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Prolimatech Samuel 17


Einleitung

Nachdem Prolimatech schon im High-End-Bereich der Luftkühler gut mitmischt, will man nun auch im Bereich der Top-Flow- bzw. HTPC-Kühler mitmischen. So ist der neuste Spross, welcher auf den Namen Samuel 17 hört, lediglich 46 Millimeter hoch und bietet sich somit ideal für Rechner mit geringem Platzangebot an. Mit insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes ausgestattet soll der Kühler aber auch ausgewachsene Prozessoren kühlen können. Ob der Kühler auch halten kann was er verspricht, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Samuel 17 ist in Weiß und Blau gehalten. Der relativ kleine Karton stellt lediglich zwei mal die gleiche technische Zeichnung sowie den Hinweis, dass auf der Homepage von Prolimatech mehr Informationen erhältlich sind, bereit. Technische Daten oder Bilder des Kühlers findet man nicht.
Der Lieferumfang fällt von der Masse klein aus, umfasst aber das was auch bei den anderen Prolimatech CPU-Kühlern (Prolimatech Megahalems / Prolimatech Armageddon vorhanden war. Wenn man es genau nimmt, bietet der Samuel 17 sogar mehr. Denn neben der Bedienungsanleitung, der Tube Wärmeleitpaste und dem Montagematerial für den Lüfter liegt auch das Montagematerial für Intel- und AMD-Systeme bei. Ein Lüfter liegt, wie bei bisher allen Prolimatech-Kühlern, nicht bei.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):46 x 120 x 120 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):370 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:36
Lamellenabstand:1,9 Millimeter
Bodenfreiheit:29/41 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:0
Lüfterdrehzahl:-
Fördermenge:-
Lüfter Leistungsaufnahme:-
Lautstärke:-
Besonderheiten:komplett vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:39 Euro (Stand Juni 2010)

Der Kühler im Detail

Der Samuel 17 ist mit seiner Höhe von 46 Millimetern eindeutig als HTPC-Kühler zu klassifizieren. Prolimatech gibt aber selbstbewusst mit an, dass der Kühler auch für leistungsstarke Prozessoren geeignet ist. Mit einer Breite und einer Länge von exakt 120 Millimetern ist er nur so groß, wie es für die Aufnahme von 120-mm-Lüftern notwendig ist.
Was wir nicht ganz nachvollziehen können ist, dass nicht die gesamte Fläche, die der Lüfter bedeckt, mit Lamellen ausgestattet ist. So verschenkt der Kühler unnötig Kühlfläche. Vermutlich will Prolimatech so Inkompatibilitäten entgegen wirken und hier den richtigen Kompromiss zu finden ist vermutlich nicht einfach.
Um dennoch eine effektive Kühlung zu realisieren, sind insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes verbaut worden. Diese gehen einseitig von der Kupfer-Bodenplatte zu den Aluminium-Lamellen. Der gesamte Kühler ist vernickelt.
Die 36 Lamellen, welche die Kühlfläche bilden, besitzen kleine Abstandshalter. Diese erhöhen die Stabilität der Lamellen untereinander. Gut zu sehen sind hier auch die "verschenkten" 25 Millimeter, in denen keine Lamellen angebracht sind.
Die 36 Lamellen haben einen Abstand von rund 1,9 Millimetern zueinander. Die sechs Heatpipes verlaufen gleichmäßig durch den Kühlkörper und geben so die Abwärme des Prozessors einheitlich an die Kühlfläche ab.

Der Kühler im Detail

Schauen wir uns den Kühler nun von unten an. Auffällig sind als erstes die abgesetzten Lamellen am Rand. So geht Prolimatech auch hier auf Nummer sicher und verzichtet auf Kühlfläche um den Board-Kühlern mehr Platz zu bieten. Was als zweites auffällt: Die Gummistückchen, welche auf der Bodenplatte angebracht sind. Diese sollen einen etwaigen Kontakt zwischen Lamellen und dem Passiv-Kühler auf der Bodenplatte verhindern. Aus unserer Sicht ist dies ab unnötig, da genügend Freiraum zwischen beiden Elementen vorhanden ist.
Was von der Oberseite noch nicht ersichtlich war wird ersichtlich, wenn man den Kühler umdreht. Die Lamellen und die Heatpipes wurden miteinander verlötet um zum einen eine höhere Wärmeübertragung zu gewährleisten und zum anderen die Stabilität des Kühlers zu erhöhen.
Die Bodenfreiheit, die der Kühler in den Bereichen in den Lamellen vorhanden sind bietet, liegt bei 29 Millimetern, dort wo keine Lamellen sind beträgt die Bodenfreiheit rund 41 Millimeter.
Der Boden wird während des Transportes von einer leicht zu entfernenden Folie geschützt. Unter dieser verbirgt sich die plane aber nicht spiegelnde Bodenplatte aus Kupfer, welche ebenfalls vernickelt ist.
Die Montage des Lüfters wird mit vier Schrauben realisiert. Zwei verschiedene Längen liegen dem Kühler bei, so dass Lüfter mit einer Stärke von 25 Millimetern und Lüfter mit einer Tiefe von zwölf Millimetern montiert werden können. Eine Entkopplung des Lüfters findet nicht statt.

Die Montage

Bei der Montage verzichtet Prolimatech sowohl bei den unterstützten Intel-, als auch bei den AMD-Sockeln auf eine Backplate oder eine extra Halterung. Der Samuel 17 wird einfach mit Hilfe von vier Schrauben von der Rückseite verschraubt. Eine freie Ausrichtung auf AMD-Systemen ist nicht möglich.
Anwender mit Intel-Systemen können den Kühler nach belieben frei ausrichten und sollten absolut keine Probleme bei der Montage bekommen. Bei der Seitenansicht erkennt man auch gut, warum Prolimatech die Lamellen nicht komplett unter den Lüfter gebaut hat. Auf unserem Testmainboard würde so der Kühler mit dem Spannungswandler-Kühler in Berührung kommen. Hätte man jedoch die Lamellen auf halber Höhe angebracht, wie es im vorderen Teil des Kühlers auch der Fall ist, wäre eine Montage weiterhin möglich.
Wenn der Kühler hängend betrieben wird, muss darauf geachtet werden, dass die Heatpipes im Idealfall horizontal verlaufen.

Testablauf - Vorwort

Wir haben uns beim Prolimatech Samuel 17 dazu entschlossen ihn sowohl in unseren Top-Flow-Parcour zu schicken, als auch die Testläufe unserer HTPC-Kühler bewältigen zu lassen. Daher ist der Aufbau der folgenden Seiten leicht anders, als ihr es bisher gewohnt seid.
Testaufbau & Testablauf Top-Flow

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 übertaktet auf 3 GHz bei 1,25 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Scythe Kaze Master Ace (Review) auf die Drehzahlen 1700, 1200, 800 und 400. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1200, 800 und 400 Umdrehungen mit einem Scythe Kaze Maru Lüfter getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.


Testergebnisse Top-Flow - Übersicht

Platz bietet der Samuel 17, wie wir bereits erwähnten, nur für Lüfter im 120-mm-Format.

Eine geringe Kühlfläche gepaart mit einem geringen Luftstrom sorgen dafür, dass der Samuel 17 es nicht schafft den übertakten i7 zu kühlen. Erst bei Drehzahlen ab rund 1.000 U/Min reicht der Luftstrom für die sichere Kühlung aus.

Test Top-Flow - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.700 Umdrehungen pro Minute


Im Gesamtdiagram der Top-Flow-Kühler sieht der Samuel 17 keinen Stich. Dies war aber nicht anders zu erwarten und so liegt die Kühlleistung auf dem Niveau des Scythe Big Shuriken. Lediglich der Kabuto, ebenfalls von Scythe, liegt knapp hinter dem Samuel 17.


1.200 Umdrehungen pro Minute


Während der Kabuto bei 1200 U/Min lediglich rund vier Kelvin schlechter wird, brechen sowohl der Big Shuriken, als auch der Samuel 17 um über sieben Kelvin ein.


800 Umdrehungen pro Minute


Werden die Drehzahlen noch weiter reduziert, schafft es der Prolimatech Samuel 17 nicht mehr den i7 920 ausreichend zu kühlen,...


400 Umdrehungen pro Minute


... das selbe Bild zeigt sich folglich auch bei einer Belüftung mit 400 U/Min.

Testaufbau & Testablauf HTPC

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Asus P6T
- Intel Core i7 920 @ 2.333 MHz mit einer eingestellten VCore von 1,1 Volt
- takeMS take3 DDR3-1333
- Sparkle GeForce 8800GTS 320MB
- Samsung HD501LJ
- Enermax LibertyECO 620W
- Scythe Kaze Master Ace

Der Testaufbau und Ablauf sieht wie folgt aus. Um den kleinen Kühlern ein entsprechendes Testsystem vor zu setzen wurde der Core i7 920 auf 2.333 MHz herunter getaktet und die anliegende Spannung (VCore) auf 1,1 Volt reduziert.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er Schritten.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen, soweit Möglich, mit Hilfe eines Scythe S-FLEX SFF92D. Mit Hilfe einer Scythe Kaze Master Ace (Review) wird der Scythe S-FLEX SFF92D auf die Drehzahlen 1.700, 1.200 und 700 geregelt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen insgesamt vier Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage Version entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool CPUTempWatch 1.0.8. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in kurzem Abstand vor dem Lüfter mit Hilfe eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten (über 12.000 einzelne Daten) errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.


Testergebnisse HTPC - Übersicht

Da Lüfter im 92-mm-Format keinen Platz auf dem Samuel 17 finden, finden die Tests mit dem HTPC-Setup ebenfalls mit dem Scythe Kama Flex 1900 im 120-mm-Format statt.

Während der Betrieb mit 1.200 und 800 U/Min dem Prolimatech Samuel 17 keine Problem bereiten scheitert er knapp beim Betrieb mit 400 U/Min.


Test HTPC - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nun folgt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.

1.200 Umdrehungen pro Minute



800 Umdrehungen pro Minute



400 Umdrehungen pro Minute


Wie auch schon beim Top-Flow-Setup liefern sich der Scythe Big Shuriken und der Prolimatech Samuel 17 ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während der Big Shuriken auf viele eng stehende Lamellen setzt, nutzt der Samuel 17 wenige weit auseinander stehende Lamellen. Dennoch setzt sich die deutlich größere Kühlfläche des Big Shuriken knapp durch. Insgesamt sind beide Kühler aber nahezu gleich stark.

Fazit

Mit dem Samuel 17 versucht Prolimatech auch im HTPC-Segment Fuß zu fassen. Neben den erfolgreichen Tower- und Grafikkarten-Kühlern soll der Samuel 17 der nächste Kühler sein, der als Referenz in seinem Segment gilt. Dieser Plan geht leider nicht ganz auf. Während der Lieferumfang nun endlich Montagekits für AMD- und Intel-Systeme bereitstellt, verzichtet man weiterhin auf einen Lüfter im Lieferumfang. Dies ist noch nicht mal ein großes Problem, bleibt dem Anwender so die Wahl auf welchen Lüfter er setzen möchte. Bei der Verarbeitung liefert Prolimatech das ab, was man gewohnt ist. Massiv, stabil und hochwertig sind die Begriffe, die den Kühler am besten beschreiben. Und auch die Montage ist durch aus positiv, so muss das Mainboard zwar ausgebaut werden, der Kühler kann aber ohne Mühe auch von einer Person montiert werden. Bei den Leistungstests schafft es der Samuel 17 nicht, sich von seinem direkten Konkurrenten, dem Scythe Big Shuriken, abzusetzen. Gerade in Anbetracht des Preisunterschiedes und des fehlenden Lüfters hätten wir gehofft, dass der Samuel 17 sich ein gutes Stück vor den Big Shuriken setzt. Nichts desto trotz hat Prolimatech das gehalten, was "versprochen" wurde. Sowohl im HTPC als auch im Spielerechner schafft es der kleine Kühler die verbaute CPU im Zaume zu halten. Auch wenn er für leistungshungrige Prozessoren mehr Drehzahl benötigt als andere Kühler, so ist ein Betrieb des Rechners dennoch kein Problem. Wir empfehlen aber, den Kühler nur in Systemen einzusetzen, in denen kein größerer Kühler platz finde. Erworben werden kann der Prolimatech Samuel 17 für rund 40 Euro z.B. bei Caseking.de.


Pro & Contra

Pro
+ einfache Montage
+ sehr gute Verarbeitung
+ kompakte Bauweise und dadurch eine hohe Kompatibilität

Contra
- kein Lüfter im Lieferumfang vorhanden
- unbefriedigendes Preis-Leistungs-Verhältnis


Award

Wir verleihen dem Prolimatech Samuel 17 unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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