drei Kabel besitzen 4-Pin-Molex- und FDD-Stromanschlüsse. Die maximale Kabellänge beträgt bei diesen Kabeln ebenfalls 90 Zentimeter. An den beiden Kabeln mit dieser Länge befinden sich am ende jeweils ein FDD-Stromanschluss. Im Abstand von 15 Zentimetern folgen jeweils drei 4-Pin-Molex-Stromanschlüsse. Das dritte Kabel dieser Reihe besitzt lediglich zwei 4-Pin-Molex-Stromanschlüsse und ist rund 60 Zentimeter lang.

Innenansichten

Bitte beachtet, dass das Öffnen eines Netzteils Fachpersonal zu überlassen ist, da Bauteile des Netzteils auch nach dem Trennen vom Netzstrom noch lebensgefährliche Spannungen halten können. Außerdem verliert ihr durch das Öffnen jedweden Garantieanspruch gegenüber dem Hersteller.
Durch das Lösen von vier Schrauben wird der Deckel vom Netzteilkorpus gelöst. Da der Slip-Stream-Lüfter mit einer Steckverbindung versehen ist, lässt sich auch dieser leicht entfernen.
Wie wir bereits erwähnten gehört der Lüfter zur Slip-Stream-Serie und ist erst seit knapp zwei Monaten verfügbar. Die hier verbaute Variante verfügt lediglich über ein zwei-adriges Anschlusskabel, da die Steuerung über eine direkt im Netzteil verbaute Platine erfolgt. Der Lüfter arbeitet, je nach Auslastung des Netzteiles, im Drehzahlbereich von 600 bis 1.350 U/Min. Die Lautstärke liegt hierbei zwischen 10,5 und 27,9 dB(A).
Der Innenaufbau des Stronger ist recht simpel und wird von den beiden großflächigen Aluminium-Kühlkörpern geprägt. Diese nehmen die Abwärme der Spannungswandler auf und geben sie großflächig an die Luft wieder ab. Der Slip Stream sorgt dann dafür, dass die erwärmte Luft aus dem Netzteil gedrückt wird.
An die Steuerplatine, welche den Anschluss für den Lüfter bereit hält, sind zwei Temperatursensoren angeschlossen die direkt an einen der beiden Kühlkörper angebracht sind. Sollten sich die Temperaturen in einem kritischen Bereich bewegen, greift der Überhitzungsschutz und schaltet das Netzteil zum Selbstschutz ab. Die Kabel für die nicht modularen Anschlüsse verlassen das Netzteil über eine große Öffnung, welche abgerundet ist um Beschädigungen an den Kabeln zu vermeiden. Eine zusätzlich angebrachter Kantenschutz sollte hier aber eigentlich nicht fehlen.
Die Verarbeitung des Netzteiles ist im großen und ganzen gut, einige Kleinigkeiten stören das Gesamtbild aber etwas. Während die Keramik-Kondensatoren (Blau) offen liegen, wurden die beiden verbauten Polyester-Kondensator (Grün) mit Schrumpfschlauch ummantelt. Seitlich greift man hingegen zu Kunststofffolie, welche vor Kurzschlüssen schützen soll. Der große Kondensator von Nippon Chemi-Con hingegen wurde mit einer Art Kleber großzügig umgeben. Diese Art des Schutzes findet sich leider mehrfach im Innenaufbau. Auch wenn er technisch unbedenklich ist, schaut es einfach nicht gut aus.

Praxistest

Das Stronger Plug-In von Scythe mit 700 Watt Leistung muss den gleichen Testparcour überstehen, der auch bei den letzten Netzteiltests angewandt wurde. Wir ermitteln bei diesen Tests nicht nur die Werte bezüglich der Stabilität der Leitungen, auch den Gesamtverbrauch des Systems haben wir während der Testläufe erfasst. So ist es uns möglich einen Rückschluss der Effizienz des Netzteiles zu ziehen, welcher sich jedoch auf das unsere Testsystem beschränkt.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:

- Asus P6T
- Intel Core i7-920 @ 3 GHz @ 1,25 Volt
- 3GB takeMS take3 DDR3-1333
- Nvidia Geforce 8800 GTS (G80)
- Nvidia Geforce GTX285
- Samsung HD501LJ
- T-Balancer bigNG


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Bezüglich der Schwankungen der gemessenen Werte können wir dem Scythe Stronger Plug-In ein positives Fazit aussprechen. Alle gemessenen Werte befinden sich innerhalb der Toleranz, welche uns die ATX-Spezifikationen vorgeben. Bei der 3,3-Volt-Schiene und auch bei den 12-Volt-Schienen liegen die Werte sogar sehr nach am Optimum, lediglich bei der 5-Volt-Schiene sind die Werte leicht erhöht.

Effizienz

Mit Hilfe eines ELV EM 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Hierbei ist einmal der Idle-Betrieb ohne jegliche Last überwacht worden, auch wurde der Verbrauch mit ausgelastetem Prozessor gemessen und der Verbrauch bei Last auf dem Prozessor und den Grafikkarten. Anzumerken ist noch, dass das ELV EM 3000 eine Messtoleranz von 1,5 Prozent ab einem Messbereich von 100 Watt besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 197 und 203 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.





Das Scythe Stronger schneidet in unserem Testparcour recht ordentlich ab. Während die Werte bei keiner und nur CPU-Last noch dicht hinter den Spitzenplätzen liegt, wächst der Abstand auf diese bei der zusätzlichen Belastung mit den Grafikkarten auf bis zu 20 Watt an.


Lautstärke
Der Slip-Stream-Lüfter erledigt seine Arbeit zu unserer vollsten Zufriedenheit. Mit unserem Testparcour ist es uns nicht gelungen den Lüfter zu einem starken Aufdrehen zu bewegen, bei unserer maximalen Last war er lediglich leicht zu hören.

Fazit

Ob das Stronger eine explizite Weiterentwicklung des Kamariki 4 ist, mögen wir nicht sagen, jedoch macht es einiges anders und teilweise auch besser. Bei der Verpackung geht Scythe keine Versuche ein und liefert das, was man gewohnt ist: Einen soliden Papp-Karton welcher mit einigen Daten und Bildern versehen wurde. Beim Lieferumfang legt Scythe alles bei, was zum Betrieb des Netzteiles benötigt wird, leider aber auch nicht mehr. Weder Kabelbinder befinden sich im Lieferumfang, noch eine Tasche für die nicht benötigten Kabel. Die beiliegende Anleitung ist aus unserer Sicht sogar zu knapp bemessen. Bei der Anzahl und der Auswahl der Kabel legt Scythe ein sehr gutes Gesamtpaket bei. Ganze vier PCIe-Stromanschlusskabel und eine Vielzahl an Anschlüssen für die restlichen Komponenten sind vorhanden und so sollte es, egal welches System zum Einsatz kommt, keinen Mangel an Steckern geben. Auch bei den Testläufen kann das Netzteil durchaus überzeugen. Spannungsstabilität, Lautstärke und Effizienz sind so, wie man es sich von einem High-End-Netzteil wünscht. Und auch der Preis, welcher bei rund 80 Euro liegt, ist vollkommen angemessen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Testergebnisse
+ Anschlüsse farblich und durch Form kodiert
+ Vier 6+2-PIN-PCIe-Stromanschlüsse vorhanden

Contra
- Anleitung sehr knapp bemessen
- Lüfter ist bei hoher Last leicht hörbar


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Scythe Stronger Plug-In mit 700 Watt Leistung unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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