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Zaward Vapor 120


Einleitung

Das im Jahr 1996 gegründete Unternehmen Zaward Corporation produziert und verkauft diverse Lüfter und Kühler sowohl für OEM-Geräte, als auch direkt für den Endkunden. Der neuste Spross aus dem Sortiment der CPU-Kühler hört auf den Namen Vapor 120 und ist für die neusten AMD- und Intel-Systeme geeignet. Mit einer ungewöhnlichen Lamellen-Struktur und dem PWM-Lüfter im Golfball-Design soll er gerade für den leisen Betrieb gut geeignet sein. Was der Vapor 120 noch bietet und was man von dem Kühler erwarten kann, erfahrt ihr in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang

In einem schwarz-roten Karton liefert Zaward den Vapor 120 an den Käufer aus. Auf der Vorderseite dominiert das große Sichtfenster, welches einen Blick auf den mitgelieferten Lüfter und dem dahinter befindlichen Kühler zulässt. Auf den beiden Seiten befinden sich neben einigen Produktbildern des Kühlers auch schematische Zeichnungen und Diagramme, welche die Funktionsweise des Kühlers verdeutlichen sollen. Auf der Rückseite sind die technischen Daten des Vapor 120 tabellarisch aufgelistet. Leider sind sämtliche Texte auf der Verpackung nur in englischer Sprache verfasst.
Der Lieferumfang umfasst den Kühler, einen 120-mm-Lüfter, vier Klammern zur Montage von insgesamt zwei Lüftern, das Montagematerial für die unterstützten Sockel und eine gut bebilderte Montageanleitung. Der Text ist in dieser leider auch nur in Englisch vorhanden.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):159 x 120 x 50 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):495 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:3x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:52
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:300 - 2.200 U/min
Fördermenge:157,50 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:5,40 Watt
Lautstärke:34,30 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., blaue LED, PWM-Lüfter
Kompatibilität:Intel 775, 1156, 1366
AMD 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:35 Euro (Stand Januar 2011)

Der Kühler im Detail

Der Zaward Vapor 120 ist ein Tower-Kühler im klassischen Sinne. So sind seine Abmessungen mit einer Höhe von 159 Millimetern, einer Breite von 120 Millimetern und einer Tiefe von 50 Millimetern sehr moderat und sollten so eine hohe Kompatibilität ermöglichen. Mit einem Gewicht von rund 495 Gramm ist er einer der leichtesten Kühler in unserem Testfeld, weniger wiegen nur der Boxed-Kühler des i7-920 und der kürzlich getestete Xigmatek Gaia SD1283.
Dem Xigmatek Gaia SD1283 ist der Vapor 120 aber nicht nur beim Gewicht sehr ähnlich. So setzt auch Zaward beim Wärmetransport auf drei Heatpipes, welche jeweils einen Durchmesser von acht Millimetern aufweisen. Bei der Anzahl der Lamellen haben beide Kühler sogar einen Gleichstand, jeweils 52 der aus Aluminium gefertigten Bleche sind bei den Kühlern verbaut. Die Verarbeitung ist in Ordnung, zeigt aber bei der Festigkeit der Lamellen leichte Schwächen. Auch die eine oder andere Schramme findet sich am Kühler, dies sind aber alles Dinge die im verbauten Zustand nicht auffallen.
Während die Lamellen beim Kühler von Xigmatek aber recht einfache Formen haben, besitzen die Lamellen des Vapor 120 kleine Einbuchtungen, welche auch noch ein kleines Loch haben. Zaward nennt die Lamellen auch "Dimpled Fins", was soviel wie "Grübchen-Lamellen" heißt. Die Einbuchtungen mit den Löchern sollen für eine bessere Belüftung innerhalb des Kühlers sorgen und so die Kühlleistung des selbigen steigern.
Seitlich ist der Kühler nahezu komplett geschlossen, lediglich ein kleiner Spalt ist dort vorhanden, in diesem werden die Klammern der Lüfter befestigt. Der Abstand der Lamellen zueinander beträgt 1,7 Millimeter.

Der Kühler im Detail

Schaut man sich die Lamellen von nahem an, oder den Kühler von unten, sieht man auch, dass nur jede zweite Lamelle besagte Atmungslöcher besitzt. Laut Diagramm auf der Verpackung soll dies deutlich niedrigere Temperaturen ermöglichen.
Der Wärmeübergang vom Prozessor zum Kühler erfolgt ohne Bodenplatte per H.D.T.-Technik direkt an die drei Heatpipes. Diese sind während des Transportes mit einer Folie versehen, welche eine Verschmutzung des Bodens verhindern soll.
Der beiliegende Lüfter verfügt über einen 4-Pin-Anschluss und kann so mit Hilfe des PWM-Signales gesteuert werden. Die Drehzahl liegt hierbei zwischen 300 und 2.200 U/min. Der Luftdurchsatz erreicht bei maximaler Drehzahl fast 160 m³/h, die Lautstärke des Lüfters wird mit ebenfalls hohen 34,3 dB(A) angegeben. Die Leistungsaufnahme des blau beleuchteten Lüfters liegt bei 5,4 Watt. Um anzulaufen braucht der Lüfter eine Spannung von ca. 6,8 Volt und dreht dann mit rund 730 U/min. Herunter geregelt kann der Lüfter auf bis rund 230 U/min, dies entspricht einer anliegenden Spannung von rund 6,6 Volt. Man sieht recht gut, wie schnell der Lüfter an Drehzahl verliert.
Die Montage des Lüfters geht recht einfach von der Hand. So müssen die Klammern lediglich am Lüfter befestigt werden und können anschließend über den Kühler gespannt werden. Ein zweiter Lüfter kann ohne Probleme installiert werden, auch wenn beide Klammern die gleiche Kerbe nutzen. Eine Entkopplung des Lüfters vom Kühlkörper findet leider nicht statt und so werden Vibrationen ungedämpft weitergegeben.

Die Montage

Egal ob auf Intel- oder AMD-Systemen, in beiden Fällen erfolgt die Montage mit Hilfe einer Backplate. Einen Design-Fehler der Montageschrauben ist es jedoch zu verdanken, dass wir an dieser Stelle drei statt der üblichen zwei Bilder nutzen. Das Gute erst mal vorweg: Der Vapor 120 lässt sich immer montieren. Die schlechte Nachricht hinterher: Leider nicht so wie es von Zaward vorgesehen ist. Das Problem sind die Schrauben bzw. zwei Stege die das mitdrehen der Schrauben verhindern sollen. Setzten auch schon andere Hersteller solche sichernden Schrauben ein, so war bis dato immer nur an einer Seite die Schraube mit einem entsprechenden Steg ausgestattet, beim Vapor 120 ist dies aber an beiden Seiten der Fall. Werden die Schrauben nun in die Backplate gesteckt und sollen dort an den Rand (z.B. Sockel 1366) gesetzt werden geht dies nicht bzw. die Schrauben würden schräg durch das Mainboard gehen. Um den Kühler dennoch montieren zu können müssen die Schrauben lediglich auf die Backplate gesetzt werden. Hält man diese mit einem Finger fest kann die Rändelmutter auf der Vorderseite ebenfalls angeschraubt werden. Dies ist zwar nicht schön, funktioniert aber problemlos.
Die Breite von 120 Millimetern sorgt auf unserer Sockel 1366-Testplattform dafür, dass der Zaward Vapor 120 keine Probleme mit dem RAM verursacht, wenn der Kühler zum Gehäusedeckel ausgerichtet wird.
Auch die Montage zur Gehäuserückwand gibt dem RAM genügend Freiraum. Erfreuliches können wir für AMD-Nutzer berichten: Der Kühler lässt sich auch auf diesen Plattformen frei ausrichten.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Der Vapor 120 benötigt eine gewisse Grunddrehzahl bei den montierten Lüftern, um sein Leistungspotential zu zeigen. Ist diese Drehzahl erreicht bringt eine weitere Steigerung der Drehzahl nicht mehr so viel niedrigere Temperaturen. Bei unserem Vergleich zeigt sich, dass bereits ein Lüfter mit 1.300 U/min vollkommen ausreichend ist. Selbst ein zweiter Lüfter und 550 U/min mehr verringern die Temperaturen um keine fünf Kelvin, erhöhen die Geräuschkulisse jedoch deutlich. Deutlich stärker fällt die Kühlleistung bei 700 U/min ab und so liegen rund zwölf Kelvin zwischen 1.300 und 700 U/min mit einem Lüfter.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Sowohl was die Drehzahl angeht, als auch bei den Temperaturen platziert sich der Zaward Vapor 120 im Mittelfeld des Testfeldes. Der Lüfter ist hierbei jedoch schon laut und der Betrieb so von uns nicht empfehlenswert.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Wie wir schon aufzeigten, reicht eine anliegende Spannung von fünf Volt nicht aus um den Lüfter zum arbeiten zu bewegen. Dementsprechend schafft es der Vapor 120 auch nicht den i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


In den Diagrammen des Single-Referenz-Belüftung zeigt sich, was wir auf der Seite davor schon erwähnten. Im mittleren Drehzahlbereich liegen die Stärken des Zaward Vapor 120 und so erreicht er auch dort seine beste Platzierung. Das Leistungsniveau liegt in etwa auf dem des Scythe Yasya, fällt aber beim Test mit 700 U/min minimal hinter diesem zurück. Zum Erstplatzierten Thermalright Archon fehlen dem Vapor 120 zwischen vier und acht Kelvin.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Ähnlich sieht es bei der doppelten Lüfterbestückung aus. Auf einen soliden Platz im Mittelfeld bringt es der Zaward Vapor 120 bei allen drei Drehzahlen. Der Kühler kann bei 1.850 und 1.300 U/min den Rückstand zum Spitzenfeld beibehalten, bei 700 U/min ist er sogar in der Lage den Rückstand von rund acht Kelvin auf fünf Kelvin zu reduzieren.

Fazit

Der Zaward Vapor 120 wird mit einem ordentlichen Lieferumfang ausgestattet, bei dem eigentlich nur die Bedienungsanleitung missfällt. Zwar sind in dieser viele Bilder enthalten, welche die wichtigen Schritte gut beschreiben, der gesamte Text ist aber nur in Englisch vorhanden. Der Kühler selbst ist sehr kompakt gestaltet und sollte daher kaum Kompatibilitätsprobleme verursachen. Die Verarbeitung ist ordentlich, kleinere Makel, wie z.B. die etwas lockeren oberen Lamellen, trüben den Eindruck jedoch etwas. Wollen wir bei der Montage zuerst das Gute erwähnen. Sowohl Intel-, als auch AMD-Anwender können den Kühler frei ausrichten und den Luftstrom nach eigenen Wünschen ausrichten. Unschön sehen wir aber die kleineren Probleme, welche mit den Schrauben auftreten können, an. Im Betrieb kann der Lüfter durch ein breites PWM-Spektrum punkten, die Lautstärke auf fest eingestellten zwölf Volt jedoch nicht. Bei den Testergebnissen waren wir positiv überrascht, so konnte der baulich sehr ähnliche Xigmatek Gaia immer deutlich hinter sich gelassen werden und auch im Gesamtranking betrachtet ist der Rückstand zu den Spitzenkühlern nicht sonderlich groß. Für einen Preis von aktuell rund 35 Euro erhält man ein ausgewogenes Produkt, welches sowohl Licht- als auch Schatten-Seiten hat.


Pro & Contra

Pro
+ ordentliche Verarbeitung
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter im 120-mm-Format
+ ordentlich Testergebnisse

Contra
- kleinere Probleme bei der Montage
- Lüfter auf zwölf Volt laut

Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen dem Zaward Vapor 120 unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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