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Xilence M606


Einleitung

Lange Zeit war es so, das Xilence eher für kostengünstige Produkte für den Main-Stream-Markt bekannt war. Mit dem M606 wurde nun ein Kühler vorgestellt, welcher preislich attraktiv ist, aber dennoch auch leistungstechnisch einiges bieten soll. Im Tower-Design gehalten und mit einem entkoppelten 120-mm-Lüftern ausgestattet, welcher bei Bedarf aber auch leicht getauscht und durch einen zweiten Lüfter ergänzt werden kann, soll der Kühler für Silent-Fans aber auch diejenigen die maximale Leistung wollen interessant sein. Ob der Xilence M606 uns überzeugen kann, erfahrt ihr auf de folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der M606 wird in einem großen Pappkarton geliefert. Dieser ist in den Firmen-Farben Schwarz, Rot und Silber gehalten. Ein Sichtfenster in Form eines X ermöglicht einen ersten Blick auf den Kühler. Bilder und technische Daten finden sich nur wenige auf der Verpackung.
Neben dem Kühler, auf dem wir auf den folgenden Seiten genauer eingehen, und dem Lüfter befinden sich noch eine Montageanleitung, zwei Adapterkabel für den Lüfter, vier Lüfter-Klammern sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel im Lieferumfang. Erwähnenswert ist hierbei, dass Xilence auf eine Backplate für den Sockel 1366 verzichtet.
Der mitgelieferte Lüfter gehört zur neuen 2CF-Lüfter-Serie, welche wir euch bereits im Juni diesen Jahres im Forum kurz vorgestellt haben. Der Lüfter wird über einen PWM-Anschluss mit dem Mainboard verbunden und kann dann mit Hilfe einer vorhandenen PWM-Steuerung geregelt werden. Die maximale Drehzahl liegt beim COO-XPF120.2CF - so der offizielle Name - bei 1.500 U/min, hierbei erzeugt der Lüfter einen Volumenstrom von rund 112 m³/h und wird maximal 27,8 dB(A) laut. Das besondere an der neuen Lüfterserie ist der gummierte Rahmen, welcher ganzflächig für eine Entkopplung des Lüfters sorgen soll.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):156 x 136 x 60 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):755 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe vernickelt, Kupfer Boden vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:47
Lamellenabstand:2 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:500 - 1.500 U/min
Fördermenge:112,58 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:1,56 Watt
Lautstärke:27,8 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:50 Euro (Stand September 2010)

Der Kühler im Detail

Der M606 ist im "handelsüblichen" Tower-Format gehalten. Dies bedeutet, weder seine Höhe von 156 Millimetern, noch seine Breite von 136 Millimetern oder seine Tiefe von 60 Millimetern bewegen sich außerhalb der gängigen Norm.
Die 755 Gramm, die der M606 auf die Waage bringt, mögen zwar nicht wenig sein, stechen aber ebenfalls nicht aus der Menge der Konkurrenz heraus. Was optisch aber sofort auffällt ist das eingelassene X in die Lamellenstruktur.
Auch auf der obersten Lamelle, welche wie die restlichen aus Aluminium gefertigt ist, findet sich ein X wieder. Zudem ist dort auch der Firmenname mit dem Firmenlogo von Xilence untergebracht.
Die Seiten des Kühlers sind teilweise verschlossen. Dies erhöht zum einen die Stabilität des Kühlers, zum anderen kann dies einen Vorteil bei der Kühlleistung bringen, zumindest bei höheren Drehzahlen. Da die Luft nicht seitlich aus dem kühler entweichen kann ist diese länger mit den Lamellen in Kontakt und kann so - theoretisch - mehr Wärme aufnehmen. Bei niedrigen Drehzahlen kann dies aber zum Problem werden, wenn die Luft seitlich nicht entweichen kann und sich zwischen den Lamellen staut.
Auch wenn die Lamellen durch das eingearbeitete X teilweise etwas tiefer im Kühler beginnen ist der Lamellenabstand immer gleich. Dieser beträgt rund zwei Millimeter, auf eine aktive Belüftung sollte somit lieber nicht verzichtet werden.

Der Kühler im Detail

Nachdem wir uns ausgiebig mit den Lamellen und der Bauform des Kühler beschäftigt haben kommen wir nun zur Bodenplatte und den Heatpipes. Insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes sind im M606 verbaut und sorgen so für den Wärmeabtransport von der Bodenplatte aus Kupfer zu den Lamellen. Auf der Bodenplatte befindet sich noch ein kleiner Passivkühlkörper.
Die besagte Bodenplatte ist während des Transportes des Kühlers mit einer Schutzfolie versehen. Wird die Folie entfernt, kommt der plane aber nur schwach spiegelnde Boden zum Vorschein. Ebenso wie bei den Lamellen wurden die Heatpipes auch mit dem Boden verlötet.
Dem M606 liegt ein 120-mm-Lüfter bei, ein zweiter kann problemlos zusätzlich montiert werden. 140-mm-Lüfter kann der Kühler nicht aufnehmen, ebenso können keine Lüfter montiert werden die einen durchgängigen Montagesteg besitzen. Als Beispiel seien hier die Noiseblocker Multi-Frame-Lüfter genannt.
Arretiert werden die Lüfter mit Hilfe der beiliegenden Klammern, welche wiederum einfach im Kühler eingehakt werden. Leider sind die Zacken, hinter denen der Bügel befestigt wird, sehr spitz und so muss man aufpassen, dass man sich an diesen nicht verletzt.

Die Montage

Wie wir bereits erwähnten erfolgt die Montage auf dem Sockel 1366 ohne eine Backplate. So werden die Abstandshalter rückseitig mit Muttern befestigt, an die Abstandshalter wird dann der Kühler geschraubt. Problematisch ist hierbei die Demontage des Kühlers. So gelingt es ab und an nicht den Kühler von den Abstandshaltern zu lösen, statt dessen lösen sich die Abstandshalter von den Muttern.
Wird der Kühler zum Gehäusedeckel ausgerichtet, überragt er bei unserem Testsystem den sockelnahsten RAM-Steckplatz. Arbeitsspeicher ohne Heatspreader kann dennoch verwendet werden, besitzt der Arbeitsspeicher aber höhere Aufbauten passt dieser nicht mehr unter den Kühler.
Wird der M606 so montiert, dass er die Luft zur Gehäuserückseite bläst, wird bei unserem Mainboard kein RAM-Steckplatz blockiert.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick bringt welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Mit einer Verbesserung zwischen 1,8 und 5,4 Kelvin reagiert der M606 auf die Montage eines zweiten Lüfters. Während der Original-Lüfter auf zwölf Volt die Temperaturdifferenz knapp unter der 50 Kelvin Grenze hält, reicht die Drehzahl bei fünf Volt nicht mehr für eine ausreichende Kühlung aus.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt



Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Der Xilence M606 ähnelt dem kürzlich getesteten Alpenföhn Matterhorn, wenn auch nicht beim Lamellendesign sofort ersichtlich, sehr. So verwundert es auch nicht, wenn die Kühler beide recht nah beieinander liegen. Der Lüfter des Xilence scheint aber ein bisschen weniger Druck zu besitzen, so dass der Kühler rund ein Kelvin hinter dem Matterhorn liegt. Bei den erzeugten 1.525 U/min ist der Kühler mit seinem Lüfter deutlich hörbar.
Mit einer Nenndrehzahl von rund 450 U/min, welche der Lüfter bei einer anliegenden Spannung von fünf Volt besitzt, schafft es der M606 nicht mehr den i7-920 zu kühlen. Bei fünf Volt ist der M606 nicht mehr hörbar.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Die technische Verwandtschaft des Alpenföhn Matterhorn und des Xilence M606 schlägt sich auch bei den Testergebnissen nieder. So liegen beide Kühler im gesamten Testlauf mit einem Scythe Kama Flex nahezu gleich auf, mit leichten Vorteilen für den Alpenföhn Matterhorn bei 1.850 und 1.300 U/min. Bei 700 U/min kann der M606 das Blatt wenden und setzt sich knapp vor den Matterhorn.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



So ziemlich exakt das gleiche Bild präsentiert sich uns beim Vergleich mit zwei montierten Lüftern. Auch hier liegt der M606 im groben Mittelfeld, verliert aber bei niedrigen Drehzahlen nicht so viel Leistung wie die direkten Konkurrenten.

Fazit

Mit dem M606 sorgte Xilence für einen kleinen Evolutionssprung bei den eigenen Kühlerprodukten. Waren frühere Kühler meist im Low-Cost-Segment angesiedelt und überzeugten eher selten durch gute Leistungen, so gelingt mit dem M606 ein guter Sprung nach vorne. Beim Lieferumfang können wir eigentlich nur bemängeln, dass Xilence auf eine Backplate für den Sockel 1366 verzichtet, für uns etwas unverständlich. Der beiliegende Lüfter verfügt nicht nur über einen PWM-Anschluss, sondern ist auch noch gummiert und somit über den gesamten Rahmen entkoppelt. Bei der Verarbeitung sind wir nicht ganz sicher, was wir davon halten sollen. So ist der gesamte Kühler solide aufgebaut und die Heatpipes mit den Lamellen verlötet. Dort aber, wo der Anwender am meisten Kontakt mit dem Kühler - bei der Befestigung der Lüfter - besitzt der Kühler spitze Zacken, welche leicht zu angeritzten Fingern führen können. Die Montage gestaltet sich recht simpel, bei der Demontage muss man aufpassen, dass sich die Abstandshalter nicht mit lösen. Bei den Tests zeigt der M606 kein brillantes aber ein gutes Bild. So liegt der Kühler nahezu gleich auf mit dem Matterhorn Alpenföhn und auch nicht weit weg vom Scythe Yasya. Der Preis des Xilence M606 liegt bei rund 50 Euro, erworben werden kann er unter anderem bei Mindfactory.


Pro & Contra

Pro
+ Lüfter ist komplett entkoppelt
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter
+ ordentliche Verarbeitung, bis auf...

Contra
- ...die spitzen Zacken an der Seite des Kühlers
- keine Backplate für Sockel 1366 vorhanden
- bei der Demontage können sich die Abstandsbolzen evtl. lösen


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Xilence M606 unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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