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Deepcool Fiend Shark


Einleitung

CPU-Kühler wurden in den letzten Wochen und Monaten von diversen Herstellern vorgestellt, im Bereich der Top-Flow-Kühler blieb es dabei aber sehr ruhig. Von Deepcool können wir euch heute aber nun einen neuen Kühler präsentieren, welcher mit einem 140-mm-Lüfter und sechs 6-mm-Heatpipes mit in den Kampf einsteigt. Der Exot - Kühler von Deepcool sind in Europa bis dato noch selten zu sehen - schickt sich an das Revier von Noctua, Scythe und Co. zu erobern. Ob dies gelingt, zeigen die folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung, in der Deepcool den Fiend Shark ausliefert, ist riesig. Der große weiße Karton ist sehr schlicht gestaltet, so werden die Seiten nur von wenig Text verziert. Die wichtigsten Informationen zum Fiend Shark finden sich auf der Unterseite, wo in 13 Sprachen technische Informationen zum Kühler zu finden sind. Im Karton wird der Kühler durch große Kunststoffteile fixiert und während des Transports geschützt. Das Zubehör befindet sich in separaten Schachteln, eine Beschädigung des Kühlers kann dadurch nahezu komplett ausgeschlossen werden.
Der Lieferumfang des Deepcool Fiend Shark umfasst neben dem Kühler samt montiertem 140-mm-Lüfter und einem Paar Lüfterklammern noch eine Spritze Wärmeleitpaste, eine Montageanleitung und das Montagematerial für die unterstützten Sockel inkl. passender Backplate. Einzig für Intels Premium-Sockel 1366 legt Deepcool keine Backplate bei. Abgerundet wird der Lieferumfang von einem 4-Pin-zu-3-Pin-Adapter und einem 7-Volt-Spannungsadapter.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):109 x 153 x 156 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):655 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt, Kupfer Boden vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:2x 25
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120/(140) Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 140 Millimeter (mit 120-mm-Montagelöchern)
Lüfterdrehzahl:700 - 1.400 U/min
Fördermenge:136,32 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:1,56 Watt
Lautstärke:32 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, 7V-Spannungsadapter beiliegend, vernickelt, verlötet
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:60 Euro (Stand Juli 2011)

Der Kühler im Detail

Der Deepcool Fiend Shark ist bei einer Höhe von 109 Millimetern 153 Millimeter breit und 156 Millimeter tief. Lediglich der Scythe Susanoo ist höher und breiter. Bei der Tiefe muss er sich außerdem noch dem Noctua NH-C14 geschlagen geben. Trotz seiner nicht geringen Abmessungen bringt es der Fiend Shark "nur" auf ein Gewicht von 655 Gramm, ohne montierten Lüfter oder das Montagematerial.
Die beiden Hauptflächen sind zentral durch zwei Kunststoffteile miteinander verbunden, dies sorgt für eine höhere Stabilität des Kühlers. Der Fiend Shark besitzt, wenn man es genau nimmt, sechs einzelne Lamellenbereiche. Dies haben wir auch schon beim Xilence M608 Pro gesehen. Für eine höhere Stabilität der einzelnen Lamellen untereinander wurden diese seitlich an mehreren Stellen miteinander verhakt.
Wenn wir bei zwei Kühlflächen bleiben und diese nicht weiter unterteilen besitzt der Fiend Shark zwei mal 25 Lamellen. Diese sind aus Aluminium gefertigt und, wie der gesamte Kühler, vernickelt. Der Abstand zwischen den einzelnen Lamellen beträgt 1,7 Millimeter. Gut zu erkennen ist bei der Draufsicht die 34 Millimeter große Lücke zwischen den beiden Kühlflächen.

Der Kühler im Detail

Der Grund für die Lücke zwischen den beiden Kühlflächen liegt in dem Weg, den die sechs 6-mm-Heatpipes aus dem Boden heraus nehmen. Durch diesen Aufbau ragt der Kühler nicht zu einer Seite weiter heraus, als zu einer anderen, wie es z.B. beim Noctua NH-C14 der Fall ist.
Der vernickelte Kupferboden ist während des Transports mit einer Folie versehen. Diese schützt die Kontaktfläche vor Schmutz und lässt sich leicht entfernen. Der Boden selbst ist plan, spiegelt aber nicht. Nicht nur mit den Lamellen, auch mit dem Boden sind die Heatpipes für eine bessere Wärmeübertragung verlötet.
Ein 140 Millimeter großer Lüfter sorgt beim Fiend Shark für die Belüftung. Dieser besitzt die Montagelöcher von 120-mm-Lüfter und ist mit einem PWM-Anschluss ausgestattet. Wenn der Lüfter per PWM-Signal geregelt wird, geht der Drehzahlbereich von 700 bis 1.400 U/min. Der Luftdurchsatz liegt dann bei rund 136 m³/h bei einer Lautstärke von 32 dB(A). Die Leistungsaufnahme des Lüfters beträgt 1,56 Watt.
Da dem Deepcool Fiend Shark nur ein paar Lüfterklammern beiliegen und diese nur für Bohrungen von 120-mm-Lüftern passen, ist man bei der Lüfterwahl auf Modelle eingeschränkt, die das entsprechende Lochmaß besitzen. Die Lüfterklammern greifen unten im Rahmen, Lüfter mit durchgängigem Montagesteg können also auch nicht genutzt werden. Der Lüfter selbst sitzt etwas im Kühler, durch eine Kante am Rand wird das Positionieren des Lüfters erleichtert.

Die Montage

Die Befestigung erfolgt, mit Ausnahme beim Sockel 1366, mit Hilfe von Schrauben inkl. Federn und einer Backplate. Beim Premium-Sockel von Intel wird auf die Backplate verzichtet und so kommen dort vier einzelne Muttern zum Einsatz. An die Backplate bzw. an die Muttern werden vier Abstandshalter montiert. An diesen wiederum werden dann die vier Schrauben, die am Kühler befestigt sind, angeschraubt. Dies kann ohne Schraubendreher erfolgen und geht auch erfreulich leicht von der Hand.
Auf Intel-Systemen kann der Fiend Shark frei positioniert werden. Bei dieser Ausrichtung überragt der Kühler von Deepcool zwei RAM-Steckplätze, durch die vorhandene Bodenfreiheit von 56 Millimetern ist aber noch genügend Platz für die Heatspreader des Arbeitsspeichers vorhanden.
Anwender die ein AMD-System besitzen können den Fiend Shark nur in der hier gezeigten Ausrichtung montieren. Dies ist auch die Ausrichtung, die Deepcool für Intel-Systeme empfiehlt. Auch bei dieser Ausrichtung überragt der Kühler zwei RAM-Steckplätze, wobei durch die Form des Kühlers der zweite Steckplatz relativ viel Platz hat.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Da Deepcool Fiend Shark nur 120-mm-Lüfter bzw. Lüfter mit den Bohrungen eben dieser aufnehmen kann, fällt unsere Testübersicht entsprechend kompakt aus. Schön zu sehen ist aber, dass ein 140-mm-Lüfter bei deutlich geringer Drehzahl die gleichen Temperaturwerte erreicht, wie mit einem 120-mm-Lüfter.

Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


In unserem aktuellen Vergleich der diversen Kühler mit Serienbelüftung muss sich der Deepcool Fiend Shark nur zwei Kühlern geschlagen geben. Dies ist zum einen der Scythe Susanoo, zum anderen ist dies der Noctua NH-C14. Der Lüfter des Fiend Shark arbeitet beim 12-Volt-Betrieb mit 1.350 U/min und ist dabei deutlich hörbar.

Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Reduzieren wir die anliegende Spannung am Lüfter auf fünf Volt, so verringert sich die Drehzahl auf 450 U/min. Die Kühlleistung des Kühlers von Deepcool ist dann nicht mehr ausreichend, um den übertakteten i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Im Vergleich mit unseren 120-mm-Referenzlüftern von Scythe zeigt sich ein ähnliches Bild, wie bei den Testläufen mit Serien-Lüfter. Lediglich der Noctua NH-C14 liegt bei jeder Drehzahl vor dem Fiend Shark, bei 700 U/min schafft es auch der Scythe Zipang 2 sich vor den Kühler von Deepcool zu schieben, da der Fiend Shark dort recht stark einbricht.

Fazit

Deepcool präsentiert den Fiend Shark von Anfang an als Kühler der gehobenen Klasse. Eine große, unschuldig weiße Verpackung beherbergt den Fiend Shark wohl geschützt und auch der Lieferumfang, welcher gut ausfällt, ist im Karton gut verstaut. Bei der Verarbeitung kann sich der Fiend Shark mit den etablierten seiner Zunft problemlos messen, verbogene Lamellen oder Verarbeitungsfehler sind keine vorhanden. Bei der Montage gibt es bessere Lösungen, jedoch lassen sich alle Teile ohne Werkzeug montieren und auch der Kühler wird sicher an seinem Platz gehalten. Im Vergleich der Serienbelüftung schlägt sich der Kühler von Deepcool durchaus gut, lediglich beim 5-Volt-Betrieb reicht die Kühlleistung für den übertakteten i7-920 nicht mehr aus. In unseren Referenz-Tests, welche durch die beiliegenden Lüfterklammern auf 120-mm-Lüfter beschränkt sind, macht der Fiend Shark wieder eine gute Figur, aber auch hier ist der höhere Einbruch bei niedrigen Drehzahlen im Vergleich zu den anderen Kühlern sichtbar. In diversen Preisvergleichen ist der Deepcool Fiend Shark bereits für rund 55 Euro gelistet, soll der Kühler sofort verfügbar sein, muss man rund 60 Euro auf die virtuelle Ladentheke legen.


Pro & Contra

Pro
+ guter Lieferumfang
+ sehr gute Verarbeitung
+ einfache Montage
+ gute Kühlleistung bei hohen Drehzahlen...

Contra
- ...aber mit überdurchschnittlichem Einbruch bei niedrigen Drehzahlen
- keine Unterstützung von 140-mm-Lüftern


Award

Wir verleihen dem Deepcool Fiend Shark für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Deepcool.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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