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Akasa Venom


Einleitung

Akasa, ansässig in Taiwan, ist ein Unternehmen, welches schon lange im PC-Markt tätig ist, für Endkunden aber meist kein bekanntes Gesicht darstellt. Akasa bietet vom Computer-Gehäuse über Netzteile und Kühler bis hin zu den Kabeln so ziemlich alles an, was man an Zubehör für seinen heimischen PC benötigt. Ein Produkt aus dem Portfolio der CPU-Kühler, den Venom, wollen wir uns heute anschauen. Mit einem giftigem Namen und der entsprechenden Farbgebung soll der Kühler mit seinen acht Millimeter dicken Heatpipes und dem 120-mm-Lüfter bissig zu Werke gehen. Ob die Konkurrenz sich fürchten muss, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Venom ist in Gelb und Schwarz gehalten. Dies sind auch die Farben, welche den Kühler dominieren. Ein Sichtfenster in der Vorderseite der Verpackung gewährt einen freien Blick auf den Lüfter und den dahinter befindlichen Kühler. An den Seiten und der Rückseite sind in mehreren Sprachen sowohl die Spezifikationen, als auch der Lieferumfang und die Leistungsmerkmale aufgebracht.
Zum Lieferumfang des Venom gehören der 120-mm-Viper-Lüfter, acht lange Entkoppler, Wärmeleitpaste auf Silikonbasis, eine Montage- und Bedienungsanleitung sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):161 x 121 x 70 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):645 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe vernickelt, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:45
Lamellenabstand:2,0
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:600 - 1.900 U/min
Fördermenge:141,75 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,04 Watt
Lautstärke:28,90 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., PWM-Lüfter, Lüfter entkoppelt, Heatpipes vernickelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, AM2, AM2+, AM3
Preis:45 Euro (Stand November 2010)

Der Kühler im Detail

Der Akasa Venom ist 161 Millimeter hoch, gemessen vom H.D.T.-Boden bis zu den Spitzen der acht Millimeter dicken Heatpipes. Vorder- und Rückseite des Kühlers besitzen eine unterschiedliche Form und auch das Logo auf der obersten Lamelle sorgt dafür, dass die Ausrichtung des Kühlers gut erkennbar ist. Während die Lamellen an der Vorderseite leicht geschwungen sind,...
...besitzen sie an der Rückseite eine eher kantige Form. Der Kühler ist für 120-mm-Lüfter ausgelegt und kann derer zwei aufnehmen. Mit 121 Millimetern ist er in der Breite somit auch nur minimal größer, als die auf ihm verbauten Lüfter. Tief ist der Kühler 70 Millimeter und so gehört der Venom nicht mehr zu den ganz Schmalen.
Liegt der Kühler, ist die unterschiedliche Form der Lamellen an Vorder- sowie Rückseite gut erkennbar. Ebenfalls gut erkennen lässt sich der Aufkleber auf der obersten Lamelle. So wurde hier ein einfaches Mittel gewählt um den Kühler von der Masse abzuheben. Auch wenn es im montierten Zustand kaum auffällt, etwas billig wirkt der Aufkleber aber dennoch.
Insgesamt 45 Lamellen aus Aluminium sorgen beim Akasa Venom für die Kühlung des Prozessors. Mit einem Abstand von rund zwei Millimetern zueinander sind die Lamellen auf den Heatpipes befestigt, hierbei wird eine Steck-Technik genutzt. Um den Seitenhalt der Lamellen zu erhöhen wurden diese an zwei Stellen an den Seiten abgekantet.

Der Kühler im Detail
Die Bodenplatte, welche gar keine richtige Bodenplatte ist sondern nur die Heatpipes zusammen hält, besteht aus Aluminium. Zusätzlich besitzt die Platte noch die Funktion, die Halterung des Kühlers aufzunehmen. Eine Abstufung im Block nimmt, sowohl bei der Montage auf AMD-Systemen, als auch bei der die bei Intel-Systemen genutzt wird, den Haltebügel auf.
Die vier eingepressten 8-mm-Heatpipes werden während des Transports mit einer Folie geschützt. Diese muss vor der Montage des Kühlers entfernt werden, was auch problemlos funktioniert. Um eine glatte Auflagefläche zu erhalten, wurden die vernickelten Heatpipes und der Aluminiumblock, welcher sie zusammenhält, plan geschliffen.
Der beiliegende Lüfter ist, wie schon die Verpackung und der Aufkleber auf der obersten Lamelle, in einem leuchtenden Gelb und Schwarz gehalten. Mit Hilfe des PWM-Anschlusses und eines Mainboards welches diese Art der Steuerung unterstützt, kann der Lüfter im Drehzahlbereich von rund 600 bis 1.900 U/min betrieben werden. Die Anpassung der Drehzahl erfolgt dann automatisch, passend zur Temperatur des Prozessors. Als maximalen Luftdurchsatz gibt Akasa rund 142 Kubikmeter Luft pro Stunde an, die Lautstärke soll dabei maximal bei 28,9 dB(A) liegen. Der Verbrauch des Lüfters bei einer anliegenden Spannung von zwölf Volt beträgt 2,04 Watt.
Die Montage des Lüfters erfolgt mit Hilfe von vier der beiliegenden knallig gelben Entkoppler. Diese sind nicht nur äußerst lang sondern auch sehr weich. So gestaltet sich die Montage des Lüfters sehr angenehm und auch Vibrationen, welche vom Lüfter stammen, werden effektiv geschluckt.

Die Montage

Gleich vorweg: Die Montage verläuft bei Intel- und AMD-Systemen nahezu gleich ab. Leider können Anwender mit AMD-Systemen den Kühler aber nicht frei ausrichten und müssen den Kühler zum Netzteil blasend montieren. Der Ablauf sieht bei beiden Plattformen wie folgt aus. Als erstes wird der entsprechende Haltebügel am Kühler befestigt. So kann dieser bei der Montage nicht verrutschen. Die Backplate mit den Schrauben wird dann von hinten durch die Montagelöcher des Mainboards in Stellung gebracht. Der Kühler inklusive des Bügels kann nun aufgesetzt und mit Hilfe der Isolationsringe und der Schrauben befestigt werden. Bezüglich des Anpressdruckes braucht man sich nicht all zu viele Sorgen machen, da die Schrauben nur bis zu einer bestimmten Festigkeit angezogen werden können. Das Gewinde begrenzt so den Anpressdruck.
Bei der Ausrichtung zur Rückwand des Gehäuses hin bietet der Kühler genügend Abstand zu den Speicherbänken, um dort normal hohe Speicher oder aber auch Speicherriegel mit schmalem Heatspreader verbauen zu können.
Bei der Ausrichtung zum Netzteil, wie es bei AMD-Systemen vorgegeben ist, kratzt der Kühler bei unserem Mainboard am ersten RAM-Slot, überragt diesen allerdings nicht. Da die Speicherbänke auf AMD-Platinen dichter am Sockel sitzen als bei unserem X58-Testmainboard, kann dort nur Speicher ohne oder mit flachem Heatspreader verbaut werden.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick bringt welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Bei unserer Testergebnis-Übersicht zeigt sich, dass der von Akasa verbaute Viper-Lüfter kein schlechter ist. So ist er bei hohen Drehzahlen gleich auf mit unseren Scythe Kama Flex 1900 und liefert bei niedrigen ähnlich gute Werte wie dieser. Auch gut ersichtlich: Beim Betrieb mit eher hohen Drehzahlen kann auf einen zweiten Lüfter getrost verzichtet werden, die erzielte Mehrleistung (0,9 Kelvin) steht dort in keinem Verhältnis zu der entstehenden Geräuschkulisse.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Test mit dem Original-Lüfter bei einer anliegenden Spannung von zwölf Volt landet der Venom im Mittelfeld unseres Testfeldes. Hierbei ist die Lücke ,die hinter ihm lauert (zwei Kelvin), deutlich größer, als der Rückstand nach oben. So beträgt der Rückstand zum zweiten Platz (Thermalright HR-02) ebenfalls zwei Kelvin. Alles in allem eine solide Leistung, jedoch bei einer unschönen Geräuschkulisse, da der Kühler bei diesem Setup laut zu Werke geht.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Bei reduzierter Spannung reduziert sich auch die Lautstärke merklich. So ist der Kühler zwar immer noch wahrnehmbar aber nicht mehr so störend. Erfreulich ist hierbei sogar, dass die noch vorhandenen 775 U/min des Lüfter ausreichen um den i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Der Vergleich mit einheitlichen Lüftern offenbart das wahre Leistungsniveau des Kühlers. So platziert sich der Kühler bei 1.850 und 1.300 U/min im Mittelfeld der Testkandidaten, zwischen dem Alpenföhn Matterhorn und dem Scythe Yasya. Bei 700 U/min schafft er es sich minimal von diesen beiden Konkurrenten abzusetzen und ordnet sich noch vor dem kürzlich getesteten Xigmatek Aegir ein.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Bestückt mit zwei Lüftern liegt er vom Leistungsniveau genau auf Höhe des Alpenföhn Matterhorn und das bei allen drei Testläufen. Insgesamt sortiert sich der Akasa Venom in der Spitze des Verfolgerfeldes ein. Der Kühler kann also den Platzhirschen nicht gefährlich werden, dennoch ist die Kühlleistung gerade bei 700 U/min ordentlich.

Fazit

Der Akasa Venom wird in einer auffälligen Verpackung ausgeliefert, welche zudem noch reich an Informationen ist. Der Lieferumfang gefällt ebenso, bietet er alles was zur Montage des Kühlers auf allen aktuellen Sockeln benötigt wird und beinhaltet sogar noch einen zweiten Satz der sehr guten Entkoppler. Bei der Verarbeitung konnte uns der Venom nicht komplett überzeugen. Zwar ist der Kühler frei von Makeln, aber hier und da sind kleine Unschönheiten vorhanden. Als Beispiel wollen wir hier den Aufkleber auf der obersten Lamellen nennen, welcher dem Kühler zwar ein individuelles Aussehen spendiert, leider wirkt der Kühler aber dadurch etwas billig. Die Montage gestaltet sich sowohl auf AMD-Systemen, als auch bei Intel-Systemen recht einfach, Nutzer mit AMD-Prozessor müssen aber auf die freie Ausrichtung des Kühlers verzichten. Ebenfalls sehr positiv sind uns die Entkoppler aufgefallen. So sind diese nicht nur sehr lang, was die Montage des Lüfters erleichtert, sondern auch äußerst weich, was wiederum für eine sehr gute Entkopplung sorgt. Bei den Testergebnissen können wir klar sagen, dass der Kühler nicht zu den Leistungsstärksten auf dem Markt gehört, für jede aktuelle CPU aber mehr als ausreichend ist. Wer den Original-Lüfter ungedrosselt nutzen möchte sei aber gewarnt, die Geräuschkulisse ist keinesfalls für den Dauerbetrieb geeignet. Zum Glück verfügt der Lüfter aber über einen PWM-Anschluss und kann so leicht von entsprechenden Mainboards geregelt werden. So geht dann auch die Geräuschkulisse in einen Bereich, in dem der Kühler nicht mehr als störend empfunden wird. Silent-Fans werden dennoch nicht um einen Tausch des Lüfters umherkommen. Preislich ist der Kühler bei rund 45 Euro angesiedelt. Für den gleichen Preis gibt es sowohl schwächere als auch stärkere Kühler. Wem die Optik zusagt, der kann beim Akasa Venom als bedenkenlos zugreifen.


Pro & Contra

Pro
- ordentlicher Lieferumfang mit PWM-Lüfter und 2tem Satz Entkoppler
- Auf der Verpackung viele Informationen zum Produkt vorhanden
- Lüfter läßt sich sehr leicht montieren und wird sehr gut entkoppelt
- einfache Montage, ...

Contra
- aber leider auf AMD-Systemen der Kühler nicht frei ausrichtbar
- Lüfter ist im 12-Volt-Betrieb laut


Award

Der Akasa Venom bekommt von uns den DeXgo-Bronze-Award verliehen.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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