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OCZ ModXStream Pro 600 Watt


Einleitung

OCZ hat seinen Ursprung im Speichersektor und wurde dort recht schnell einer der "Big-Player". Mit der Zeit wurde das Produkt-Sortiment um Solid State Drives, USB-Speicher, Netzteile, Kühler und auch Eingabegeräte erweitert. Ein Produkt aus dem Bereich der Netzteile, das ModXStream Pro mit 600 Watt, haben wir für ein Review erhalten. Neben einer hohen Effizienz, einer guten Kühlung und dem Kabelmanagement-System wirbt OCZ auch mit 3 Jahren Garantie und der Tatsache, dass das Netzteil auch für Multi-Grafikkarten-Systeme geeignet ist. Ob all diese Versprechen gehalten werden und wie sich das OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt in unserem Test schlägt, lest ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Das ModXStream Pro wird in einem Karton geliefert, welcher hauptsächlich in Schwarz und Rot gehalten ist. Auf der Verpackung befinden sich, hauptsächlich in Englisch verfasst, zahlreiche Informationen rund um das gelieferte Netzteil. Neben den Leistungsdaten und Spezifikationen gehören hierzu aber auch noch Bilder vom Netzteil. Das Netzteil ist im Karton durch eine Noppenfolie und ein Schaumstoff-Inlay geschützt, die Kabel liegen jedoch lose im Karton.
Zum Lieferumfang des OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt gehören eine mehrsprachige Bedienungsanleitung, ein Kaltgeräte-Kabel, vier Befestigungsschrauben sowie die modularen Kabel.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: OCZ600MXSP
Leistung: 600 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 25 Ampere
+5,0V: 25 Ampere
+12V1/2: 25 Ampere
-12V: 0,3 Ampere
+5Vsb: 2,5 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 150 Watt
+12V1-4: 504 Watt
-12V: 3,6 Watt
+5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Äußere Ansichten

Das OCZ ModXStream gehört zu den kompakten Netzteilen auf den Markt und ist nur 16 Zentimeter lang. Die Unterseite des Netzteiles besteht so auch nahezu komplett aus dem Loch, welches für den 135-mm-Lüfter eingelassen wurde. Um zu verhindern, dass Kabel oder auch Finger in den Lüfter geraten, ist zudem ein silbernes Lüftergitter mit dem OCZ-Logo verbaut. Sowohl über die maximale Lautstärke, als auch die Drehzahl schweigt sich OCZ aus, lediglich die Regelung in Abhängigkeit der Temperatur nennt OCZ.
Das Gehäuse des ModXStream ist schwarz lackiert und leicht glänzend. Insgesamt ist die Verarbeitung des Gehäuses gut, jedoch ist die Oberfläche empfindlich gegenüber Kratzern. Beim Einbau sollte also mit der notwendigen Sorgfalt vorgegangen werden.
Beide Seiten des ModXStream haben von OCZ einen Aufkleber spendiert bekommen. Während auf einer Seite nur der Name des Netzteiles neben dem OCZ-Schriftzug und der Leistungsangabe zu sehen ist, ist auf der anderen Seite der Aufkleber mit den interessanten Leistungsdaten aufgebracht. Neben den maximalen Stromstärken, welche die einzelnen Schienen bereitstellen können, sehen wir auch noch das 80Plus-Logo, welches über die Effizienz des Netzteiles informiert. Diese liegt beim OCZ600MXSP bei einer Auslastung von 50 Prozent (300 Watt) bei rund 84,5 Prozent.
Das Wabenmuster, welches sich mittlerweile als Standard etabliert hat, setzt auch OCZ ein um die warme Luft aus dem Gehäuse entweichen zu lassen. So ist nahezu die gesamte Rückseite des ModXStream Pro durchlöchert. Die Vorderseite beherbergt neben den fest installierten Kabeln auch die Anschlüsse für das modulare Kabelmanagement-System. Die sechs Anschlussbuchsen teilen sich in die für die Grafikkarten und die für die Peripherie auf. Beide Typen sind sowohl farblich als auch durch die Form kodiert.

Die Kabel
Fest installiert sind am OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt ein 20+4-Pin-ATX-Stromkabel, ein 8-Pin-12-Volt-Stromkabel sowie ein 4-Pin-12-Volt-Stromkabel. Während das 45 Zentimeter lange ATX-Stromkabel noch recht steif ist, lassen sich sowohl das 46 Zentimeter lange 8-Pin-, als auch das 47 Zentimeter lange 4-Pin-12-Volt-Stromkabel gut verlegen.
Für die Versorgung von Grafikkarten liegen dem Netzteil zwei Kabel bei, welche insgesamt einen 6-Pin- und einen 6+2-PCIe-Stromanschluss bereitstellen. So ist ein SLI- oder Crossfire-Betrieb möglich, jedoch nur mit leistungsschwächeren Grafikkarten. Beide Kabel sind rund 45 Zentimeter lang.
Vier 4-Pin-Molex- und zwei FDD-Stromanschlüsse sind insgesamt beim ModXStream Pro vorhanden. Auf zwei Kabel mit einer Gesamtlänge von jeweils 75 Zentimetern sind diese gleichmäßig aufgeteilt. Auseinander liegen die Anschlüsse jeweils 15 Zentimeter.
SATA-Laufwerke können insgesamt sechs mit Strom versorgt werden. Auch hier teilen sich die Anschlüsse auf zwei Kabel auf, wobei diese bis zum ersten Anschluss 45 Zentimeter lang sind, jeder weitere Anschluss folgt nach 15 Zentimetern.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



In unserem Test zeigten sich die Spannungen des ModXStream Pro mit 600 Watt recht konstant und schwankten maximal um 0,16 Volt (zwölf Volt). Auch wenn alle Spannungen leicht über dem Ideal-Wert liegen, so besteht kein Grund zur Sorge, da die ATX-Spezifikationen klar eingehalten werden.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Trotz der "nur" 80Plus-(Basic)-Zertifizierung erreicht das OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt teilweise sehr respektable Werte. Gerade im Bereich der Teil-Last, in der nur die CPU ausgelastet wird, liegt es im vorderen Mittelfeld. Mit zunehmender Auslastung rutscht das Netzteil im Testfeld etwas ab und liegt dann auf dem erwarteten Niveau in etwa gleich auf mit dem 80-Plus-Bronze-Netzteil von Adata (HM-850) und dem 80Plus-Basic-Netzteil von Scythe (Stronger Plug-in). Ein Test mit unserem SLI-Setup war aufgrund der fehlenden Anschlüsse nicht möglich.


Lautstärke

Die Lüftersteuerung des ModXStream Pro arbeitete in unserem Test sehr ordentlich und so war das Netzteil lediglich in Phasen von hoher Last leicht hörbar. Dies liegt vermutlich auch an der noch vorhandenen Leistungs-Reserve, da mit einer Grafikkarte und moderat übertaktetem Prozessor noch viel Spielraum bis zu den zur Verfügung stehenden 600 Watt vorhanden sind.

Fazit

Unser erster Testkandidat von OCZ was Netzteile betrifft konnte einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. So sind auf der Verpackung, welche einen grundlegenden Transportschutz bietet, schon viele Informationen rund um das Netzteil aufgebracht, leider aber der geringste Teil davon in deutscher Sprache. Beim Lieferumfang liefert OCZ alles wichtige mit um das Netzteil in Betrieb nehmen zu können, hier würden wir uns aber noch Dinge wie Kabelbinder oder eine Tasche für die nicht benötigten modularen Kabel wünschen. Die Verarbeitung, mit der das ModXStream Pro aufwarten kann, ist ordentlich. Auch gut ist die Kodierung der verschiedenen Kabel, welche ein falsches Anschließen verhindert. Nur etwas länger hätten hier gerade die rudimentären Kabel ausfallen können. In kleinen Gehäusen mag das versteckte Verlegen der Kabel noch funktionieren, in größeren Gehäusen werden Verlängerungen aber schon Pflicht, wenn man einen aufgeräumten Innenraum bevorzugt. Auch hätten wir uns noch zwei weitere PCIe-Stromasnchlüsse gewünscht um wenigstens nicht ganz so leistungshungrige SLI- oder Crossfire-Systeme mit Strom versorgen zu können. So kann man leider nur auf Mid-Range-Karten zurückgreifen, sollen mehr als eine verbaut werden. Bei den Leistungstest lieferte das OCZ ModXStream Pro gute Ergebnisse ab. So waren die Spannungen sehr stabil, wenn auch leicht erhöht. Die Effizienzwerte, die wir in unserem Testparcour gemessen haben, lagen für ein 80Plus-Basic-Netzteil auf recht guten Werten. Auch die Lautstärke konnte uns überzeugen. Für all diejenigen, denen zwei PCIe-Stromanschlüsse reichen und die ein modulares Netzteil suchen, können ein Auge auf das 60 Euro günstige OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt werfen. In dieser Preisklasse mit der gebotenen Leistung gibt es nur wenige gleichwertige Konkurrenten.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ Anschlüsse durch Form kodiert

Contra
- Spannungen leicht erhöht (aber noch innerhalb der Toleranzen)
- nur zwei PCIe-Stromanschlüsse


Award

Für die guten Leistungen verleihen wir dem OCZ ModXStream Pro mit 600 Watt unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von OCZ.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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