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Adata BN-500 500 Watt


Einleitung

Oft werden Netzteile in Dimensionen gekauft, die für den Betrieb des Rechners gar nicht benötigt werden. "Viel hilft viel" scheint dabei das Motto zu sein, obwohl genau dies gar nicht der Fall ist. Dass auch Netzteile mit vergleichsweise geringer Leistung für Spiele-Rechner absolut tauglich sind haben wir schon mehrfach gezeigt. Von Adata haben wir heute ebenfalls ein Netzteil mit eher geringer Leistung im Test, welches 500 Watt für die Komponenten im Rechner zur Verfügung stellen kann. Das BN-500 will dabei wenig mit Effekthascherei überzeugen und verzichtet auch auf ein Kabelmangement. Eher der praktische Nutzen soll im Vordergrund stehen. So ist es sehr kompakt aufgebaut und bietet dennoch eine Vielzahl von Anschlüssen für die verbaute Hardware. Wie sich das Adata BN-500 im Test schlägt, erfahrt ihr in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Adata BN-500 wird vom Firmenlogo, einem bunten Vogel, geziert. Zudem befindet sich ein Bild des Netzteiles und das 80-Plus-Bronze-Zertifikat auf der Vorderseite des Kartons. Auf den vier Seiten und auch der Rückseite sind die technischen Daten aufgedruckt. Dazu zählen Informationen zur Anzahl der Anschlüsse, zur Kabellänge, zu den Leistungsdaten und auch zu den Spezifikationen.
Der Lieferumfang umfasst das Netzteil selbst, ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben und das Handbuch. Wiederverwendbare Kabelbinder zur Bündelung der nicht benötigten Kabel befinden sich leider nicht im Umfang.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: BN-500
Leistung: 500 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 140 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 15 Ampere
+12V1: 25 Ampere
+12V2: 20 Ampere
-12V: 0,3 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 120 Watt
+12V: 444 Watt
-12V: 3,6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz

Äußere Ansichten

Das Adata BN-500 ist zur Belüftung mit einem 120 Millimeter großen Lüfter ausgestattet. Über die maximale Drehzahl, die zu erwartende Lautstärke und auch über das Regelverhalten des Ventilators schweigt sich Adata leider aus. Auffällig an der Oberseite des Netzteiles ist die Struktur des Gehäuses. Adata greift hier nicht zu einer Lackierung oder Pulverbeschichtung, sondern versieht das Gehäuse mit Folie. Diese hält insgesamt sehr gut auf dem Metall, nur an der Umfalzkante wo die Kabel das Gehäuse verlassen löst sie sich.
Auf der Unterseite prangt der Aufkleber mit den technischen Daten. Im Gegensatz zur Oberseite sind Unter-, Vorder- und Rückseite wieder mit Lack versehen. Mit einer Länge von 140 Millimetern gehört das BN-500 zu den kompakten Netzteilen und bietet sich dadurch gerade für kleine Gehäuse an. Breite und Höhe entsprechen den genormten Abmessungen von 150 und 86 Millimetern.
Da das Gehäuse nur aus zwei Teilen besteht, zieht sich die Laminierung auch auf die Seiten herunter. Während auf einer Seite der Firmenname eingestanzt ist, befindet sich auf der gegenüber liegenden Seite ein weiterer Aufkleber mit Angaben zur 80Plus-Zertifizierung und der Leistung des Netzteiles. Mit 500 Watt gehört das BN-500 zur unteren Mittelklasse, was die bereitgestellte Leistung angeht. Adata setzt bei der BN-Serie auf einen Multi-Rail-Aufbau und spendiert dem BN-500 zwei 12-Volt-Schienen.
Die Luft kann über ein großes Wabengitter aus dem Gehäuse entweichen, bei der Kaltgerätebuchse und dem Ein-/Ausschalter wurde die Rückwand massiv gelassen, um die Stabilität zu erhöhen. Auf der Innenseite kommen die Kabel aus einer Öffnung heraus, welche mit Kantenschutz versehen wurde. Zusätzlich befinden sich an dieser Seite noch sieben kleine Lüftungsschlitze. Ein Kabelmanagement-System ist nicht verbaut.

Die Kabel

Durch den Verzicht auf ein Kabelmanagement-System konnte die Gehäuse-Tiefe zwar verringert werden, der Übersichtlichkeit kommt dies aber nicht zugute. Um die Kabel etwas zu bändigen sind die einzelnen Stränge jeweils mit einem grobmaschigen Sleeve umhüllt, welcher optisch quasi keinen Nutzen erfüllt sondern nur die Kabel bündelt. Das 20+4-Pin-ATX-Stromkabel, welches die Hauptstromversorgung sicher stellt, ist rund 46 Zentimeter lang und recht starr, was auf Grund der vielen Adern aber nicht verwunderlich ist. Das 4+4-Pin-ATX-12-Volt-Stromkabel ist rund 47 Zentimeter lang und deutlich flexibler.
Für die Stromversorgung von Grafikkarten stehen zwei 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse bereit. Diese befinden sich an separaten Kabeln, welche jeweils 47 Zentimeter lang sind. Wird nur ein Anschluss benötigt, kann das zweite Kabel direkt beim Netzteil verstaut werden.
Vier Molex- und ein FDD-Stromanschluss besitzt das BN-500. Verteilt sind die fünf Anschlüsse auf zwei Kabel, beide Kabel besitzen zwei 4-Pin-Molex-Stromanschlüsse, eines den FDD-Stromanschluss. Das Kabel mit den drei Anschlüssen ist 75 Zentimeter lang, das andere 60 Zentimeter. Auseinander liegen die Stecker jeweils 15 Zentimeter.
Für Geräte mit SATA-Stromanschluss bietet das BN-500 insgesamt sechs Konnektoren. Diese verteilen sich zu gleichen Teilen auf zwei 75 Zentimeter lange Kabel. Die Anschlüsse sind wieder in einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander angebracht.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
Idle - Last CPU - Last CPU + 1xGPULast CPU + 2xGPU (SLI)
Mainboard:ASUS P6X58D-EASUS P6X58D-E
Prozessor:Intel Core i7 920 @ 3200MHz @ 1,25VIntel Core i7 920 @ 3400MHz @ 1,25V
Kühler:Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3
Speicher:3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.280MHz @ 1,64V3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363MHz @ 1,64V
Grafikkarte 1:1x Palit GeForce GTX 4701x Palit GeForce GTX 470
Grafikkarte 2:1x Colorful GeForce GTX 470
Festplatte:1x Western Digital WD64001AALS-00J7B01x Western Digital WD64001AALS-00J7B0
Laufwerk:1x LG HL-DT-ST GH22NS501x LG HL-DT-ST GH22NS50
Lüfter:1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)1x NB-BlackSilentPRO PK-3 (Systemlüfter)
1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)1x Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter)
Sonstiges:1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren1x mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Die erreichten Messwerte in unseren Stabilitäts-Tests zeichnen ein positives Bild des Adata BN-500. Die größten Schwankungen wurden von uns bei den 12-Volt-Schienen gemessen, wobei der Unterschied zwischen dem größten und kleinsten gemessenen Wert 0,19 Volt beträgt. Die ATX-Spezifikationen erlauben eine Abweichung von fünf Prozent bei den 12-Volt-Schienen, was einer Spannungsschwankung von 0,6 Volt entspricht. Sowohl die 5- als auch die 3,3-Volt-Leitungen sind sehr stabil, wobei die 5-Volt-Schiene leicht erhöhte Werte zeigte. Aber auch bei dieser liegen die Werte deutlich innerhalb der Toleranzen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Bei den Leistungstests kann das 500 Watt starke Netzteil sich besonders im Idle-Betrieb hervortun. Dort liegt es nur knapp hinter den Spitzenplätzen. Je höher die effektive Last wird, desto weiter rutscht das Adata BN-500 aber in den Charts nach unten. Dies hört sich jedoch schlimmer an als es ist, so sind die Werte auf dem Niveau von 80Plus-Bronze-Netzteilen und sogar der große Bruder, das Adata HM-850 wird geschlagen.


Lautstärke

Bei der Lautstärke ist das Netzteil gerade unter Last wahrnehmbar. Die Abwärme, welche dort entsteht wird dann durch hörbaren Lüfter nach außen befördert. Für Silent-Systeme ist das BN-500 nicht geeignet, übermäßig laut ist es aber auch nicht.

Fazit

Kommen wir nun zum Fazit. Das Adata BN-500 leistet in unserem Test genau das, wofür es konzipiert wurde. So zeigt es solide Leistungen mit kleinen Schwächen hier und da. Der Lieferumfang z.B. ist sehr spartanisch, selbst auf einfache Kabelbinder wird verzichtet. Die Verarbeitung ist im Ganzen betrachtet gut und auch, dass Adata bei der Oberflächengestaltung etwas neues ausprobiert kann man ihnen nicht ankreiden, die kleinen Verarbeitungsmängel jedoch schon. Was die Anzahl der Anschlüsse angeht, bietet das BN-500 nicht viel, aber ausreichend um jeden Durchschnittsrechner auch mit mehreren Laufwerken und Grafikkarten in Betrieb nehmen zu können. Die Spannungen sind recht stabil, die vorhandenen Schwankungen sind in einem absolut vertretbaren Rahmen. Bei den Messungen zur Effizienz schneidet das BN-500 für ein Netzteil mit 80Plus-Bronze-Zertifikat sogar recht gut ab. Gerade im Idle-Betrieb, dem Zustand in dem der Durchschnittsrechner die meiste Zeit verbringt, sind die Werte sehr ordentlich. Insgesamt liefert das BN-500 keine überragende Vorstellung ab, zieht man aber die Leistungsklasse und den Preis, welcher lediglich bei 56 Euro liegt, mit dazu, erscheinen die Leistungen wieder in einem anderen Licht. Wer ein kompaktes Netzteil für einen kleinen Spielerechner sucht, nicht viel Platz hat und auch nicht viel Geld ausgeben möchte, sollte sich das BN-500 von Adata jedenfalls mal anschauen.


Pro & Contra

Pro
+ stabile Spannungen
+ ordentliche Effizienzwerte für 80Plus-Bronze-Netzteil

Contra
- leichte Schwächen bei der Verarbeitung
- bei hoher Auslastung hörbar
- kein Kabelmanagement


Award

Wir verleihen dem Adata BN-500 für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von A DATA.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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