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Adata HM-850 850 Watt


Einleitung

Das im Jahre 2001 gegründete Unternehmen ADATA Technology Co., Ltd. - so der vollständige Name von Adata - begann seine Erfolgsgeschichte mit Speichermodulen. Mit der Zeit erweiterte sich die Produktpalette stetig und umfasst mittlerweile neben den immer noch wichtigen Produktfeld Arbeitsspeicher auch USB-Sticks, externe Festplatten, SSD-Laufwerke, Speicherkarten und Netzteile. Ein Produkt aus der letzt genannte Kategorie, den Netzteilen, hat uns Adata erfreulicherweise für ein Review zur Verfügung gestellt. Das 850 Watt starke M-850 besitzt ein 80-Plus-Bronze-Zertifikat und soll neben der guten Effizienz auch genügend Anschlüsse und Leistung für High-End-Systeme mit sich bringen. Wie sich das Adata HM-850 im Test schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des HM-850 ist schlicht aber funktionell gestaltet. Der weiße Karton ist mit einem Bild des Netzteiles sowie den technischen Daten bedruckt. Auf der Vorderseite befindet sich hierbei das 80Plus-Bronze-Zertifikat, sowie das Nvidia-SLI-Ready-Logo. Auf der Rückseite sind die technischen Daten und Spezifikationen in knappen Stichpunkten aufgelistet.
Zum Lieferumfang des Adata HM-850 gehören neben dem Netzteil noch ein Handbuch, die modularen Kabel, eine Tasche für die modularen Kabel, ein Kaltegrätekabel und vier Montageschrauben.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: HM-850
Leistung: 850 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 47 - 63 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 25 Ampere
+5,0V: 25 Ampere
+12V: 70 Ampere
-12V: 0,8 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 150 Watt
+12V1-4: 840 Watt
-12V: 9,6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz

Äußere Ansichten

Das Adata HM-850 ist recht schlicht gestaltet, wobei der Lüfter noch das Auffälligste am Netzteil darstellt. So leuchtet der verbaute Lüfter, ein D14BH-12 von Yate Loon Electronics Co., Ltd. in Blau, Grün oder Rot, je nach Auslastungsgrad des Netzteiles. Die maximale Drehzahl des Lüfters liegt bei recht hohen 2.800 U/min, die angegebene Lautstärke soll dann bei 48,5 dB(A) liegen. Ohne die Ergebnisse des Testes schon vorwegzunehmen, wollen wir hier nur eines kurz erwähnen: Da unser Testsystem es nicht vermochte das HM-850 ausreichend auszulasten um auch die Zustände "normale Last" (blau) oder gar "Vollast" (rot) zu erreichen, können wir euch nur ein Bild mit grüner Beleuchtung präsentieren.
Auf der Oberseite des Netzteiles hat Adata den Modellaufkleber mit den technischen Daten angebracht. Auf diesem finden wir neben den einzelnen Leistungsdaten der verschiedenen Schienen auch das 80-Plus-Bronze-Zertifikat sowie den Hinweis, dass das Netzteil auch für SLI-Systeme geeignet ist. Der Lack des HM-850 ist in anthrazit gehalten und wirkt auf uns robust. Sowohl die Breite von 150 Millimetern, als auch die Höhe von 86 Millimetern sind der Norm entsprechend eingehalten. Bei der Länge schlägt das HM-850 mit 160 Millimetern zu Buche, was ebenfalls ein üblicher Wert ist.
Auf der linken Seite des Netzteiles hat Adata den Firmennamen in das Blech stanzen lassen, welcher so leicht erkennbar ist und nicht zu kräftig wirkt. Auf der rechten Seite des Netzteiles wurde ein weiterer Aufkleber angebracht, dieser beinhaltet jedoch keine neuen Informationen. Aus unserer Sicht wäre eine weitere freie Seite optisch schöner gewesen.
An der Rückseite des Netzteiles befindet sich neben der Kaltgeräte-Buchse noch ein Ein-/Ausschalter. Der Luftauslass ist wieder durch ein großzügiges Wabengitter realisiert, wie es mittlerweile fast jeder Hersteller umsetzt. Auf der Innenseite befindet sich das Anschlusspanel für die modularen Kabel. Dieses ist durch einen Aufkleber gut beschriftet. Die Anschlüsse selbst sind farblich kodiert und auch mechanisch nicht komplett kompatibel. Zwar passen theoretisch die Stecker der Peripherie-Geräte in die Buchsen der Grafikkarten-Kabel, die Haltenase müsste hierfür aber erst gewaltsam abgebrochen werden.

Die Kabel
Auch wenn das Adata HM-850 ein modulares Kabelmanagement besitzt, so sind einige Kabel fest am Netzteil angebracht. Dazu zählt ein 59 Zentimeter langes und recht steifes 20+4-Pin-ATX-Stromkabel sowie zwei ebenfalls 59 Zentimeter lange 4+4-Pin-12-Volt-Stromkabel. Dank der beiden 12-Volt-Stromkabel können auch leistungshungrige Mainboards, wie es z.B. das EVGA X58 Classified 3 ist, ohne Adapter betrieben werden.
Für die Stromversorgung von Grafikkarten liegen dem Adata HM-850 insgesamt vier Kabel bei. Jedes der 60 Zentimeter langen Kabel besitzt einen 6+2-Pin-PCIe-Stromanschluss und so können auch zwei Grafikkarten betrieben werden, welche jeweils zwei 8-Pin-Anschlüsse besitzen.
Für ältere Laufwerke oder auch Lüftersteuerungen stellt das HM-850 insgesamt vier Molex-Anschlüsse bereit, dazu gesellt sich noch ein FDD-Stromanschluss. Die beiden Kabel sind bis zum ersten Anschluss jeweils 60 Zentimeter lang, jeder weitere Anschluss folgt nach 15 Zentimetern.
Insgesamt acht SATA-Laufwerke kann das Netzteil direkt (ohne Adapter) mit Strom versorgen. Hierzu liegen zwei Kabel bei, welche jeweils vier Anschlüsse beherbergen. Auch hier sind die Kabel bis zum ersten Anschluss wieder 60 Zentimeter lang, die weiteren Anschlüsse folgen nach jeweils 15 Zentimetern.

Praxistest

Wie bei den kürzlich getesteten Netzteilen durchläuft auch das Adata HM-850 unserem neuen Testaufbau. Die Messungen der Leistungsaufnahmen erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Auffällig ist, dass die Spannungen beim Adata HM-850 auf allen drei Schienen leicht erhöht sind. Dies ist aber in soweit unkritisch, da sie noch innerhalb der vorgegebenen ATX-Spezifikationen liegen. Gut wiederum ist, die Spannungen schwanken zwischen Leerlauf und Last nur marginal.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.






Als 80-Plus-Bronze-Netzteile hat das Adata HM-850 auf den ersten Blick einen schweren Stand in unserem Vergleich. So zeigt es sich auch, dass es im Leerlauf den letzten Platz belegt. Je mehr das Netzteil gefordert wird, desto besser ist aber auch die Platzierung in unserem Testfeld. Dies liegt auch daran, dass es mit seinen 850 Watt erst recht spät in den idealen Auslastungsbereich (50 Prozent Last) kommt. Insgesamt zeigt sich aber, dass für Systeme mit Verbrauchswerten die in etwa unserem Testsystem entsprechen, Netzteile mit geringerer Höchstleistung Vorteile haben.


Lautstärke

Trotz der relativ geringen Auslastung (laut Farbe des Lüfters noch nicht "normale Last" erreicht) ist der Lüfter leicht hörbar. So wird das Netzteil zwar in einem geschlossenem System nicht wirklich wahrnehmbar sein, sollte der 850-Watt-Bolide jedoch mal stärker ausgelastet werden, dürfte auch der Lüfter noch deutlicher zu hören sein.

Fazit

Die Horus-Serie von Adata wird in einer einfachen, aber funktionellen Verpackung geliefert und ist mit einem ordentlichen Lieferumfang ausgestattet. Hier ist die Tasche für die nicht benötigten Kabel hervorzuheben, wieder verwendbare Kabelbinder könnten den Lieferumfang noch abrunden. Die Verarbeitung des HM-850 ist gut und so hatten wir hier keinen Grund Kritik zu üben. Der Lüfter, welcher durch Farbwechsel die anliegende Last anzeigt, ist ein nettes Gimmick, dürfte vermutlich aber nicht jedermanns Geschmack treffen. Wir würden hier den Rat mit auf den Weg geben, dieses Feature durch einen einfachen Taster deaktivierbar zu gestalten. Bei den Anschlüssen bietet das HM-850 alles, was für den Betrieb eines leistungsfähigen High-End-PC benötigt wird. So können sowohl zwei Grafikkarten mit jeweils 8-Pin-Anschluss, als auch Mainboards betrieben werden, welche zwei 8-Pin-Anschlüsse benötigen. Das 24-Pin-ATX-Stromkabel könnte für unseren Geschmack etwas weniger steif sein, mit diesem Problem kämpft aber fast jeder Hersteller. Die modularen Kabel wurden von Adata farblich kodiert und zudem noch mechanisch unterschiedlich gestaltet. Bei der Überprüfung der Spannungen waren diese äußerst stabil, aber leider auch leicht erhöht, dies allerdings innerhalb der zulässigen Toleranzen. Beim Effizienztest schneidet das HM-850 nur bei hohen Lasten gut ab, was aber auch an der uns zur Verfügung gestellten Version liegt. So erreicht das HM-850 auf unserem Teststand erst sehr spät den Leistungsbereich, in dem es seine Stärken ausspielen kann. Nicht ganz überzeugen konnte uns die Lautstärke des Lüfters. So war dieser bereits bei (vom Netzteil noch angezeigter) geringer Last leicht hörbar, sollte das Netzteil in entsprechenden Systemen stärker gefordert werden, so könnte der Lüfter deutlicher in den Vordergrund rücken. Die unverbindliche Preisempfehlung des HM-850 wird zur Verfügbarkeit, welche voraussichtlich im Januar gegeben ist, bei rund 130 Euro liegen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr stabile Spannungen
+ Anschlüsse farblich und durch Form kodiert

Contra
- Spannungen leicht erhöht (aber noch innerhalb der Toleranzen)
- nur vier PCIe-Stromanschlüsse


Award

Wir verleihen dem Adata HM-850 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Adata.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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