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Icy Dock MB668U3-1SB


Einleitung

Obwohl USB-Sticks immer größer und schneller werden, erreichen sie - zumindest was die Kapazität angeht - noch immer nicht das Niveau von Festplatten. Gerade wenn der Speicherstick hohe Transferraten zur Verfügung stellen und viel Platz bieten soll, werden die kompakten Datenträger auch noch sehr teuer. In den einschlägigen Elektronikmärkten bekommt man mittlerweile einige mobile Festplatten angeboten, das ideale Gesamtpaket ist für viele jedoch nie dabei. In solchen Fällen lohnt es sich selbst einen externen Datenspeicher durch die Kombination des Wunsch-Gehäuses mit der entsprechenden Festplatte zu "erstellen". IcyDock ist schon lange im Markt der externen HDD-Gehäuse tätig und stellte uns für unser neuestes Review das kleine Gehäuse MB668U3-1SB zur Verfügung, welches neben einer guten Optik und Haptik auch durch Leistung und Komfort bei der Montage und der Handhabung überzeugen soll. Ob dies gelingt, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung wurde von IcyDock aus Pappe gestaltet. Farblich hat man sich für einen hellen Blau-Ton entschieden, ein Sichtfenster auf der Vorderseite gibt zudem noch einen Blick auf das Gehäuse frei. Auf der Rückseite befinden sich einige technische Daten und eine kurze Beschreibung der Features, jedoch nur auf Englisch. Im Karton ist das Gehäuse räumlich vom Zubehör getrennt und kann dadurch während des Transports nicht beschädigt werden.
Neben dem Festplatten-Gehäuse liegt noch eine Anleitung, ein USB3.0-Kabel, ein Strom-Kabel sowie eine Kunstleder-Hülle bei. Werkzeug ist nicht vorhanden, dies wird für die Montage der Festplatte aber auch nicht benötigt.

Außenansichten

Das Gehäuse ist recht schlicht gestaltet und nahezu komplett in Schwarz gehalten. Ohne verbaute Festplatte, die Hülle oder angeschlossene Kabel bringt es das Gehäuse auf ein Gewicht von 73 Gramm. Die Höhe des Gehäuses beträgt knapp 19 Millimeter, breit ist es 82, lang 151 Millimeter.
Während der Großteil der Hülle aus Metall besteht, sind die Elektronik und die Anschlüsse in einem Kunststoffgehäuse untergebracht. Im Metallteil, in dem auch die Festplatte später untergebracht wird, sind in der Front Belüftungsöffnungen eingearbeitet. Diese sollen verhindern, dass ein Hitzestau im Gehäuse entsteht. Auf dem Kunststoffteil ist der Firmenname - IcyDock - aufgebracht und in diesem eine kleine LED integriert. Diese leuchtet während des Betriebs dezent orange. Der USB3.0- und der Strom-Anschluss liegen auf der Rückseite des Gehäuses an einer Metallblende mit eingelaserter Beschriftung.
Die Kunstlederhülle ist ebenfalls schwarz und sehr einfach gestaltet. Ausschnitte für den Firmen-Namen und die Belüftungsöffnungen sorgen dafür, dass die Funktionalität des MB668U3-1SB nicht eingeschränkt wird. Auch die Anschlüsse für die Kabel sind erreichbar, ohne dass das Gehäuse aus der Hülle genommen werden muss. Eine Staumöglichkeit für die Kabel besitzt die Hülle jedoch nicht.

Innenansichten & Festplattenmontage

Die Montage der Festplatte wurde von IcyDock beim MB668U3-1SB sehr einfach gehalten. Ein Verschlussmechanismus, welcher nur zur Seite geschoben werden muss, verriegelt das Gehäuse sicher, sorgt aber auch für das schnelle Öffnen.
Das "Anschluss-Terminal" besteht aus drei Teilen, einer Ober- und einer Unterseite, sowie eine zwischen den Teilen fixierten Platine. Durch das Lösen von zwei Schrauben können die Teile leicht demontiert werden.
Zum Vorschein kommt dann die sauber verarbeitete Platine des MB668U3-1SB. Kernstück dieser ist der Wandler-Chip von LucidPort Technology, Inc., der USB300, beim IcyDock MB668U3-1SB schon in der Revision 2. Die Verarbeitung der Platine ist sehr sauber, schlechte Lötstellen oder wackelige Bauteile sind keine vorhanden. Auf der Rückseite ist die LED für die Logo-Beleuchtung zu sehen und noch eine weitere LED, welche in das Gehäuse strahlt. Diese soll durch die Belüftungsöffnung hindurch für einen Lichtschein außerhalb des Gehäuses sorgen.
Die Montage der Festplatte ist denkbar einfach. So wird das SATA-Laufwerk auf die vorhandene SATA-Schnittstelle gesteckt und in das Gehäuse geschoben - Fertig. Weder Schrauben müssen fixiert werden, noch sind sonstige Nacharbeiten notwendig. Erfreulicher Weise liegt die Festplatte zudem noch gut arretiert im Gehäuse, die mechanische Belastung auf die Anschlüsse wird dadurch sehr gut minimiert.
Die "Licht-Effekte", die beim IcyDock MB668U3-1SB vorhanden sind halten sich in Grenzen. Die orange LED leuchtet dezent und ist sehr unauffällig. Die blaue Beleuchtung ist bei normalem Tageslicht so gut wie nicht zu sehen, ist das Gehäuse noch in der Tasche ist sie am Tag nicht mehr zu sehen. Selbst im dunklen ist der Effekt aber sehr schwach.

Testaufbau & Testablauf

Bei unseren Tests setzen wir für unsere Praxistests auf einen Mix von drei verschiedenen Benchmarks. So nutzen wir die Programme HD-Tach und H2Test um die theoretischen Leistungen des Gehäuses zu ermitteln. Da in der Praxis aber selten solch ideale Voraussetzungen bei den Dateitypen vorliegen, kombinieren wir diese Tests mit dem ATTO Disk Benchmark 2.46. Dieser testet die Laufwerke sowohl lesend als auch schreibend mit verschieden großen Dateiblöcken. So ist gut zu erkennen, wann die Laufwerke ihre volle Geschwindigkeit erreichen und ob sie evtl. mit vielen kleinen Dateien Probleme haben.

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920
- 3x2 GB Crucial Ballistix
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark überprüft anhand verschieden großer Dateien den Datendurchsatz der getesteten Gehäuse. Wir haben uns hierbei für eine Blockgröße von 0,5 Kilobyte bis hin zu 1024 Kilobyte entschieden.
Als Einleitung für den umfangreichsten Test präsentieren wir euch ein Diagramm, welches die gesammelten Daten übersichtlich aufbereitet.
Bei der Übersicht der Leistungsdaten, welche wir durch den ATTO Disk Benchmark gewonnen haben, zeigen sich in den Leistungskurven wieder ein mal sehr deutlich die Unterschiede zwischen dem mittlerweile "alten" USB2.0- und dem neuen USB3.0-Standard. Anzumerken ist hierbei auch noch, dass die Festplatte, die wir für unsere Tests nutzen, hier der limitierende Faktor ist. Schon bei kleinen Blockgrößen ist der USB3.0-Standard dem Vorgänger deutlich überlegen, dies betrifft sowohl die Lese-, als auch die Schreibgeschwindigkeiten.

Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Für den Vergleich der verschiedenen Gehäuse untereinander haben wir uns für fünf Blockgrößen entschieden, welche einen guten Überblick über die gezeigten Leistungen bringen sollten.

Schreiben






Beim Vergleich mit den anderen 2,5-Zoll-Gehäusen zeigt sich nichts Überraschendes. Während die Schreibraten über USB3.0 im vorderen Bereich des Testfeldes liegen - einzig die eSATA-Laufwerke schneiden bei kleinen Dateigrößen doch deutlich besser ab -, ist der USB2.0-Betrieb auf dem Niveau des Spire HandyBook und der beiden Gehäuse von Poppstar dem SE40 und dem SE20. Bei großen Dateiblöcken ist die Differenz der Laufwerke über USB3.0 bzw. eSATA aber verschwindend gering und in der Praxis vernachlässigbar.

Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Wie beim Schreibtest haben wir uns auch beim Lesetest auf fünf Werte beschränkt.

Lesen






Beim lesenden Zugriff schaut die Welt nicht viel anders aus. Während die eSATA-Schnittstelle (egal welches Gehäuse) gerade bei kleinen Dateigrößen stark dominieren, gleicht sich dies mit zunehmender Dateigröße bei den Laufwerken wieder an. Im USB2.0-Betrieb unterscheiden sich die Laufwerke hingegen so gut wie nicht, bei der maximalen Transferrate liegen gar nur 0,2 MB/s zwischen dem ersten und dem letzten Platz.

Testergebnisse

HD-Tach

Der synthetische Benchmark von Simplisoftware ermittelt die maximale Transferrate sowie die durchschnittliche Leserate der getesteten Laufwerke.


Während der Burst-Speed-Test eher das theoretisch machbare der Schnittstelle darstellt, geben die Werte des Average-Read-Test die Praxis-Werte wieder. Beim Burst Speed liegt das MB668U3-1SB nur knapp hinter dem Spire HandyBook, welches das beste USB3.0-Laufwerk ist. Zum Welland SunBright ME-940J fehlen hingegen fast 20 MB/s. Im USB2.0-Betrieb sind alle Gehäuse wiederum fast gleich auf, nur das Icy Dock MB668U3-1SB hängt hier etwas zurück. Dies bestätigt sich auch beim Average-Read-Test, wo das Icy Dock MB668U3-1SB im USB2.0-Betrieb den letzten Platz belegt. Im USB3.0-Betrieb sind Differenzen zwischen den Gehäusen praktisch nicht vorhanden.


H2test (2.000MB)

Beim H2Test-Benchmark wird eine beliebig große Datei auf dem Ziellaufwerk geschrieben. Für unseren Vergleich wählten wir hier eine Dateigröße von genau 2.000 Megabyte aus.


Im H2test-Benchmark liegt das Icy Dock MB668U3-1SB sowohl beim Lese-, als auch beim Schreibtest - unabhängig von der Schnittstelle - jeweils gleich auf mit den ersten Plätzen. Gerade bei großen Dateien nehmen sich die Gehäuse so gut wie nichts, hier entscheidet einzig die genutzte Schnittstelle über die Dauer der Transferrate.


Praxistest

Nach all der Theorie stellt sich natürlich auch die Frage, was diese Werte für den praktischen Einsatz bedeuten. Hierfür haben wir noch vier weitere kurze Testläufe getätigt. Hierbei schauen wir, wie lange das Laufwerk zum Schreiben von Office-Dokumenten, mp3-Dateien, Images oder HD-Material benötigt. Die Datengrößen gehen hierbei von mehreren Kilobyte hin zu einigen Gigabyte.
Heraus kam bei den Testläufen folgendes:
Das Kopieren von rund 50 Megabyte an Office-Dokumenten ist in drei Sekunden erledigt, die 200 Megabyte große mp3-Sammlung lässt sich in sechs Sekunden auf die Festplatte kopieren. Sollen auf der Festplatte Images abgelegt werden, so sind für das Kopieren einer 800 Megabyte großen Datei 21 Sekunden notwendig. Ein zwölf Gigabyte großer HD-Film ist in 5 Minuten und 35 Sekunde kopiert. Dies ist der Fall, wenn die USB3.0-Schnittstelle genutzt wird. Beim USB2.0-Betrieb ergeben sich folgende Werte: Die Office-Dokumente werden in sechs Sekunden kopiert, für die mp3-Sammlung sind nun schon zehn Sekunden nötig, die Kopierzeit des Images erhöht sich auf 33 Sekunden und der HD-Film braucht nun 8 Minuten und 33 Sekunden.

Fazit

Viele denken, die Leistungsunterschiede bei den verschiedenen externen Gehäusen sind groß und so wird peinlichst darauf geachtet, welches wohl die maximale Performance bietet. Aber auch der Test des Icy Dock MB668U3-1SB hat wieder ein mal gezeigt, dass die Unterschiede, welche bei den Transferraten vorhanden sind, mehr von der genutzten Schnittstelle, als vom Gehäuse selbst abhängen. So müssen sich die diversen Hersteller auch noch durch andere Punkte von der Konkurrenz abheben. Icy Dock versucht dies durch mehrere Dinge. Zum einen umfasst der Lieferumfang eine Kleinigkeit mehr, als bei anderen Herstellern. Die beiliegende Schutzhülle hat sich leider noch nicht als Standard etabliert und sollte dann natürlich auch explizit erwähnt werden. Die Verarbeitung des Gehäuses ist gut, daran gibt es keinen Zweifel, Unterschiede zu den Gehäusen von beispielsweise Poppstar oder Fantec sind aber nicht auszumachen, bei der Festplattenmontage allerdings schon. Selten haben wir ein so einsteigerfreundliches Konzept gesehen, welches die Montage der Festplatte wirklich in Sekundenbruchteilen ermöglicht. Die Leistungstest bescheinigen dem MB668U3-1SB gute Werte, ohne nach oben oder unten heraus zu stechen. Leider schlägt sich dies alles auch im Preis nieder und so ist das Icy Dock MB668U3-1SB mit einem Straßenpreis von rund 34 Euro recht teuer.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung, edles Aussehen
+ sehr einfache Montage der Festplatte
+ Schutzhülle im Lieferumfang enthalten
+ kein zusätzlicher Stromanschluss notwendig
+ ordentliche Performance über USB3.0...

Contra
- ...welche allerdings bei kleineren Dateien hinter der von eSATA-Laufwerken liegt


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Icy Dock MB668U3-1SB unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Icy Dock.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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