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Xigmatek Loki SD963


Einleitung

Xigmatek begann seinen erfolgreichen Aufstieg 2007 mit dem S963 und dem S1283. Während es für den S1283 immer wieder Neuauflagen und Nachfolger gab, war es um den S963 recht still geworden. Zwar gab es den SD964 und den S983, aber einen direkten Nachfolger mit drei 6-mm-Heatpipes gab es nicht. Dies ändert sich nun mit der Vorstellung des Loki SD963, welcher wie sein Urvater auf die HDT-Technik aus drei 6-mm-Heatpipes setzt. Der größte Unterschied besteht darin, dass der Loki zwei Lüfter aufnehmen kann. Ob es für den SD963 ausreicht um wieder an die Spitze der kleinen Tower-Kühler zu gelangen, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung

Die Verpackung von Xigmatek wirkt sehr ausgeglichen. Es sind alle notwendigen Informationen zum Produkt aufgedruckt ohne überladen zu wirken oder dass man das Gefühl bekommt, dass etwas fehlt. Auch die Farbspielereien wirken harmonisch ohne aufdringlich zu sein. Der Kühler selbst ist im Inneren nicht zusätzlich mit Schaumstoff oder anderen Polstermaterialen geschützt, sondern wird nur durch zwei dicke Pappplatten sicher an seinem Platz gehalten.
Lieferumfang

Der Lieferumfang besteht, neben dem Loki SD963 Kühlkörper, aus einem 92-mm-Lüfter, einer bebilderten Anleitung, einer Garantiekarte, dem Montagematerial für alle unterstützten Sockel von Intel und AMD, einer Tüte Wärmeleitpaste sowie acht Entkopplern zur Montage der Lüfter.
Der beiliegende 92-mm-Lüfter verfügt über ein PWM-Spektrum von 1.200 bis 2.800 Umdrehungen pro Minute. Dabei ist dieser auf zwölf Volt sehr laut und für sehr viele Anwender auf längerer Sicht nicht ertragbar. Wird der Lüfter gedrosselt ist er jedoch angenehm, aber nicht ganz nebengeräuschfrei und besitzt einen unruhigen Lauf.
technische DatenXigmatek Loki SD963
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):134 x 94 x 50 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):350 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:3x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:42
Lamellenabstand:2 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 92 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 92 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.200-2.800 U/min (PWM gesteuert)
Fördermenge:52 CFM / 87 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,6 Watt
Lautstärke:20-28 dB(A)
Besonderheiten:HDT, PWM-Lüfter, Lüfter entkoppelt
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2 (+), AM3
Preis:ca. 15 Euro (Stand November 2010)

Der Kühler im Detail

Der Xigmatek Loki SD963 ist symmetrisch aufgebaut. Das D im Modellnamen lässt versierte Anwender feststellen, dass der Loki für den Betrieb von zwei Lüftern vorgesehen ist. Optisch auffällig sind die gezackten Lamellen, jede Seite besitzt 21 Stück.
Die Lamellen wurden seitlich abgekantet, dies verleiht dem Loki nicht nur mehr Stabilität sondern erzwingt im Betrieb, dass die Luft durch den gesamten Kühler strömen muss. In der jüngsten Vergangenheit war das bei höheren Drehzahlen vorteilhaft, jedoch bei niedrigen Umdrehungen von Nachteil, da sich die warme Luft stauen kann.
Die Kühllamellen wurden nicht mit den Heatpipes verlötet. Sie sind zwar nur gesteckt sitzen aber sehr fest, ein Lösen der Lamellen erfolgt nur mit erheblichen Kraftaufwand.
Der Lamellen-Abstand beträgt knapp zwei Millimeter und so kommt der Loki SD963 mit seinen 42 Kühllamellen auf eine Höhe von 134 Millimetern. Die Breite beträgt rund 94 und die Tiefe 50 Millimeter. Trotz der üppigen Ausmaße, für einen 92-mm-Kühler bringt es der Loki nur auf knapp 350 Gramm.
In die Lamellen wurde das Xigmatek Firmenlogo eingraviert. Dies ist aber recht unsauber geschehen, da man deutlich das Absetzen bzw. Ansetzen des Gravurwerkzeugs sehen kann.

Der Kühler im Detail

Xigmateks Markenzeichen ist die Vermarktung der HDT-Technik, daher verwundert es nicht, dass diese ebenfalls beim Loki Einzug erhält. Zum Schutz des Kühlerbodens ist dieser während des Transports mit einer selbstklebenden Folie versehen - diese lässt sich leicht entfernen. Eine spiegelnde Oberfläche kommt jedoch nicht zum Vorschein. Wie bei Xigmatek üblich sind die Heatpipes nicht plan gefräst sondern plan geschliffen. Der Aluminiumblock dient zur Stabilisierung sowie als Montagevorrichtung für die Halterung der unterstützten Sockel.
Beim Loki SD963 setzt Xigmatek erstmals eine andere Lüfterentkopplung ein. Diese werden nicht wie beim Thor's Hammer oder dem neuen Aegir seitlich in die Lamellen eingehakt sondern von oben bzw. unten in die Kühllamellen eingeschoben. Die Entkopplung funktioniert jedoch nicht ganz so wirkungsvoll, da die Entkoppler sehr hart sind.
Als Neuerung zum alten Modell S963 ist der Loki SD963 für den Betrieb von zwei 92-mm-Lüftern ausgestattet. Ob der zweite Lüfter einen deutlichen Leistungssprung ermöglicht, klären die späteren Temperaturtests.

Montage Intel

Die Montage auf allen unterstützten Intel-Sockel erfolgt via Schraubmontage. Dazu wird die Multi-Plattform-Backplate mit vier Rändelmuttern fixiert und der Kühler ebenfalls mit Rändelmuttern befestigt.
Ist der Kühler zur Gehäuse-Rückwand ausgerichtet, ist genug Spielraum zur ersten RAM-Bank und Arbeitsspeicher mit einem hohen Heatspreader können problemlos verbaut werden - das selbe gilt für die Ausrichtung nach oben.
Montage AMD

Auf AMD-Mainboard erfolgt die Montage ebenfalls über eine Verschraubung. Für viele Anwender erfreulich, wird der Loki Kühler nach hinten ausgerichtet. Eine frei wählbare Ausrichtung ist jedoch nicht möglich. Während die Montage reibungslos verläuft, gilt dies nicht für die Demontage. Da die Schrauben knapp in die Halterung am Kühler passen, gibt es kaum einen Spielraum den Loki zu drehen, was bei klebriger Wärmeleitpaste häufig notwendig ist um den Kühler leicht zu demontieren. Bei der Montagevorrichtung von Xigmatek kann der Kühler nur senkrecht deinstalliert werden, so kann es passieren (wie bei unserem Testsystem), dass die CPU aus den Sockel gerissen wird. Hier sollte man dringend nachbessern.
Bei der Ausrichtung des Kühlers zur Gehäuse-Rückseite überragt der Lüfter des Loki SD963 knapp den ersten RAM-Slot - so können Speicherriegel mit hohen Heatspreader nicht verbaut werden. Kompatibilitätsprobleme mit hohen Kühlkörpern auf dem Mainboard sollten jedoch nicht auftreten.
Testablauf und Testaufbau
Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- AMD Athlon II X3 435 @ 3,407GHz @ 1,42 Volt
- MSI 785GT-E63
- TwinMOS 1GB DDR2-667 @ 1,8 Volt
- Seagate Momentus ST96812AS 60GB
- Xigmatek NRP PC402
- Noctua NT-H1
- Cooler Master Lab Testbench
Der Testaufbau und -ablauf sieht wie folgt aus: Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Programms Everest Ultimate.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe S-FLEX SFF92D. Diesen regeln wir auf die Drehzahlen 2.400, 1.700, 1.200 und 700. Unterstützt ein Kühler den Referenzlüfter nicht, so wird der Originallüfter auf die entsprechenden Drehzahlen geregelt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Everest Ultimate. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier Sensoren gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht



In der Übersicht ist ersichtlich, dass der Loki SD963 bis 1.700 U/min stark von einem zweiten Lüfter profitiert und bei 2.400 U/min auf unserem Testsystem der Unterschied bei null liegt. Ebenfalls erkenntlich, dass der Loki bei niedrigeren Umdrehungen stark in der Performance einbricht.
Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt



Bei der Serienbelüftung schafft es der Loki sich mit seinen 2.850 U/min an die Spitze zu kämpfen. Aber nicht nur bei den Temperaturtests liegt er auf Platz eins, auch bei der Lautstärke führt er die Spitzengruppe an.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt



Auf fünf Volt dreht der Serienlüfter nur noch mit 400 U/min, das reicht nicht mehr aus unseren AMD Athlon II X3 ausreichend zu kühlen und die Notabschaltung setzt ein.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe S-Flex)
2.400 Umdrehungen pro Minute

1.700 Umdrehungen pro Minute

1.200 Umdrehungen pro Minute

700 Umdrehungen pro Minute

In den Temperaturtests mit einem Referenzlüfter spiegelt sich das wieder, was man beim Aufbau vermuten konnte. Der SD963 spielt seine Stärken mit hochtourigen Lüftern aus. So übernimmt er bei 2.400 U/min mit deutlichem Abstand zum Rest des Feldes die Führung. Drosselt man den Scythe S-Flex, liefert sich der Loki mit dem Noctua NH-U9B einen heißen Kampf um die Führung. Im Silent-Setup verliert der Xigmatek doch deutlich an Boden zur Tabellenspitze, bleibt aber auf Augenhöhe mit dem Kontrahent aus Österreich.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe S-Flex)
2.400 Umdrehungen pro Minute

1.700 Umdrehungen pro Minute

1.200 Umdrehungen pro Minute

700 Umdrehungen pro Minute



Im Test mit zwei Referenzlüftern gibt es für den Loki SD963 nur eine Konkurrenz, in Form des Noctua NH-U9B. Hier dominiert der Loki mit schnellen Lüftern teils deutlich den Österreicher. Wird die Drehzahl reduziert, schrumpft auch der Vorsprung, bis sie sich auf 700 U/min auf gleicher Höhe befinden und die Führung teilen.

Fazit

Die Fortführung im Bereich der 92-mm-Kühler ist Xigmatek aus Sicht der Testergebnisse gelungen. Jedoch kränkelt der Loki SD963 an zwei Hauptpunkten, aber von erst mal von Anfang an. Die Verpackung ist zweckgebunden und hält alle notwendigen Informationen für den Kunden auf den ersten Blick bereit. Der Schutz ist ausreichend und sollte dafür sorgen, dass das Produkt ohne Schaden beim Kunden landet. Die Verarbeitung ist in Anbetracht der Preisklasse des Loki gut, so ist der gesamte Aufbau robust und die Lamellen sitzen durch die seitliche Abkantung stabil auf den Heatpipes. Bei den Testergebnissen liefert der SD963 durchweg positive Ergebnisse, nur im Ultra-Silent-Betrieb verliert er etwas an Boden, liegt aber auch hier auf einem ordentlichen Niveau. Bei der Montage kann er nicht ganz überzeugen. Zwar ist die Montage auf allen Sockeln einfach zu bewerkstelligen, aber die Demontage speziell auf AMD-Mainboards missfällt gänzlich, da hier die Chance sehr hoch ist, die CPU bzw. den Sockel zu beschädigen. Hier muss sich Xigmatek eine Alternative einfallen lassen. Ebenso wie die Demontage konnte der beigelegte Lüfter nicht überzeugen - dieser ist durch seine hohe Ausgangsumdrehung störend laut und im PWM-Modus auf der kleinsten Stufe nicht leise genug. Bei der Preisgestaltung macht Xigmatek jedoch alles richtig und liegt bei einem Kampfpreis von rund 15 Euro. Erworben kann der Loki SD963 unter anderem beim Distributor Caseking.


Pro & Contra

Pro
+ Gewicht
+ sehr gute Testergebnisse
+ Lüfter entkoppelt
+ Preis-/Leistungsverhältnis
+ sichere Montage

Contra
- Lüfter auf zwölf Volt sehr laut
- Kühler auf AMD nur in eine Richtung montierbar
- Demontage AMD


Award

Wir verleihen dem Loki SD963 von Xigmatek den DeXgo-Bronze- und den DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.
DeXgo-Bronze-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Painfully Dream verfasst.
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