» Artikel » Reviews » Scythe Ninja 3

Scythe Ninja 3


Einleitung

Mit dem Ninja stellte Scythe im Jahre 2005 einen, für damalige Zeiten, sehr potenten Kühler vor, welcher gerade mit geringer Belüftung seine Stärken ausspielen konnte. Drei Jahre später erblickte sein Nachfolger, der Scythe Ninja 2, das Licht der Erde. Mit einem veränderten Lamellendesign aber weiterhin sechs Heatpipes knüpfte er nahezu nahtlos an die Erfolge des Vorgängers an. Weitere zwei Jahre sollte es dauern, bis die erfolgreiche und beliebte Serie einen weiteren Nachfolger erhält. Mit nun acht Heatpipes aber einem wieder an dem ursprünglichen Lamellendesign angelehnten Aufbau soll dieser erneut zahlreiche Anhänger finden. Was sich noch so alles geändert hat und wie sich der Kühler im Test schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung setzt Scythe auf einen Pappkarton, welcher den Kühler und dessen Zubehör formbündig in sich aufnimmt. Auf dem Karton sind einige Bilder des Kühlers sowie ein Großteil der technischen Daten abgebildet.
Neben dem Kühler, auf welchen wir auf den folgenden Seiten genauer eingehen, befinden sich noch zwei Halteklammern für einen Lüfter, das Montagematerial, eine Bedienungs- und Montageanleitung, ein 120-mm-Lüfter mit integriertem Potentiometer, sowie eine kleine Tüte mit Wärmeleitpaste im Lieferumfang.
Der Lüfter, welchen wir schon vom Scythe Yasya kennen, besitzt ein integriertes Potentiometer und einen PWM-Anschluss. So ist es möglich die Drehzahl, welche durch das PWM-Signal angesteuert werden kann, nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen. So ist eine stufenlose Anpassung von 470 - 1.340 und 740 - 1.900 U/Min möglich.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):159 x 120 x 120 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):880 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden vernickelt, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:8x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:38
Lamellenabstand:2,4 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:4x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:470 - 1.900 U/Min (PWM-gesteuert / regelbar)
Fördermenge:39 - 187 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:7,2 Watt
Lautstärke:9,8 - 37 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter (regelbar), oberste Lamelle bedruckt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:ca. 35 Euro (Stand September 2010)

Der Kühler im Detail

Der Scythe Ninja 3 ist nicht nur auf einer Achse symetrisch, nein alle vier Seiten sind gleich, gehen wir nur von den Lamellen aus. Insgesamt verbaut Scythe 38 Lamellen, wobei die oberste der Aluminium-Lamellen einen Tribal-Aufdruck erhalten hat. Der rund 880 Gramm schwere Kühler hat eine Länge und Breite von exakt 120 Millimetern.
Wenn man es nicht ganz so genau nimmt, sind die 38 Lamellen eigentlich 152. Insgesamt vier Zonen mit jeweils einem Ende von vier Heatpipes besitzt der Kühler. Die einzelnen Bereiche sind durch eine Lücke "getrennt" und nur durch einen kleinen Steg mit dem benachbarten Teil verbunden. So bilden sich separate Kühlbereiche, ohne die Stabilität zu sehr zu verringern. Diese 'Multiple Airflow Pass-Through Structure' wurde das erste mal beim Mugen 2 genutzt und soll die Kühlleistung im passiven Betrieb um bis zu sieben Prozent steigern.
Schaut man von oben auf den Kühler erkennt man die geteilten "Kühlzonen" recht deutlich und auch das Tribal mit dem integrierten Scythe-Logo ist gut sichtbar. Die Enden der Heatpipes versieht Scythe wieder mit Kappen, zum einen ist dies optisch schöner, zum anderen verhindert dies das Herunterrutschen der obersten Lamellen.
Der Lamellenabstand beträgt beim Ninja 3 2,4 Millimeter. Vom Boden bis zu den Kappen ist der Kühler 159 Millimeter hoch und könnte so bei dem einen oder anderen Gehäuse recht nah an der Seitenwand liegen.

Der Kühler im Detail
Die Anzahl der Heatpipes wurde vom Ninja 2 zum Ninja 3 von sechs auf acht erhöht. Auch verlaufen die Heatpipes nicht mehr parallel durch die Lamellen sondern sind leicht zueinander versetzt. So wird die Wärmeverteilung in den Lamellen verbessert.
Bei der Bodenplatte geht Scythe keine Kompromisse ein und verbaut wieder vernickeltes Kupfer. Dieses ist auf Hochglanz poliert und absolut plan. Während des Transportes wird der Boden von einer Folie geschützt, diese lässt sich leicht und ohne Rückstände entfernen.
Zur Befestigung des Lüfters werden Lüfterklammern vom Typ B genutzt. Die Befestigung der Lüfter geht mit ein wenig Übung leicht von der Hand, wer zwei Lüfter am Kühler betreiben möchte muss jedoch ein zweites paar Lüferklammern nachkaufen.
Mit einem verbauten Lüfter wächst der Kühler in der Breite oder Tiefe um 25 Millimeter, je nach Lüftertyp kann dies variieren. Ein zweiter Lüfter würde dafür sorgen, dass der Ninja 3 ganze 17 Zentimeter Platz benötigt. RAM ohne oder mit einem flachen Heatspreader ist also schon fast Pflicht.
Als Anmerkung sei noch erwähnt, dass Lüfter mit einem durchgängigen Steg oder auch Gummielementen in den Ecken mit den Lüfterklammern Typ B nicht installiert werden können. Hier muss auf dem Typ A ausgewichen werden, welcher eine Montage solcher Lüfter zulässt.

Die Montage

Da Scythe beim Ninja 3 auf die berühmt berüchtigten Push-Pins verzichtet, muss für die Montage des Kühlers das Mainboard demontiert werden. Mit Hilfe von vier Schrauben und einer Backplate wird der Kühler nun sicher von der Rückseite befestigt. Die Kombination aus einer Hülse und einer Mutter, welche am Kühler die Schraube der Rückseite aufnehmen, funktioniert hierbei hervorragend. Wir hoffen, dass Scythe dieses Montagesystem beibehält.
Da der Kühler quadratisch ist spielt es keine Rolle, in welche Richtung er montiert wird. Da die Lüfter an allen Seiten montiert werden können, kann so auch im Nachhinein einfach der Luftstrom geändert werden. Bei der Ausrichtung zur Gehäuserückseite überragt der vorne angebrachte Lüfter ganze drei RAM-Bänke. Speicher mit hohem Heatspreader haben dort dann keinen Platz.
Wird der Lüfter so montiert, dass der Luftstrom zum Gehäusedeckel gerichtet ist, ist zwischen einer evtl. verbauten Grafikkarte und dem Lüfter nur noch wenig Platz. Hier sollte also darauf geachtet werden, dass der Kühler ausreichend Frischluft bekommt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

In unserer Ergebnis-Übersicht können wir auf drei verschiedene Lüfter-Bestückungen zurück greifen. Zum einen die beiden Werte mit dem Original-Lüfter und zum anderen die Werte mit einem und zwei Scythe Kama Flex. Für unsere Tests haben wir den Scythe SlipStream, welcher dem Ninja 3 beiliegt, auf der Stufe "High" am Potentiometer laufen lassen. So können wir davon ausgehen, dass wir die maximale Performance des Kühlers testen.


Was uns beim auswerten der Temperaturen sehr erstaunt hat ist, dass der SlipStream-Lüfter sehr gut zum Ninja 3 passt. So erreichen wir mit 1.075 U/min die gleiche Temperatur, wie mit einem Kama Flex auf 1.300 U/min. Etwas ähnliches zeigt sich auch im hohen Drehzahlbereich, wo zwei Kama Flex notwendig sind um sich vor den SlipStream setzen zu können.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Durch den neuen Testaufbau fällt das Testfeld noch recht klein aus. Interessant ist der Vergleich zwischen dem Scythe Yasya und dem Ninja 3. Während der Yasya die Performance-Krone bei Scythe in den Händen hält, ist der Ninja doch etwas leistungsschwächer. Den Vergleich zum Boxed-Kühler gewinnt er aber spielend. Bei der Lautstärke spielt sich dies aber auch wieder, so ist der Lüfter des Ninja 3 doch recht laut.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Dank einer Drehzahl von immer noch 1.075 U/min ist auch der 5-Volt-Betrieb für den Ninja 3 kein Problem. Lediglich um fünf Kelvin steigt die Temperatur an, die Lautstärke reduziert sich aber deutlich.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute


In dem noch knappem Testfeld platziert sich der Ninja 3 bei 100 Prozent Drehzahl auf dem drittletzten Platz ein. Dies scheint auf den ersten Blick recht schwach zu sein, die momentan vertretene Konkurrenz ist jedoch auch mit der momentanen Elite der Kühler gleichzusetzen.


1.300 Umdrehungen pro Minute


Auch bei 1.300 U/min ändert sich das Bild nicht, den Rückstand zur Spitze (sieben Kelvin) kann der Ninja 3 beibehalten.


700 Umdrehungen pro Minute


Der Thermalright HR-01 konnte schon bei 1.300 U/min etwas Boden auf den Scythe Ninja 3 gut machen, bei 700 U/min überholt er diesen sogar.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute




1.300 Umdrehungen pro Minute




700 Umdrehungen pro Minute



Auch mit doppelter Bestückung schafft es der Ninja 3 sich nicht weiter vorne im Testfeld zu platzieren. Der Abstand zum hausinternen "Rivalen" Yasya ist etwas größer als bei der Einzelbestückung, den Thermalright HR-01 kann er jedoch in allen drei Setups hinter sich lassen.

Fazit

Der Ninja 3 setzt eine der ältesten Serien von Scythe fort. Mehr Heatpipes, ein verbessertes Montagesystem und eine aufpolierte Optik sind wohl die drei wichtigsten Neuerungen. Beim Lieferumfang ist das dabei, was man bei Scythe gewohnt ist, heraus sticht hierbei der regelbare PWM-Lüfter. Bei der Verarbeitung ist die Arbeit, welche die Scythe abliefert seit je her nicht überragend aber dennoch gut. Als optisches "Highlight" kann schon die leicht spiegelnde und mit einem "Tattoo" versehene oberste Lamelle gelten. Ansonsten ist aber alles so wie man es gewohnt ist. Der Boden ist plan und die Nickelschicht auf Hochglanz poliert. Bei der angesprochenen Montage verzichtet Scythe auf die meist doch gehassten Push-Pins und versieht den Ninja 3 mit einfachen Montagesystem, welches aber voraussetzt, dass die Rückseite des Mainboards erreichbar ist. Dank der Form des Ninja 3 können dann auch AMD-Anwender den Luftstrom so lenken, wie sie es wünschen. Bei der Leistung des Ninja 3 waren wir etwas enttäuscht. So scheint der Kühler aber einfach nicht mit den genutzten Kama Flex Lüftern gut zu harmonieren. Insgesamt ist die erbrachte Leistung für einen Kühler, der für 35 Euro bereits den Besitzer wechselt, jedoch gut.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ regelbarer PWM-Lüfter
+ bietet Platz für bis zu vier Lüfter
+ einfache und sichere Montage
+ auf AMD-Systemen in beide Richtungen montierbar
+ gute Testergebnisse mit den Original-Lüftern,...

Contra
- ...was aber mit einem lauten Betriebsgeräusch erkauft wird
- Testergebnisse mit Referenzlüfter nur im hinteren Bereich


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Scythe Ninja 3 unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread