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Antec Kühler box


Einleitung

Dass Antec sich aktuell außerhalb ihres gewohnten Produktangebotes, welches vornehmlich aus Netzteilen und Gehäusen besteht, versucht, sollten die meisten unserer Leser schon mitbekommen haben. Neben zwei All-In-One-Wasserkühlungen hat Antec auch drei Luftkühler vorgestellt. Einer dieser Kühler, welcher auf den Namen "Kühler box" hört, wurde uns von Antec zur Verfügung gestellt. Der Twin-Tower-Kühler besitzt einen zentral verbauten Lüfter, vier 6-Millimeter-Heatpipes, einen H.D.T.-Boden und soll dank der Kombination dieser Eigenschaften auch aktuelle Prozessoren problemlos kühlen können. Inwieweit der Kühler box überzeugen kann, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

In einem schwarz-gelben Karton wird der Kühler box ausgeliefert. Auf dem Karton befinden sich nicht nur Bilder des Kühlers, sondern auch einige technische Informationen. Im Karton liegt der Kühler in zwei Kunststoffteilen gebettet, während das Zubehör in einem weiteren Karton verstaut ist. Sowohl der Kühler, als auch das Zubehör sollten durch die gute Verpackung unbeschädigt beim Käufer ankommen. Wie auch im Internet wird auch auf der Verpackung - anders als wir es in der Einleitung bereits erwähnten - von acht Heatpipes gesprochen. Was nun der Wahrheit entspricht klären wir noch im Review.
Der Lieferumfang des Kühler box umfasst neben dem Kühler und dem bereits installierten Lüfter noch eine Montageanleitung, eine Tube Wärmeleitpaste sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):150 x 113 x 117 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):670 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:46
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:700 - 2.000 U/min
Fördermenge:115,8 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:- keine Angabe -
Lautstärke:31,5 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., PWM-Lüfter
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:42 Euro (Stand Juni 2011)

Der Kühler im Detail

Der Kühler box ist ein Twin-Tower-Kühler, welcher jedoch nur einen Lüfter aufnehmen kann. Dieser ist zentral verbaut und von einem Kunststoffrahmen umgeben. Der Rahmen sorgt dafür, dass der Lüfter die Luft durch einen der Kühltürme anzieht und durch den zweiten befördert. Seitlich auf dem Kühler ist ein Aufkleber aufgebracht, welcher anzeigt in welche Richtung die Luft befördert wird. Bei der Montage sollte auf diesen geachtet werden um den Luftfluss im Gehäuse entsprechend lenken zu können.
Auch wenn der Kühler quadratisch ausschaut, so fehlen dazu ein paar Millimeter. Breit ist er 113 Millimeter, bei der Tiefe sind es 117 Millimeter. Sehr positiv ist die geringe Höhe des Kühlers. So bringt er es gerade ein mal auf 150 Millimeter und ist dadurch mit nahezu allen aktuellen Tower-Gehäusen kompatibel.
Um die Lücke zwischen beiden Kühltürmen optisch schön zu schließen wurde eine schwarz eloxierte Aluminium-Blende verbaut. Auf dieser ist zudem der Firmen-Name "Antec" aufgedruckt. Gleichzeitig stellt die Platte aber auch zwei Befestigungspunkte für den verbauten Lüfter, zwei weitere befinden sich in den untersten Lamellen.
Der verbaute Lüfter ist zwar leicht ausbaubar, jedoch kann er nur schwer gegen ein anderes Exemplar getauscht werden. Ohne handwerkliche Fähigkeiten (der neue Lüfter müsste vom Rahmen befreit werden und der alte vom Montagerahmen ebenfalls) ist ein Wechsel des Lüfters sogar unmöglich. Der Lüfter des Kühler box arbeitet dank PWM-Steuerung im Drehzahlbereich von 600 bis 2000 U/min. Dabei soll er einen Volumenstrom von fast 116 m³/h erzeugen und 31,5 dB(A) laut werden. Angaben zur Leistungsaufnahme macht Antec keine.

Der Kühler im Detail

Die Verarbeitung des Antec Kühler box ist gut, die Aluminium-Lamellen sind 0,3 Millimeter dick und recht stabil. Zusätzlich sorgen vier Umfalzungen an den Seiten der Lamellen für zusätzlichen Halt. Insgesamt wurden zwei mal 46 Lamellen verbaut. Mit einem Gewicht von rund 670 Gramm - ohne Kunststoffrahmen und Lüfter - liegt der Kühler box im Mittelfeld.
Was ebenfalls für die Verarbeitung des Kühlers spricht sind die Muttern, welche in den Lamellen eingelassen wurden. Sonst verzichten die Hersteller auf so etwas und nutzen statt dessen einfach Blechschrauben, welche in die Lamellen geschraubt werden. Die Variante von Antec ist nicht nur optisch schöner, so ist der Halt auch deutlich besser. Der Lamellenabstand des Kühler box beträgt im übrigen 1,8 Millimeter, gemessen natürlich dort wo die Lamellen gerade verlaufen.
Der Boden, welcher die vier 6-mm-Heatpipes zusammenhält, fungiert gleichzeitig noch als kleiner Passiv-Kühler. Auch das Montagematerial wird an diesem befestigt. Aus dieser Perspektive lässt sich schon erahnen, dass der Kühler box doch keine acht Heatpipes besitzt.
Ganz deutlich wird dies, schaut man direkt auf den, während des Transports durch eine Folie geschützten, Boden des Kühler box. Die vier Heatpipes verlaufen - wie sonst auch üblich - in U-Form durch den Kühler. Aufgefallen ist uns an dieser Stelle nur, dass vom Schleifen silberne Rückstände auf den Heatpipes zurück geblieben sind, welche sich auch nicht entfernen lassen.

Die Montage

Die Montage des Antec Kühler box gestaltet wie folgt: Durch die beiliegende Backplate wird der Kühler an der Vorderseite verschraubt. Ausgerichtet werden kann er auf Intel-Systemen in beide Richtungen, AMD-Anwender müssen den Lüfter so montieren, dass er die Abluft nach hinten befördert. Die Schrauben sind leider nicht mit einem Schraubendreher gut erreichbar, dafür hat Antec aber auch einen Schraubenschlüssel beigelegt. Mit Hilfe von diesem können die Schrauben komplett festgezogen werden.
Durch seine kompakten Abmessungen und die nahezu quadratischen Bauweise treten kaum Kompatibilitätsprobleme auf. Bei Plattformen mit einem geringen Abstand zwischen Sockel und RAM-Bänken überragt der Kühler jedoch mindestens einer der RAM-Bänke. Auf einen hohen Heatspreader beim Arbeitsspeicher muss dann verzichtet werden.
Um 90 Grad gedreht schaut es mit der Kompatibilität nicht großartig anders aus, Richtung RAM-Slot sind nun aber zwei Millimeter weniger Platz vorhanden. Da der Kühler aber hoch genug ist, passen zumindest RAM-Riegel ohne hohen Heatspreader problemlos.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Da der Antec Kühler box keinen Austausch des Lüfters zulässt, ist das Diagramm entsprechend kompakt.


So greifen wir hier auch schon etwas den anderen beiden Diagrammen vorweg. Bei zwölf Volt dreht der Lüfter mit rund 2.100 U/min, was rund 100 U/min über der Herstellerangabe liegt. Der Lüfter ist dabei deutlich hörbar. Heruntergeregelt auf fünf Volt arbeitet der Lüfter immer noch mit 1.100 U/min, ist dabei leider aber immer noch wahrnehmbar.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Mit einer Temperaturdifferenz von 47,8 Kelvin platziert sich der Kühler box recht weit hinten in unserem Testfeld. Knapp hinter dem kürzlich getesteten Swiftech Polaris 120 rangiert der Kühler acht Kelvin hinter dem ersten Platz, welcher vom Thermalright Silver Arrow belegt wird.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Bei fünf Volt gehört der Kühler box zu den wenigen Kühlern, welche auch hier noch genügend Kühlleistung besitzen, um den übertakten i7 vor der Notabschaltung zu bewahren. Die Temperaturdifferenz beträgt jetzt 58,8 Kelvin und so ist der Rückstand zur geteilten Spitze etwas größer geworden (9,8 Kelvin).

Fazit

Der Antec Kühler box gehört zur zweiten Generation der Luft-Kühler von Antec. In einer Verpackung, die einen soliden Transportschutz gewährt und mit einigen Informationen bestückt ist, erreicht der Kühler den Anwender. Der Lieferumfang umfasst nur das nötigste, lässt aber auch nichts vermissen was zum Betrieb benötigt wird. Die Verarbeitung des Kühlers ist gut, die Lamellen sind stabil aufgebaut und dort wo Schrauben zum Einsatz kommen wurden sogar Einnietmuttern eingesetzt. Bei der Montage setzt Antec, wie mittlerweile fast alle Hersteller, auf eine Verschraubung inklusive Backplate. Auf Intel-Systemen kann der Kühler frei ausgerichtet werden, AMD-Nutzern steht diese Auswahl nicht zur Verfügung. Gut ist auch, dass der Kühler eine recht geringe Höhe hat und dadurch auch in schmaleren Gehäusen seinen Platz findet, lediglich 15 Zentimeter ragt er in die Höhe. Das Hauptproblem des Kühlers ist aber der Lüfter. Dieser kann nicht ohne weiteres getauscht werden, und beim Betrieb mit zwölf Volt wird er den meisten wohl zu laut sein. Aber auch von der Kühlleistung her konnte der Kühler box nicht wirklich überzeugen, auch wenn er auch im 5-Volt-Betrieb unser Setup geschafft hat. Zu groß ist der Rückstand zu den High-End-Kühlern, welche preislich nicht so weit vom Antec-Produkt entfernt sind. Mindestens 42 Euro müssen aktuell für den Antec Kühler box ausgegeben werden. Deutlich bessere Kühler, welche auch einen Austausch des Lüfters ermöglichen, gibt es schon für wenige Euro mehr.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ Lüfter kann per PWM-Signal gesteuert werden
+ geringer Platzbedarf (nur 15 Zentimeter hoch)

Contra
- Lüfter kann nicht gewechselt werden
- Kühlleistung

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Antec.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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