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be quiet! Straight Power E8 CM 680 Watt


Einleitung

Während sich das kürzlich vorgestellte Dark Power Pro P9 an den Anwender mit High-End-Ansprüchen richtet, zielt die ebenfalls neue Straight-Power-E8-Serie eher auf den "normalen" Anwender ab, welcher Leistung im mittleren bzw. leicht gehobenem Leistungssegment sucht. Mit dem 680-Watt-Modell stellt sich die stärkste Ausbaustufe unserem Testparcour. Neben einer hohen Effizienz und einem leisen Betriebsgeräusch soll das Straight Power E8 auch durch sein Kabelmanagement-System den Anwender überzeugen. Wie sich das neue Netzteil von be quiet! schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Der Karton, in dem das Straight Power E8 verschickt wird, bildet auf der Vorderseite das Netzteil ab und gibt auch über die gebotene Leistung und die Effizienz Auskunft. Auf der Rückseite sind die Features und die technischen Daten - zu denen die Abmessungen des Netzteiles, die Leistungsdaten der einzelnen Schienen und auch die Länge der Kabel zählen - aufgelistet. Im Karton sind das Netzteil und die Kabel sowie das Zubehör gut geschützt verpackt.
Zum Lieferumfang des Straight Power E8 mit 680 Wat Leistung gehören ein Kaltgerätekabel, vier Kabelbinder, vier schwarze Montageschrauben, ein Produkt-Flyer, eine Bedienungsanleitung sowie zwei Bündel mit den modularen Kabeln. Um diese beiden Bündel und um die fest installierten Kabel sind jeweils ein wiederverwendbarer Kabelbinder angebracht, welche auch zur Bändigung der Kabel im Gehäuse genutzt werden können.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: BQT E8-CM-680W
Leistung: 680 Watt
Peak Power: 750 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 28 Ampere
+12V1-4: 18 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 160 Watt
+12V: 624 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz

Äußere Ansichten

Das Straight Power E8 ist 160 Millimeter lang und zählt somit zu den kürzeren Netzteilen. Das Dark Power Pro P9 z.B. ist deutlich größer und misst insgesamt 200 Millimeter in der Länge. Als Lüftergitter fungieren wieder 18 Kunststoffstreben, welche gleichmäßig über die gesamte Unterseite des Netzteiles gehen. Darunter befindet sich ein 120-mm-Lüfter der SilentWings-Serie, welcher mit maximal rund 1.400 U/min arbeitet. Die Regelung des Lüfters erfolgt Last-abhängig und so ist auch die Geräuschentwicklung, je nach Auslastung des Netzteiles, unterschiedlich. be quiet! gibt hier Werte von 13,5 dB(A) (20 Prozent Last) bis 21,8 dB(A) (100 Prozent Last) an. Auffällig ist der orange Ring am Lüfter, welcher eine Entkopplung des Lüfters vom Gehäuse bewirkt und zusätzlich auch den Lüfter zum Gehäuse hin abdichtet.
Das Gehäuse des Straight Power E8 ist schwarz lackiert. Auf der Oberseite des Netzteiles befinden sich noch zwei Aufkleber mit der Serien- und Artikelnummer des Netzteiles.
Auf einer Seite des Netzteiles ist ein Aufkleber mit den Leistungsdaten aufgebracht, welcher zusätzlich noch die Warnung enthält, dass das Netzteil nur von Fachpersonal geöffnet werden darf. Generell sollte das Netzteil, im Falle eines Defektes, aber zu be quiet! geschickt werden, da sonst die Garantie erlischt. Auf der anderen Seite ist der Firmen-Schriftzug in das Blech eingestanzt.
Die Luft entweicht aus dem Netzteil rückseitig über ein großes Wabengitter, welches einen geräuscharmen Luftaustritt ermöglichen soll. Neben der Kaltgeräte-Buchse ist noch ein An-/Ausschalter verbaut, welcher das Netzteil komplett vom Strom trennt. An der Innenseite befinden sich die Anschlüsse für die modularen Kabel sowie die fest installierten Kabel. Die Buchsen der modularen Kabel sind, ebenso wie die dazugehörigen Stecker, farblich kodiert. So soll es erleichtert werden den richtigen Stecker in die richtige Buchse zu stecken. Zu der farblichen Kodierung kommt auch noch, dass die Stecker und Buchsen nur in ihr entsprechendes Pendant passen und ein falsches Anstecken mechanisch nur mit hohem Kraftaufwand (und der Beschädigung von Stecker bzw. Buchse) möglich ist.

Die Kabel
Fest installiert sind am Straight Power E8 mit Kabelmanagement nur das ATX-Stromkabel, welches einen 20+4-Stecker besitzt und ein 4-Pin-12-Volt-Stromkabel. Beide Kabel sind rund 55 Zentimeter lang, wobei das 12-Volt-Stromkabel noch recht flexibel ist, das ATX-Stromkabel hingegen ist bauartbedingt recht steif.
Ein zusätzliches 4+4-Pin-12-Volt-Stromkabel liegt dem Straight Power E8 bei. Dieses ist 70 Zentimeter lang und so lässt sich das Kabel auch in größeren Gehäusen, wo das Netzteil auf dem Boden montiert wird, recht unauffällig montieren.
Für Grafikkarten stellt die 680-Watt-Version vier Anschlüsse bereit, welche sich auf zwei Stecker aufteilen. Jeweils ein 6-Pin- und ein 6+2-Pin-PCIe-Anschluss befinden sich an einem Stecker, aber besitzen jeweils ein separates 55 Zentimeter langes Anschlusskabel.
Bei den Anschlusskabeln für die Laufwerke oder Lüftersteuerungen gibt es insgesamt vier verschiedene Versionen, von denen jeweils eines dem 680 Watt starkem be quiet! Straight Power E8 CM beiliegt. So besitzt eines der Kabel drei Molex-Stromanschlüsse und einen FDD-Stromanschluss. Der erste Molex-Anschluss ist nach 55 Zentimetern Kabel angebracht, die weiteren Anschlüsse folgen nach weiteren 15 Zentimetern. Gleich aufgebaut sind auch die restlichen Kabel, bei denen jeweils unterschiedlich viele Anschlüsse verbaut sind. So stellt ein Kabel noch drei SATA-Anschlüsse bereit, während ein weiteres zwei SATA- und zwei Molex-Anschlüsse besitzt. Das vierte Kabel besitzt ebenfalls zwei SATA- und zwei Molex-Stromanschlüsse sowie einen FDD-Stromanschluss.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Die gemessenen Spannungen während unserer Testläufe waren sehr stabil und lagen, bis auf die 12-Volt-Schienen, zudem sehr dicht an den Idealwerten. Die Werte der besagten 12-Volt-Schienen waren leicht erhöht und lagen zwischen 0,21 und 0,29 Volt über dem Optimum. Die Toleranzen der ATX-Spezifikationen wurden dennoch zu jeder Zeit eingehalten.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.






Dass das be quiet! Straight Power E8 CM mit 680 Watt Leistung nur knapp an der 80Plus-Gold-Zertifizierung vorbeischrammte ist bei den Testläufen gut ersichtlich. So liegt es im Bereich mit geringer und Teil-Last sehr gut im Testfeld, bei der Auslastung mit zwei Grafikkarten verliert das Straight Power E8 CM etwas an Boden und platziert sich im Mittelfeld unseres Rankings. Insgesamt kann das Netzteil aber mit einer sehr guten Effizienz punkten und steht den Gold-Netzteilen von Enermax, Cooler Master oder NZXT kaum nach. Auch der Unterschied zum großem Bruder, dem be quiet! Dark Power Pro P9, ist recht gering.


Lautstärke

Nicht nur die Effizienz konnte überzeugen. Auch bei den Beobachtungen der Lautstärke während der verschiedenen Last-Phasen macht das Straight Power E8 CM mit 680 Watt eine sehr gute Figur und blieb nahezu immer im unhörbaren Bereich, bezogen auf den Praxisbetrieb im Gehäuse. Bei hoher Last drehte der Lüfter leicht auf, aus einer normalen Entfernung zum Netzteil, welche in der Regel über einen halben Meter beträgt, ist aber auch dies nicht wahrnehmbar.

Fazit

Viele Informationen und einen guten Schutz bietet die Verpackung dem Straight Power E8 CM und hinterlässt so den ersten guten Eindruck. Auch die gute Auswahl an modularen Kabel ist durchaus von Vorteil, auch wenn einige Anwender vermutlich eher reine SATA- bzw. Molex-Stränge bevorzugen würden. Die Verarbeitung des Netzteiles ist durchweg positiv, bei der Haptik bemängeln könnte man höchstens das etwas starre ATX-Stromkabel. Bei den Leistungsdaten, bezogen auf Effizienz und Spannungsstabilität, macht das be quiet! Straight Power E8 CM mit 680 Watt eine sehr gute Figur. Bei den Effizienztests kann es sogar, obwohl es "nur" 80Plus-Silber zertifiziert ist, mit den Gold-Netzteilen so gut wie immer mithalten. Und auch die Lautstärke wusste während der Testläufe überzeugen. Insgesamt konnte das Straight Power E8 CM im gesamten Test überzeugen und leistete sich keinerlei Schwächen. Erhältlich ist das Netzteil ab rund 115 Euro, was für die gebotene Leistung in Ordnung geht.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ Anschlüsse durch Farbe und Form kodiert
+ sehr leiser Betrieb
+ sehr gute Effizienzwerte

Contra
- 20+4-Pin-ATX-Stromkabel recht starr


Award

Das be quiet! Straight Power E8 CM mit einer Leistung von 680 Watt verleihen wir unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von be quiet.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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