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Arctic Cooling Freezer 13


Einleitung

Das in Freienbach ansässige Unternehmen Arctic Cooling präsentierte im Jahre 2005 mit dem Freezer Pro einen Einstiegskühler für wenig Geld mit akzeptabler Leistung und Lautstärke. Bis 2010 hinein war er häufig die Empfehlung, wenn es um Budgetkühler ging, aber die Konkurrenz schläft nicht und konnte aufschließen. So musste Arctic Cooling reagieren und präsentiere Ende 2010 mit dem Freezer 13 den Nachfolger. Mit gleich vier Heatpipes, mehr Kühlfläche, einem neuen Montagesystem gepaart mit einem guten Preis wollen die Schweizer wieder den Thron im Budget-Bereich zurück erobern. Was man vom Freezer 13 zu halten hat und ob Arctic Cooling die Konkurrenz wieder überflügeln kann, wollen wir in diesem Test herausfinden.

Verpackung

Die Verpackung besteht bei Arctic Cooling, wie in letzter Zeit bei den "teuren" Modellen, aus einer Kunststoffhülle. So lässt sich der Kühler einwandfrei von Außen begutachten ohne ihn auszupacken, jedoch ist dieser nur rudimentär gegen Stöße und Stürze geschützt. Im Inneren befindet sich ein Pappinlay welches die Spezifikationen und ein Diagramm darstellt.
Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt spartanisch aus. So liegen neben dem Kühler nur die Montageanleitung und das Befestigungsmaterial für die unterstützten Sockel bei.
technische DatenArctic Cooling Freezer 13
Größe (H x B x T - mit Lüfter):131 x 123 x 95 Millimeter
Gewicht (mit Lüfter):604 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:45
Lamellenabstand:1,5 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 92-Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 92-Millimeter
Lüfterdrehzahl:600 - 2.000 U/min
Fördermenge:36,4 CFM / 61,8 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,28 Watt
Lautstärke:0,5 Sone
Besonderheiten:PWM-Lüfter, keine Installation von Alternativlüftern möglich
Kompatibilität:AMD 939, 940, AM2 (+), AM3
Intel 775, 1155, 1156, 1366
Preis (Stand Mai 2011):ca. 17 Euro

Der Kühler im Detail

Der Freezer 13 gehört mit zu den größeren Tower-Kühlern die nur einen 92-mm-Lüfter aufnehmen können. Mit einer Höhe von 131, einer Tiefe von 95 und einer Breite von 123 Millimetern gehört er sogar zu den größten kleinen Kühlern, die wir bisher testen konnten. Sein Kampfgewicht beträgt mit Lüfter 604 Gramm, was ebenfalls nicht wenig ist.
Ein besonderes Merkmal des Freezer 13 ist, dass nicht alle Lamellen seitlich abgekantet worden sind sondern nur 35 der ingesamt 45 Kühlfinnen. So erreicht man, dass die Luft durch den Kühlkörper muss. In bisherigen Tests konnte man erkennen, dass diese Bauart bei hochdrehenden Lüftern Vorteile besitzt, im Gegenzug bei langsameren Lüftern die Performance stark einbrechen kann. Die unteren zehn Lamellen sind weder abgekantet noch gehen sie über die volle Breite des Freezer 13.
Die Lamellen wurden fein säuberlich auf die Heatpipes gesteckt und sitzen sehr fest. Ein versehentliches Lösen oder gewaltsames Entfernen ist nur mit sehr hohem Kraftaufwand möglich. Zu dem ist ersichtlich, dass die obere Lamelle leicht spiegelnd verarbeitet wurde.
Bei der Lamellenform geht Arctic Cooling etwas neue Wege. So werden die Kühlfinnen nach hinten um 17 Millimeter deutlich breiter.
Wie bei allen neuen Kühlern aus dem Hause Arctic Cooling gewohnt, ist die Wärmeleitpaste bereits voraufgetragen. Entfernt man diese kommt eine plane, aber nicht spiegelnde Kontaktfläche zum Vorschein. Wir empfehlen die voraufgetragene Wärmeleitpaste zu benutzen, da es sich beim Freezer 13 um die neue MX-4 Paste handelt - die mit zu den besten Pasten gehört. Interessant ist die Größe der Bodenplatte, diese ist mit 29x29-Millimeter sehr klein und deckt grade mal den Heatspreader von Prozessoren des Sockels 775 ab. Bei den anderen unterstützen Sockeln wird der Prozessor nicht komplett abgedeckt.
Leider bleibt sich Arctic Cooling ihrer Linie treu, dass der Lüfter nicht gegen eine Alternative getauscht werden kann. Zudem ist der Lüfter beim Freezer 13, im Gegensatz zu Freezer Pro, nicht vom Kühlkörper entkoppelt. Aber im Vergleich zu vielen Herstellern die keine alternativen Ventilatoren zulassen, kann man bei einem Defekt beim Freezer 13 diesen für ein kleines Entgelt auf Arctic.ac bestellen.
Lautstärke

Die Lautstärke des Freezer 13 ist im ungeregelten Zustand, sprich zwölf Volt, als laut zu klassifizieren. Wird dieser aber über PWM oder über eine Lüftersteuerung geregelt kann der Lüfter unterhalb der 1.000 U/min sehr leise arbeiten. Das PWM-Spektrum von 600 - 2.000 Umdrehungen ist hierbei sehr gut gewählt, da er im Leerlauf nahezu unhörbar arbeiten und der Anwender sich über die Stille freuen kann.

Montage - AMD

Die Montage auf AMD-Systemen erfolgt über das Original-Retentionmodul des Mainboards. In abgewandelter Form wird der Kühler über Klammern am Modul befestigt. Bevor dies geschieht muss der Lüfter vom Kühler entfernt werden. Dieses Unterfangen ist aber relativ schwer da der Lüfter sehr stramm am Kühlkörper sitzt. Arctic Cooling selbst empfiehlt ihn mit einem Schraubenzieher abzuhebeln. In unseren Augen ein extremes Verletzungsrisiko, da man sehr leicht abrutschen kann und man einiges an Kraft aufwenden muss. Ist diese Prozedur ohne Verletzungen überstanden, ist für die einfachere Montage des Freezer 13 zu empfehlen, die Klammern vorher am Kühler leicht anzuschrauben. Bei der Ausrichtung zeigt sich der Arctic unflexibel, so lässt sich der Kühler nur mit der Blasrichtung nach oben montieren. Bei der Demontage ist es ebenfalls erforderlich den Lüfter vorher vom Kühler zu entfernen, was ein größeres Risiko zur Folge hat sich selbst zu verletzen oder gar beim Abrutschen andere Hardwarekomponenten zu beschädigen. Hier sollte sich Arctic auf die "alten" Tage besinnen und die normale Standardmontage oder ein komplett neues Montagemodell einführen.
Da der Freezer 13 sich auf AMD-Systemen nur nach hinten blasend montieren lässt, kommt es durch die breite Bauweise zu Problemen mit Arbeitsspeichern die einen hohen Heatspreader besitzen. Wird der Speicherriegel im sockelnahsten Slot befestigt, wird es auch sehr eng mit kleinen Heatspreader. Zwar wurde eine Aussparung im Kühler integriert, aber der Lüfter führt diese ad Absurdum.
Montage - Intel

Die Montage auf Intel-Systemen gestaltet sich ähnlich wie bei Mainboards aus dem Hause AMD. Hier muss vor der Kühlermontage ein Retentionmodul auf dem Mainboard befestigt werden. Dies ist dank der Pushpins schnell erledigt. Aber wie bei AMD muss auch hier der Lüfter entfernt werden um den Freezer 13 zu montieren, was dieselben Risiken beinhaltet. Ist der Kühler montiert hält ihn die Konstruktion zuverlässig an seinen Platz.
Im Gegensatz zu AMD ist man bei der Montage flexibler und der Freezer 13 lässt sich sowohl nach hinten als auch nach oben blasend montieren. Wird der Kühler klassisch nach hinten ausgerichtet, so überragt er bei Sockel 775 und 1366 keinen RAM-Slot. Bei Sockel 1155/1156 kann er den ersten RAM-Slot zur Hälfte überdecken.
Testablauf und Testaufbau
Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- AMD Athlon II X3 435 @ 3,407GHz @ 1,42 Volt
- MSI 785GT-E63
- TwinMOS 1GB DDR2-667 @ 1,8 Volt
- Seagate Momentus ST96812AS 60GB
- Xigmatek NRP PC402
- Noctua NT-H1
- Cooler Master Lab Testbench
Der Testaufbau und -ablauf sieht wie folgt aus: Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Programms Everest Ultimate.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe S-FLEX SFF92D. Diesen regeln wir auf die Drehzahlen 2.400, 1.700, 1.200 und 700. Unterstützt ein Kühler den Referenzlüfter nicht, so wird der Originallüfter auf die entsprechenden Drehzahlen geregelt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Everest Ultimate. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier Sensoren gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.



Da der Arctic Freezer 13 von Hause aus keine alternativen Lüfter zulässt, werden alle Testläufe mit dem Originallüfter vollzogen. Man erkennt gut, dass der Schweizer mit den unterschiedlichen Umdrehungen gut skaliert.
Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt




Test - Serienbelüftung mit fünf Volt



Im Vergleich der Serienbelüftung kann sich der Freezer 13 auf Anhieb einen guten Platz sichern. Auf zwölf Volt kann er sich einen vierten Rang sichern, obwohl er vom Freezer Pro knapp geschlagen wird, geht dieser deutlich leiser zu Werke. Bei einer anliegenden Spannung von fünf Volt platziert sich der Arctic Freezer 13, auf Grund der höheren Drehzahl, auf einem sehr guten zweiten Rang und wird nur vom Noctua geschlagen, wobei hier anzumerken ist, dass dieser mit zwei Lüftern arbeitet.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe S-Flex)

1.700 Umdrehungen pro Minute




1.200 Umdrehungen pro Minute




700 Umdrehungen pro Minute




Wie in der Testübersicht angeschnitten lässt sich auf dem Freezer 13 unser Referenzlüfter nicht montieren, daher wird er mit dem Originallüfter auf die entsprechenden Drehzahlen gedrosselt. Dadurch das der Lüfter aber maximal nur mit 2.075 dreht, ersparen wir uns ein leeres 2.400-U/min-Diagramm. Bei den drei restlichen Testläufen zeigt der Arctic Freezer 13 ein gutes Gesamtbild. Bei 1.700 und 1.200 U/min kann sich der Schweizer auf einen soliden dritten Platz behaupten und schlägt den preisgleichen Katana 3 aus dem Hause Scythe. Beim Testlauf mit 700 U/min verliert er etwas an Boden und wird vom Japaner überholt, der Abstand beträgt aber nur 0,1 Kelvin. Besonders der Vergleich zum kleineren Bruder Arctic Freezer Pro hat uns interessiert und in der Tat, der Freezer 13 kann ihn in jedem Testlauf deutlich auf Abstand halten.

Fazit

Lange hat es gedauert bis Arctic Cooling einen Nachfolger für den erfolgreichen Freezer Pro präsentierte und konnte mit dem Freezer 13 die zwischenzeitlich entstandene Lücke zur Konkurrenz schließen, aber nur wenn man die Leistung an sich betrachtet. Die Verpackung besteht, wie in letzter Zeit von Arctic Cooling zu sehen aus Kunststoff, was einen Rundumblick ermöglicht, jedoch die primäre Aufgabe, der Schutz beim Transport, kommt etwas zu kurz. Die Verarbeitung hat sich zum Vorgänger stark zum positiven geändert. Sie bewegt sich nicht auf Premium-Niveau ist aber gemessen am Preis mehr als zufriedenstellend. Die Problematik, dass der Freezer Pro keine alternativen Lüfter fassen konnte setzt sich beim Freezer 13 fort - des Weiteren wird noch an der Entkopplung gespart. Dennoch, trotz der nicht vorhanden Entkopplung ist das Betriebsgeräusch des Lüfters als angenehm zu bezeichnen. Ist der Lüfter auf zwölf Volt noch laut, kann er bei aktivierter Lüftersteuerung der Hauptplatine mit einer sehr leisen Akustik punkten. Wohingegen das Montagesystem nicht wirklich überzeugen kann. War sie bei der Einführung zum Freezer Xtreme noch annehmbar, ist sie beim Freezer 13 mangelhaft. Grund dafür ist der Lüfter der sehr stramm am Kühler eingeklippst ist und es zu Verletztungen oder zu Beschädigungen der Hardware bei der Demontage kommen kann. Ist die Montage recht fragwürdig gelöst, kann sich der Freezer 13 bei der Kühlleistung eine mehr als zufriedenstellende Ausgangsposition erarbeiten. Man sieht klar die Verbesserungen zum Freezer Pro, besonders bei niedrigen Drehzahlen erarbeitet er sich einen Platz im vorderen Feld und liegt auf Augenhöhe mit der preisgleichen Konkurrenz. Zurzeit wird der Arctic Cooling Freezer 13 zu einem Preis von knapp 17 Euro gehandelt. Wer die Abstriche bei der Montage und bei der Verwendung alternativer Lüfter in Kauf nehmen kann, erhält mit dem Freezer 13 einen guten und günstigen Kühler.


Pro & Contra

Pro
+ gute Testergebnisse
+ Lüfter kann über PWM-Regelierung leise arbeiten...

Contra
- ist aber auf zwölf Volt laut
- Kühler auf AMD nur in eine Richtung montierbar
- Montage
- Lüfter kann gegen keinen alternativen getauscht werden
- für einen 92-mm-Kühler recht hohe Ausmaße

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von ARCTIC COOLING.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Painfully Dream verfasst.
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