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Cougar SX S700 700W


Einleitung

Ende 2009 stellten wir das S550 vom damals noch recht unbekannten Label Cougar in einem Review vor. Cougar war und ist jedoch kein Neuling im eigentlichen Sinne, da das Label zum Hersteller HEC Compucase gehört. Damals konnte das S550 überzeugen und wurde zurecht mit unserem Gold-Award ausgezeichnet. Mit der SX-Serie steht nun der Nachfolger in den Löchern und so wollten wir es uns nicht nehmen lassen, auch hier dem Netzteil auf die Finger zu schauen. Mit einem neuem Testsystem und umgestellten Testverfahren muss sich nun das SX S700 beweisen. Ob es ebenfalls überzeugen kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Cougar SX S700 schützt das Netzteil nicht nur gut während des Transportes zum Endkunden, sie hält auch reichhaltige Informationen über das Netzteil bereit. Neben den Informationen zu den fünf Jahren Garantie und der 80Plus-Silber-Zertifizierung auf der Vorderseite der Verpackung befinden sich auf der Rückseite noch einige technische Daten in vier verschiedenen Sprachen.
Im Lieferumfang befindet sich alles Nötige um das Netzteil in Betrieb nehmen zu können. Dazu zählen neben dem Netzteil selbst noch die modularen Kabel, ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben, insgesamt vier wiederverwendbare Kabelbinder und eine Bedienungsanleitung. Auf Extras wie eine Tasche für die modularen Kabel verzichtet Cougar beim SX S700.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: CGR S2-700
Leistung: 700 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 115 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 180 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 25 Ampere
+5,0V: 25 Ampere
+12V1: 20 Ampere
+12V2: 20 Ampere
+12V3: 24 Ampere
+12V4: 24 Ampere
-12V: 0,6 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 150 Watt
+12V1-4: 684 Watt
-12V: 7,2 Watt
5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Äußere Ansichten

Optisch ähnelt das SX S700 der S-Serie recht stark. Auffällig ist der Rahmen auf der ansonsten schwarzen Oberseite, welchen Cougar dieses mal - passend zur 80Plus-Silber-Zertifizierung - in Silber gehalten hat. Der verbaute 140-mm-Lüfter erinnert optisch an die XLF-Serie von Xigmatek und soll auch bei höhere Last sehr leise zu Werke gehen.
Während die Oberseite in Schwarz und Silber gehalten wurde, ist die Unterseite Orange. Auf der Unterseite befindet sich auch der Aufkleber, welcher die Leistungsdaten bereit hält. Während das Schwarz der Oberseite leicht rau und "rustikal" wirkt, ist das Orange der Unterseite glatt gehalten und bildet den "edlen" Gegenpart.
An den mit dem Firmen- und Netzteilnamen bedruckten Seiten treffen die beiden Farben aufeinander und bilden ein optisch gut abgestimmtes Gesamtbild. Egal wo das Netzteil verbaut wird, der aufgebrachte Schriftzug ist immer lesbar, außer das Netzteil wird hochkant montiert.
Die Rückseite ist wie der Boden komplett in Orange gehalten und großflächig mit Öffnungen in Wabenform versehen. So ist gewährleistet, dass die warme Luft recht ungehindert nach außen gelangen kann. Ein Ein-/Ausschalter neben der Kaltgerätebuchse rundet die Rückseite ab. Auf der Innenseite befinden sich insgesamt acht Anschlussbuchsen für die modularen Kabel, welche farblich und mechanisch codiert sind, sowie die Öffnung für die fest installierten Kabel.

Das Kabelmanagment

Neben den frei steckbaren Kabeln besitzt das SX S700 auch vier fest installierte Kabel. So stellt es dem Anwender ein 20+4-Pin-ATX-Stromkabel mit einer Länge von nicht ganz 59 Zentimetern, ein 6-Pin-PCIe- und ein 6+2-Pin-PCIe-Stromkabel mit einer Länge von jeweils knapp über 50 Zentimetern und ein Kabel für die 12-Volt-Stromversorgung bereit. Bei dem Kabel für die 12-Volt-Stromversorgung geht Cougar einen etwas anderen Weg. So ist an diesem Strang ein 8-Pin-, ein 4+4-Pin- und ein 4-Pin-Anschluss vorhanden. Bis zum ersten Anschluss ist das Kabel 60 Zentimeter lang, der 4+4-Pin-Anschluss folgt nach 30 Zentimetern und der 4-Pin-Anschluss nach weiteren 15 Zentimetern. Zwar ist es so möglich auch Server-Mainboards mit zwei 12-Volt-Stromanschlüssen mit Strom zu versorgen, der "normale" Anwender muss so aber unnötiger Weise im schlimmsten Fall 45 Zentimeter Kabel nach dem 8-Pin-Anschluss verstecken.
Neben den beiden fest installierten Stromkabeln für die Grafikkarten befinden sich auch noch zwei modulare Kabel im Lieferumfang. Beide Kabel sind 50 Zentimeter lang, wobei eines einen 6-Pin-, das andere einen 6+2-Pin-Stecker besitzt.
Für die Stromversorgung der Peripherie liegen dem SX S700 insgesamt fünf Kabel bei. Eines davon besitzt insgesamt drei SATA-Stromanschlüsse und ist 80 Zentimeter lang. Die Anschlüsse haben einen Abstand von 15 Zentimetern untereinander. Ein weiteres Kabel stellt zwei Molex-Stromanschlüsse bereit. Dieses Kabel ist insgesamt 65 Zentimeter lang, der Abstand beider Anschlüsse beträgt ebenfalls 15 Zentimeter. Wer noch ein Diskettenlaufwerk oder eine Lüftersteuerung mit einem entsprechenden Stromanschluss besitzt, für den legt Cougar ein Adapterkabel bei. Mit diesem kann aus einem der Molex-Stromanschlüsse ein FDD-Stromanschluss gemacht werden. Der Adapter ist ebenfalls 15 Zentimeter lang.
Neben den Kabeln die nur eine Anschlussart bereit stellen gibt es auch noch zwei Kabel die sowohl SATA- als auch Molex-Anschlüsse besitzen. Das längere Kabel der beiden ist insgesamt 110 Zentimeter lang und bietet drei SATA- und zwei Molex-Anschlüsse. Das etwas kürzere Kabel ist immer noch 95 Zentimeter lang und stellt zwei SATA- und zwei Molex-Anschlüsse zur Verfügung. Bei beiden Kabeln beträgt der Abstand zwischen den Anschlüssen jeweils 15 Zentimeter.

Praxistest

Wie beim Kürzlich getesteten Enermax Modu87+ muss sich auch das Cougar SX S700 unserem neuen Testaufbau stellen. Geändert im Vergleich zu diesem hat sich nur, dass wir nun noch einen weiteren Testlauf hinzugefügt haben, mit einem GeForce GTX470 SLI-Gespann. Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarte zu wenig Daten erhält und dadurch nicht voll ausgelastet wird.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten Zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Erfreulich stabil waren alle gemessenen Werte während des Gesamten Testlaufes. Lediglich um 0,05 Volt schwankten die Werte maximal. Auch wenn die Werte der 3,3-Volt-Schiene etwas über dem ideal von 3,3 Volt liegen, so sind die Werte noch deutlich innerhalb der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Maximalwerte.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.






Das Cougar SX S700 liegt bei den Leistungsmessungen auf unserem Testsystem im vorderen Mittelfeld. Der von uns gemessene Standby-Verbrauch ist erfreulich niedrig und liegt um ein Watt unter dem des Scythe Stronger Plug-in.


Lautstärke

Der 140-mm-Lüfter arbeitet sehr zurückhaltend. Im Test mit Last auf der CPU und der GPU war der Lüfter leicht hörbar, hielt sich aber auch hier noch gut zurück.

Fazit

Mit der SX-Serie stellt Cougar einen würdigen Nachfolger zu der in die Tage gekommenen S-Serie vor. Zwar wurde der Lieferumfang etwas abgespeckt, an der Verarbeitung wurde aber nicht gespart. Äußerlich perfekt stellten wir nur einen Makel fest. Während die zur Verfügung stehenden Anschlüsse keine Wünsche offen lassen, stellt sich uns die Frage wieso Cougar beim 12-Volt-Stromanschluss für das Mainboard diese wahre Stecker-Kette verbaute. Ein Adapter, der ggf. weitere Anschlüsse zur Verfügung stellt, wäre aus unserer Sicht hier die bessere Wahl gewesen. Wie schwer man dies nun wertet überlassen wir dem Leser. Technisch, und hier beziehen wir uns auf unsere Testergebnisse, können wir beim Cougar SX S700 keine Fehler feststellen. Sowohl bei der Spannungsstabilität, als auch bei der Effizienz und der Lautstärke. In allen drei Bereichen konnte uns das SX S700 überzeugen. Die unverbindliche Preisempfehlung des SX S700 liegt bei 138,90 Euro, teilweise wird das Netzteil aber noch deutlich teurer gehandelt.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ gute Testergebnisse
+ Anschlüsse farblich und durch Form kodiert
+ Vier 6+2-PIN-PCIe-Stromanschlüsse vorhanden

Contra
- 12-Volt-Stromkabel durch die Steckervielfalt recht unhandlich


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Cougar SX S700 mit 700 Watt Leistung unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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