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Xigmatek Aegir SD128264


Einleitung

Xigmatek war die erste Firma, welche H.D.T.-Kühler in großem Stile auf den Markt brachte. Die Idee dahinter war es, die Abwärme des Prozessors schneller aufnehmen und weiterleiten zu können. Im Jahre 2007 wurden die ersten Kühler auf Basis dieser damals noch neuen Technik vorgestellt. Einen der ersten Kühler, den Xigmatek HDT-S963, haben auch wir getestet. Mit dem Thor's Hammer wurde diese Technik im letzten Jahr weiter ausgebaut und zwei Lagen Heatpipes sollen noch mehr Abwärme noch schneller abführen. Der Name des Aufbau lautet "Double layer H.D.T.". War der Thor's Hammer bis dato der einzige Kühler mit doppeltem Aufbau im Sortiment von Xigmatek, so reiht sich der Aegir nun in diese Reihe mit ein. Wie sich der neue Sprössling von Xigmatek schlägt, erfahrt ihr wie immer auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung bietet dem Anwender, neben einigen Informationen zum Kühler, einen freien Blick auf die Bodenplatte des Kühlers. Die Abbildung auf der Verpackung deutet schon an, woher der Name des Kühlers - Aegir (oder auch Ägir bzw Ægir) - stammt und was dieser bedeutet. So ist er erneut von der nordischen Mythologie abstammend und bedeutet soviel wie Meerriese. In der nordischen Mythologie heißt der den Asen nahestehende Meerriese Ägir, dessen Gattin die Meeresgöttin Rán ist. Aber nun genug des Ausflugs in die Welt nordischen Mythologie. Die Verpackung selbst schützt den Kühler recht gut vor Staub und Schmutz, der Schutz vor Stößen leidet durch das Sichtfenster aber etwas. Die Polsterung übernimmt nur ein Kunststoffinlay, welches den Kühler fixiert aber nicht stark polstert.
Der Lieferumfang des Aegir umfasst neben dem Kühler noch einen Lüfter, eine Garantiekarte, eine Bedienungs-/Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste, acht Entkoppler für die Lüfter und ein Multi-Sockel-Montagesystem inklusive Backplate.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):159 x 130 x 67 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):685 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:2x 8 und 4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:48
Lamellenabstand:1,9 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.200 U/min
Fördermenge:151,89 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,72 Watt
Lautstärke:20 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, D.L.H.D.T.
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:ca. 45 Euro (Stand Oktober 2010)

Der Kühler im Detail

Der Xigmatek Aegir besitzt den Beinamen oder das Kürzel SD128264. Das S steht hierbei für die Bauform (Tower-Kühler), das D für die Möglichkeit den Kühler mit zwei Lüftern zu bestücken. Die Zahlenkolonne hinter den Buchstaben steht für die Größe des Lüfters (12) sowie die Anzahl der verbauten Heatpipes und deren Größe (Zwei 8-Millimeter-Heatpipes und vier 6-Millimeter-Heatpipes).
Aufgebaut ist der Aegir symmetrisch, also Vorder- und Rückseite sind gleich. Dies sorgt auch dafür, dass der Kühler zwei Lüfter im 120-mm-Format aufnehmen kann. Lüfter im 140-mm-Format passen nur, wenn diese die Bohrungen der 120-mm-Lüfter besitzen. Die Gesamtbreite der "Konstruktion" wächst dann jedoch von den eigentlichen 130 Millimetern Breite auf die 140 Millimeter des Lüfters. Tief ist der Kühler 67 Millimeter und gehört damit zu den eher schmaleren seiner Gattung. Unser Sample ist im unteren Bereich der Lamellen minimal verformt, dies ist ein unschöner Tribut den man durch die Verpackung zahlen muss. Wer den Kühler in so einem Zustand geliefert bekommt, kann diesen natürlich reklamieren.
In die Aluminium-Lamellen ist das Xigmatek-Logo ein graviert. Die Lamellen sind, ebenso wie die Heatpipes, nicht vernickelt sondern naturbelassen. Heatpipes kommen insgesamt sechs Stück zum Einsatz. Zwei mit einem Durchmesser von acht Millimetern, vier mit einem Durchmesser von sechs Millimetern. Die Heatpipeenden stellen auch den höchsten Punkt des Kühlers dar und liegen 159 Millimeter über dem Boden.
Liegt der Kühler, erkennt man gut die Form der Lamellen. So sind die Haltepunkte der Lüfter etwas nach vorne gesetzt, um zwischen Lüfter und Kühler etwas Freiraum zu schaffen. Der Luftwiederstand verringert sich so etwas, was in der Theorie ein leiseren Betrieb ermöglichen soll. Jedoch geht so natürlich auch etwas von der Kühlleistung verloren, da dort, gerade bei niedrigen Drehzahlen, die Luft entweichen kann bevor sie den Kühler durchströmt hat.
Die Seiten des Xigmatek Aegir sind teilweise verschlossen. Dies wird erreicht, in dem die Lamellen seitlich abgekantet wurden. Neben dem Effekt, dass weniger Luft seitlich entweichen kann sorgt dies auch für eine höhere Stabilität des Kühlers. Insgesamt verbaut Xigmatek 48 der Aluminium-Lamellen mit einem Abstand von rund 1,9 Millimetern zueinander. Die sechs Heatpipes und die 48 Lamellen bringen es zusammen auf ein Gewicht von 685 Gramm.

Der Kühler im Detail

Wir sagten Eingangs ja schon, dass der Aegir mit der D.L.H.D.T.-Technologie versehen wurde, so wie auch schon der Thor's Hammer. Unterschiede gibt es jedoch in der Anzahl und Anordnung der Heatpipes. So besitzt der Aegir eine Heatpipe weniger und verbaut in der untersten Ebene, welche direkten Kontakt zum Prozessor hat, zwei 6-Millimeter- und zwei 8-Millimeter-Heatpipes. Die zweite Ebene beherbergt dann die anderen beiden 6-Millimeter-Heatpipes.
Der Boden unseres Exemplars besaß keine Schutzfolie und war leicht angelaufen. Der Boden selbst ist sauber verarbeitet und plan.
Der mitgelieferte Lüfter besitzt neben einer weißen Beleuchtung auch noch einen PWM-Anschluss und lässt sich somit über Mainboards, welche diese Art der Steuerung unterstützten, regeln. Der Regelbereich wird mit 1.000 bis 2.200 U/min angeben, die Lautstärke soll dabei rund 20 dB(A) betragen. Der Lüfter erzeugt dabei einen Luftdurchsatz von rund 152 m³/h und verbraucht 3,72 Watt.
Befestigt werden die Lüfter mit Hilfe von kleinen Gummientkopplern, welche im Lüfter befestigt werden. Hierzu besitzt der Kühler beidseitig Aussparungen, in denen die Entkoppler ihren Platz finden. Ob die Entkoppler zuerst am Kühler befestigt werden und dann am Lüfter oder umgekehrt ist Geschmackssache, wir möchten an dieser Stelle nur anmerken, dass die Entkoppler ruhig etwas länger und weicher sein könnten.
Fertig montiert schaut das Ganze dann so aus. Neben den zusätzlichen Millimetern, welche ein Lüfter in der Tiefe benötigt, sollte auch noch rund ein Millimeter für den Entkoppler gerechnet werden. Bei zwei montierten 25 Millimeter tiefen Lüftern wird das Gespann dann also fast 120 Millimeter tief.

Die Montage

Bei der Montage des Xigmatek Aegir hat sich im Vergleich zu früheren Kühlern einiges geändert. So wird nun zuerst die Backplate mit vier Schrauben am Mainboard befestigt. An diese vier Schrauben könnten dann die zwei Haltestege montiert werden. Während man auf Intel-Systemen bei der Ausrichtung freie Wahl hat, sind AMD-Anwender wieder auf eine Ausrichtung beschränkt. Schön hierbei, dass der Lüfter bei dieser nach hinten bläst. Sind die Stege montiert wird der Kühler mit einer Querstrebe fixiert. Verbesserungswürdig ist hierbei eigentlich nur eins. Die kleinen Sechskant-Schrauben sollten durch Rändelschrauben mit Schlitz- oder Kreuzschlitz-Aufnahme getauscht werden.
Bei der Ausrichtung zur Rückwand hin passt der Aegir problemlos auf unserem ASUS P6X58D-E. Auch zum Arbeitsspeicher ist genügend Abstand, so dass auch hohe Heatspreader ihren Platz finden, solange diese nicht zu breit sind.
Bei der Ausrichtung zum Gehäusedeckel überragt der Kühler den ersten Speicherslot komplett. Dort kann dann nur noch Arbeitsspeicher verbaut werden, der keinen Heatspreader besitzt oder dessen Kühlbleche nicht über die RAM-Module ragen.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick bringt welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Bei unseren Testläufen zeigte sich, dass der Kühler gerade von höheren Drehzahlen profitiert. Unsere Gedankengänge bei der Vorstellung des Kühlers haben sich also Bewahrheitet. Wer den Kühler mit wenigen Umdrehungen betrieben will, sollte, so es der Geldbeutel und der Platz zulässt, einen zweiten Lüfter montieren.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Betrieb mit zwölf Volt erreicht der verbaute Lüfter eine Drehzahl von rund 2.050 U/min. Die Kühlkombination ist dabei doch schon als laut einzustufen. "Lohn" der Strapazen der Ohren ist hierbei aber eine gute Kühlleistung. So liegt der Aegir praktisch gleich auf mit dem Thermalright HR-02 und dem Scythe Yasya.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Bei einer anliegenden Spannung von fünf Volt arbeitet der Lüfter mit lediglich 500 U/min. Zur ausreichenden Kühlung des i7 920 reicht dies nicht mehr aus.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute




Der Xigmatek Aegir macht bei den Referenz-Tests dort weiter, wo er bei den Vergleichen mit dem Standard-Lüfter aufgehört hat. Bei 1.850 U/min bewegt er sich auf dem Niveau des Coolink Corator DS und des Prolimatech Megahalems. Der Rückstand zum ersten Platz, welcher vom Prolimatech Super Mega belegt ist, und dem knapp dahinter platzierten Noctua NH-D14 beträgt keine zwei Kelvin. Bei 1.300 U/min rutscht der Kühler etwas nach unten und der Abstand zum Super Mega und NH-D14 "vergrößert" sich auf rund 2,5 Kelvin. Den größten Leistungseinbruch, wenn man dies so sagen kann, erleidet der Xigmatek Aegir beim Betrieb des Scythe Kama Flex mit 700 U/min. Der Rückstand auf den nun Erstplatzierten, den Thermalright HR-02, beträgt schon über fünf Kelvin.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute




Beim Betrieb mit zwei Lüftern ändert sich grundsätzlich nichts an der Rangfolge. Der Xigmatek Aegir liegt vorne gut mit dabei, dem Prolimatech Megahalems bei hohen Drehzahlen ebenbürtig und bei niedrigen Drehzahlen knapp unterlegen, und führt das Verfolgerfeld, welches den Spitzenreitern auf den Fersen ist, mit an.

Fazit

Optisch eher zurückhaltend präsentiert sich Xigmateks neues Kühler-Schlachtschiff. Die Verpackung bietet einige Informationen, der Schutz des Kühlers könnte jedoch besser ausfallen. Beim Lieferumfang liefert Xigmatek alles mit was für den Betrieb benötigt wird, auch ein zweites Set an Entkopplern für einen weiteren Lüfter liegt bei. Auf Zubehör wie Spannungsadapter o.ä. verzichtet man jedoch. Bei der Verarbeitung haben wir eigentlich keinen Grund zu meckern, sie ist solide, aber leider nicht so gut wie z.B. beim Balder oder beim Thor's Hammer. Gut ist auch, dass der Kühler recht schmal gebaut ist und so Inkompatibilitäten mit dem Arbeitsspeicher verringert werden können. Die Montage nimmt durch die diversen Einzelteile zwar mehr Zeit in Anspruch als Beispielsweise bei der Nutzung von Push-Pins, insgesamt kann sie aber durchaus überzeugen. Ist der Kühler dann einmal montiert, so zeigt sich dass die Ingenieure gute Arbeit geleistet haben. Für einen Platz unter den Top 3 langt es zwar nicht, jedoch kann der Kühler bei nahezu allen Testläufe gute Ergebnisse abliefern. Preislich gliedert sich der Aegir SD128264 von Xigmatek bei knapp unter 50 Euro ein, was wir als gerechtfertigt ansehen.


Pro & Contra

Pro
+ ordentliche Verarbeitung
+ gute Testergebnisse
+ sehr leichte und sichere Montage

Contra
- leichte Transportschäden vorhanden
- Lautstärke beim Betrieb mit zwölf Volt


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Xigmatek Aegir SD128264 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Xigmatek.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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