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GTX 470-Wasserkühler im Vergleich


Einleitung

Nvidias aktueller Chip, Fermi genannt, gilt nicht gerade zu unrecht als Stromfresser. Klar, dass dabei die Lautstärke und auch die Temperaturen des Grafikbeschleunigers in grenzwertige Regionen vordringen. Die bekannten Wasserkühlungshersteller wie EK Water Blocks, Watercool, Aquacomputer und Koolance haben schnell reagiert und passende Wasserkühler heraus gebracht. Aber auch ein eher weniger bekannter Neuling in der Szene, Liquid Extasy, entwickelte einen passenden Kühler. Wie sich die fünf verschiedenen Full-Cover-Wasserkühler schlagen, zeigt dieser Test.


Watercool Heatkiller GPU-X³ GTX470 - Teil 1


Verpackung und Lieferumfang
Watercool liefert den Heatkiller GPU-X³ GTX470 genannten Kühler in einer bunt bedruckten Kartonschachtel, welche eine kleine Einsicht in das Produktprotfolio der Firma gibt. Der Lieferumfang umfasst eine kurze Anleitung, das benötigte Montagematerial und einen Inbusschlüssel. Wärmeleitpaste wird leider nicht mitgeliefert.
Der Kühler
Der eigentliche Kühlteil des GPU-X³ GTX470 besteht komplett aus massivem Kupfer, eine kleine Edelstahlblende ziert die Oberseite des Kühlers. Erst beim genaueren Hinsehen ist erkennbar, dass ein Kupferdeckel auf dem eigentlichen Kühlteil sitzt. Das Anschlussterminal besteht aus POM und besitzt 1/4-Zoll-Gewinde - jeweils zwei pro Seite.

Die Verarbeitung auf der Oberseite kann durchaus gefallen, die vielen Gravuren sind sehr fein gearbeitet und verleihen dem Heatkiller eine sehr edle Optik. Ein Schutzlack verhindert zudem ein Anlaufen des Kupfers, gerade für Freunde des Casemodding ein wichtiger Aspekt.

Die Unterseite des Watercool-Kühlers ist teilweise durch unschöne Verfärbungen gespickt, hier hätte eine weitere Politur durchaus gut getan. Ansonsten ist der Unterboden perfekt verarbeitet und makellos. Die Distanzringe sind bereits im Kühler integriert, wo durch die Montage des Kühlers deutlich vereinfacht werden sollte.

Watercool Heatkiller GPU-X³ GTX470 - Teil 2

Innenansichten
Durch Lösen der zwölf Schrauben lässt sich der Kühler öffnen und beispielsweise von Verunreinigungen befreien. Der Kühlkanal, welcher ausschließlich in den Boden gefräst ist, leitet das Wasser über die Speicherchips, die GPU und auch die Spannungswandler. Damit deckt der GPU-X³ GTX470 die wichtigsten und besonders heißen Komponenten ab.

Auf der Höhe der GPU (Bild links) findet sich eine recht feine Kühlstruktur, die für eine hohe Kühlleistung sorgen sollte. Im Gegenzug kommt es aber auch leicht zu Ablagerungen, die den Kühler im schlimmsten Fall verstopfen könnten. Auf Höhe der Spannungswandler (Bild rechts) findet sich eine kleine Lamelle, welche die Kühlleistung nochmals etwas steigern sollte.

Durch Demontieren zweier Schrauben lässt sich das Anschlussterminal aus POM vom restlichen Kühler lösen. Sollte der Kühler im SLI betrieben werden, kann alternativ ein SLI-Adapter montiert werden.
Montage
Watercool legt dem GPU-X³ GTX470 bereits zugeschnittene Wärmeleitpads in verschiedenen Dicken bei, wodurch die Montage sehr schnell vonstatten gehen kann. Wärmeleitpads mit einer Dicke von 0,25 Millimetern werden auf den RAM-Bausteinen angebracht, dagegen setzt Watercool bei den Spannungswandlern auf 1-Millimeter-Wärmeleitpads - auf dem Grafikchip wird wie üblich Wärmeleitpaste aufgebracht. Normal ist es also vorgesehen auf den RAM-Bausteinen ein Wärmeleitpad anzubringen, optional kann dieses aber auch durch Wärmeleitpaste ersetzt werden.

Watercool liefert Plastik-Unterlegscheiben mit, welche sehr effektiv ein Verkratzen des PCB verhindern. Die Abstandshalter am Kühler verrichten ihre Arbeit sehr gut, auch durch starkes anziehen der Schrauben verzog sich das PCB nicht.

EK Water Blocks EK-FC470 GTX - Teil 1


Verpackung und Lieferumfang
EK Water Blocks liefert den EK-FC470 GTX in einer bunt bedruckten Kartonschachtel, welche das Firmenlogo, die Kühlerbezeichnung und die Materialausführung aufgedruckt bekommen hat. Der Lieferumfang besteht aus einer kurzen Anleitung, dem Montagematerial, zwei Verschlussschrauben und einem Inbusschlüssel. Als Extra legt EK Water Blocks noch einen optional verwendbaren Versteifungsring bei, der um die GPU herum angebracht werden kann. Wärmeleitpaste ist leider nicht Teil des Lieferumfangs.
Der Kühler
Der EK Water Blocks EK-FC470 GTX ist im bekannten Aussehen des slowakischen Herstellers gestaltet - mit Plexiglasabdeckung und Vollkupferboden. Der Kühler ist aber auch mit Acetal-Deckel und/oder vernickelt erhältlich, so sollte für jeden etwas dabei sein. Anschlüsse können beidseitig jeweils zwei Stück angebracht werden, auf der Kupferseite sind, solange Anschlüsse mit langem Gewinde verwendet werden, Distanzringe nötig.

Die Verarbeitung des EK-FC470 GTX lässt keine Wünsche offen, alles an dem Kühler ist sauber gearbeitet. Verfärbungen auf dem Kupfer sind im Auslieferungszustand nicht erkennbar.

Auch die Unterseite des EK-Kühlers wurde sauber verarbeitet, ist aber nicht wie bei den anderen Kühlern Spiegelglanz-poliert und weist teilweise auch noch deutliche Frässpuren auf. Auffallend, dass sich im Auslieferungszustand noch keine Abstandshalter am Kühler befinden.

EK Water Blocks EK-FC470 GTX - Teil 2

Innenansichten
Durch das Plexiglas ist, auch ohne den Kühler zu öffnen, bereits der typische Innenaufbau eines EK-Kühlers erkennbar. Das Kühlwasser wird über die Speicherchips, die GPU und die Spannungswandler geführt. Das seitlich angebrachte Dichtigkeitssiegel muss aufgebrochen werden, um den Kühler zu öffnen. Mit diesem Siegel hat man 6 Monate lang eine Dichtigkeitsgarantie.

Auf Höhe der GPU befindet sich eine recht massive und wellenförmige Kühlstruktur, mit der keine Probleme durch Verstopfungen zu erwarten sind. Auch der Durchfluss sollte von der groben Kühlstruktur und den tiefen Kühlkanälen profitieren können.
Montage
Der optional montierbare Versteifungsring um die GPU besteht aus Metall und kann, wie gesagt, optional angebracht werden. Wir haben uns für die Montage des Ringes entschieden, dabei ist uns aufgefallen, dass die mitgelieferte Isoliermatte eine Aussparung für ein Bauteil auslässt. Durch etwas Arbeit mit der Schere ist dieses Problem aber schnell gelöst, wodurch der Metallring auch sehr leicht zu montieren ist.

Wie bereits erwähnt, montiert EK die Abstandshalter nicht von Werk aus am Kühler. EK Water Blocks empfiehlt, Wärmeleitpaste als Klebstoff zu verwenden, um die Abstandshalter an ihrem Platz zu halten. Leider passiert es schnell, dass einem solch ein Abstandshalter bei der Montage verrutscht und man den Kühler noch mal abnehmen muss. Hier hätten wir uns eine Lösung ähnlich wie bei Aquacomputer, Watercool oder Koolance gewünscht.

Die Wärmeleitpads, welche für die Speicherchips und die Spannungswandler vorgesehen sind, müssen selbst zugeschnitten werden. Die bemessene Menge an Wärmeleitpads ist etwas knapp, verschneiden ist da nicht erlaubt.

Letzten Endes, wenn einem die Abstandshalter nicht verrutscht sind, geht die Montage des EK Water Blocks EK-FC470 GTX relativ gut von der Hand. Ein Verziehen des PCB ist nur bei sehr starkem Anziehen der Schrauben möglich. Letztgenannte sind schwarz gefärbt und passen somit gut in das Gesamtkonzept, wünschenswert wären noch Unterlegscheiben zum Schutz des PCB.

Aqua Computer aquagrafx GTX 470 - Teil 1


Verpackung und Lieferumfang
Aquacomputers aquagrafx GTX 470 genannter Kühler wird in einer unbedruckten Kartonschachtel, gut geschützt durch Luftpolsterfolie, geliefert. Der Lieferumfang umfasst eine Anleitung und das benötigte Montagematerial. Wärmeleitpaste findet sich leider nicht im Karton.
Der Kühler
Der Kühler von Aquacomputer besteht teils aus Kupfer, welches die Hitze aufnimmt und abgibt, und teils aus einer Edelstahlblende, welche den Kühler verschließt. Aquacomputer bietet den aquagrafx GTX 470 auch noch in einer Nickel-Variante an, wodurch es nicht mehr zu Verfärbungen des Kupfers kommen kann. Anschlüsse können beidseitig jeweils zwei Stück angebracht werden, Distanzringe sind dabei nicht nötig.

Die Verarbeitung des Kühlers von Aquacomputer ist auf sehr hohem Niveau, das aufgelasterte Logo und die Kühlerbezeichnung wirken auf dem Edelstahl sehr edel und können auf jeden Fall gefallen. Auffallend bei diesem Kühler die sehr leichte Neigung zum anlaufen des Kupfers, zwar war der Kühler im Auslieferungszustand makellos, doch kaum einmal ohne Handschuhe angelangt schon hat man unschöne Verfärbungen.

Die Unterseite des aquagrafx GTX 470 ist perfekt verarbeitet und spiegel glänzend poliert. Die Abstandshalter sind fest im Kühler integriert, wodurch die Montage deutlich vereinfacht werden sollte.


Aqua Computer aquagrafx GTX 470 - Teil 2

Innenansichten
Durch Lösen der Schrauben auf der Oberseite lässt sich die Edelstahlblende abnehmen. Zum Vorschein kommt ein ähnlicher Aufbau, wie er auch bei Watercool eingesetzt wird. Der Kühlkanal leitet das Wasser über die Speicherchips, die GPU und auch die Spannungswandler, womit die wichtigsten Komponenten abgedeckt werden.

Die recht feine Kühlstruktur auf Höhe der GPU (Bild links) sollte für eine gute Kühlleistung sorgen können. Bei diesem feinen Aufbau kann es natürlich auch leicht zu Ansammlungen von Verschmutzungen kommen. Auf Höhe der Spannungswandler (Bild rechts) ist eine einzelne Kühllamelle angebracht, welche die Kühlleistung nochmals etwas steigern sollte.

Durch Lösen dreier Schrauben lässt sich der Anschlussblock, welcher aus POM gefertigt ist, vom Kühler selbst entfernen. Optional kann ein SLI-Adapter montiert werden, wodurch mehrere Kühler zusammengeschlossen werden können.
Montage
Aquacomputer sieht auf den Speicherchips und der GPU Wärmeleitpaste vor, auf den Spannungswandlern werden die bereits zugeschnittenen Wärmeleitpads angebracht. Die Montage selbst geht leicht von der Hand, besonders weil sich das PCB nicht verziehen lässt.
Leider sind von Aquacomputer aus keine Unterlegscheiben für die Schrauben vorgesehen.

Koolance VID-NX470 - Teil 1


Verpackung und Lieferumfang
Der Koolance VID-NX470 wird in einer, etwas ramponiert aussehenden, schwarzen Kartonschachtel geliefert. Neben dem Herstellerlogo und der Kühlerbezeichnung wurde nichts weiter aufgedruckt. Der Lieferumfang umfasst eine ausführliche Anleitung und das benötigte Montagematerial. Wärmeleitpaste wird erfreulicherweise mitgeliefert.
Der Kühler
Im Gegensatz zur Konkurrenz wurde der Koolance-Kühler komplett vernickelt, wodurch ein Anlaufen, wie es sonst bei Kupferkühlern der Fall ist, sehr effektiv verhindert wird. Der Deckel des NX470, welcher ausschließlich als Abdeckung dient, wurde normal vernickelt, der Kühlteil dagegen wurde schwarz-vernickelt. Anschlüsse können, wie bei den anderen Testkandidaten auch, jeweils zwei auf einer Seite angebracht werden.

Auf den ersten Blick gefällt die Verarbeitung des Koolance VID-NX470, doch schaut man genauer hin, fallen beim Herstellerlogo unschöne Verfärbungen auf - so etwas müsste nicht sein.

Die Unterseite kann im Gegensatz zur Oberseite gefallen, speziell die Nickelschicht lässt den Koolance-Kühler in einem besonderen Licht erscheinen. Auf höhe der GPU finden sich spürbare Frässpuren und auch auf die Politur wurde an dieser Stelle verzichtet.

Koolance VID-NX470 - Teil 2

Innenansichten
Erst nach Lösen der 22 Schrauben auf der Oberseite ist es möglich, den Kühler zu öffnen. Zu sehen dann die Plexiglasabdeckung, in die der Kühlkanal gefräst ist, und der schwarz vernickelte Kühlerboden. Hier finden sich leider unschöne Verfärbungen und Verschmutzungen.

Auf Höhe der GPU findet sich eine sehr feine Kühlstruktur, welche das Wasser durchlaufen muss. Die unschönen Verfärbungen auf dem Kühlerboden lassen sich mit Artic ArctiClean oder ähnlichem sehr leicht entfernen, wodurch erst die sehr gute Verarbeitung zum Vorschein kommt.

Montage
Koolance liefert zwei verschiedene Wärmeleitpads mit, welche unser Erachtens genau gleich dick sind. Somit ist es egal, welche man verwendet - die Wärmeleitpads werden auf den Speicherchips und den Spannungswandlern angebracht. Leider mussten wir feststellen das sich das PCB extrem leicht verziehen lässt, erst nach mehrmaliger Montage war es uns überhaupt möglich die Karte zum Laufen zu bekommen.

Ist der Kühler erstmal auf der Karte montiert und diese auch funktionstüchtig, kann die Kühler-Karten-Kombination wirklich gefallen. Erfreulich, dass Koolance Unterlegscheiben vorsieht. So richtig kann aber auch diese Tatsache nicht über die Probleme bei der Montage hinweg helfen.

Liquid Extasy Narrow Line Geforce 470 GTX - Teil 1

Verpackung und Lieferumfang
Liquid Extasys Kühler wird in einer unbedruckten Kartonschachtel, leider ohne Luftpolsterfolie im Inneren, geliefert. Der Kühler macht sich daher leicht im Inneren des Kartons selbstständig, durch ein Tütchen, in dem der Kühler eingepackt ist, kann aber nichts weiter passieren. Der Lieferumfang umfasst eine sehr kurze Anleitung und das benötigte Montagematerial. Wärmeleitpaste wird leider nicht mitgeliefert.
Der Kühler
Etwas ähnelt der Liquid-Extasy-Kühler dem EK Water Blocks EK-FC470 GTX schon, zumindest was die Materialwahl angeht - Plexiglas als Abdeckung und ein Vollkupferboden zur Kühlung. Anschlüsse können beidseitig eingebracht werden, wobei bei langen Anschlussgewinden auf der Kupferseite Distanzringe von Nöten sind - diese werden leider nicht mitgeliefert. Als einziger Hersteller überhaupt bietet Liquid Extasy zudem einen Kühler an, der nicht über das PCB der Grafikkarte hinaus ragt. Besonders für Nutzer eines HTPCs ein sehr interessantes Feature das einmalig ist.

Verarbeitungstechnisch zeigt sich der Kühler von Liquid Extasy von der besten Seite, alles an dem Kühler ist perfekt gearbeitet. Erfreulicherweise finden sich keine Verfärbungen auf dem Kupfer, auch das Plexiglas wirkt sehr stabil und wertig.

Auch die Unterseite des Wasserkühlers kann gefallen - keine Verfärbungen und eine perfekte Verarbeitung tragen dazu bei. Das Kupfer auf der Unterseite ist durchgehend Spiegelglanz-poliert, nur kleine Frässpuren sind erkennbar. Auch hier finden sich im Auslieferungszustand keine Abstandshalter, Genaueres dazu dann auf der nächsten Seite bei der Montage.


Liquid Extasy Narrow Line Geforce 470 GTX - Teil 2

Innenansichten
Der Innenaufbau des Liquid-Extasy-Kühlers ist durch das Plexiglas bereits vorab zu sehen gewesen, trotzdem wollen wir noch einmal genauer darauf eingehen. Auf Höhe der GPU befindet sich eine relativ feine, aber weit auseinanderstehende Kühlstruktur. Das Wasser wird teilweise weiter an die Spannungswandler und den Ausgang geführt.


Auffallend der sehr flache Kühlkanal, welcher nur 1,5 Millimeter tief ist. Gerade weil auch nichts im Plexiglas gefräst ist, liegt die Befürchtung nahe, dass der Durchfluss nicht all zu hoch ist.
Montage
Liquid Extasy sieht für den Narrow Line Geforce 470 GTX keine Wärmeleitpads, sondern ausschließlich Wärmeleitpaste vor. Hierbei sollte auf Wärmeleitpaste gesetzt werden, die nicht leitend ist, da es ansonsten, gerade an den Spannungswandlern, zu Problemen kommen kann.

Insgesamt fällt die ganze Montage sehr einfach aus, speziell die Federn erleichtern die Montage des Kühlers. Auch hat Liquid Extasy an Unterlagscheiben gedacht, die effektiv ein Verkratzen des PCB verhindern. Besonders hervorzuheben ist, dass sich das PCB, egal wie stark die Schrauben angezogen werden, nicht verzieht - ein klares Zeichen dafür das hier mit höchster Präzision gearbeitet wurde.

Testablauf & Testaufbau

Testablauf

Für den ersten Dexgo-Test, der sich mit Wasserkühlungs-Komplettkühlern beschäftigt, mussten wir uns passende und neue Testmethoden einfallen lassen. Die Wahl ist auf ein Belastungsszenario gefallen, das sich bereits mehrfach bewährt hat. Die Belastung aller Komponenten der Grafikkarte übernimmt dabei Furmark 1.8.0, ein extrem forderndes Belastungsprogramm, welches eine Last erzeugt, die kaum in der Praxis auftreten wird. Die Grafikkarte wird 30 Minuten lang belastet, am Ende der Belastungszeit wird die Temperatur der GPU und des PCB durch GPU-Z 0.4.5 ermittelt. Ein Aquaero 4.0 übernimmt das Messen der Wassertemperatur und des Durchflusses, letzterer wird durch ein Aqua Computer Highflow Durchfluss-Sensor gemessen. Als Wärmeübertragungsmittel findet Artic Coolings oft gekürte und gelobte MX-2-Wärmeleitpaste Einsatz.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die Temperatur der GPU und des PCB in Abhängigkeit zur Wassertemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Wassertemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.

Testaufbau

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- NVIDIA GeForce GTX 470
- Phobya G-Changer 240 Ver. 1.1 Black
- Laing D5-Vario
- Masterkleer Schlauch PVC 12,7/9,5mm
- 10-Millimeter-Tüllen G-1/4-Zoll
- EK Water Blocks EK-Multioption RES 150
- Aqua Computer Highflow Durchfluss-Sensor
- 4x Analoger Wassersensor zur Messung der Wassertemperatur
- 2x Analoger Temperatursensor zur Messung der Umgebungstemperatur


Testergebnisse
GPU-Temperatur



Die Kühler liegen bei der GPU-Temperatur nahe beieinander, besonders herausstechen kann dabei eigentlich nur der Kühler von Watercool, der es schafft, sich mit knapp einem Kelvin vom restlichen Testfeld abzusetzen.


PCB-Temperatur



Wo genau die PCB-Temperatur gemessen wird, können wir nicht sagen, die Vermutung liegt Nahe, das sich der Temperatursensor in der Nähe der Speicherchips befindet. Hier können besonders die Kühler, welche auf den Speicherchips Wärmeleitpaste nutzen, überzeugen.


Durchfluss



Beim Durchfluss liegen alle Kühler, bis auf den von Liquid-Extasy, relativ nahe beieinander. Verantwortlich für den geringen, aber immer noch ausreichenden Durchfluss des Liquid-Extasy-Kühlers ist wohl der sehr flache Kühlkanal.
Schlussendlich kann man nur sagen, dass jeder Kühler ohne Probleme im Stande ist, die NVIDIA GeForce GTX 470 deutlich kühler zu halten als es die Luftkühlung kann.

Fazit und Awards
Watercool Heatkiller GPU-X³ GTX470

Watercools nicht mehr modulares Konzept kann in fast allen Bereichen überzeugen. Die Temperaturen, speziell die der GPU, können gefallen und kühlen die NVIDIA GeForce GTX 470 locker leicht herunter. Die Montage geht schnell und einfach, ohne Verziehen des PCB, von der Hand. Die Verarbeitung kann, bis auf wenige Verfärbungen auf dem Boden, überzeugen. Der Lieferumfang beinhaltet bis auf Wärmeleitpaste alles was man zur Montage braucht und auch die Verpackung gibt keinen Grund zu einer Beanstandung. Zuletzt auch der Preis von knapp 82 Euro trägt zum sehr positiven Gesamtbild bei.

Wir verleihen dem Watercool Heatkiller GPU-X³ GTX470 den DeXgo-Silber-Award.

EK Water Blocks EK-FC470 GTX

Was die Kühlleistung angeht, liegt der EK-Kühler genau im Mittelfeld und damit auf gutem Niveau. Die Montage ist, durch das Anbringen der Abstandshalter und das Zuschneiden der Wärmeleitpads, relativ langwierig. Die Verarbeitung kann durchaus gefallen, zumindest im Auslieferungszustand finden sich auch noch keine Verfärbungen auf dem Kühler. Der Lieferumfang ist bis auf fehlende Wärmeleitpaste vollständig. Gerade weil der Kühler in den verschiedensten Versionen erhältlich ist, ist er auf jeden Fall einen Blick wert. Bei einem Preis zwischen 70 und 80 Euro, je nach Version, können wir dem EK Water Blocks EK-FC470 GTX ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis aussprechen.

Wir verleihen dem EK Water Blocks EK-FC470 GTX den DeXgo-Bronze-Award.
Aqua Computer aquagrafx GTX 470

Aqua Computer aquagrafx GTX 470 - ein Flachmann, der es wirklich in sich hat. Die Kühlleistung fällt sehr gut aus, bei der GPU-Temperatur zwar kein Spitzenreiter, dafür setzt er sich bei der PCB-Temperatur um ein knappes Kelvin von der Konkurrenz ab. Die Montage geht sehr einfach von der Hand, erfreulicherweise macht das PCB keine Anstalten sich zu verziehen. Die Verarbeitung kann sehr gut gefallen. Bei der Montage sind aber auf jeden Fall Handschuhe zu tragen, ansonsten hat man ganz schnell unschöne Verfärbungen auf dem Kühler. Der Lieferumfang gibt bis auf fehlende Wärmeleitpaste keinen Grund zu Beanstandung. Preislich liegt der Kühler genau gleich wie der Kühler von Watercool - bei 82 Euro. Damit besitzt der Aqua Computer aquagrafx GTX 470 auch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Wir verleihen dem Aqua Computer aquagrafx GTX 470 den DeXgo-Silber-Award.

Koolance VID-NX470

Koolance VID-NX470 - ein Schönling mit großen Schwächen. Die Kühlleistung des Koolance-Kühlers gehört noch nicht zu den Schwächen, hier kann er durchaus überzeugen. Doch bei der Montage patzt der VID-NX470 regelrecht, erst nach mehrmaligem Montieren war die Karte überhaupt zum Laufen zu bekommen - gerade für Anfänger wird die Montage dadurch zur Unmöglichkeit. Die Verarbeitung kann nur teilweise gefallen, gerade die Laserspuren am Koolance-Logo müssten nicht sein und sind sehr unschön. Einzig der reichhaltige Lieferumfang und die ordentliche Verpackungsweise können gefallen. Im Handel ist der Kühler für 110 Euro erhältlich, gerade in Anbetracht der Mängel bei der Montage und der Verarbeitung bietet dieser Kühler kein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Aufgrund der Probleme bei der Montage und der Verarbeitung mussten wir von einem Award für den Koolance VID-NX470 absehen.

Liquid Extasy Narrow Line Geforce 470 GTX

Liquid Extasy beweist, dass man auch als kleiner und relativ unbekannter Hersteller einen Kühler zutage bringen kann, der überzeugt. Die Kühlleistung stimmt, egal in welcher Situation. Die Montage, die oftmals eine heikle Sache ist, wurde bei Liquid Extasy auf bravouröse Weise gelöst. Die Verarbeitung des ganzen Kühlers kann zudem sehr gefallen. Nur eine Sache haben wir zu bemängeln, nämlich die Verpackungsweise, etwas Luftpolsterfolie dazu, schon verhindert man das sich der Kühler im Karton selbstständig macht. Der Kühler von Liquid Extasy ist bis jetzt nur im hauseigenen Shop für knapp 70 Euro erhältlich, was ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bedeutet.

Wir verleihen dem Liquid Extasy Narrow Line Geforce 470 GTX den DeXgo-Silber- und den DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning und Liquid Extasy.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Marc93 verfasst.
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