» Artikel » Reviews » LEPA G700-MA 700 Watt

LEPA G700-MA 700 Watt


Einleitung

Im Februar diesen Jahres stellte sich ein neuer "Hardware-Hersteller" der IT-Welt vor. LEPA - mit dem Leoparden als Markenzeichen - kündigte an in Zukunft mit Netzteilen, Computer-Gehäusen und auch Peripherie auf dem umkämpften Markt mitzuwirken. So wurden als erstes die Netzteile der G-Serie gezeigt, welche optisch sehr stark an die Modu87+-Netzteile von Enermax erinnern. Dies ist auch nicht verwunderlich, ist LEPA die zweite Marke von Coolergigant - neben Enermax. Für unser heutiges Review hat uns LEPA die 700 Watt starke Version der G-Series, das G700-MA, zur Verfügung gestellt. Wie sich dieses schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des LEPA G700-MA wird von zwei Farben dominiert: Schwarz und Gold sind hier die prägenden Töne. Während die Vorderseite nur etwas fürs Auge bietet - hier ist das Logo von LEPA und eine Nahaufnahme des Lüftergitters zu sehen - befinden sich an den Seiten und vor allem auf der Rückseite Informationen zum Netzteil. Neben den Leistungsdaten sind hier auch die vorhandenen Anschlüsse, die Schutzschaltungen und diverse andere Informationen zu finden. Jedoch sollte man der englischen Sprache mächtig sein, da alle Texte in dieser verfasst sind.
Der Lieferumfang des LEPA G700-MA umfasst das Netzteil selbst, sechs modulare Kabel, ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben sowie eine Bedienungsanleitung. Wiederverwendbare Kabelbinder oder eine Tasche für die nicht genutzten Kabel liegen dem Netzteil nicht bei.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: G700-MA
Leistung: 700 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V1-3: je 25 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 120 Watt
+12V: 696 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
BOP: Brown Out Protection -> Unterspannungsschutz

Äußere Ansichten

Die Grundform des Gehäuses, die Größe, das Lüftergitter sowie der Lüfter sind mit denen des Enermax Modu87+ gleich. So sorgt ein goldfarbener, 140 Millimeter großer Lüfter für die Kühlung der Innereien, über der Lüfter-Nabe prangt beim LEPA jedoch ein Aufkleber mit dem Konterfei eines Leoparden.
Während Enermax dem Modu87+ ein glänzendes Äußeres spendiert, gestaltet LEPA das G700-MA dezenter und setzt ein Matt-Schwarz ein. Die Verarbeitung des Netzteiles ist gut und bietet uns keinen Anlass zur Kritik. Auf der Unterseite des G700-MA befinden sich die Aufkleber mit den technischen Daten sowie die Aufkleber, die die internen Qualitätssicherungsmaßnahmen protokollieren.
Seitlich ist jeweils ein schwarz-gelber Aufkleber angebracht, welcher, egal wie herum das Netzteil verbaut wird, den Firmen- und den Netzteilnamen richtig herum anzeigt.
Ein Wabengitter in der Rückseite sorgt für den relativ ungehinderten Luftaustritt. Die Kaltgerätebuchse, der Ein-/Ausschalter sowie der LEPA-Aufkleber befinden sich an dem Teil des Netzteiles, welcher aus durchgängigem Blech besteht. Ein Umschalter zwischen 110 und 230 Volt ist nicht vorhanden, da er schlicht nicht benötigt wird, so kann das G700-MA mit Spannungen von 100 bis 240 Volt umgehen.

Die Kabel

Die LEPA G-Serie besitzt ein modulares Kabelmanagement-System, bei dem allerdings zwei Kabel dennoch fest am Netzteil verbaut sind. Dies ist das 58 Zentimeter lange 24-Pin-ATX-Stromkabel, sowie ein weiteres Kabel, welches sich nach rund 20 Zentimetern nochmals teilt und jeweils einen 8-Pin- und einen 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss bereitstellt. Die beiden Anschlüsse sind rund 60 Zentimeter vom Netzteil entfernt. Während sich die 12-Volt-Stromkabel recht gut verlegen lassen, ist das ATX-Stromkabel recht starr und benötigt etwas mehr Fürsorge beim sauberen Verlegen im Gehäuse.
Für die Stromversorgung von Grafikkarten stellt die 700-Watt-Version insgesamt vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüse bereit. Diese sind auf zwei 50 Zentimeter lange Stränge aufgeteilt, welche auf den letzten 15 Zentimetern geteilt sind.
Auch das LEPA G700-MA besitzt die von Enermax bei der Liberty-Serie eingeführten kombinierten Stromkabel, welche sowohl SATA-, als auch Molex-Stromanschlüsse bereit stellen. Neben diesen, welche wir uns gleich anschauen, liegen dem G700-MA aber auch jeweils ein reines Molex- und ein reines SATA-Stromkabel bei. Der SATA-Strang besitzt auf einer Gesamtlänge von 90 Zentimetern insgesamt vier Anschlüsse, welche jeweils 15 Zentimeter von einander entfernt liegen. Der Molex-Strang ist insgesamt 105 Zentimeter lang und besitzt neben vier 4-Pin-Molex-Stromanschlüssen noch einen 4-Pin-FDD-Stromanschluss. Auch hier sind die Anschlüsse wieder in einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander angebracht.
Von den eben schon erwähnten "Eternity Paar"-Kabeln legt LEPA dem G700-MA zwei Exemplare bei. Diese unterscheiden sich - wie auch beim Enermax Modu87+ - aber von den ursprünglichen Kabeln etwas, so sind die Anschlüsse nicht mehr abwechselnd angebracht, sondern nacheinander. So ist nach 45 Zentimetern der erste SATA-Stecker vorhanden, der zweite folgt nach 15 Zentimetern. Nach weiteren 15 bzw. 30 Zentimetern sind die beiden 4-Pin-Molex-Stromanschlüsse angebracht.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



In unseren Testläufen zeigte sich das sehr Spannungs-Stabil, so Schwanken die Spannungen lediglich im Bereich von rund 0,3 (3,3 Volt), 0,4 (5 Volt) und 0,6 Prozent. Die 3,3-Volt-Schiene war aber recht hoch, lag aber noch innerhalb von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Toleranzen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.

Wir erwähnten ja schon mehrfach, dass die LEPA G-Series sehr stark an die Modu87+-Serie von Enermax angelehnt ist und mit dieser auch einige Gemeinsamkeiten besitzt. Aller Ähnlichkeiten zum Trotze, kommt es nur auf eines an, denn wie sagte schon Alfred "Adi" Preißler: „Grau is alle Theorie – entscheidend is auf'm Platz“. Und so wollen auch wir diesem Leitspruch folgen und schauen uns an, wie sich das LEPA G700-MA im Effizienz-Test auf unserem Testsystem im Vergleich zu den anderen Netzteilen schlägt.





Während die Werte im Standby-Betrieb noch nicht so überragend sind, zeigt das LEPA G700-MA im Betrieb was es kann. In den restlichen vier Testszenarien bewegt sich das Netzteil unter den Top5, genauer genommen sogar unter den Top4 und lässt somit immer zwei der insgesamt sechs 80-Plus-Gold-Netzteile hinter sich. Das nahe verwandte Enermax Modu87+ gehört auch zu diesen Netzteilen, der Unterschied zwischen beiden Netzteilen ist aber sehr gering und beträgt in unseren Tests maximal drei Watt.


Lautstärke

In Sachen Lautstärke leistet LEPA ganze Arbeit, so ist das Netzteil nahezu nie wahrzunehmen, nur bei der Auslastung mit zwei Grafikkarten und Prozessor dreht der Lüfter etwas mehr auf, aber auch dort arbeitet das Netzteil noch angenehm leise.

Fazit

Obwohl oder gerade weil LEPA wie Enermax zu Coolergiant gehört, will das Unternehmen andere Marktsegmente erobern. Das G700-MA oder generell die G-Serie dürfte aber dennoch den einen oder anderen Käufer dazu bewegen, eher ein LEPA-Netzteil, denn eines von Enermax zu kaufen. Mag der Lieferumfang nicht so umfangreich sein, wie bei manch anderen Hersteller, bietet er dennoch alles Notwendige für den Betrieb des Netzteiles. Und auch die Verarbeitung des Gehäuses und der Kabel kann überzeugen, wie auch die Optik. Das durch Form und Farbe kodierte Kabelmanagement-System ist einfach zu handhaben, nicht benötigte Kabel können weggelassen werden, und die Testergebnisse sind - bis auf die erhöhten Werte auf der 3,3-Volt-Schiene - sehr gut. Ebenso überzeugende Arbeit liefert der Lüfter ab, welcher nicht nur ausreichend Kühlleistung mit sich bringt, sondern dies auch noch bei einer sehr geringen Lautstärke. Insgesamt überzeugt uns das LEPA G700-MA durchweg und auch der Preis, welcher bei rund 135 Euro liegt, ist in dieser Leistungsklasse kein schlechter.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ Anschlüsse durch Form kodiert
+ sehr leiser Betrieb
+ sehr gute Effizienzwerte

Contra
- Spannungen bei 3,3-Volt-Schiene leicht erhöht (aber noch innerhalb der Toleranzen)


Award

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem LEPA G700-MA unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von LEPA.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread