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ZEROtherm ZT-10D Premium


Einleitung

Mit dem Nirvana gelang ZEROtherm der letzte Coup im Bereich der CPU-Kühler, dies ist mittlerweile aber auch schon rund vier Jahre her. Das größte Manko des Kühlers, welches wohl auch dafür sorgte, dass der Nirvana nicht die Verbreitung fand die ihm eigentlich zu stand, war der nicht wechselbare Lüfter. Ansonsten bot der Kühler eigentlich alles, was sich der geneigte Käufer wünschte: Eine sehr gute Verarbeitung, ein edles Aussehen, einen neuen Aufbau (Stichwort Honeycomb-Structure - engl. für Bienenwabenstruktur) sowie eine leichte Montage. Mit dem ZT-10D Premium will man nun an diesen Teil-Erfolg anknüpfen und natürlich auch gerne übertreffen. Ob dies gelingt und was man vom neuen Flaggschiff von ZEROtherm erwarten kann, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des ZT-10D Premium ist bunt gestaltet und bietet zudem einige Informationen über den Kühler. Neben der Kompatibilität und den Spezifikationen sind auch Bilder und schematische Zeichnungen des ZT-10D Premium auf der Verpackung zu finden. Von vorn kann zudem durch ein Sichtfenster ein erster Blick auf den Kühler geworfen werden. Durch Schaumstoff wird der Kühler im Inneren gut geschützt und sollte so sicher beim Kunden ankommen.
Offiziell wird der ZT-10D Premium ohne Lüfter ausgeliefert. ZEROtherm hat uns aber für dieses Review zwei der ZT-120F-Lüfter in weiß beigelegt, welche wir für die Tests mit "Original-Lüfter" verwenden werden. Bei den technischen Daten fehlen die Angaben zu den Lüftern jedoch, da der Kühler im Original keine beiliegen hat. Was dem ZT-10D Premium beiliegt ist folgendes: Eine Tube Wärmeleitpaste, acht Entkoppler zur Lüfterbefestigung, das Montagematerial sowie eine Montageanleitung.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):160 x 128 x 74 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):885 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe vernickelt, Kupfer Boden vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 8 Millimeter
Anzahl Lamellen:47
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:0
Lüfterdrehzahl:-
Fördermenge:-
Lüfter Leistungsaufnahme:-
Lautstärke:-
Besonderheiten:Lüfter entkoppelt montiert, vernickelt, verlötet
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2+, AM3
Preis:nicht Verfügbar (Stand Februar 2011)

Der Kühler im Detail

Der ZEROtherm ZT-10D Premium knüpft bei der Verarbeitung nahtlos an das an, was wir vom Nirvana NV120 Premium kennen. Schwarz vernickelt und mit einer tadellosen Verarbeitung präsentiert sich ein schwarzer Koloss, welcher satte 885 Gramm auf die Waage bringt. Bei einem Gardemaß von 160 Millimetern sollte der ZT-10D Premium in die meisten Gehäuse passen.
Mit einer Breite von 128 Millimetern und einer Tiefe von 74 Millimetern gehört der ZT-10D Premium aber schon zu den größeren Tower-Kühlern, welche nur einen Kühlturm besitzen.
Zwar sind grundsätzliche alle Lamellen beim ZT-10D Premium aus dem gleichen Material - vernickeltes Aluminium -, jedoch wurde der obersten Lamelle eine andere Form verpasst. Diese besitzt in der Mitte eine kreisrunde Vertiefung die das ZEROtherm-Logo der darunter liegenden Lamelle einfasst. So entsteht ein schöner Tiefen-Effekt, welcher das besagte Logo gut zur Geltung bringt.
Seitlich sind die Lamellen zu zwei-drittel verschlossen. So wird die Luft durch den Großteil des Kühlers geleitet, kann bei langsamen Betrieb aber seitlich entweichen. Insgesamt verbaut ZEROtherm 47 Lamellen, welche einen Abstand von rund 1,8 Millimetern zueinander haben.

Der Kühler im Detail
Zur Weiterleitung der Abwärme zu den Lamellen sind beim ZT-10D Premium gleich sechs Heatpipes mit einer Stärke von acht Millimetern verbaut. Diese sollen einen schnellen und effektiven Transport der Abwärme gewährleisten und dies auch bei einer hohen Verlustleistung.
Den Kontakt zum Prozessor stellt der ebenfalls vernickelte Kupfer-Boden her. Dieser wird während des Transports des Kühlers mit einer Folie vor Verschmutzungen und Kratzern geschützt. Die Folie lässt sich frei von Rückständen ohne Hilfsmittel entfernen.
Wir erwähnten schon, dass die beiliegenden ZT-120F nicht zum Lieferumfang des ZT-10D Premium gehören. Daher wollen wir diese hier schnell separat vorstellen. Neben zwei Spannungsadaptern, einem 4-Pin-auf-3-Pin-Adapter liegen jedem Lüfter noch vier Montageschrauben und vier Entkoppler zur Befestigung im Gehäuse bei. Die Lüfter arbeiten bei zwölf Volt mit rund 1.300 U/min und erzeugen dabei einen Volumenstrom von rund 73 m³/h. Die Leistungsaufnahme liegt bei rund 2,4 Watt, die Lautstärke gibt ZEROtherm mit 22 dB(A) an.
Montiert werden die Lüfter mit den Entkopplern, welche dem Kühler beiliegen. Diese werden von oben und unten in die dafür vorgesehenen Vertiefungen geschoben und nehmen so die Lüfter nahezu vibrationsfrei auf. Beachtet werden sollte, dass der Kühler je montierten Lüfter nicht nur um die Tiefe des Lüfters erweitert wird, sondern durch die Entkoppler noch mal rund zwei Millimeter dazu kommen.

Die Montage

Bei der Montage setzt ZEROtherm auf den gleichen Mechanismus, wie wir ihn schon beim Spire Gemini gesehen haben. Das Problem, dass die Federn sich an der Halterung verhaken, löst ZEROtherm beim ZT-10D Premium durch vier beiliegende Unterlegscheiben. Auch bei den Federn macht es ZEROtherm besser, so sind diese nicht so stark vorgespannt und lassen sich daher recht leicht an den Schrauben befestigen. Ein Anschlag verhindert auch hier, dass die Muttern mit den Federn zu stark angezogen werden.
Bei der Ausrichtung zum Gehäusedeckel lässt der ZT-10D Premium - auf unserem Testmainboard - genügend Platz zu den Speicherbänken und ermöglicht so die Montage von Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader.
Wird der Luftstrom zur Gehäuse-Rückseite ausgerichtet - dies ist übrigens auch die einzige Ausrichtung, die auf AMD-Systemen möglich ist - blockiert der vordere Lüfter - auf unserer X58-Platine - den sockelnahsten RAM-Slot. Bei Sockel 1155/1156-Mainboards oder auch auf AMD-Systemen, wo die Speicherbänke dichter am Prozessor liegen, muss auf Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader verzichtet werden. Erwähnen wollen wir an dieser Stelle noch, dass das beiliegende Montagematerial auch den älteren Sockel 939 (AMD K8) unterstützt, auch wenn ZEROtherm diesen Sockel offiziell nicht benennt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Beim ZEROtherm ZT-10D Premium lohnt sich fast immer die Montage eines zweiten Lüfters. Während bei 1.850 U/min ein zweiter Lüfter die Temperaturen um rund zwei Kelvin senkt sind es bei 700 U/min fast sechs Kelvin. Die beiden Lüfter von ZEROtherm machen ihre Sache gut und liegen grob auf dem Niveau der Scythe Kama Flex.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Vergleich der Original-Lüfter, welcher übrigens beim ZEROtherm ZT-10D Premium nicht in die Wertung mit einfließt, liegt der Kühler trotz Doppel-Belüftung nur im Mittelfeld. Dies liegt aber auch an der recht geringen Drehzahl der Lüfter, zu den Spitzenkandidaten, welche ähnlich schnell drehende Lüfter verbaut haben, fehlen aber drei bis sechs Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Mit fünf Volt betrieben drehen die Lüfter noch mit 600 bzw. 625 U/min, was den ZT-10D Premium auf den fünften Platz im Vergleich hievt. Temperaturtechnisch liegt er dort im Mittelfeld der Kühler, welche den i7-920 noch ausreichend kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Bei der Vergleichsrunde mit einem 120-mm-Referenzlüfter schneidet der ZEROtherm ZT-10D Premium mittelmäßig ab. Der Rückstand zum Spitzentrio, welches aus dem Thermalright Archon, dem Thermalright Silver Arrow und dem Prolimatech Super Mega besteht, beträgt bis zu neun Kelvin. Der kürzlich getestete Titan Hati liegt knapp vor dem ZEROtherm ZT-10D Premium.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Mit zwei Lüftern bestückt kann sich der ZEROtherm ZT-10D Premium auf den ersten Blick im Ranking verbessern, dies liegt aber auch daran, dass das Testfeld schlicht kleiner ist. Zwar kann der Kühler bei hoher und mittlerer Drehzahl tatsächlich einige Kandidaten überholen (z.B. Akasa Venom), aber gerade bei nur 700 U/min fällt er deutlich stärker ab, als der Großteil des Testfeldes und verliert dadurch einige Plätze.

Fazit

Mit dem ZT-10D Premium schlägt ZEROtherm einen guten Weg ein. So kann der Kühler wieder durch eine sehr gute Verarbeitung und ein sehr edles Aussehen durch weg gefallen und auch der Lüfter ist nicht mehr fest montiert, er wurde von ZEROtherm sogar komplett weg gelassen. Hier muss man also zusätzlich Geld in die Hand nehmen. Bei der Montage zeigt der ZT-10D Premium keine Schwäche. Bei unseren Leistungstest konnte der Kühler von ZEROtherm nicht wirklich heraus stechen. Die erreichten Ergebnisse sorgen eher dafür, dass der Kühler, was die Kühlleistung angeht, im grauen Mittelfeld schlicht untergeht. Hier waren wir ein wenig enttäuscht, hatten wir uns doch mehr erhofft, auch wenn kein Prozessor ihn vor ein wirkliches Problem stellt. Für den ZT-10D Premium spricht aber, zumindest in Deutschland, eines recht deutlich: Er ist ein Exot, welcher auch noch sehr gut aussieht. Wem der ZT-10D Premium optisch gefällt und wer zudem noch die Chance bekommt einen zu ergattern, kann bedenkenlos zugreifen. Erhältlich ist der Kühler momentan in Deutschland nicht, auch Läden innerhalb der EU, welche den Kühler anbieten, sind uns nicht bekannt. Somit ist bzgl. der Verfügbarkeit warten angesagt.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ Lüfter werden entkoppelt montiert
+ sichere Montage
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter im 120-mm-Format...

Contra
- ...jedoch liegt kein Lüfter bei


Award

Der ZEROtherm ZT-10D Premium bekommt für die erbrachten Leistungen unseren DeXgo-Bronze-Award verliehen.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von ZEROtherm.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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