» Artikel » Reviews » Enermax ErPro80+ 500 Watt

Enermax ErPro80+ 500 Watt


Einleitung

Neben High-End-Netzteilen, wie das vor rund einem halben Jahr getestete Modu87+, bietet Enermax auch Netzteile für kleine Gaming-Systeme und Office-Rechner an. Hierzu zählt auch die kürzlich vorgestellte ErPro80+-Serie, welche in drei verschiedenen Ausbaustufen erhältlich ist. Neben einer Version mit 350 Watt Leistung und einem PCIe-Stromanschluss gibt es auch zwei weitere Versionen mit 400 bzw. 500 Watt, welche jeweils zwei PCIe-Stromanschlüsse besitzen. Dank der vorhandenen Anschlüsse kann mit diesen Netzteilen auch ein relativ moderner und leistungsfähiger Spielerechner betrieben werden. Das größte Modell der Serie, die 500-Watt-Version, haben wir heute im Test, wie sich das Netzteil schlägt erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des ErPro80+ ist großflächig weiß gestaltet. Bilder des Netzteiles selbst finden sich keine auf der Verpackung, auf der Rückseite wurden jedoch einige technische Informationen abgedruckt. Dazu zählen Informationen zum Design des Lüfters mit Twister-Lager und Batwing-Flügeln, die Effizienzkurve des Netzteiles, die Leistungsdaten der Netzteilversionen und auch die verschiedenen Features.
Der Lieferumfang des Enermax ErPro80+ fällt nicht sehr umfangreich aus, liefert aber alles mit was zum Betrieb benötigt wird. So befinden sich im Lieferumfang das Netzteil, ein Kaltegerätekabel, vier Montageschrauben, eine Bedienungsanleitung, ein Produktflyer und zwei wiederverwendbare Kabelbinder. Gerade von diesen hätten wir uns bei einem nicht modularen Kabel ein paar mehr gewünscht um die Kabel, die nicht benötigt werden, ordentlich verstauen zu können.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: EES500AWT-ErP
Leistung: 500 Watt
Peak Power: 550 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 140 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V1/2: 24 Ampere
-12V: 0,6 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 130 Watt
+12V: 456 Watt
-12V: 7,2 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
AC UVP: AC Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz AC
DC UVP: AC Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz DC
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
SIP: Surge and Inrush Protection -> Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Äußere Ansichten

Unter dem goldenen Lüftergitter ist der 120-mm-Lüfter montiert, welcher das Netzteil last-abhängig steuert. So dreht der Lüfter bis zu einer Auslastung von 50 Prozent mit lediglich 450 U/min, die Maximaldrehzahl liegt bei 1.500 U/min. Die abgeflachten Seiten am Lufteinlass sollen Verwirbelungen reduzieren und so dabei helfen die Lautstärke des Netzteiles weiter zu senken.
Beim Blick auf das Netzteil fällt sofort auf, dass es sehr kurz ist. So mist es lediglich 140 Millimeter bei der Einbautiefe, Breite und Höhe entsprechen der Norm von 150 und 86 Millimetern. Farblich ist das Netzteil ganz in schwarz gehalten und erinnert uns stark an die inoffizielle Vorgänger-Serie LibertyECO.
Während auf einer Seite der allseits bekannte Aufkleber mit den Leistungs-Daten des Netzteiles aufgebracht wurde, ist auf der linken Seite lediglich das Enermax-Logo und der Enermax-Schriftzug eingestanzt.
Die warme Luft kann beim ErPro80+ nur rückseitig durch das Gitter mit Wabenstruktur entweichen. Neben dem Kaltgeräte-Stecker sind nur noch ein Ein-/Ausschalter sowie ein Enermax-Aufkleber auf der Rückseite angebracht. Die Innenseite besitzt nur ein Loch, durch dass die Kabel aus dem Netzteilgehäuse herausgeführt werden. Dieses ist mit einem Kantenschutz versehen, um so die Kabel vor Beschädigungen zu schützen.

Die Kabel

Die leistungsstärkste Version der ErPro80+-Netzteile besitzt nicht nur die meisten Anschlüsse, auch einige der Kabel sind länger als bei den kleineren Varianten. Abnehmbar ist keines der vorhandenen Kabel. Für die Stromversorgung des Mainboards und des Prozessors ist ein 24-Pin-ATX-Stromanschluss sowie ein 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss vorhanden. Das 24-Pin-ATX-Kabel ist 58 Zentimeter lang und durch die Menge der vorhandenen Kabel recht steif. Bei den kleineren Netzteilen ist dieses Kabel zudem nur 45 Zentimeter lang, was in größeren Gehäusen ggf. zu Problemen mit einer sauberen Kabelführung führen kann. Da der Stecker nicht teilbar ist (20+4) können auch ältere Mainboards mit diesem Netzteil nicht mehr betrieben werden. Für die zusätzliche Stromversorgung steht der teilbare (4+4) 12-Volt-Stromanschluss zur Verfügung, welcher an einem 60 Zentimeter langem Kabel angebracht ist.
Zwei 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlusskabel besitzt sowohl die getestete 500-Watt-Version, als auch die kleinere 400-Watt-Version. Das Modell mit 350 Watt muss mit einem Anschluss auskommen, was durchaus verständlich ist. Die Länge ist bei allen Versionen gleich und so ist das Kabel, an dem sich beide Anschlüsse befinden, rund 45 Zentimeter lang. Geteilt ist der Strang auf den letzten 15 Zentimetern.
Die Anschlüsse für die Laufwerke entspringen alle einem einzigen Strang, welcher sich nach 20 Zentimetern in drei kleinere Stränge aufteilt. Sechs SATA-Stromanschlüsse besitzt das ErPro80+ mit 500 Watt, dazu gesellen sich fünf Molex- und ein FDD-Stromanschluss.
Am ersten Strang befinden sich vier SATA-Stromanschlüsse, dieses Kabel besitzt eine Gesamtlänge von 75 Zentimetern. Am zweiten Strang sind zuerst zwei SATA-, dann zwei Molex-Stromanschlüsse vorhanden. Dieses Kabel ist insgesamt rund 85 Zentimeter lang. Am dritten und letzten Strang sind drei Molex- gefolgt von einem FDD-Stromanschluss angebracht. Die Gesamtlänge des Kabels beträgt wieder rund 75 Zentimeter. Der Abstand zwischen den Anschlüssen an den drei Strängen beträgt jeweils zehn Zentimeter.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (@12V)Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (@12V)
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter @12V)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter @12V)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @12V)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @12V)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Bei der Überwachung der Spannungen konnten wir auf allen gemessenen Schienen eine leichte Überspannung feststellen, wobei die größte Abweichung von den Ideal-Werten 2,8 Prozent beträgt, diese liegt bei der 5-Volt-Schiene vor. Die Toleranzen, welche von den ATX-Spezifikationen vorgegeben werden, wurden aber während der gesamten Überwachung eingehalten.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Da das Enermax ErPro80+ nur zwei PCIe-Stromanschlüsse besitzt mussten wir bei den Tests auf unseren Testlauf mit zwei Nvidia GTX470 verzichten. In den restlichen Testläufen schlägt sich das Netzteil jedoch sehr passabel, wenn man bedenkt, dass es nur 80Plus zertifiziert ist. So liegt das Netzteil auf dem Niveau des Scythe Stronger Plug-in und des OCZ ModXStream Pro, welches beide ebenfalls nur ein 80Plus-Zertifikat besitzen. In einigen Testläufen schafft es das ErPro80+ sogar, sich vor 80-Plus-Bronze-Netzteile zu setzen. Da unser Testmainboard nicht "ErP Lot 6"-Konform ist konnten wir in unseren Tests den angegebenen Wert nicht nachvollziehen, zwar verbraucht das ErPro80+ sehr wenig Strom, liegt aber knapp über der 1-Watt-Grenze. Hierbei möchten wir aber auch noch mal die Toleranz unseres Messgerätes in Erinnerung rufen und die Werte im Standby nur als Richtwerte sehen.


Lautstärke

Bei der Lautstärke kann das Enermax ErPro80+ mit 500 Watt im Ganzen betrachtet überzeugen. In Phasen von geringer Last ist das Netzteil sehr leise bis unhörbar, so dass es im geschlossenem Gehäuse nicht wahrzunehmen ist. Wird die Last erhöht, in unserem Fall die Auslastung von Prozessor und Grafikkarte, macht sich der verbaute Lüfter jedoch bemerkbar, was bei der prozentualen Auslastung aber auch zu erwarten war. Wird das Netzteil jedoch mit einem nicht so leistungshungrigem System genutzt, so sollte es nahezu immer unbemerkt seinen Dienst verrichten.

Fazit

Die ErPro80+-Serie mag den meisten veraltet vorkommen, jedoch deckt sie einen recht großen Bereich ab, wenn es um Netzteile für den Otto-Normal-Verbraucher geht. Verpackung und Lieferumfang sind ebenso schlicht gehalten wie das Aussehen des Netzteiles, was keineswegs negativ gemeint ist. Mit einer guten Verarbeitung kann unser Testexemplar ebenso punkten, wie auch mit einer großen Anschlussvielfalt. Positiv ist auch noch zu erwähnen, dass das Netzteil mit einer Einbautiefe von 14 Zentimetern besonders für kleine Gehäuse gut geeignet ist, man sollte sich jedoch Gedanken machen, wo die nicht benötigten Kabel des Netzteiles untergebracht werden, denn ein Kabelmanagement-System besitzt die Serie nicht. Bei unseren Testläufen konnte das ErPro80+ mit 500 Watt Leistung besonders durch seine stabilen Spannungen und sein, für ein 80Plus-Netzteil, guten Effizienzwert überzeugen. Der Lüfter des Netzteiles ist bei geringer Last nicht wahrnehmbar, wer das Netzteil aber dauerhaft im hohen Lastbereich nutzt wird den 120-mm-Lüfter jedoch als Begleiter akzeptieren müssen. Insgesamt stellt die ErPro80+-Serie einen würdigen Nachfolger der Enermax ECO80+-Netzteile dar, der Preis von 75 Euro für die 500-Watt-Version könnte aber den einen oder anderen Käufer abschrecken, gibt es in diesem Preissegment schon Netzteile mit 80Plus-Silber-Zertifikat.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr kompakt (für kleine Gehäuse geeignet)
+ stabile Spannungen
+ gute Effizienzwerte für 80Plus-Netzteil
+ bei geringer und mittlerer Auslastung im System nicht wahrnehmbar...

Contra
- ...bei hoher Last dann aber hörbar
- kein Kabelmanagement
- Spannungen leicht erhöht (aber noch innerhalb der Toleranzen)


Award

Das Enermax ErPro80+ mit 500 Watt Leistung bekommt von uns unseren DeXgo-Silber-Award verliehen.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread