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Sunbeamtech Twister 120


Einleitung

Das Unternehmen Sunbeamtech ist vermutlich den wenigsten ein Begriff. Bringen wir nun aber den Namen Tuniq ins Spiel, so sollte es vermutlich bei einigen Klick machen, den aufmerksamen Lesern von DeXgo sollte der Name nun aber was sagen, stellten wir bereits zwei Kühler des taiwanesischen Unternehmens, den Tower 120 Extreme und den Propeller 120, in zwei Reviews vor. Tuniq wurde als extra Division (Abteilung) von Sunbeamtech gegründet und gehört somit zu dem großen Unternehmen, welches vornehmlich auf dem OEM-Markt tätig war. Mit dem Twister 120 stellt Sunbeamtech nun den nächsten Kühler vor, welcher mit zwei 120-mm-Lüftern ausgestattet ist und für alle aktuellen Sockel freigegeben ist. Wie sich der Kühler auf unserem Teststand schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Sunbeamtech Twister 120 ist mehrlagig aufgebaut. Die äußere Hülle ist ein recht dünner Karton, auf dem die Informationen zum Produkt aufgebracht sind. Hierzu zähle Bilder des Kühlers sowie einige Produktmerkmale. Darin befindet sich formschlüssig ein zweiter Karton, welcher die eigentliche Verpackung darstellt. Dieser ist recht stabil und beinhaltet wiederum den Kühler sowie das Zubehör.
Der Lieferumfang umfasst den Kühler, die beiden beiliegenden Lüfter inkl. passender Entkoppler, eine Montageanleitung, eine Tube TX-4-Wärmeleitpaste, das Montagematerial für die unterstützten Sockel sowie eine Rheosmart-Lüftersteuerung.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):152 x 126 x 60 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):565 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:3x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:46
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:2x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.000 U/min
Fördermenge:153,92 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,12 Watt
Lautstärke:20 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., Lüftersteuerung, Lüfter entkoppelt montiert
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD 939, 940, AM2, AM2+, AM3
Preis:nicht Verfügbar (Stand März 2011)

Der Kühler im Detail

Der Twister gehört zu den flachen Tower-Kühlern für 120-mm-Lüfter. So ist dieser lediglich 152 Millimeter hoch, was natürlich eine erhöhte Gehäuse-Kompatibilität mit sich bringt. Auf eine Nickelschicht zum Schutz vor Korrosion und zur optischen Aufwertung verzichtet Sunbeamtech. Breit ist der Kühler 126 Millimeter, in der Tiefe misst er 60 Millimeter. Von den äußeren Formen ist der Kühler symmetrisch aufgebaut, die Heatpipes sind jedoch in einer V-Form angeordnet. Als Material wird bei den Lamellen gestanztes Aluminium genutzt, die Heatpipes bestehen aus Kupfer.
Beim Blick auf die oberste Lamellen fallen einige Dinge auf. Zum einen besitzen die Aluminiumlamellen eine feine Struktur, welche neben dem optischen Effekt auch die Kühlfläche leicht erhöht. Des weiteren erkennt man auch recht gut, dass die Heatpipes nur teilweise im Kontakt mit den obersten Lamellen sind. So konnte zwar die Bauhöhe verringert werden, die obersten Lamellen werden so aber leider nicht ideal zur Kühlung genutzt. Als letzter und wichtigster Aspekt, welcher hier ersichtlich ist, ist die angegebene Strömungsrichtung der Luft. So gibt Sunbeamtech beim Twister 120 vor aus welcher Richtung der Luftstrom durch den Kühler geleitet werden soll, dies muss beim Einbau entsprechend beachtet werden.
Die Lamellen des Twister 120 sind versetzt montiert, diese Bauweise haben wir zum ersten mal beim ThermoLab Baram gesehen und so findet diese Bauweise immer mehr Verbreitung. Der Vorteil die Lamellen in dieser Art anzuordnen liegt im Widerstand, den der Kühler erzeugt. So kann der Widerstand verringert werden, was wiederum für einen leiseren Betrieb bei gleicher Leistung sorgt.
Das uns übersandte Testexemplar hat den Versand leider nicht ganz unbeschadet überstanden. So sind die Ecken der recht dünnen Lamellen gefährdet, wenn es um Verformungen geht. In unserem Fall war ein Lüfter in der Verpackung Schuld an dem Malheur. Wir gehen hier aber von einem Einzelfall aus.

Der Kühler im Detail

Die Seiten des Twister 120 sind nahezu komplett geschlossen. Die Luft wird so gezwungen komplett durch den Kühler zu gehen und kann seitlich nicht heraus strömen. Was bei hohen Drehzahlen meist von Vorteil ist, kann niedrigen Drehzahlen aber ein Problem sein, Stichwort Hitzestau. Die 46 verbauten Lamellen haben einen Abstand von rund 1,7 Millimetern zueinander, dies ist guter Durchschnitt und deutet meist auf ein ausgewogenes Kühlverhalten hin.
Die Abwärme des Prozessor wird direkt auf die drei 8-mm-Heatpipes übertragen, Sunbeamtech nennt diese Technik "Core Contact". Der Aufbau dieser Technik deckt sich aber mit der von Xigmatek bekannt H.D.T.-Technik. Unser Kühler besaß zwar mal eine Schutzfolie, diese löste sich aber bereits während des Transports und so war der Boden ungeschützt, als wir den Kühler in Empfang nahmen. Beschädigungen oder Verunreinigungen finden sich dennoch keine auf der Kontaktfläche. Erfreulich ist, dass zwischen Heatpipes und Aluminium-Boden quasi keine Lücken vorhanden sind.
Die beiden beiliegenden Lüfter scheinen auf den ersten Blick gleich zu sein, aber beim genaueren hinschauen offenbaren sich die entscheidenden Unterschiede. So dreht der vordere Lüfter (T120-19) im Uhrzeigersinn, während der rückseitig angebrachte Lüfter (T120-20) gegen den Uhrzeigersinn arbeitet. Dieses Verfahren tauft Sunbeamtech auf den Namen "ISO-Turbo Technology", welche durch die entgegengesetzte Laufrichtung der Lüfter einen gebündelten Luftstrom erzeugen und so die Kühlleistung steigern soll. Bei den technischen Daten unterscheiden sich die beiden Lüfter nicht. So liegt die Leistungsaufnahme bei 3,12 Watt, der Drehzahlbereich geht von 1.000 bis 2.000 U/min und der erzeugte Luftstrom misst bei maximaler Drehzahl fast 154 m³/h. Die Lüfter sollen dabei nur 20 dB(A) laut werden, wobei wir dies jetzt schon bezweifeln. Die beiliegende Lüftersteuerung ermöglicht nicht nur die manuelle Steuerung der Lüfter, so kann diese auch die beiden 3-Pin-Lüfter über das PWM-Signal des Mainboards regeln. Dem Anwender ist hier die freie Wahl gelassen, auch der Anschluss der Lüfter an eine bereits verbaute Steuerung stellt kein Problem dar.
Beide Lüfter, oder auch alternative Lüfter, werden durch Gummientkoppler befestigt. Diese werden an den Lüfter, in die dafür vorhandenen Öffnungen, gesteckt und anschließend kann der Lüfter an den Entkopplern befestigt werden. Lüfter mit einem durchgängigen Montagesteg können nicht am Twister 120 montiert werden. Neben den Lüftern muss noch zusätzlich ein bis zwei Millimeter an Platz für die Entkoppler eingeplant werden, welchen der Kühler in der Breite zulegt.

Die Montage

Da der Kühler zum einen nicht so ausladend ist, zum anderen auf ein bewertes Montagesystem setzt, geht das Anbringen des Twister 120 ohne größere Probleme von statten. Kritisieren müssen wir aber auch beim Twister 120, dass ohne Unterlegscheiben die Federn, die den Kühler letztlich auf den Prozessor drücken, sich gerne mal in der Halterung verhaken. Vier einfache Unterlegscheiben lösen dieses Problem recht leicht und kostengünstig.
Anwender mit Intel-Systemen können den Kühler frei ausrichten und somit theoretisch die Abluft auch zum Gehäusedeckel oder das Netzteil - abhängig vom Gehäuse - leiten. Einzig die Ausrichtung des Kühlers (Luftstromrichtung) muss hierbei beachtet werden. Auf unserem Testmainboard treten keine Probleme auf und auch die Speicherbänke werden nicht vom Kühler überragt.
Bei der typischen Ausrichtung, welche erfreulicher Weise auch den AMD-Anwendern zur Verfügung steht, blasen die Lüfter die Abluft zur Gehäuserückseite wo sie - im Idealfall - ein Lüfter aus dem Gehäuse befördert. Dank der noch recht schmalen Bauweise werden auch bei dieser Ausrichtung, zumindest auf unserem X58-Testmainboard, die Speicherbänke nicht vom vorderen Lüfter überragt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Zwischen 1,6 und 6,5 Kelvin verringert sich in unserem Setup die Temperatur bei der Anbringung eines zweiten Lüfters. Die beiliegenden Lüfter machen ihre Arbeit gut und liegen vom Leistungsniveau nicht weit hinter unseren Referenzlüftern von Scythe.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Wenn wir die erreichten Werte des Twister 120 von Sunbeamtech mit den anderen Werten der Kühler bei zwölf Volt vergleichen, fällt uns eines leider gleich auf. Die Kühlleistung kann nicht wirklich überzeugen. Gerade die ähnlich aufgebauten und mit ähnlicher oder gar schlechterer Lüfterkonfiguration ausgestatteten Akasa Venom, Zaward Vapor 120 und Titan Hati liegen bis zu zwei Kelvin vor dem Twister 120, obwohl sie nur einen Lüfter verbaut haben. Ein weiteres Manko ist hierbei, dass der Lüfter auch Aufgrund der Verwirbelungen laut ist und ein arbeiten neben ihm nahezu unmöglich macht. Eine Regelung der Lüfter ist somit Pflicht.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Beim Betrieb mit fünf Volt schiebt sich der Twister 120 zwar auf den zweiten Platz, dies liegt aber nur an der Doppel-Bestückung und der, im Vergleich zu den anderen Lüfter, teilweise deutlich höheren Drehzahl der beiden Lüfter. Die Lautstärke nimmt zum Glück deutlich ab, leise ist aber immer noch anders.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Das was wir vermutet haben bestätigt sich bei den Referenz-Tests. So liegt der Sunbeamtech Twister 120 hier deutlich hinter dem Spitzenfeld in Form des Thermalright Archon, des Thermalright Silver Arrow oder des Prolimatech Super Mega. Aber auch der ähnlich aufgebaute Kühler Titan Hati erreicht im Schnitt 3,5 Kelvin geringere Temperaturen.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Mit einem zweiten Lüfter bestückt sieht es noch schlimmer aus. Lediglich bei 700 U/min kann der Twister 120 sich vom vorletzten Platz lösen und noch den einen oder anderen Kandidaten hinter sich lassen. Insgesamt gesehen haben wir dieses Ergebnis aber nicht erwartet, gerade der Unterschied zum Low-Budget-Kühler Xigmatek Gaia, welcher ähnliche Voraussetzungen mit sich bringt, ist doch recht gravierend.

Fazit

Der Auftritt des Sunbeamtech Twister 120 beginnt eigentlich gut. So ist die Verpackung zweckmäßig und der Lieferumfang sehr ordentlich. Gerade der zweite Lüfter und die beiliegende Lüftersteuerung sorgen hier für Pluspunkte. Bei der Verarbeitung bietet der Kühler durchschnittliches Niveau, so ist zwar an einer Stelle der Kühler leicht beschädigt, insgesamt fällt der Twister 120 hier aber nicht hinter anderen Kühlern ab. Die Montage des Kühlers ist grundsätzlich in Ordnung und könnte sogar gut sein, leider fehlen hierfür vier kleine Teile - Unterlegscheiben -, welche die kleinen Probleme, die vorhanden sind, leicht beheben würden. Die Befestigung der Lüfter geht leicht von der Hand und die Entkopplung funktioniert gut. Der wohl größte Schwachpunkt des Sunbeamtech Twister 120 ist leider die Kühlleistung. Zwar kann er sich im Vergleich mit den Original-Lüftern noch gut behaupten, treten alle Kühler mit gleichen Waffen (Referenzlüfter) an, so fällt der Kühler im Ranking aber stark ab. Hier gibt es Alternativen, welche nicht nur bessere Kühlleistungen vorweisen, sondern auch noch günstiger sind. Erhältlich ist der Kühler momentan in Deutschland nicht und auch in Europa hat ihn aktuell kein Shop gelistet.


Pro & Contra

Pro
+ zwei Lüfter im Lieferumfang enthalten
+ Lüfter werden entkoppelt montiert
+ Lüfter per PWM-Signal oder per Hand steuerbar
+ ordentliche Testergebnisse mit den Original-Lüftern...

Contra
- ... welche allerdings durch hohe Drehzahlen erkauft werden
- Kühlleistung mit Referenzlüftern
- kleinere Makel bei der Verarbeitung
- vier Unterlegscheiben würden die Montage deutlich erleichtern

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Tuniq.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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