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Shagon' AHC-118


Einleitung

Shagon' lautet der Name unter dem Auras nun Kühler im Retail-Markt vertreibt. Aufmerksamen Lesern sollte der Name Auras schon bekannt sein, so stammte von den Taiwansesen unter anderem der optisch sehr schöne und leistungsstarke Grafikkarten-Kühler Fridge JES988, der auseinander klappbare CPU-Kühler Transformer CTC-868 und auch die All-In-One-Wasserkühlung Conditioner GTO-990. Mit dem Shagon' AHC-118 kommt nun ein Tower-Kühler auf den Markt, welcher nicht nur sehr groß ist, sondern auch noch einen recht hohen Lamellenabstand besitzt und zudem noch ganze sechs 6-mm-Heatpipes verbaut, die im direkten Kontakt zum Prozessor liegen. Wie sich der Kühler in unserem Review schlägt, lest ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des AHC-118 von Shagon' ist großteils Schwarz, farbliche Akzente werden mit dem weinroten Farbton gesetzt, welcher auch beim Kühler selbst Verwendung findet. Auf dem Karton befinden sich einige technische Daten des Kühlers sowie kurze Beschreibungen der Features, allerdings alles nur in englischer Sprache. Im Karton wird der Kühler durch Pappe fixiert, dies funktioniert zufriedenstellend. Unser Testexemplar erreichte uns trotz einiger Beulen an der Verpackung unversehrt.
Der Lieferumfang des Shagon' AHC-118 setzt sich aus dem Kühler selbst, einem 120-mm-Lüfter, vier vormontierten Gummientkopplern, dem Montagematerial, einer Portion Wärmeleitpaste, einer Garantiekarte und der Montageanleitung zusammen. Diese ist ebenfalls komplett in Englisch verfasst, dank vieler guter Bilder leitet sie den Anwender aber sicher durch die Montage.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):178 x 138 x 94 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):780 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:42
Lamellenabstand:2,4 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:1.000 - 1.800 U/min
Fördermenge:100,64 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,40 Watt
Lautstärke:32,30 dB(A)
Besonderheiten:H.D.T., PWM-Lüfter
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:nicht verfügbar (Stand Juni 2011)

Der Kühler im Detail

Der Shagon' AHC-118 ist ein Tower-Kühler, welcher für 120-mm-Lüfter ausgelegt ist. Mit einer Höhe von 178 Millimetern, ist er aber mit Abstand größte Kühler, den wir bis dato durch unseren Testparcour geschickt haben. Nicht ganz unschuldig daran ist die Kunststoffabdeckung, welche auch für die Breite von 138 Millimetern mit verantwortlich ist. Zum Vergleich: Der Thermalright Archon, welcher für 140-mm-Lüfter ausgelegt ist, ist "nur" 172 Millimeter hoch.
Auch die Tiefe von 94 Millimetern ist nicht ohne. Es sollte also vor dem Kauf genau geschaut werden, ob der Kühler - gerade wegen der Höhe - überhaupt verbaut werden kann. Leider bietet der AHC-118 nur Platz für einen 120-mm-Lüfter. Die Rückseite des Kühlers ist abgerundet und komplett offen, so kann die Luft auch schon seitlich entweichen, was sich bei niedrigen Drehzahlen positiv bemerkbar machen sollte.
Die Kunststoffabdeckung ist in einem dunklen Weinrot gehalten und glänzt leicht. Neben dem optisch schönen Abschluss des Kühlers wird an den Seiten der Abdeckung auch der Lüfter befestigt. Wir haben versucht die lediglich eingeschobene Abdeckung zu entfernen, da unter der Abdeckung aber einige Lamellen verbogen waren, hätten wir diese nicht lösen können ohne den Kühler zu beschädigen.
An der Seite geht die Abdeckung bis zum unteren Ende der Lamellen. In den Kunststoff sind bereits die vier Entkoppler, welche den Lüfter aufnehmen können, eingesteckt. Inklusive dieser Abdeckung kommt der AHC-118 auf ein Gewicht von 780 Gramm.
Insgesamt 43 Lamellen aus Aluminium sind beim AHC-118 verbaut. Trotz der immensen Höhe ist diese Zahl eher gering. Der Grund liegt im Lamellenabstand, welcher sehr großzügige 2,4 Millimeter beträgt. Den gleichen Abstand nutzte auch Scythe beim Ninja 3.

Der Kühler im Detail

Insgesamt sechs Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern wurden dem Kühler von Shagon' spendiert. Diese sind auf beiden Seiten in einer V-Form angeordnet und verteilen so die Wärme über einen großen Bereich der Lamellen. Um im Kühler Verwirbelungen zu erzeugen sind in die einzelnen Lamellen Quer-Streifen eingestanzt.
Der Shagon' AHC-118 besitzt sechs Heatpipes, welche direkt auf dem Prozessor aufliegen. Die Folie, welche den Kühler während des Transports schützt, lässt sich leicht entfernen und hinterlässt dabei keine Rückstände.
Leider weist der Boden ein paar unschöne Spuren auf. So ist das Kupfer an einigen Stellen angelaufen, wie man es kennt, wenn Kupfer ohne Handschuhe angefasst wird. Zudem waren am Rand des Bodens graue Stellen auf den Heatpipes vorhanden, welche scheinbar Schleifreste des Aluminiums sind. Entfernen lies sich beides nicht. Dies ist aber auch nur ein optischer Makel, welcher sich nicht auf die Kühlleistung auswirkt. Eine Thematik, die wir erstmals beim Alpenföhn Nordwand angesprochen haben, betrifft auch den AHC-118. So liegen nicht alle Heatpipes komplett auf. Je nach Prozessor, DIE-Größe und Ausrichtung des Kühlers kann es sogar vorkommen, dass die beiden äußeren Heatpipes gar keinen Kontakt zum Prozessor haben.
Der mitgelieferte Lüfter besitzt ebenfalls das schwarz-weinrote Farbdesign, in dem auch die Verpackung gehalten ist. Mit einer Maximal-Drehzahl von 1.800 U/min besitzt der Lüfter einen Luftdurchsatz von knapp über 100 m³/h. Die Lautstärke beziffert Shagon' mit 32,3 dB(A), die Leistungsaufnahme beträgt beim 12-Volt-Betrieb 2,4 Watt. Mit dem Mainboard verbunden wird der Lüfter über einen 4-Pin-PWM-Anschluss.
Befestigt wird der Lüfter durch die vier angebrachten Entkoppler. So werden Schwingungen großteils eliminiert und der Lüfter sicher am Kühler gehalten. Allerdings können nur Lüfter montiert werden, welche keinen durchgängigen Montagesteg besitzen. Aber auch 140-mm-Lüfter, welche die Bohrungen von 120-mm-Lüftern besitzen können so theoretisch befestigt werden.

Die Montage

Befestigt wird der Kühler mit Hilfe von vier Schrauben inkl. Federn und einer Backplate. Mit einem Schraubendreher sind die vier Schrauben nicht gut zu erreichen, mit der Hand kann der Kühler aber auch sicher befestigt werden.
Wird der Kühler zur Rückseite hin ausgerichtet, überragt der Lüfter die beiden sockelnahsten RAM-Slots. Bei Sockeln, bei denen die RAM-Bänke dichter am Sockel liegen als bei unserem Sockel-1366-System, kann auch ein dritter Steckplatz überragt werden. Auf AMD-Systemen kann der Kühler in dieser Ausrichtung nicht montiert werden.
Dies ist gerade durch den folgenden Fakt sehr schlecht. Beim Versuch den Kühler zum Gehäuse-Deckel hin aus zu richten, so wie es bei AMD-Systemen nur möglich ist, stoßen die beiden äußeren Heatpipes an Kondensatoren die nah am Sockel verbaut sind. Eine Montage war so absolut nicht möglich, je nach Mainboard bzw. die Verteilung der Bauteile um den Sockel und deren Höhe kann der Kühler also inkompatibel zu dieser Montageausrichtung sein. Dies wäre für AMD-Anwender, die den Kühler nicht einfach drehen können, fatal.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Auf Grund der auf der letzten Seite genannten Einbauprobleme und der Tatsache, dass nicht alle Heatpipes Kontakt zum Prozessor haben, sind die Temperaturen des Shagon' AHC-118 nicht die besten. Deutlich zu sehen ist aber, dass der verbaute Lüfter nicht optimal auf den Kühler abgestimmt ist, so erreicht der Scythe Kama Flex bei nahezu gleicher Drehzahl deutlich bessere Temperaturen.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Wird der Lüfter mit zwölf Volt betrieben, ist er bei 1.800 U/min deutlich hörbar. Die Kühlleistung ist jedoch alles andere als berauschend, was wir auf die Problematik der nicht aufliegenden Heatpipes zurückführen. Zwar ist die Temperatur deutlich vor dem Wert des Boxed-Kühlers angesiedelt, für einen Kühler dieser Größe und mit den technischen Eigenschaften, die der Shagon' AHC-118 mitbringt, sind die Werte jedoch schlecht.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Im 5-Volt-Betrieb arbeitet der Lüfter noch mit 675 U/min und ist dabei dann leise bis fast unhörbar. Der erreichte Temperatur-Wert ist immer noch alles andere als gut, knapp vor der Abschaltung wird der Core i7-920 gehalten. Ein gutes Dutzend anderer Kühler haben dies gar nicht geschafft.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Wie es schon zu vermuten war, bekleckert sich der Shagon' AHC-118 auch im Vergleich mit Referenz-Lüfter nicht mit Ruhm. Sowohl bei 1.850, als auch bei 1.300 U/min rangiert der Kühler auf dem letzten Platz, wobei der Rückstand bei niedriger Drehzahl geringer wird. Bei 700 U/min klettert der AHC-118 sogar einige Plätze nach oben. Hier zeigt er das Potenzial, was in ihm steckt.

Fazit

Ausreichend verpackt erreicht der Shagon' AHC-118 den Anwender, etwas mehr Polsterung im Inneren würde die Gefahr von Beschädigungen während des Transports jedoch deutlich verringern können. Auch der Lieferumfang fällt überschaubar aus, so beinhaltet dieser nur das Nötigste, was zur Montage benötigt wird. Bei der Verarbeitung zeigt der AHC-118 sich von seiner guten Seite, solange man sich den Boden nicht anschaut. Auch gut gefiel uns die Befestigung des Lüfters, schade ist jedoch dass nur ein Lüfter unterstützt wird. Aufpassen sollte man, wenn man vorhat den Kühler in einem kleinen Gehäuse zu verbauen, aber auch in einem Big-Tower kann es durch die enorme Höhe von 178 Millimetern zu Problemen kommen. Sehr unschön sind jedoch die Probleme bei der Montage des Kühlers, bei der Ausrichtung zum Gehäuse-Deckel liegen bei unserem Testmainboard (ASUS P6X58D-E) zwei der Heatpipes auf Kondensatoren auf. Eine Montage ist dadurch gar nicht möglich. Durch eine weitere bauartbedingte Eigenschaft liegen auch nicht alle Heatpipes auf dem Prozessor auf. Der Kühlleistung ist dieser Umstand natürlich auch nicht förderlich und so rangiert der Kühler von Shagon' fast ausschließlich abgeschlagen am Ende der Charts. Aktuell ist der Kühler noch nicht in Deutschland erhältlich und auch zum Preis können wir noch nichts sagen. Durch die technischen Schwächen, gerade bei der Montage, raten wir daher zum Kauf eines anderen Kühlers.


Pro & Contra

Pro
+ Lüfter wird entkoppelt befestigt
+ ordentliche Verarbeitung...

Contra
- ...mit Ausnahme des "Bodens"
- Kühlleistung
- Probleme bei der Montage
- Höhe des Kühlers kann zu Problemen in kompakten Gehäusen führen

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Auras.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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