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Cubitek Mini-Tank


Einleitung

Wer ein Gehäuse für seine Hardware sucht, wird von einer unüberschaubaren Anzahl an Gehäusen wahrlich erschlagen. Ob groß, klein oder winzig, aus Stahl oder Aluminium, schlicht oder extravagant. Für jeden gibt es nahezu das perfekte Gehäuse, meist macht nur der Preis am Ende einen Strich durch die Rechnung. Zu all den bekannten Gesichtern gesellt sich seit neustem auch noch Cubitek. 2002 in Taiwan gegründet und anfangs auf den OEM-Markt fixiert, versucht man nun auch beim Endkunden direkt Fuß zu fassen. Mit der Tank-Serie bietet das Unternehmen drei Gehäuse aus Aluminium an, welche in der HPTX-Version viel Platz bieten und bis hin zum Mini-Tank auch für kompakte Rechner geeignet sind, welche aber auch noch spieletauglich bleiben. Genau dieses Gehäuse - den Mini-Tank - haben wir zur genaueren Begutachtung zur Verfügung gestellt bekommen und so wollen wir im folgenden Review klären, ob sich ein Blick auf das Mini-ITX-Gehäuse lohnt.

Verpackung & Lieferumfang

Das Mini-Tank wird in einem kleinen Karton geliefert ausgeliefert, welcher im Inneren durch eine Folie und große Styropor-Polster das Gehäuse gut schützt. Auf der Verpackung befinden sich einige schematische Zeichnungen und auch die Spezifikationen des Gehäuses in insgesamt fünf Sprachen - darunter auch Deutsch. Der Panzer (zu engl. Tank) auf der Vorderseite der Verpackung soll die "Stärke" der Tank-Serie verdeutlichen.
Der Lieferumfang umfasst neben einer mehrsprachigen Montageanleitung einen Inbusschlüssel, einen PC-Speaker, ein Y-Lüfterkabel, ein Y-USB-Kabel sowie diverse Schrauben und Abstandshalter. Aufgefallen ist uns bei der Überprüfung des Lieferumfanges, dass ein Set Schrauben fehlte bzw. falsch geliefert wurde. So liegen deutlich zu lange M3-Schrauben bei, welche eigentlich zu Befestigung des Mainboards und einiger Laufwerke dienen sollten. Nach Rücksprache mit Caseking stellte sich heraus, dass in der Vorablieferung der Gehäuse Cubitek den Lieferumfang falsch gepackt hat. Die Serien-Modelle hingegen haben den korrekten Lieferumfang, versicherte man uns. Das Y-USB-Kabel dient, wie beim BitFenix Survivor, zum Anschluss der Front-USB-Anschlüsse an einen internen USB-Header. Anwender, die keine USB3.0-Anschlüsse am I/O-Panel des Gehäuses besitzen können, so die USB3.0-Buchsen zu USB2.0-Buchsen umfunktionieren.
SpezifikationenCubitek Mini Tank
Größe (Höhe x Breite x Tiefe):320 x 256 x 400 Millimeter
Gewicht:ca. 5 Kilogramm
Formfaktor:Mini-ITX
Laufwerksschächte extern:2 x 5,25 Zoll (extern)
1x 3,5 Zoll (extern, belegt 1x 5,25-Zoll-Schacht)
Laufwerksschächte intern:4 x 3,5 Zoll (intern)
1x 2,5 Zoll (intern, belegt 1x 3,5-Zoll-Schacht im 5,25-Zoll-Schacht)
Erweiterungsslots:2
Front I/O-Panel:2x USB 3.0, 1x eSATA, 1x je Audio In / Out
Lüfter im Lieferumfang:Deckel: 1x 140 Millimeter (rote LED)
Front: 1x 140 Millimeter (rote LED)
Heck: 1x 120 Millimeter
Lüfter Optional:- keine -
Preis:120 Euro (Stand: April 2011)

Äußere Ansichten

Die Tank-Serie reiht sich in den elitären Kreis der Voll-Aluminium-Gehäuse ein. Während die Big-Tower-Version der Gehäuse-Serie auf ein Gewicht von 8,6 Kilogramm kommt, schlagen bei der Midi-Tower-Variante noch 7,5 Kilogramm zu Buche. Das getestete Mini-ITX-Gehäuse bringt es noch auf schlappe fünf Kilogramm. Dominiert wird das Gehäuse von seinem markanten Design, welches mit seinen harten Kanten und der bulligen Front gut zum "Panzer-Design" passt. In den Seitenteilen sorgen perforierte Stellen dafür, dass sowohl die Grafikkarte, als auch das Mainboard genügend Frischluft bekommen können. Lüfter können an diesen Stellen theoretisch befestigt werden, vorgesehen ist dies von Cubitek allerdings nicht.
Zwei 5,25-Zoll-Schächte, einen großen Lufteinlass sowie das Front-Panel bestimmen das Aussehen der Vorderseite des Mini-Tank. Selbst die Umrandungen der einzelnen Bereiche wurden aus Aluminium gefertigt und so wirkt die Frontpartie nicht nur sehr edel, sie ist es auch. Verarbeitungsfehler zeigte das Gehäuse bislang keine.
Externe Laufwerke können beim Mini-Tank insgesamt zwei verbaut werden. Ob sich der Anwender nun für zwei 5,25-Zoll- oder auch ein 3,5-Zoll- und ein 5,25-Zoll-Laufwerk entscheidet ist ihm überlassen. Das Front-Panel besticht durch eine gute Auswahl an Anschlüssen und einer tadellosen Verarbeitung. Die Taster besitzen einen guten Druckpunkt und bei den Anschlüssen - zur Auswahl stehen zwei mal USB3.0, ein mal eSATA sowie ein Audio-Eingang und ein Audio-Ausgang - bleibt kein Wunsch offen. Die verbaute LED ist für die Anzeige der Festplattenaktivität gedacht.
Im unteren Teil der Front ist ein 140-mm-Lüfter verbaut, welcher die Festplatten und das Gehäuseinnere mit Frischluft versorgt. Der Lüfter besitzt einen Staubschutzfilter, welcher von Außen nach dem Lösen von vier Schrauben erreichbar ist und so leicht gereinigt werden kann. Der passende Schlüssel liegt dem Gehäuse bei.
Auf der Rückseite befinden sich die Montage-Blende für das Netzteil und der dazugehörige Einschub-Platz in das Gehäuse, die I/O-Blende für das Mainboard, die beiden Slots für die Erweiterungskarten, ein 120-mm-Lüfter zur Be- oder Entlüftung des Gehäuses sowie zwei Schlauchdurchführungen. Die Rückseite des Mini-Tank besteht zwar ebenfalls aus Aluminium, auf eine Eloxierung wurde hier aber verzichtet, ebenso wie beim Mainboardschlitten.
Die Unterseite des Gehäuses ist recht unspektakulär. Vier Füße im Hifi-Design sorgen für einen sicheren Stand, absorbieren aber wenig der evtl. auftretenden Schwingungen und Vibrationen. Unter dem Netzteil befindet sich ein weiterer Lufteinlass, der es dem Netzteil ermöglicht Frischluft zur Kühlung zu nutzen. Der Gehäuse-Deckel ist ähnlich schlicht, im hinteren Bereich befindet sich lediglich der letzte vorhandene Lüfter, welcher baugleich zu dem in der Front ist und ebenfalls das 140-mm-Format besitzt.

Innere Ansichten

Bei der Demontage der Seitenteile sind uns zwei Dinge aufgefallen. Zum einen waren die jeweils sechs Rändelschrauben, mit denen die Seitenteile befestigt waren, sehr fest angezogen und ohne zur Hilfenahme von Werkzeug (passender Schraubendreher) nicht zu lösen. Zum anderen waren beide Seitenteile leicht verzogen. Auf einem planen Untergrund gelegt erkennt man sehr gut, dass durch das Stanzen der Lüftungslöcher das Seitenteil seine ursprüngliche Form verloren hat. Auch durch diesen Umstand kam es zu der mühseligen Demontage der Seitenteile. Hat man dieses kleine Problem überstanden, offenbart sich einem der kompakte aber klar strukturierte Innenraum des Cubitek Mini-Tank.
Rückseitig befindet sich der Montageplatz für das Mainboard, welches sowohl vom Heck, als auch vom Deckel-Lüfter gekühlt wird. Platz finden hier Mini-ITX-Platinen. Ebenfalls dort untergebracht werden muss die evtl. gewünschte Grafikkarte. Unter dem Mainboard, in einer extra Kammer, wird das Netzteil verstaut. Netzteile mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern sollen dort Platz finden.
Oben hinter der Front finden die bereits erwähnten externen Laufwerke ihren Platz. Unter den beiden 5,25-Zoll-Schächten ist ein Festplattenkäfig montiert, welcher maximal vier 3,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen kann. Dieser kann aber auch, wenn die Montageplätze nicht genutzt und der Platz anderweitig benötigt wird, komplett demontiert werden.
Der 120-mm-Hecklüfter agiert auf zwölf Volt mit einem guten Luftdurchsatz, ist dabei aber hörbar. Regelt man den Lüfter herunter, so ist er bei einer Spannung von sieben Volt kaum noch hörbar und bei fünf Volt unhörbar. Nebengeräusche produziert der Lüfter fast keine. Die beiden 140-mm-Lüfter, welche im Deckel und in der Front verbaut sind, sind leider nicht so überzeugend. So besitzen die beiden baugleichen 140-mm-Lüfter zwar eine schicke rote Beleuchtung, bei zwölf Volt sind sie aber nicht nur deutlich hörbar sondern auch noch recht brummig. Regelt man die Lüfter herunter, so lassen die Luft-Geräusche nach, das Brummen bleibt aber leider nahezu unverändert vorhanden. Anwendern die ein leises System aufbauen wollen empfehlen wir daher, die Lüfter zu tauschen.
Kommen wir nun zum Frontpanel. Dieses besitzt für ein Mini-ITX-Gehäuse sehr lange Anschlusskabel, für unseren Geschmack sind diese schon deutlich zu lang. Selbst bei der Hälfte der Länge könnten die Kabel noch problemlos verlegt werden. Wir vermuten, dass das Panel und die daran befestigten Kabel bei allen drei Gehäusen der Serie identisch sind und somit das Cubitek HPTX-Tank als Maßstab für die Kabellänge genommen wurde. Die Verarbeitung und die Beschriftung der einzelnen Kabel ist trotz der Probleme mit der Länge gut. Eine Power-LED besitzt das Gehäuse nicht, da die Lüfter den Betriebszustand anzeigen.
Für die Audio-Anschlüsse besitzt der Mini-Tank ein Kabel, welches sowohl einen HD-Audio-Anschluss, als auch einen AC-97-Audio-Anschluss besitzt. Der eSATA-Anschluss verfügt über eine Sicherheitslasche und ist nicht abgewinkelt. Die beiden USB3.0-Anschlusskabel können entweder auf die Rückseite geführt werden und dort am I/O-Panel des Mainboards, oder mit Hilfe des beiliegenden USB2.0-Adapters an einem internen USB2.0-Anschluss-Header angeschlossen werden.

Einbau der Hardware

Kommen wir nun zum Hardwareeinbau. Beginnen wollen wir mit der Festplatte, welche durch vier Schrauben mit dicker Gumiummantelung gut entkoppelt gelagert wird. Der Festplattenkäfig besitzt zur Fixierung der maximal vier Laufwerke eine Schiene, welche sich öffnen und schließen lässt. Im geöffneten Zustand können die Festplatten in dafür vorgesehene U-Profile geschoben werden, der Bügel verschließt die Öffnung wieder und verhindert das Herausrutschen der Festplatten.
Sind die Festplatten montiert kann der Käfig wieder in das Gehäuse gesteckt und durch zwei Rändelschrauben befestigt werden.
Um deutlich zu zeigen, wie viel Platz für Prozessorkühler vorhanden ist, haben wir probehalber einen Scythe Mine 2 auf den Mainboardtray gestellt. Zwar würde der Kühler durch das Mainboard noch etwas nach oben kommen, Platz ist aber zu Genüge vorhanden. Die Montage des Mainbords geht leicht und schnell von der Hand. Probleme sollten an dieser Stelle keine auftreten.
Anders sieht das schon bei der Montage der Grafikkarte aus. So passen zwar sehr lange Grafikkarten, jedoch müssen dafür zwei Schrauben am Festplattenkäfig entfernt werden. Die erste Schraube, welche die Sicherungsschiene mit fixiert, muss entfernt werden, wenn die Grafikkarte eine Länge von 19 Zentimeter besitzt oder noch länger ist. Grafikbeschleunigern, die sogar 25 Zentimeter oder länger sind, fällt noch eine zweite Schraube zum Opfer, diese verbindet den Festplattenkäfig mit dem Laufwerksschacht. Werden beide Schrauben entfernt sitzt der Käfig zwar immer noch fest, Vibrationen können aber gerade zwischen den Metallteilen auftreten und unangenehme Geräusche erzeugen. Bis zur Gehäuse-Vorderseite bleibt der Grafikkarte insgesamt 340 Millimeter Platz.
Externe 3,5-Zoll-Laufwerke in Form eines Kartenlesers oder auch Diskettenlaufwerkes können im beiliegenden Montagerahmen befestigt werden. Dieser kann alternativ auch ein 2,5-Zoll-Laufwerk, z.B. eine SSD, aufnehmen. Das Laufwerk wird dann von der Unterseite verschraubt oder an dieser befestigt. Wer nur eines dieser Laufwerke benötigt und ansonsten auf Datenspeicher verzichten kann, kann so für viel Platz im Gehäuse sorgen, da der Festplattenkäfig dann demontiert werden kann.
5,25-Zoll-Laufwerke werden wie gewohnt im Schacht verstaut und dort mit Schrauben fixiert. Etwas problematisch war die Entfernung der Frontblende, ohne diese oder das Gehäuse zu beschädigen. Mit etwas Feingefühl kann man aber auch diese Aufgabe meistern.
Um das Netzteil im Gehäuse montieren zu können, muss zuerst die Netzteil-Blende entfernt werden. Wird die Blende entfernt, ist der Blick auf den Innenraum frei, in dem sich vier Gummiauflagen für das Netzteil befinden. Die Auflagen sind auf dem Boden aufgeklebt, lösen sich aber leicht, wenn man das Netzteil gegen diese schiebt. Hier ist bei der Montage also Obacht geboten. Auch sollte man vorsichtig beim Hineinschieben des Netzteiles zu Werke gehen, da der Ausschnitt sehr eng ist und das Netzteil sonst sehr leicht zerkratzen kann.
Die angegebenen 200 Millimeter in der Gesamtlänge erreicht das verbaute Antec HCP-750 nicht, dennoch würden wir nicht empfehlen noch längere Netzteile zu verbauen, wenn auch der Festplatten-Käfig im Gehäuse bleibt. Die Kabel konnten so schon schwer verlegt werden, ist das Platzangebot noch geringer, weil evtl. sogar vier Festplatten verbaut sind, stellt das Kabelmangement dann ein echtes Problem dar. Bei einem kurzen Netzteil ist noch genügend Platz vorhanden um die Kabel seitlich zu verlegen, im Innenraum ist - durch der äußerst langen Front-Panel-Kabel - so schon wenig Spielraum für ein ordentliches Kabelmangement vorhanden. Eine Vollbestückung des Mini-Tank empfehlen wir daher nicht.

Fazit

Das Cubitek Mini-Tank offenbarte uns während des Reviews sowohl seine guten, als auch seine schlechten Seiten. So ist sowohl die Verpackung, als auch der Lieferumfang ordentlich und auch bei der Verarbeitung und vor allem der Materialwahl - Cubitek verbaut fast ausschließlich Aluminium - gibt es nichts auszusetzen, sehen wir einmal von den "verformten" Seitenteilen ab. Der Innenraum des Mini-Tank ist gut durch strukturiert und bietet reichlich Platz für viele Komponenten, bei einer Vollbestückung aber wenig Platz für die Kabel. Gerade Netzteile ohne Kabelmanagement sollten eher gemieden werden. Auch im Betrieb gibt es Stärken und Schwächen. So wird der vordere Lüfter, welcher Luft in das Gehäuse einsaugt, mit einem leicht zu reinigenden Filter geschützt, das Netzteil muss aber ohne Staubschutz auskommen. Die beiden verbauten 140-mm-Lüfter sehen zwar gut aus, sollten unserer Meinung nach aber getauscht werden, da sie nicht frei von Nebengeräuschen sind. Der schlichte 120-mm-Lüfter hingegen arbeitet in einem akzeptablen Bereich. Positiv möchten wir noch den Platz für große CPU-Kühler, lange Netzteile und lange Grafikkarten hervorheben, auch wenn bei der Grafikkartenmontage Schrauben vom Festplattenkäfig ggf. entfernt werden müssen. Dies ist auch die einzige Schwachstelle, was Vibrationen beim Gehäuse angeht. Denn nur wenn die beiden Schrauben beim Festplattenkäfig entfernt sind, können etwaige Nebengeräusche verstärkt werden. Insgesamt hinterlässt das Cubitek Mini-Tank aber einen positiven Eindruck, erhältlich ist es ab rund 120 Euro bei Caseking.de.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ Festplattenkäfig ist leicht entfernbar
+ gute Belüftung für die Komponenten
+ stabiler Aufbau des Gehäuses
+ gutes I/O-Panel mit USB3.0
+ Staubschutzfilter in der Front leicht zu reinigen
+ bietet Platz für lange Netzteile und Grafikkarten

Contra
- Lüfter besitzen starke Nebengeräusche
- extrem lange Kabel beim I/O-Panel
- Kabelmanagement bei vielen Komponenten schwierig
- kein Staubschutzfilter beim Netzteil vorhanden
- Seitenteile stehen unter Spannung


Award

Wir verleihen dem Cubitek Mini-Tank unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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