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be quiet! Dark Power Pro P9 550 Watt


Einleitung

Es gibt wenige Firmen, welche in ihren Namen gleichzeitig auch das Firmen-Konzept wieder spiegeln. Bei be quiet! dreht sich alles um die Ruhe, welche der Name ausruft. Neben Lüftern und auch - ganz neu - CPU-Kühlern sind auch Netzteile im Portfolio vorhanden. Die neuen Dark-Power-Pro-P9-Netzteile stellen hierbei die momentane Speerspitze der Sparte dar und sollen gleich durch mehrere Dinge überzeugen. Zum einen soll die Lautstärke dank der hauseigenen SilentWings-Lüfter sehr gering sein, dank einer hohen Effizienz (80Plus-Gold-Zertifizierung) der Verbrauch gering sein, das Kabelmanagement-System einen aufgeräumten Innenraum ermöglichen und nicht zuletzt genügend Leistung auch für High-End-Systeme vorhanden sein. In unserem heutigen Review haben wir das kleinste Modell der Serie mit 550 Watt auf dem Teststand. Wie sich das be quiet! Dark Power Pro P9 schlägt, erfahrt ihr wieder auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Dark Power Pro P9 von be quiet! ist nahezu monströs. So misst der Karton eine Breite von 40 Zentimetern, ist dabei 28 Zentimeter hoch und zwölf Zentimeter tief. Diese riesige Verpackung bietet jedoch zwei Vorteile: Zum einen ist so viel Platz für Informationen auf dem Karton vorhanden, zum anderen kann der Inhalt sehr großzügig verpackt und gut gepolstert werden. Beides setzt be quiet! hier auch um. Während die Vorderseite noch keine detaillierten Informationen sondern nur ein Bild des Netzteiles und ein paar kurze Stichpunkte zu den Eckdaten aufgebracht sind, so bietet die Rückseite viel Lesestoff. So finden sich dort Angaben zur Kabellänge, zu den Leistungsdaten und auch zu den Features der Serie. Das Netzteil und das Zubehör sind im Innenraum durch Schaumstoff und ein Mehr-Kammer-System gut geschützt.
Beim Blick auf den Lieferumfang wird zudem klar, wieso die Verpackung so groß ausfällt. Neben dem Netzteil befinden sich noch die modularen Kabel, ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben, sechs Kabelbinder, sieben wiederverwendbare Kabelbinder, zwei Overclocking-Keys (dazu später mehr), sowie ein Handzettel für die SilentWings-Lüfter und eine Bedienungsanleitung im Lieferumfang.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: BQT P9-550W
Leistung: 550 Watt
Peak Power: 650 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 200 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V1/2: 20 Ampere
+12V3/4: 25 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 125 Watt
+12V1-4: 540 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz

Äußere Ansichten

Das be quiet! Dark Power Pro P9 ist auch in der kleinsten Leistungsstufe kein kleines Netzteil. So werden ganze 20 Zentimeter Einbautiefe für den schwarzen Riesen benötigt. Vergleicht man dies mit anderen Netzteilen dieser Leistungsklasse, welche meist 16 oder 18 Zentimeter einnehmen, wirkt das Dark Power Pro P9 schon recht verschwenderisch, was den Platz angeht. Sowohl die Breite mit 15 Zentimetern und die Höhe mit 8,6 Zentimetern sind "normgerecht" gehalten. Ein Teil des Platzes benötigt der 120-mm-Lüfter der SilentWings-Serie. Dieser arbeitet mit maximal 1.010 U/min und wird Temperatur-abhängig geregelt. Die maximale Lautstärke soll hierbei bei 15,2 dB(A) liegen. Die Schutzstreben, welche das herkömmliche Lüftergitter ersetzen, sind aus Kunststoff gefertigt.
Die schwarze Lackierung ist sauber aufgebracht und wirkt nur auf den Bildern etwas fleckig. Neben dem Aufkleber mit der Seriennummer ist noch ein weiterer Aufkleber mit der be-quiet!-Artikelnummer aufgebracht. Zwei kleinere, schwarze Aufkleber dienen der Qualitätskontrolle.
Durch die enorme Länge des Netzteiles ist natürlich einiges an Platz auf den Seiten vorhanden. Während eine Seite lediglich das Garantie-Siegel beherbergt, ist auf der anderen Seite der Aufkleber mit den technischen Daten aufgebracht. Auf diesem ist neben den Leistungsdaten auch noch das 80Plus-Gold-Zertifikat zu sehen.
Durch ein großflächiges Wabengitter in der Gehäuserückseite kann die warme Luft recht ungehindert aus dem Dark Power Pro P9 entweichen. Neben der Kaltgeräte-Buchse ist noch ein Ein-/Ausschalter untergebracht. Die Innenseite umfasst das Anschlussterminal für die modularen Kabel und den Kabelstrang des fest installierten ATX-Stromkabels. Alle Buchsen sind hier gut beschriftet und zudem noch mechanisch unterschiedlich gestaltet. Ein falsches Anschließen eines der Kabel sollte so nicht ohne Gewalteinwirkung möglich sein.

Die Kabel
Fest installiert ist beim be quiet! Dark Power Pro P9 lediglich das 20+4-Pin-ATX-Stromkabel. Dieses ist rund 61 Zentimeter lang und recht steif. Positiv fällt jedoch das Gelenk auf, welches am Gehäuse befestigt ist. Dieses sorgt dafür, dass das Kabel nicht am Metall scheuern kann und stellt zudem noch eine Zugentlastung dar.
Für die weitere Stromversorgung des Mainboards liegen sowohl ein 4-Pin-, als auch ein 4+4-Pin-12-Volt-Stromkabel bei. Beide Kabel sind rund 60 Zentimeter lang. Für die Stromversorgung von Grafikkarten liegen insgesamt zwei Kabel mit jeweils zwei Anschlüssen bei. Beide Kabel sind jeweils 60 Zentimeter lang und stellen je einen 6-Pin- und einen 6+2-Pin-PCIe-Stromanschluss bereit.
Insgesamt neun SATA-Laufwerke können beim Dark Power Pro P9 mit 550 Watt ohne Adapter mit Strom versorgt werden. Aufgeteilt sind die Anschlüsse auf drei Kabel, wobei ein Kabel 50 Zentimeter lang ist und einen Anschluss bereitstellt. Die restlichen sechs Anschlüsse teilen sich zu je drei auf die beiden anderen Kabel auf. Bis zum ersten Anschluss sind die Kabel 60 Zentimeter lang, jeder weitere Anschluss folgt nach 15 Zentimetern. Die beiden letzten Anschlüsse liegen auf einem weiteren Kabel, dazu gleich mehr.
Drei weitere Kabel stellen Molex-Anschlüsse bereit, fünf an der Zahl sind es hier insgesamt. Zwei Kabel besitzen hier jeweils einen Anschluss, diese sind 50 bzw. 60 Zentimeter lang. Das dritte Kabel besitzt drei Molex-Anschlüsse und ist bis zum ersten Anschluss 60 Zentimeter lang, die beiden anderen Anschlüsse folgen nach je 15 weiteren Zentimetern.
Ein Kabel, welches sowohl SATA-, als auch Molex-Anschlüsse bereit stellt, vervollständigt den Lieferumfang der modularen Kabel für die Laufwerke. An diesem befinden sich zwei SATA-Stromanschlüsse, gefolgt von zwei Molex-Stromanschlüssen, welchen ein FDD-Stromanschluss folgt. Auch dieses Kabel ist bis zum ersten Anschluss 60 Zentimeter lang, die weiteren Anschlüsse folgen wieder in Abständen von jeweils 15 Zentimetern.
Die Dark-Power-Pro-P9-Serie bietet die Möglichkeit vier Lüfter über das Netzteil regeln zu lassen. Hierbei liegen vier Kabel bei, welche sowohl einen Molex-, als auch einen Fan-Stromanschluss besitzen. An diesen kann jeweils ein Lüfter angeschlossen werden, die Gesamtlänge eines Kabels beträgt 75 Zentimeter, wobei die beiden Anschlüsse 15 Zentimeter auseinander liegen.
Das beiliegende Slotblech inkl. Schalter und die kleine "Brücke" ermöglichen es, das Netzteil vom Multi-Rail- auf den Single-Rail-Betrieb umzustellen. Vieler werden sich Fragen, was dieses mit Overclocking zu tun hat und was dies überhaupt bringt. Mit Übertakten im eigentlichen Sinne hat dies wirklich nicht viel zu tun, es sorgt aber dafür, dass die maximale Last eines Gerätes an der 12-Volt-Schiene über 25 Ampere (300 Watt) liegen kann.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Das, was das be quiet! Dark Power Pro P9 550 Watt bei der Spannungsstabilität zeigt, ist das was man auch als "großes Kino" bezeichnet. Nicht nur, dass die Spannungen fast perfekt bei den Idealwerten liegen, so sind diese auch noch äußerst stabil. So kommen die Spannungen nicht ein mal in die Nähe der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Grenzwerte.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.






Das be quiet! Dark Power Pro P9 mit 550 Watt schneidet in unseren Tests sehr gut ab und erreicht in jedem Last-Szenario Bestwerte. Die Unterschiede zu unseren anderen beiden 80-Plus-Gold-Netzteilen, dem Cooler Master Silent Pro Gold und dem Enermax Modu87+, sind sehr gering, bzw. liegen die Netzteile stellenweise auch gleich auf.


Lautstärke

be quiet! haben sich bei der Entwicklung der E9-Serie im Vorfeld viele Gedanken darum gemacht, wie ein Netzteil leise gehalten werden kann. Neben der Eliminierung der Geräusche, welche durch den Lüfter erzeugt werden, sollten auch elektrische (z.B. Bauteil abhängige Geräusch im Netzteil) und magnetische (z.B. Spulenfiepen) so gut es geht verhindert werden. In unseren Testläufen konnte sich das Dark Power Pro P9 als sehr leiser und angenehmer Genosse präsentieren und so kommen wir zu dem Schluss, dass die Bemühungen seitens be quiet! nicht umsonst waren. Im normalen Betrieb im geschlossenem Gehäuse ist das Netzteil auch in Silent-Systemen nicht wahrnehmbar. Wer mit dem Ohr direkt auf dem Netzteil klebt wird aber auch hier Geräusche, vornehmlich ein leises Luftrauschen, hören.

Fazit

In einem sehr großen Karton, welcher reichlich Informationen über das Netzteil bereit hält, wird das be quiet! Dark Power Pro P9 gut geschützt ausgeliefert. Der Lieferumfang des Netzteiles fällt sehr gut aus, gerade die große Auswahl an modularen Kabeln kann hierbei überzeugen. Auch gut gelöst bei den modularen Kabeln ist die Kodierung der Stecker, welche effektiv ein falsches Anschließen verhindert. Bei der Verarbeitung zeigt das Dark Power Pro P9 keine Schwäche. Auf was wir jedoch hinweisen wollen ist die Länge des Netzteiles, welche 20 Zentimeter beträgt. So kann es in kleinen Gehäusen ggf. zu Platzproblemen bei den 5,25-Zoll-Laufwerken kommen. Der mitgelieferte Overclocking-Key ist ein sehr nettes Feature, sollte aber bei der Kaufentscheidung nicht zu sehr in den Fokus gerückt werden. Denn auch bei den Testergebnissen schneidet das Dark Power Pro P9 mit 550 Watt sehr gut ab und kann mit sehr stabilen Spannungen und sehr guten Effizienzwerten punkten. Auch die Lautstärke kann überzeugen und so stellt das be quiet! Dark Power Pro P9 mit 550 Watt ein sehr gutes Gesamtpaket dar, welches für rund 120 Euro erhältlich ist.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verpackung & Lieferumfang
+ sehr gute Verarbeitung
+ sehr stabile Spannungen
+ gute Effizienzwerte
+ Anschlüsse durch Form kodiert

Contra
- 20+4-Pin-ATX-Stromkabel recht starr
- Kompatibilität bei kleinen Gehäusen evtl nicht gegeben


Award

Für die überzeugenden Testergebnisse verleihen wir dem be quiet! Dark Power Pro P9 mit 550 Watt unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von be quiet.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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