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BitFenix Survivor


Einleitung

Das frischgebackene Unternehmen BitFenix präsentierte 2010 mit dem Colossus einen Big-Tower, der auf Anhieb viele Preise abgeräumt und Käufer gefunden hat. Dies gelang durch interessante Features, einem guten Platzangebot und wurde abgerundet durch einen fairen Preis. Statt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, arbeitete das Unternehmen tüchtig weiter, so entstand das neue Survivor. Dieses gibt es in der vollausgestatteten Variante und in einer abgespeckten Version namens "Core". Heute schauen wir uns das Survivor mit der Vollaustattung genauer an. Es soll besonders für LAN-Gänger interessant sein. Was sich hinter dem Gehäuse wirklich verbirgt und ob es für LAN-Gänger die erste Wahl ist, klären wir in diesem Test.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Suvivor-Gehäuses ist im schlichten Schwarz gehalten. Vorderseitig ziert zwei mal das BitFenix-Logo sowie der Name des Produktes den Karton. Auf der Rückseite befinden sich mehrere Abbildungen mit Aufschlüsselungen der Features die den Kunden erwarten. Das Gehäuse selbst ist durch zwei Styroporplatten und eine Plastiktüte vor äußeren Einflüssen geschützt.
Der Lieferumfang fällt üppig aus. Er enthält das S2-Sicherungssystem, ein 2,5-Zoll-zu-5,25-Zoll-Adapter, ein USB-Y-Kabel, acht Kabelbinder, einen Lautsprecher, die Montageschrauben sowie einen Halterung zur Sicherung der Grafikkarte. Auf eine bebilderte Anleitung verzichtet jedoch BitFenix, diese kann man sich zurzeit nur auf der Homepage des Herstellers herunterladen. Zum Ärgernis des Herunterladens kommt hinzu, dass die Anleitung zwar gute Bilder enthält, aber vom textlichen Inhalt hinter der Konkurrenz liegt.
Wie angesprochen liegt dem Lieferumfang ein USB-Y-Kabel bei. Da bis zum Redaktionsschluss noch die wenigstens Hauptplatinen einen internen USB3.0-Anschluss besitzen wurde das Survivor mit zwei USB3.0-Anschlüssen ausgestattet, welche extern an der Rückseite des Mainboards angeschlossen werden. Wer dies nicht möchte oder gar keine USB3.0-Anschlüsse zur Verfügung hat kann mit dem Y-Kabel die Frontanschlüsse des Survivor an die internen USB2.0-Header anschließen.
SpezifikationenSurvivorSurvivor Core
Größe (Höhe x Breite x Tiefe):502 x 230 x 510 Millimeter502 x 230 x 510 Millimeter
Gewicht:ca. 9 Kilogrammca. 9 Kilogramm
Formfaktor:ATX, Micro-ATXATX, Micro-ATX
Laufwerksschächte extern:3x 5,25 Zoll3x 5,25 Zoll
 1x 3,5 Zoll (statt einem 5,25 Zoll)1x 3,5 Zoll (statt einem 5,25 Zoll)
Laufwerksschächte intern:1x 5,25 Zoll1x 5,25 Zoll
6x 3,5 Zoll6 x 3,5 Zoll
7x 2,5 Zoll7x 2,5 Zoll
 1x 3,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll)1x 3,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll)
 1x 2,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll statt 3,5 Zoll)1x 2,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll statt 3,5 Zoll)
 2x 2,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll)2x 2,5 Zoll (Einbau 5,25 Zoll)
Erweiterungsslots:77
Front I/O-Panel:2x USB3.0, 2x USB2.0, 1x eSATA, je 1x Audio IN/OUT4x USB2.0, 1x eSATA, je 1x Audio IN/OUT
Lüfter im Lieferumfang:Front: 1x 200 Millimeter (rote LED)Deckel: 1x 200 Millimeter (rote LED)
Deckel: 1x 200 Millimeter (rote LED)
Lüfter Optional:Front: 2x 120 Millimeter (statt 1x 200 Millimeter)Front: 2x 120 Millimeter/1x 200 Millimeter
Hinten: 1x 80/120 MillimeterHinten: 1x 80/120 Millimeter
Preis (Stand Januar 2011):100 Euro80 Euro

Äußere Ansichten

Im schlichten schwarzen Gewand präsentiert sich das Survivor recht unauffällig. Ausnahme bilden die Kunststoffverkleidungen die deutlich über den Stahlaufbau ragen, dadurch wird das Gehäuse ein gutes Stück größer. Als Highlight preist BitFenix die SofTouch-Oberfläche an. Diese schützt in der Tat vor unschönen Kratzer auf der Verkleidung ist aber durch den leichten gummiartigen Überzug nur schwer zu reinigen - da dieses wie ein Staubmagnet fungiert. Wir empfehlen zur Reinigung der Oberfläche ein Mikrofasertuch und warmes Wasser.
Durch ein sanftes nach Vorne ziehen lässt sich die Front leicht entfernen. Anwender sollten hier besonders vorsichtig zu Werke gehen, damit die zwei dünnen Drähte nicht vom Logo abreißen. Ist die Frontpartie entfernt kommt der große 200-mm-Lüfter zum Vorschein.
Der integrierte Staubfilter für den Frontlüfter ist fest mit der Verkleidung verschraubt, um diesen komplett reinigen zu können muss der Filter erst von der Front geschraubt werden.
Oberhalb der externen 5,25-Zoll-Schächte thront das BitFenix-Logo, dieses kann bei Bedarf beleuchtet werden - Bilder im beleuchteten Zustand gibt es später im Review.

Äußere Ansichten

Das I/O-Panel des Survivors ist hinter einer Abdeckung versteckt, dieses gewährt nicht nur das sonst dezente Auftreten sondern schützt die Anschlüsse auch vor Staub. Das Panel ist Umfangreich gestaltet, es finden sich jeweils zwei USB3.0- und USB2.0-Ports, ein eSATA-Anschluss, je ein Audio-IN/OUT-Port sowie die Taster für Power und Reset. Neben dem Powertaster befindet sich noch eine Taste, diese ist dafür zuständig die Beleuchtung des Survivors ein- und auszuschalten. Aber die Positionierung und Erkenntlichkeit ist nicht gelungen, da man sie leicht mit dem Powertaster verwechseln kann.
Als Highlight ist der ausfahrbare Griff anzusehen, mit diesem lässt sich das Survivor bequem an seinen Bestimmungsort tragen. Die maximale Tragkraft gibt BitFenix mit bis zu 40 Kilogramm an.
Die Rückseite bietet keine Neuheiten, es sind Durchführungen vorhanden für die Schläuche einer Wasserkühlung, sieben Erweiterungsslots sowie ein Platz wo optional ein 80-mm- bzw. 120-mm-Lüfter installiert werden kann. Die Kunststoffabdeckung mit der SofTouch-Technik ziert auch die Rückseite. Dies scheint auf dem ersten Blick eine optisch gute Lösung, da so das Gesamtbild erhalten bleibt, will man das Gehäuse öffnen muss die Abdeckung aber jedes mal entfernt werden - eine Zeitaufwändige Prozedur.
Der Gehäuseboden zeigt keine Besonderheiten. Das Survivor ruht auf vier dünnen Gummiauflagen. Enthalten ist für das Netzteil ein Staubfilter. Dieser lässt sich aber nur entfernen und reinigen, wenn man die hintere Kunststoffverkleidung deinstalliert.

Innere Ansichten

Entfernt man die Seitenteile kommt der gut aufgeräumte Innenraum zum Vorschein. Das Survivor besitzt viele Öffnungen im Mainboardschlitten, was der Kabelverlegung zugute kommt, wie auch eine große Öffnung auf Höhe des CPU-Sockels.
Im obersten externen 5,25-Zoll-Schacht spendiert BitFenix einen 3,5-Zoll-zu-5,25-Zoll-Adapter. Auf diesem lassen sich nicht nur interne bzw. externe 3,5-Zoll-Komponenten installieren, sondern es ist auch möglich ein 2,5-Zoll-Gerät (Festplatte) zu befestigen.
Das Survivor besitz insgesamt zwei Festplattenkäfige in denen jeweils drei Festplatten Platz finden. Der obere Käfig kann zu dem entfernt werden, was überlangen Erweiterungskarten zu Gute kommt. Besonderheit ist hierbei, dass man unter dem Käfig eine 2,5-Zoll-Festplatte installieren kann, zur Befestigung muss aber die untere Kunststoffverkleidung entfernt werden.
Das Netzteil findet, wie bei neueren Gehäusen üblich, unten seinen Platz. Vier Gumminoppen sollen dabei die gröbsten Vibrationen dämpfen, auf eine Dämpfung an der Rückwand verzichtet man jedoch.
Die Slotblenden bestehen aus einem dicken Meshgitter. Die Kanten wurden zwar entgratet jedoch besteht eine kleine Verletzungsgefahr bei einer groben Handhabung.
Im Deckel befindet sich wie an der Front ein 200-mm-Lüfter. Leider lassen sich keine kleineren handelsüblichen Lüfter befestigen. Bei einem Defekt oder Nichtgefallen ist somit nur ein Austausch gegen andere Lüfter mit 155 Millimeter Lochabstand möglich.

Einbau der Hardware

Beim Survivor wird das Netzteil mit der Rückwand verschraubt und BitFenix gibt dem Anwender die Wahl, ob das Netzteil die Luft von unten oder oben ansaugen soll.
Auch bei der Laufwerksmontage bieten sich keine Besonderheiten. Die Frontblende wird entnommen, das Laufwerk eingeschoben und mit dem Gehäuse verschraubt. Aufpassen sollte man beim Einschieben des Laufwerks, dass man die Kabel vom Frontlogo nicht mit abreißt.
Die Grafikkarte wird klassisch mit dem Gehäuse verschraubt. Dies gewährleistet beim Transport einen sicheren Halt.
Die Festplatten werden auf HDD-Module installiert, dazu ist es notwendig den Rahmen zu biegen. Durch den steifen Kunststoff ist jedoch etwas Kraft notwendig. Bei SSDs bzw. 2,5-Zoll-Komponenten müssen diese auf das Modul geschraubt werden. Nach Vollendung der Installation wird das Modul in den Käfig geschoben.
Der Ausschnitt für die Kühler-Backplate ist ausreichend dimensioniert und so sollten bei den wenigsten Kühlern Probleme auftreten die Backplate zu erreichen.
Wem der 200-mm-Lüfter nicht zu sagt dem gestattet BitFenix optional zwei 120-mm-Lüfter zu verbauen - diese werden jedoch, im Gegensatz zum 200-mm-Lüfter, innen installiert. Um die optionalen Lüfter zu befestigen, muss zuerst der obere Festplattenkäfig samt Führungsschienen entfernt werden. Nachteilig ist zudem, dass man keine sinnvolle Entkopplung verwenden kann, da sonst die Lüfter gegen den Käfig drücken und die Entkopplung damit wirkungslos ist. Hier hätte man lieber etwas mehr Platz lassen sollen oder die Möglichkeit anbieten müssen, dass Lüfter mit einer Standardtiefe von 25 Millimetern Außen am Gehäuse befestigt werden können.

Einbau der Hardware

Als Dreingabe liefert BitFenix ein nützliches Tool zur Vermeidung eines Diebstahls der wertvollen Eingabegeräte - getauft wurde dieser Mechanismus S2 Securelock. Im Groben umfasst es zwei Stahlstücke in welchen Zentral unten ein starker Magnet sitzt. Dessen Funktion ist es, dass Securelock um Gehäuse zu halten. Insgesamt kann man vier Kabel durch das S2 verlegen, was die wichtigsten Eingabegeräte wie Maus, Tastatur und Headset umfassen. Abschließend wird das Securelock mit einem Schloss direkt am Gehäuse gesichert. Eine vom Aufbau primitive aber effektive Sicherung.
Sind alle Komponenten verbaut kann sich folgendes Bild ergeben. Das Survivor bietet Platz für CPU-Kühler bis zu einer Höhe von rund 17 Zentimetern. Ebenfalls bietet das Gehäuse Stauraum für Grafikkarten bis zu einer Länge von 29 Zentimetern. Wird der obere Festplattenkäfig entfernt können auch Grafikkarten mit einer Länge von 42 Zentimetern verbaut werden. Beim Kabelmanagement zeigt sich jedoch eine Schwäche des Survivor. Es bietet zwar genügend Verlegungsmöglichkeiten, aber bei einem System was viele Komponenten beherbergt wird man Schwierigkeiten bekommen alles sauber zu verlegen. Besonders die vielen Kabel vom I/O-Panel und der Lüfter brauchen einiges an Zeit um diese nach den eigenen Bedürfnissen zu verstauen.
Impressionen

Zum Abschluss die obligatorischen Impressionen im Betrieb. Überraschenderweise sind die verbauten LED-Lüfter von der Leuchtkraft sehr schwach, so fallen diese ab einer Entfernung von knapp 15 Zentimeter kaum bis gar nicht auf.
Lautstärke

Die Lautstärke der vorinstallierten 200-mm-Lüfter vom Survivor gibt kein gutes Bild ab. Zwar sind sie auf zwölf Volt vom Luftumschlag akzeptabel und für die meisten Anwender als sehr leise einzustufen, der Knackpunkt sind jedoch die Nebengeräusche, denn durch ein aufdringliches Brummen sind die Lüfter auch aus drei Metern Entfernung gut hörbar. Hier sollte BitFenix nachbessern und Anwender, die es sehr leise mögen, auf alternative Lüfter setzen.

Fazit

Mit dem Survivor präsentiert BitFenix ein Gehäuse, welches sich durch nützliche Features und Design-Elemente von der Konkurrenz abhebt, aber nicht alles was Gold zu sein scheint ist auch Gold wert. Erstmal alles von Anfang an: Die Verpackung und Polsterung schützen das Survivor beim Transport ausreichend vor Staub und Beschädigen durch den Versandbetrieb. Der Lieferumfang fällt umfangreich aus, allerdings verzichtet man auf eine Dreingabe in Form der Montageanleitung, diese kann man nur Online beziehen. Die Verarbeitung des Survivor-Gehäuses ist gut, jedoch ist die Passgenauigkeit der Kunststoffummantelung nicht immer überzeugend. Die verwendete SofTouch-Oberfläche ist neu und hält was es verspricht - sie schützt das Äußere zuverlässig vor Kratzern. Nachteilig ist hier aber, dass die Oberfläche staubanfällig ist und sich nicht so einfach reinigen lässt. Das I/O-Panel ist sehr gut und enthält neben den Standardanschlüssen wie eSATA, USB2.0 und den Audio-Anschlüssen noch zwei USB3.0-Ports bereit. Abgerundet wird das Paket durch einen LED-Schalter, der dem Anwender die Option einräumt die Beleuchtung zu deaktivieren. Der Innenraum lässt nahezu keine Wünsche offen, das Platzangebot ist üppig und das Survivor bietet viele Installationsoptionen, besonders für 2,5-Zoll-Laufwerke. Ein nützliches Feature ist der ausfahrbare Tragegriff, der den Transport des Survivor enorm erleichtert. Die Belüftung des Gehäuses ist durch die vorinstallierten 200-mm-Lüfter sehr gut, leider leiden diese unter einem deutlich hörbaren Brummen. Alternativ lassen sich zumindest in der Front 120-mm-Exemplare befestigen. In punkto Peripherie setzt BitFenix auf den S2 Securelock-Mechanismus welcher zuverlässig die Geräte am Gehäuse sichert. Insgesamt bietet BitFenix mit dem Survivor ein interessantes Produktan, welches durch die reichhaltigen Feature und dem fairen Preis von knapp 100 Euro viele Käufer finden wird.


Pro & Contra

Pro
+ Festplattenkäfig ist leicht entfernbar
+ gute Belüftung für die Komponenten
+ stabiler Aufbau des Gehäuses
+ gutes I/O-Panel mit USB3.0
+ einziehbarer Tragegriff
+ Platz für viele Datenträger
+ Securelock sichert Peripherie
+ LED für Logo und Stock-Lüfter abschaltbar
+ SofTouch-Oberfläche schützt vor Kratzern...

Contra
- ...sehr Staub anfällig und umständliche Reinigung
- Lüfter besitzen starke Nebengeräusche
- Montage alternativer Lüfter teilweise umständlich und Auswahl beschränkt
- Kabelmanagement bei vielen Komponenten
- durch Kunststoffverkleidung, zeitintensiver Hardwarewechsel
- für ein LAN-Gehäuse hohes Gewicht und hohe Abmaße
- Montageanleitung nur Online erhältlich


Award

Wir verleihen dem BitFenix Survivor den DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Painfully Dream verfasst.
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