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Kingston HyperX & HyperX T1


Einleitung

In unserem letzten Speichertest, welchen wir vor rund 3 Monaten veröffentlicht haben, stellten wir Speicher von A-Data, Crucial, GeIL und Mushkin vor. Ein prominenter Name fehlte damals im Test: Kingston. Neben dem Anspruch regelmäßig aktuelle Speicherkits auf Ihre Alltagstauglichkeit und OC-Fähigkeiten hin zu testen, wollen wir vor allem eine breite Palette an Herstellern abdecken. Heute schließen wir diese Lücke und haben gleich zwei Speicherkits von Kingston getestet, welche beide mit einer Kapazität von 6 Gibibyte und einem Referenztakt von 1.600 MHz daherkommen. Ob es noch mehr Gemeinsamkeiten gibt und wie sich die Kits im Vergleich zu den vorherigen getesteten Riegeln schlagen, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Technische Daten
Hersteller:KingstonKingston
Name:HyperX T1HyperX
Bezeichnung:KHX1600C9D3T1K3/6GXKHX1600C9D3K6/12GX
Frequenz:1.600 MHz1.600 MHz
Latenzen:9-9-9-279-9-9-24
Spannung:1,65 Volt1,65 Volt
Modulgrösse:3x 2 GiB3x 2 GiB
Höhe des Speichers*:61 Millimeter32 Millimeter
Preis:170 Euro165 Euro
*Die Angabe zur Höhe bezieht sich auf die Gesamthöhe des Speicherkits inkl. des Teiles des Speicher, welcher in den RAM-Slot gesteckt wird (Kontaktfläche).

Kingston HyperX

Den Anfang machen wir im heutigen Review mit dem HyperX-Kit KHX1600C9D3K6, welches es mit verschiedenen Kapazitäten gibt. Neben einem Kit bestehend aus sechs Riegeln mit je vier Gibibyte Kapazität gibt es noch ein weiteres Kit mit sechs Riegeln à zwei Gibibyte. Insgesamt stehen so 24 bzw. zwölf Gibibyte zur Verfügung. Im Test haben wir ein Sechs-Gibibyte-Kit, bestehend aus drei Riegeln des KHX1600C9D3K6/12GX. Technisch gesehen handelt es sich um das 3x2GB-Kit KHX1600C9D3K3/6GX.
Verpackt sind hierbei immer drei Riegel in einer Kunststoffverpackung, welche auf der Vorderseite durchsichtig ist. Die Rückseite besteht aus schwarzem Kunststoff. Informationen zu den Speicherriegeln finden sich auf der Verpackung keine, lediglich die Aufkleber auf den Speicherriegeln zeigen um welches Riegel es sich handelt. In der Verpackung befindet sich noch ein Handzettel, welcher erklärt wie die Speicherriegel anzufassen und zu montieren sind.
Wie bereits erwähnt besteht das Kit aus drei Speicherriegeln. Diese besitzen einen blauen Heatspreader, welcher silberne Akzente besitzt. Der Name HyperX und der Speichertyp - DDR3 - sind beidseitig aufgebracht, das Kingston-Logo sowie der Typenaufkleber nur auf jeweils einer Seite.
Der Aufkleber mit den technischen Daten zeigt auf den ersten Blick nur die Spannung des Kits, welche zum Betrieb benötigt wird. Diese liegt bei 1,65 Volt, was auch die von Intel empfohlene Maximalspannung.
Der zweiteilige Heatspreader wird durch zwei Metallklammern auf dem Speicherriegel gehalten. Insgesamt ist ein Modul 32 Millimeter hoch. Probleme mit Kühlern sollten so nahezu ausgeschlossen sein. Der Heatspreader selbst ist teilweise mit Erhöhungen versehen, welche zusätzlich leicht abgefräst wurden. So bekommen die Speicherriegel eine schlichte Optik, welche aber dennoch nicht langweilig ausschaut.

Kingston HyperX T1

Das zweite Kit, welches wir heute vorstellen, besitzt die Bezeichnung KHX1600C9D3T1K3/6GX. Auch dieses wird in einer Kunststoffverpackung geliefert, welche dem Anwender einen freien Blick auf die großen Speichermodule gewährt. Die Rückseite der Verpackung besteht aus schwarzem Kunststoff und hält keine Informationen bereit. Ein großer Aufkleber ist bei diesem Kit jedoch als eine Art Siegel angebracht und verschließt die Verpackung während des Transportes.
Die HyperX T1 Speicherriegel sind ebenfalls blau, die Farbe wirkt aber etwas satter als dies bei den HyperX-Modulen der Fall ist. Vorder- und Rückseite der Module sind bis auf den angebrachten Aufkleber exakt gleich. So befinden sich auf beiden Seite die Logos der Speicherserie und des Herstellers.
Der aufgebrachte Aufkleber enthält genau so viel Informationen, wie es beim HyperX-Kit der Fall war. Auf den ersten Blick ablesbar ist nur die benötigte Betriebs-Spannung, welche bei 1,65 Volt liegt. Dazu ist noch der Kit-Name, die Anzahl der Module und die Seriennummer auf dem Aufkleber ersichtlich.
Auffällig bei den HyperX T1 Riegeln ist der sehr hohe Heatspreader. Ganze 61 Millimeter misst der gesamte Riegel in der Höhe, dies ist fast doppelt so hoch wie ein Speicherriegel ohne Heatspreader. Da die Kühlfläche aber sehr schmal gehalten wurde, funktioniert auch eine Vollbestückung eines Mainboards ohne Probleme, solange der CPU-Kühler nicht stört. Während der Heatspreader mit seinen Lamellen eloxiert ist, wurde die Beschriftung aufgedruckt. Insgesamt ist der Speicher sehr auffällig, wirkt aber noch nicht übertrieben.

Testsystem und Benchmarks

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

und natürlich die zu testenden Speichermodule.
Außerdem verwenden wir für die Tests folgende Programme:
- Everest Ultimate Edition 5.01
- SiSoft Sandra Lite 2010.SP1d (16.41)
- Super Pi Mod 1.5 XS
- 7zip 9.13beta
- PCMark Vantage
- Street Fighter IV Benchmark

Die Speicherkits werden mit den oben gelisteten Programmen getestet. Jeder Test wird fünf mal wiederholt, gewertet werden die jeweils drei besten erreichten Ergebnisse, aus denen ein Durchschnittswert errechnet wird. Alle Tests werden mit den von den jeweiligen Herstellern angegebenen Taktraten, Timings und Spannungen betrieben. Lediglich die Command Rate ist bei allen auf 1 (CR1) gesetzt. Die CPU arbeitet, um Verzerrungen der Ergebnisse zu vermeiden, stets mit dem Referenztakt von 2,66 GHz (20 x 133).
Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme beider Speicherkits verlief unkompliziert. Sowohl beim HyperX als auch beim HyperX T1-Kit wird das hinterlegte XMP-Profil korrekt geladen und der Rechner startet ohne Schwierigkeiten.

Testresultate bei Referenztakt & Timing

Der erste Teil unserer Testläufe wird mit synthetischen Benchmarks durchgeführt, welche die unterschiedliche Rohleistung der verschiedenen Speicherkits zeigen sollen.

Everest Ultimate Edition 5.01




Beim Lesedurchsatz erreicht das HyperX T1-Kit das Niveau der Mushkin Ridgeback, während der HyperX-Speicher ähnliche Werte wie die GeIL Black Dragon erreicht. Der Schreibdurchsatz ist bei beiden Kits auf der gleichen Stufe wie das der anderen 1.600er-6GiB-Kits. Trotz der hohen Latenzen von 9-9-9-27 erreicht der HyperX T1 die niedrigsten Latenzenwerte bei Everest.


SiSoft Sandra Lite



Ein völlig anderes Bild zeigt sich beim Test mit Sandra Lite. Hier liegt der HyerX T1 deutlich hinter dem HyperX, welcher sich wiederum bei den anderen 1.600er-Kits einsortiert.

Testresultate bei Referenztakt & Timing

Der zweite Abschnitt unserer Benchmarks richtet sich eher auf den Praxiseinsatz. Die hier genutzten Benchmarks orientieren sich eher an dem, was der Anwender im Alltagsbetrieb vom Speicher erwarten kann.


Super Pi Mod 1.5 XS


Bei den praxisnahen Test, bei denen Super Pi den Anfang macht, sind nur geringe Unterschiede erkennbar. 0,25 Sekunden liegen zwischen beiden Kandidaten, dies ist ein Unterschied von rund 0,3 Prozent.


7zip


Ähnliches zeichnet sich beim Benchmark von 7zip ab, nur das der Unterschied noch geringer ausfällt. Zum 1.866 MHz schnellen Kit von A-Data haben beide Kits einen Rückstand von rund einem Prozent.


PCMark Vantage


Bei der Memory Suite vom PCMark Vantage erreicht das HyperX T1-Kit den ersten Platz, während sich das HyperX-Kit nur hauchdünn der +Series ver 2.0 von A-Data geschlagen geben muss.


Street Fighter IV Benchmark


Beim wohl praxisnahsten Test für Spieler und normal Anwender liegen die Unterschiede der 1.600 MHz und des 1.866 MHz schnellen Speicher-Kits innerhalb der Messtoleranzen. Lediglich die nur 1.333 MHz schnellen Kits von Crucial und takeMS fallen minimal ab.

Overclocking - Maximalfrequenz

Auch die Kingston-Kits wurden auf ihr OC-Potential hin überprüft. Aus zeitlichen Gründen hat es hierbei leider nicht für einen Nachtests der anderen Speicherkits gereicht. Eine weitere Änderung gegenüber der letzten OC-Tests liegt bei den Settings. So schafften wir keinen stabilen Betrieb mit 8-8-8-24 und entschieden uns dafür die Timings für den OC-Versuch auf 9-9-9-24 anzuheben.


Wie schon fast zu erwarten war, nun aber doch eher dem Zufall geschuldet ist, erreichen beide Kits auf unserem Testsystem die gleiche Maximalfrequenz. Diese liegt bei 1768 MHz, was eine Steigerung von knapp über zehn Prozent entspricht.
Overclocking - niedrigste Timings

Für die Ermittlung der niedrigsten zu erreichenden Timings fixierten wir die Taktfrequenz auf die vom Hersteller vorgegebenen Werte und hoben die Spannung auf den Wert 1,66 Volt an. Da bei diesen Tests der CPU-Takt unverändert bleibt, ziehen wir mit den neuen Timings einen kurzen Vergleich zu den Testergebnissen mit den Original-Timings. Hierbei nutzen wir eine kleine Auswahl unserer Benchmarks (Everest Ultimate Edition / SiSoft Sandra / Super Pi Mod 1.5 XS).
Kingston HyperX8-9-8-24    
Kingston HyperX T18-9-8-24    
Everest Ultimate Edition 5.01



Während der HyperX sich sowohl beim Lesetest als auch bei der Verzögerung verbessern kann, verliert der HyperX T1 etwas an Schreibleistung, als wir die Timings verringert haben. Auch nach diversen Kreuztests blieb das Ergebnis immer das selbe. Woran dies liegt, wissen wir nicht.

Super Pi Mod 1.5 XS


Bei Super Pi hingegen kann auch der HyperX T1 sich verbessern, der HyperX profitiert aber auch hier stärker von den gesenkten Timings.

Fazit
Kingston HyperX (KHX1600C9D3K6/12GX)

Die drei Riegel aus dem KHX1600C9D3K6/12GX-Set haben bei uns einen gemischten Eindruck hinterlassen. Optisch wurden die Riegel eher schlicht gehalten und auf einen hohen Heatspreader verzichtet, dies hat aber auch den Vorteil, dass der Anwender keine Inkompatibilitäten befürchten muss. Das im BIOS einstellbare XMP-Profil funktioniert fehlerfrei und stellt die korrekten Werte ein. So unauffällig wie das Kit optisch daher kommt, so schwimmt es auch im "Test-Strom" mit. Sowohl bei den Tests mit Everest Ultimate, als auch bei denen mit Sandra Lite erreicht das Kit solide Werte, reißt aber keine Bäume aus. Besser schaut es da schon bei den praxisnahen Tests aus, wo die erreichten Werte doch schon gut bis teilweise sogar sehr gut sind. Wer mit einem Kauf der rund 165 Euro teuren Riegel liebäugelt sollte aber auch mit einplanen, dass nicht viel OC-Potential vorhanden ist. Lediglich knapp zehn Prozent Mehrleistung haben wir erreicht und das auch nur bei recht hohen Timings von 9-9-9-24.

Dennoch kann können dem Kingston HyperX guten Gewissens unseren DeXgo-Bronze-Award verleihen.
Kingston HyperX T1 (KHX1600C9D3T1K3/6GX)

Die HyperX T1-Speicher sind optisch ein wahrer Augenschmaus. Strahlendes blau und hohe Kühlrippen lassen das Herz eines jeden Modders höher schlagen. Anwender, die Luftkühler verbauen, die etwas ausladender sind, schütteln dagegen nur den Kopf. Denn so gut der Speicher auch ausschaut, Inkompatibilitäten sind fast schon vorprogrammiert. Eine Vollbestückung von Mainboards ist aber, zumindest aus Sicht des Speichers, möglich. Auch das XMP-Profil des HyperX T1 wird ohne Fehler geladen und der Speicher korrekt erkannt. Bei den anschließenden Tests legte das Kit, trotz der hohen Timings, bei Everest Ultimate gleich gut vor, bei Sandra Lite hingegen patzte es. Auch bei den Praxistests konnten die Testergebnisse überzeugen. Leider war es dies auch schon fast. Nach einer Takterhöhung von rund zehn Prozent ist auch beim HyperX T1 Schluss, eine Senkung der Timings brachte bei Everest sogar eine Verschlechterung der Testergebnisse. Der Straßenpreis des KHX1600C9D3T1K3/6GX liegt bei rund 170 Euro.

Auch dem Kingston HyperX T1 (KHX1600C9D3T1K3/6GX) verleihen wir für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Bronze-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Kingston.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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