» Artikel » Reviews » Shagon' ARC-118

Shagon' ARC-118


Einleitung

Vor kurzem präsentierten wir schon ein Review zum Neueinsteiger Shagon'. Der AHC-118 baute auf einen 120-mm-Lüfter und sechs Heatpipes. Des Weiteren war er von den Abmaßen kein Winzling und kann bei einigen Gehäusen zu Problemen führen. Shagon' hat deswegen zeitgleich einen kleineren Kühler veröffentlicht, den ARC-118. Dieser baut auf einen 92-mm-Lüfter und nur vier Heatpipes, die ebenfalls wie beim großen Bruder mittels H.D.T. die Abwärme direkt vom Prozessor aufnehmen. Was man vom kleineren der beiden Kühler erwarten kann und ob er besser abschneidet als der AHC-118, klären wir im folgenden Review.

Die Verpackung des ARC-118 wird von einem Schwarz-Ton dominiert. Neben einigen Abbildungen des Kühlers und des Zubehörs sind zusätzlich die Spezifikationen und Features abgedruckt. Diese sind aber nur in Englisch vorhanden, eine lokalisierte Verpackung gibt es nicht. Im Inneren des Kartons ist der Kühler moderat geschützt, auf ausgefallene Kunststoffpolsterungen verzichtet Shagon'. Nichtsdestotrotz sollte der ARC-118 unbeschadet beim Käufer ankommen.
Der Lieferumfang des AHC-118 fällt knapp aus, enthält aber alles um den Kühler in Betrieb zu nehmen. So gehören neben dem Kühler samt Lüfter noch eine Portion Wärmeleitpaste, das notwendige Montagematerial für alle unterstützten Sockel, eine bebilderte Anleitung sowie eine Garantiekarte zum Lieferumfang.
technische DatenShagon' ARC-118
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):142 x 103 x 62 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):370 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:37
Lamellenabstand:2,3 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 92 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 92 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.400 U/min
Fördermenge:71,04 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,4 Watt
Lautstärke:32 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., PWM-Lüfter, Lüfter entkoppelt
Kompatibilität:AMD 939, 940, AM2 (+), AM3
Intel 775, 1155, 1156, 1366
Preis (Stand Juli 2011):bisher nicht erhältlich

Der Kühler im Detail

Der ARC-118 ist ein klassischer Tower-Kühler, der für 92-mm-Lüfter ausgelegt ist. Im Gegensatz zum großen Bruder, dem AHC-118, halten sich hier die Abmessungen jedoch in den normalen Parametern für dieses Format. Der Kühler ist 142 Millimeter hoch, 103 Millimeter breit und 62 Millimeter tief. Kompatibilitätsprobleme bei Gehäusen im Tower-Format sollten somit so gut wie ausgeschlossen sein. Das Gewicht des Shagon' ARC-118 beträgt rund 370 Gramm.
Obwohl der Shagon' ARC-118 ein "normaler" Tower-Kühler ist, kann dieser nur einen Lüfter aufnehmen. Der Grund dafür ist die Kunststoffabdeckung, welche den Kühler nicht nur optisch aufwerten soll, sondern auch den Lüfter auf der Vorderseite aufnimmt. Um dem Kühlkörper mehr Stabilität zu verleihen, wurden die 37 Aluminium-Lamellen an drei Punkten (seitlich und mittig hinten) ineinander verhakt. Der Lamellenabstand beträgt rund 2,3 Millimeter, was für einen Kühler dieser Größe beachtlich ist und vermuten lässt, dass der ARC-118 seine Stärken bei langsamen Drehzahlen besitzt.
Schaut man sich die Lamellen von der Rückseite her genau an, fällt auf, dass die Ecken beim ARC-118 leicht abgesenkt sind. Wir vermuten, dass dies zu mehr Verwirbelungen führen soll, was wiederum die Kühlleistung steigern könnte. Allerdings bezweifeln wir, dass die erzeugten Turbulenzen stark genug sind, um die Kühlleistung bemerkbar zu steigern.
Entfernt man die Kunststoffhaube, kommen die blanken Heatpipes und die oberste Lamelle zum Vorschein. Die Verarbeitung von beidem ist sehr gut. Ebensfalls ersichtlich sind die abgeschrägten hinteren Ecken am Kühlkörper.
Shagon' vertraut bei der Wärmeaufnahme auf die H.D.T.-Technologie. Während des Transports ist der Boden durch eine Folie geschützt, diese lässt sich sehr leicht und spurenfrei entfernen. Die vier 6-mm-Heatpipes wurden plangeschliffen und spiegeln minimal. Zu sehen ist auch, dass zwei Heatpipes an den Ecken Verfärbungen aufweisen, dies beeinträchtigt zwar nicht die Kühlleistung, trübt aber das sonst gute Gesamtbild des ARC-118.
Wie oben schon erwähnt dient die Kunststoffhaube nicht nur zur Abdeckung der Heatpipe-Enden sondern auch als Lüfterhalterung. Diese Methode kennen versierte Anwender schon vom Cooler Master Hyper TX. Wie beim Hyper TX wird auch der 92-mm-Lüfter beim Shagon' ARC-118 entkoppelt montiert. Diese Entkopplung funktioniert, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach ausschaut, erstaunlich gut. Erwähnenswert ist, dass durch den montierten Lüfter das Kunststoffgestell an Stabilität gewinnt und sehr fest am Kühlkörper sitzt. Der verbaute Lüfter arbeitet mit maximal 2.400 U/min und erzeugt dabei einen Volumenstrom von 71,04 m³/h. Shagon' gibt die Lautstärke mit 32 dB(A) an, die Leistungsaufnahme des Lüfters beträgt 2,4 Watt.
Lautstärke

Der PWM-Lüfter bietet ein Drehzahl-Spektrum von 1.000 bis 2.400 U/min. Dabei ist dieser bei voller Leistung deutlich zu hören, was viele Anwender als sehr störend empfinden werden. Auf niedrigster Stufe kann man ihn als leise bezeichnen, jedoch geht der Lüfter nicht nebengeräuschfrei zu Werke. Durch ein knackiges Brummen macht der 92-mm-Lüfter auf sich aufmerksam. Nach einer gewissen Einlaufzeit lässt dieses zwar hörbar nach, aber auch nach über 13 Betriebsstunden bleibt ein leicht hörbares Brummen vorhanden.

Montage - AMD

Der Shagon' ARC-118 wird auf allen unterstützten Sockeln mit dem Mainboard verschraubt. Um den Kühler zu befestigen ist es notwendig vier kleine Sechskantschrauben auf der Backplate zu montieren. Leider hat man darauf verzichtet ein passendes Werkzeug dazu zu legen, was die Montage erheblich vereinfacht hätte. Danach wird der Kühlkörper auf der Backplate fixiert, durch die voluminösen Montageschrauben geschieht das größtenteils ohne Schraubendreher.
Leider kann der ARC-118 auf AMD-Mainboards nur nach oben ausgerichtet werden. Dabei bedeckt er zur Hälfte den ersten RAM-Slot. Module mit ausladenden Heatspreadern können daher keine Verwendung finden.
Montage - Intel

Die Montage auf Intel-Mainboards ist - bis auf die unterschiedlichen Montageschienen - 1-zu-1 identisch mit der von AMD. Somit werden auch hier Sechskantschrauben auf der Backplate montiert, an denen wiederum der Kühler mit den großen Montageschrauben befestigt wird.
Auf den unterstützen Intel-Sockeln lässt sich der ARC-118 frei ausrichten. Das Problem, dass die Heatpipes bei bestimmten Ausrichtungen mit Bauteilen auf dem Mainboard kollidieren und so die Montage unmöglich machen - wie es beim Shagon' AHC-118 war -, ist hier nicht der Fall. Auf beiden unserer Intel-Testboards verlief die Montage erwartungsgemäß reibungslos. Ist der Kühler klassisch zur Gehäuserückseite ausgerichtet, ist bei Sockel 775 bzw. 1366 ausreichend Platz bein den RAM-Bänken vorhanden. Bei den "neuen" Intel Sockeln 1155/1156 wird der erste RAM-Slot jedoch überdeckt. Arbeitsspeicher mit erhöhtem Heatspreader finden unter dem Lüfter keinen Platz mehr.
Wird der Kühler zum Gehäusedeckel ausgerichtet, überdeckt er dank seiner geringen Breite keinen RAM-Slot. Jedoch kann es dennoch zu Inkompatibilitäten kommen, wenn nicht nur hohe sondern auch sehr breite Heatspreader beim Arbeitsspeicher zum Einsatz kommen.
Testaufbau und Testablauf
Unser Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
- AMD Athlon II X3 435 @ 3,407GHz @ 1,42 Volt
- MSI 785GT-E63
- TwinMOS 1GB DDR2-667 @ 1,8 Volt
- Seagate Momentus ST96812AS 60GB
- Xigmatek NRP PC402
- Noctua NT-H1
- Cooler Master Lab Testbench
Der Testaufbau und -ablauf sieht wie folgt aus: Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Programms Everest Ultimate.

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe S-FLEX SFF92D. Diesen regeln wir auf die Drehzahlen 2.400, 1.700, 1.200 und 700. Unterstützt ein Kühler den Referenzlüfter nicht, so wird der Originallüfter auf die entsprechenden Drehzahlen geregelt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Everest Ultimate. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier Sensoren gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.



Was wir bereits vermuteten wird bei der Übersicht aller Testergebnisse deutlich, leider erschreckend deutlich. So liegen keine zehn Kelvin zwischen dem Betrieb mit 2.400 U/min und dem Betrieb mit 700 U/min. Andere Kühler (z.B. der Arctic Cooling Freezer 13 oder der Xigmatek Loki SD963) kommen hierbei auf Differenzen von 20 Kelvin oder mehr. Ein Betrieb mit hohen Drehzahlen lohnt sich - in Relation zu anderen Kühlern - also überhaupt nicht.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt



In Relation zur hohen Drehzahl des Lüfters (2.450 U/min) im 12-Volt-Betrieb, ist die Kühlleistung äußerst bescheiden. Der Arctic Cooling Freezer 13 erreicht mit fast gleicher Drehzahl deutlich bessere Ergebnisse. Schlussendlich landet der Shagon' ARC-118 zwischen dem Nexus XiR-3500 und dem Aerocool DDC-900.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt



Auf fünf Volt bessert sich das Bild etwas und so kann der Rückstand zu den Spitzenplätzen sogar verkürzt werden. Mit seinen 925 U/min schiebt sich der ARC-118 auf den fünften Platz vor, bleibt aber dennoch nur Mittelmaß.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe S-Flex)

2.400 Umdrehungen pro Minute




1.700 Umdrehungen pro Minute




1.200 Umdrehungen pro Minute




700 Umdrehungen pro Minute



Wie der AHC-118, besitzt der Shagon' ARC-118 seine Stärken bei geringen Drehzahlen. Bei 2.400 und 1.700 U/min kann er mit Mühe und Not den Nexus XiR-3500 hinter sich lassen. Reduzieren wir die Drehzahlen weiter kann er bei 1.200 U/min zusätzlich den Arctic Freezer Pro überholen. Die Überraschung kommt jedoch erst bei 700 U/min, dort schafft es der ARC-118 sich auf Platz 2 zu schieben und überflügelt alteingesessene Hersteller wie Noctua, Scythe, Arctic Cooling und Xigmatek. Lediglich dem Xilence Xilent Blade Lite muss sich der Kühler von Shagon' geschlagen geben.

Fazit

Schreiben wir das positive zuerst: Der Shagon' ARC-118 schlägt sich deutlich besser, als sein großer Bruder, der AHC-118. In vielen Dingen sind sich beide Kühler aber dennoch gleich. Dies fängt bei der Verpackung an, welche den Kühler rudimentär schützt und in Englisch einige Informationen zum Produkt bereit hält. Der Lieferumfang fällt überschaubar aus und beinhaltet lediglich das, was zum Betrieb des Kühlers benötigt wird. Die Verarbeitung des Kühlers ist im Großen und Ganzen in Ordnung, leichte Schwächen zeigten sich lediglich an den Heatpipes. Zu gute Halten muss man dem ARC-118 nicht nur sein geringes Gewicht, sondern auch die entkoppelte Montage des Lüfters. Leider lässt sich durch den Kunststoffrahmen, welcher den Lüfter aufnimmt, nur ein Ventilator am Kühler befestigten. Bis auf die nicht frei wählbare Ausrichtung auf AMD-Systemen leistet sich der Kühler von Shagon' bei der Montage keine Schwächen. In unseren Testläufen schneidet der Kühler bei hohen Drehzahl unterdurchschnittlich schlecht ab, zeigt aber überraschende Qualitäten beim Betrieb mit langsamen Lüftern. Insgesamt bietet der Shagon' ARC-118 ein durchschnittliches Gesamtpaket, welches jedoch keine Maximal-Performance verspricht. Viel falsch macht man mit dem Kauf jedoch nicht, zumindest wenn man keinen zu leistungsstarken Prozessor einsetzt. Aktuell ist der Kühler in Europa noch nicht erhältlich, daher können wir leider noch nichts zum Preis des Kühlers sagen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Testergebnisse mit langsamen Lüftern
+ Lüfter entkoppelt
+ Gewicht
+ sichere Montage
+ solide Verarbeitung...

Contra
- ... mit leichten Makeln bei den Heatpipes
- Kühler auf AMD nur in eine Richtung montierbar
- Lüfter mit Nebengeräuschen geplagt und auf zwölf Volt laut
- Testergebnisse mit schnellen Lüftern

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Auras.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Painfully Dream verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread