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Antec HCG-620 620 Watt


Einleitung

Nachdem wir bereits das Antec HCG-750 in einem Review vorgestellt haben, wollen wir ein Blick auf ein weiteres Netzteil der High-Current-Gamer-Serie werfen. Das HCG-620 unterscheidet sich in einigen Details vom größeren Bruder. Die wohl auffälligsten Unterschiede sind im Äußeren, bei der Anzahl der Anschlüsse und natürlich auch bei der zur Verfügung gestellten Leistung zu finden. Während das HCG-750 und das HCG-900 jeweils vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse bereit stellen, sind es bei der 520- und der 620-Watt-Version jeweils derer nur zwei. Inwieweit sich die Unterschiede der Netzteile bei den Testergebnissen auswirken, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Aufmachung der Verpackung des HCG-620 ist komplett identisch mit der des HCG-750, Unterschiede finden sich aber natürlich bei der Auflistung der technischen Daten auf der Rückseite. Der Schutz des Netzteiles wird wieder durch Kartonagen im Innenraum gewährleistet, zusätzlich ist das Netzteil selbst auch wieder in einem Stoffbeutel verstaut.
Der Lieferumfang des Antec HCG-620 umfasst das Netzteil selbst, den bereits erwähnten Stoffbeutel, einen wiederverwendbaren Kabelbinder mit dem der Kabelstrang fixiert ist, ein Kaltgerätekabel, eine Bedienungsanleitung sowie vier Schrauben zur Montage des Netzteiles am Gehäuse.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: HCG-620
Leistung: 620 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V: je 48 Ampere
-12V: 0,8 Ampere
+5Vsb: 2,5 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 130 Watt
+12V: 576 Watt
-12V: 9,6 Watt
+5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz

Äußere Ansichten

Gleich nach dem Auspacken fällt der größte Unterschied zwischen der 620- und der 750-Watt-Version auf: Das Gehäuse ist kürzer und einfarbig gehalten. Während das HCG-750 180 Millimeter lang ist, bringt es das HCG-620 - wie übrigens auch das HCG-520 und das HCG-400 - auf eine Einbautiefe von 160 Millimetern. Der eingesetzte Lüfter ändert sich nicht, auch beim HCG-620 kommt ein Ventilator mit einer Größe von 135 Millimetern zum Einsatz. Der doppelt kugelgelagerte Lüfter arbeitet in einem Drehzahlbereich von 400 bis 1.700 U/min und erreicht eine maximale Lautstärke von ca. 30 dB(A). Die Drehzahl wird nicht in Abhängigkeit von der Temperatur gesteuert, sondern richtet sich nach dem Grad der Auslastung des Netzteiles.
Die Metall-Hülle des HCG-620 ist komplett in schwarz gehalten und auch der rückseitig angebrachte Aufkleber mit den technischen Daten gliedert sich gut in das Design ein. Wer genau hinschaut, kann auf dem Aufkleber schon den zweiten und auch den wichtigsten Unterschied zum HCG-750 ausmachen. So besitzt das HCG-620 nur noch eine einzelne 12-Volt-Schiene und keine vier getrennten mehr. Diese einzelne 12-Volt-Schiene ist jedoch deutlich stärker ausgeführt, als dies bei den einzelnen 12-Volt-Schienen der 750-Watt-Version der Fall ist.
An beiden Seiten des Netzteiles befinden sich jeweils ein Aufkleber mit der verfügbaren Leistung, dem Firmennamen und dem Namen der Netzteil-Serie. Wird das Netzteil oben im Gehäuse verbaut, stehen die Aufkleber jedoch auf dem Kopf.
Rückseitig lässt ein großes Wabengitter die Warme Luft aus dem Gehäuse entweichen, lediglich im Bereich der Kaltegeräte-Buchse und dem Ein-/Aus-Schalter befindet sich massives Blech. Stabil ist die Rückseite dennoch. Die Innenseite besitzt nur eine Öffnung, durch diese wird der komplette Kabelstrang aus dem Netzteilinneren geführt, ein Kabelmanagement-System besitzt das HCG-620 nicht.

Die Kabel

Wie wir bereits erwähnten besitzt das HCG-620 ebenfalls kein Kabelmanagementsystem. Für die Stromversorgung des Mainboards werden ein 20+4-Pin-ATX- sowie ein 4+4-Pin-12-Voltstromanschluss zur Verfügung gestellt. Das ATX-Stromkabel ist rund 53 Zentimeter lang und aufgrund der Ummantelung und der Anzahl der Adern recht steif. Das 12-Volt-Stromkabel ist deutlich flexibler und besitzt eine Länge von 64 Zentimetern.
Für die Stromversorgung von Grafikkarten stehen zwei 52 Zentimeter lange 6+2-Pin-PCIe-Stromkabel zur Verfügung. Beide Kabel sind komplett gesleevt und kommen einzeln aus dem Gehäuse, somit kann - wenn nicht benötigt - eines der Kabel problemlos beim Netzteil verstaut und das andere sauber zur Grafikkarte gelegt werden.
Für SATA-Laufwerke stehen sechs Anschlüsse zur Verfügung. Diese teilen sich auf zwei Stränge auf, welche jeweils eine Gesamtlänge von 85 Zentimetern besitzen. Der Abstand zwischen den Anschlüssen beträgt jeweils 15 Zentimeter und während die ersten beiden Anschlüsse abgewinkelt sind, ist der letzte Stecker gerade ausgeführt.
Für Laufwerke mit FDD- bzw. 4-Pin-Molex-Stromanschluss stehen insgesamt ein, respektiv sechs Anschlüsse zur Verfügung. An einem der Kabel befinden sich auf einer Gesamtlänge von 100 Zentimetern drei Molex-Anschlüsse und ein FDD-Anschluss. Am zweiten Kabel befinden sich auf 85 Zentimetern Länge nur drei Molex-Anschlüsse. Der Abstand der einzelnen Anschlüsse beträgt bei beiden Kabeln 15 Zentimeter.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



In unseren Stabilitäts-Messungen zeigt das Antec HCG-620 keine Schwächen. Auf der 12-Volt-Schiene beträgt die Schwankung 0,1 Volt, wobei dies auch gleichzeitig die größte Abweichung vom Idealwert ist. Bei der 5-Volt-Schiene ist dieser Werte sogar nur 0,01 Volt groß. Bei der 3,3-Volt-Schiene schwanken die Werte während der Testläufe um 0,02 Volt, die Abweichung vom Idealwert beträgt hierbei maximal 0,09 Volt. Somit liegen alle gemessenen Werte deutlich innerhalb der Toleranzen, welche die ATX-Spezifikationen vorgegeben.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Im direkten Vergleich zum HCG-750 schneidet das HCG-620 im Gesamten betrachtet auf unserem Testsetup etwas schlechter ab. Während beim Betrieb ohne Last der Verbrauch noch etwas geringer ist, verliert das HCG-620 bei der Auslastung des Prozessors und der Grafikkarte doch deutlich an Boden. Im Gesamtranking sortiert sich das High Current Gamer mit 620 Watt Leistung auch nur im hinteren Drittel ein, auf dem Niveau der anderen 80-Plus-Bronze-Netzteile.


Lautstärke

Auch unter Last-Phasen verschont einen das HCG-620 mit lauten Geräuschen. Ganz unhörbar ist es aber leider nicht. Da der Lüfter nicht temperaturabhängig sondern rein nach der Last des Netzteiles geregelt wird, ist dieser leicht hörbar, wenn das Netzteil entsprechend ausgelastet wird. Gerade und sonst gut belüfteten und kühlen Gehäusen kann dies ärgerlich sein, wenn der Lüfter aufdreht obwohl die Temperaturen noch im grünen Bereich liegen.

Fazit

Als kleinere Ergänzung der High-Current-Gamer-Serie ist die 620-Watt-Variante gerade für diejenigen interessant, die zwar High-End-Komponenten verbauen aber kein SLI- bzw. Corssfire-System nutzen. Wie die 750-Watt-Version ist auch beim 620er die Verpackung sehr zweckmäßig und schützt das Netzteil somit nur leicht, einziger Pluspunkt ist hierbei, dass auf Kunststoffe verzichtet wird. Der Lieferumfang ist vollkommen ausreichend und beinhaltet alles, was zum Betrieb benötigt wird, ein paar Kabelbinder würden diesen aber noch gut ergänzen. Die Verarbeitung ist gut und kann teilweise sogar mehr überzeugen, als beim HCG-750, denken wir mal an die seitlichen Aufkleber zurück. Bei den Leistungstest besticht das Netzteil vor allem durch sehr stabile Spannungswerte, welche sehr nah am Idealwert liegen. Bei den Effizienzmessungen schließt das Netzteil aber nicht ganz so gut ab, erreicht aber Werte die vollkommen akzeptabel sind. Dass das HCG-620 von Antec keinem 80Plus-Gold-Netzteil gefährlich werden würde, was die Effizienz anbelangt, hatte auch niemand ernsthaft geglaubt. Insgesamt ist die gezeigte Leistung ordentlich, mit einem Preis von rund 70 Euro liegt das Antec HCG-620 aber am oberen Ende der Preisskala im Bereich der Netzteile mit 600 bis 700 Watt Leistung.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ leiser Betrieb bei keiner oder geringer Last...

Contra
- ...dafür aber bei hoher Auslastung hörbar
- kein Kabelmanagement
- Lüftersteuerung erfolgt lastabhängig


Award

Dem Antec HCG-620 verleihen wir für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Antec.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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