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Quad-Radiatoren Roundup V2


Einleitung

Eines der wichtigsten Bauteile einer Wasserkühlung ist nach wie vor der Radiator. Die Abwärme neuerer Systeme, die zudem noch übertaktet werden, ist immens, weshalb immer größere Radiatoren Anwendung finden. Schon vor einiger Zeit testeten wir die immer beliebter werdenden 480er-Radiatoren. In der Zwischenzeit stellten Thermochill, Phobya und auch XSPC überarbeitete Modelle vor, die wir in diesem Test noch einmal vorstellen und auf ihre Leistung testen wollen. Ob sich die Überarbeitungen gelohnt haben und welcher Radiator die Leistungskrone unter den 480er-Radiatoren tragen darf, erfahrt ihr in diesem RoundUp.

Wichtiger Hinweis:
Wir haben unseren Testaufbau im Vergleich zu den letzten Tests überarbeitet, weshalb die Temperaturen der Tests nicht mehr untereinander vergleichbar sind.
Technische Daten:
Abmessungen:Anschlussgewinde:Schraubengewinde:Anzahl Wasserkanäle:Lamellen pro Zentimeter:
Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2532x125x60 mm4xG1/4"M3126,5
Thermochill TA120.4524 x 129 x 60 mm2xG1/4"UNC 6-32127
MagiCool XTREME QUAD 480520 x 120 x 47 mm2xG1/4"M31412,5
XSPC RX480510x125x58.5 mm2xG1/4"M4126

Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black
Phobya liefert den G-Changer 480 Ver. 1.2 Black in einer gewohnt bunt bedruckten Kartonschachtel aus. Der Radiator selbst wird im Karton sehr gut von Luftpolsterfolie geschützt. Der Lieferumfang umfasst 16 M3-Schrauben mit einer Länge von 30 Millimetern für die Montage von Lüftern, 16 M3-Schrauben mit einer Länge von 35 Millimetern für eine Befestigung des Radiators mit einer Blende und Lüfter und zuletzt noch 16 zehn Millimeter lange M3-Schrauben zur Befestigung des Radiators am Deckel. Zwei schwarz vernickelte Verschlussschrauben, eine Ersatz-Entlüftungsschraube und vier Gummientkoppler vervollständigen den rundum gelungenen Lieferumfang.

Der G-Changer 480 ist, mit den Abmessungen von 532x125x60 Millimetern, ganz knapp der größte Radiator im Vergleich. Im komplett glänzenden, schwarzem Lackkleid wird der Phobya-Radiator ausgeliefert. Die Qualität der Lackierung kann auf Anhieb gefallen, gleiches gilt auch für die allgemeine Verarbeitung.

Die Lamellen des Phobya-Radiators sind sehr gleichmäßig verteilt und so sind pro Zentimetern 6,5 Lamellen angebracht. An den seitlichen Blenden ist das Phobya-Logo eingestanzt.

Als Besonderheit bietet der G-Changer 480 Ver. 1.2 insgesamt vier Anschlussgewinde, zwei davon vertikal und zwei horizontal ausgerichtet. Im Auslieferungszustand sind alle vier Gewinde durch Plastik-Verschlussschrauben verschlossen. Am anderen Ende des Radiators hat Phobya eine Entlüftungsschraube, welche das Entlüften des Systems deutlich vereinfacht, angebracht.

Thermochill TA120.4
Thermochill liefert den TA120.4 in einer einfachen und etwas instabil wirkenden Kartonschachtel aus. Eine Schaumstoffhülle, in die der Radiator eingepackt ist, schütz den Wärmetauscher zuverlässig vor Transportschäden. Im Lieferumfang befinden sich neben einer Anleitung, die die Montage eines optionalen Shrouds zeigt, nur noch 16 dem Shroud zugehörigen UNC-6-32-Schrauben, also selbst schneidende Schrauben, mit einer Länge von zwölf Millimetern.

Mit Maßen von 524 x 129 x 60 Millimetern unterscheidet sich der Thermochill-Radiator kaum von den anderen Kandidaten. Die Qualität des Thermochill ist gewohnt sehr gut, auch die Lackierung gibt keinen Grund zu einer Beschwerde. Als einziger Radiator in unserem Vergleich, hat Thermochill keine Gewinde vorgesehen, sondern selbst schneidende Schrauben.

Die Lamellen sind über die komplette Länge des Radiators sehr gleichmäßig verteilt. Der Lamellendichte ist mit sieben Lamellen pro cm relativ weit gewählt.

Thermochill hat sich, anders als bei den Vorgängern, bei denen 3/8-Zoll-Gewinde zum Einsatz kamen, für die in Deutschland üblichen 1/4-Zoll-Gewinde entschieden. Dadurch werden die früher benötigten Adapter unnötig.

MagiCool XTREME QUAD 480
Magicool liefert den XTREME QUAD 480 in einer unbedruckten und stabil wirkenden Kartonschachtel aus. Eine Luftpolsterfolie, in die der Radiator eingepackt ist, schütz den Wärmetauscher zuverlässig vor Transportschäden. Der Lieferumfang besteht aus 16 M3-Schrauben mit einer Länge von 30 Millimetern für die Montage von Lüftern und 16 M3-Schrauben mit einer Länge von 35 Millimetern für eine Befestigung des Radiators mit einer Blende und Lüfter.

Der Magicool-Radiator setzt sich erstmal durch das Aussehen, welches von viel unlackiertem Aluminium geprägt wird, und auch durch die Maße von 520 x 120 x 47 Millimetern von den Mitstreitern ab. Erfreulicherweise wird das Aluminium von einer Schutzfolie vor Anlaufen, Dreck und ähnlichem geschützt. Leider lässt sich die genannte Folie nur sehr schwer lösen, gerade an den seitlichen Nieten lässt sich die Folie nur mit Hilfe einer Pinzette rückstandsfrei entfernt.

Die Verarbeitung des MagiCool XTREME QUAD 480 geht in Ordnung, ist aber dem Preis entsprechend nicht in der obersten Liga angsiedelt. So ist das Aluminium der Seitenblenden zwar glänzend, aber doch fein verkratzt. Zuletzt ist auch ein Kanal des Radiators unschön verformt. Die Lamellen des Magicool-Radiators sind mit 12,5 Lamellen pro Zentimeter sehr eng nebeneinander angebracht, was zu einer guten Performance mit schnelldrehenden Lüftern sorgen sollte.

Auf dem linken Bild nocheinmal zu sehen die Aluminium-Blende und die Reste der Schutzfolie. Anschlussseitig bietet der Magicool-Radiator mit den zwei 1/4-Zoll-Gewinden Standardkost.

XSPC RX480
Die Verpackung des XSPC RX480 besteht aus einer einfachen und unbedruckten Pappkartonschachtel. Der Radiator im Inneren wird durch Luftpolsterfolie zuverlässig vor Transportschäden bewahrt. Der Lieferumfang beinhaltet 16 M4-Schrauben mit einer Länge von 30 Millimetern für die Montage von Lüftern und 16 M4-Schrauben mit einer Länge von sechs Millimetern für eine Befestigung des Radiators am Deckel - mehr findet sich leider nicht im Karton.
Auch der Radiator von XSPC sticht mit den Abmessungen von 125x58.5x510 Millimetern nicht wirklich aus der Masse heraus. Die Lackierung des XSPC-Radiators ist, anders als beim Vorgänger, matt schwarz ausgeführt. Wobei man sagen muss, dass die Lackierung mehr grau wirkt und auch eine sehr raue Oberfläche aufweist, an der relativ leicht Staub und Dreck haften.

Mit 6 Lamellen pro Zentimeter stehen die Lamellen des XSPC-Radiators sehr weit auseinander, weshalb gerade bei langsam drehenden Lüftern eine gute Performance möglich sein sollte. An den seitlichen Blenden ist das XSPC-Logo eingestanzt.

Der RX480 hält zwei 1/4-Zoll-Gewinde für Anschlüsse bereit, welche im Auslieferungszustand durch Plastik-Verschlussstopfen verschlossen sind. Eine Entlüftungsschraube oder sonstige Besonderheiten gibt es nicht zu vermelden.

Testablauf & Testaufbau

Testablauf

Zum Testen von Radiatoren verwenden wir einen dedizierten Kreislauf, der außer dem jeweiligen Radiator und den nötigen Messinstrumenten nur eine Laing DDC -1T+, einen EK RES 150 Ausgleichsbehälter und ein Heizelement umfasst.
Es befindet sich ein Durchlauferhitzer im Kreislauf, der theoretisch 300 Watt Wärmeleistung ins Wasser abgeben kann. Die tatsächliche Hitzelast des Heizers erreicht nur knapp 250 Watt und kann über längere Zeiträume hinweg im Bereich von +/- 2 Watt schwanken. Vier analoge Temperatursensoren messen die Wassertemperatur. Zwei weitere analoge Sensoren messen die Temperatur der angesogenen Luft einige Zentimeter vor den Lüftern. Ein Aquareo 4.0 steuert die Lüfter und erfasst die Temperaturdaten.

Jeder Testlauf beginnt mit dem Einschalten des Heizers und dauert 30 Minuten. Es stellt sich jeweils nach einigen Minuten eine Maximaltemperatur ein, die sich fast ohne Schwankungen hält. Um Fehlerquellen auszuschließen, haben wir uns dennoch für einen relativ langen Testlauf entschieden. Die Temperaturen werden aus einem Messfenster berechnet, welches die letzten zehn Minuten des Testlaufs umfassen. Durch dieses lange Testfenster werden Ungenauigkeiten der Temperatursensoren so gut wie möglich ausgebügelt.

Als Lüfter kommen Gelid Solutions Wing 12 zum Einsatz, die unseren gesamten Drehzahlbereich von 400 bis 1600 U/min bewältigen.

Testaufbau

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- Laing DDC -1T+
- Masterkleer Schlauch PVC 12,7/9,5mm
- 10-Millimeter-Tüllen G-1/4-Zoll
- EK Water Blocks EK-Multioption RES 150
- Digmesa FHKUC 70
- Aquareo 4.0
- 4x Analoger Wassersensor zur Messung der Wassertemperatur
- 2x Analoger Temperatursensor zur Messung der Umgebungstemperatur

Testergebnisse

1600 U/min



1200 U/min




800 U/min




400 U/min


Drehen die Lüfter 1600 Umdrehungen pro Minute, rückt das Testfeld sehr eng zusammen. Der XSPC RX480 kann sich knapp an die Spitze setzen, worauf der Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black, der Thermochill TA120.4 und auch der MagiCool XTREME QUAD 480 folgen. Die Unterschiede zwischen den Radiatoren liegen innerhalb der Messtoleranz, wodurch man sagen kann, dass es bei schnelldrehenden Lüftern egal ist, welchen Radiator man wählt.

Bei deutlich ohrenschonenderen 1200 bzw. 800 Umdrehungen pro Minute zieht sich das Testfeld etwas auseinander, die Platzierungen bleiben aber die selben.

Drehen die Lüfter mit 400 Umdrehungen pro Minute, kann sich der XSPC RX480 etwa ein halbes Kelvin von der Konkurrenz absetzen. Der MagiCool XTREME QUAD 480 muss hier deutlich einstecken und landet wegen des engen Lamellenabstands auf dem letzten Platz des Testfeldes.

Testergebnisse - Seite 2

Im Folgenden haben wir die ganzen Werte der Diagramme in ein einziges Schaubild eingetragen um die Radiatoren untereinander besser vergleichen zu können.
Der Radiator aus dem Hause von XSPC kann sich durchgehend, wenn auch nur sehr knapp, an die Spitze des Testfeldes setzten. Knapp dahinter platzieren sich der Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black und der Thermochill TA120.4. Der MagiCool XTREME QUAD 480 liegt speziell bei langsam drehenden Lüftern weit hinter dem restlichen Feld zurück, kann bei schnelldrehenden Lüftern aber deutlich aufholen.


Durchfluss

Beim Durchfluss stellt sich der Thermochill TA120.4 an die erste Stelle unseres Testfeldes. Der Unterschied zu den anderen Radiatoren hält sich aber sehr in Grenzen - in einem normalen System lässt sich der Unterschied vernachlässigen.


Preisvergleich

Im folgenden Diagramm die Preise der Radiatoren mit dem Stand vom 03.12.2010.

Der Preisunterschied zwischen den Radiatoren ist durchaus als immens zu bezeichnen, besonders wenn man beachtet, dass die teuren Radiatoren die anderen Radiatoren deswegen nicht überflügeln oder besonders viel Zubehör mitgeliefert wird.

Fazit und Awards
Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black

Der Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black geht als rundestes Gesamtpacket aus unseren Tests hervor. Angefangen von der ordentlichen Verpackungsweise, über den sehr großzügigen Lieferumfang, bis hin zu der guten Verarbeitung, kann der Radiator sofort gefallen. Die vier Anschlussgewinde, welche eine Besonderheit unter den Radiatoren darstellen, und auch die Entlüftungsschraube sind gern gesehene Features. Zuletzt auch die Temperaturen können überzeugen, er liegt zwar nur auf dem zweiten Platz, trotzdem reicht die Kühlleistung massig aus. Das Preis-/Leistungsverhältniss ist durch die gezeigten Leistungen und den Preis von knapp 75 Euro grandios, mehr bekommt man momentan nicht für sein Geld.

Wir verleihen dem Phobya G-Changer 480 Ver. 1.2 Black den DeXgo-Gold- und den DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.
Thermochill TA120.4

Thermochill hat am TA120.4 endlich auch die Problematik der Anschlussgewinde beseitigt, leider bleibt aber nichts mehr übrig von seiner früheren Überlegenheit bei dem Temperaturen. Die Verpackung ist unauffällig, erfüllt seinen Zweck aber einwandfrei. Der Lieferumfang fällt sehr mager aus, hier hätten wir uns z.B. Schrauben für Lüfter und nicht für den optional erhältlichen Shroud gewünscht. Die Verarbeitung ist dagegen auf gewohnt hohem Niveau. Für stolze 116 Euro kann man den Thermochill-Radiator erwerben, gerade in Anbetracht des mageren Lieferumfangs und den Temperaturwerten, die nie die Spitze des Testfeldes erreichen, kein wirkliches Schnäppchen.

Wir verleihen dem Thermochill TA120.4 den DeXgo-Bronze-Award.
MagiCool XTREME QUAD 480

Der MagiCool XTREME QUAD 480 sticht durchaus positiv aus der Menge der Radiatoren heraus. Die Verpackung gibt keinen Grund zur Beanstandung. Der Lieferumfang könnte großzügiger sein, geht für den Preis aber in Ordnung. An die Verarbeitung sollte man nicht zu hohe Ansprüche haben, der verbogene Kühlkanal und die etwas verkratzte Aluminiumblende trüben hier das Gesamtbild. Was die Leistung angeht, kann der MagiCool-Radiator gerade bei schnell drehenden Lüftern überzeugen. Je langsamer die Lüfter laufen, desto größer wird der Abstand zu den anderen Radiatoren. Für 75 Euro geht der XTREME QUAD 480 über die Ladentheke, gemessen an den Leistungen ein annehmbarer Preis.

XSPC RX480

XSPC liefert mit dem RX480 das Topmodell in unserem Vergleichstest, zumindest was die Temperaturen angeht, bleibt er in jeder Disziplin ungeschlagen. Bei der Verpackung gibt es nichts zu bemängeln - unauffällig aber zweckmäßig. Der Lieferumfang fällt leider sehr knapp aus, hier hätten wir uns mehr gewünscht. Bei der Verarbeitung kann der XSPC RX480, bis auf die etwas für Dreck anfällige Lackierung, gefallen. Für zugegeben nicht gerade günstige 110 Euro ist der XSPC-Radiator im Handel erhältlich. Wer die beste Kühlleistung will, kommt am RX480 nicht vorbei, muss aber einen hohen Preis dafür zahlen.

Wir verleihen dem XSPC RX480 den DeXgo-Silber- und den DeXgo-Power-Award.


Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning und Phobya.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Marc93 verfasst.
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